„Mit dem Leading Medicine Guide finden Sie
Spitzenmediziner in Deutchland, Österreich
und der Schweiz”

Ausländische Patienten

Chancen und Herausforderungen des Medizintourismus

Wie sich das Geschäftsfeld "Ausländische Patienten" gewinnbringend und effektiv nutzen lässt

Weltweit entscheiden sich jedes Jahr Hunderttausende Menschen für eine Behandlung in ausländischen Kliniken, sei es aufgrund mangelnder medizinischer Versorgung im Heimatland oder aufgrund geringerer Behandlungskosten im Ausland. Allein in Deutschland lassen sich jedes Jahr über 100.000 Patienten mit Wohnsitz im Ausland stationär behandeln.
Für deutsche Kliniken bedeutet dies einen jährlichen Erlös von über 300 Millionen Euro. Grund genug für diese, sich intensiv damit auseinanderzusetzen, wie der grenzüberschreitende Gesundheitstourismus am besten genutzt und ausgebaut werden kann.

Internet als wichtigstes Werbemedium

Deutsche Kliniken, die sich erfolgreich im globalen Wettbewerb des Medizintourismus behaupten wollen, müssen zunächst lernen, sich richtig zu verkaufen und potentielle Patienten aus dem Ausland gezielt anzusprechen. Besonders wichtig für die Werbung internationaler Patienten ist dabei das Internet. Noch vor persönlichen Kontakten, Weiterempfehlungen und Vermittlern ist es das wichtigste Instrument, um die eigenen Vorzüge zu kommunizieren und Patienten auf sich aufmerksam zu machen.
So ist etwa die Webseite einer Klinik für Patienten aus anderen Ländern die beliebteste Informationsquelle über Fachabteilungen, Ärzte, Behandlungsmöglichkeiten, Klinikausstattung, Behandlungskosten und Zahlungsmodalitäten. Leider wird ein Großteil der deutschen Klinikwebseiten diesen Ansprüchen laut einer Studie der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg von 2009 nicht gerecht, da sie die gesuchten Informationen entweder gar nicht bzw. ungenügend oder nur in deutscher Sprache zur Verfügung stellen.

Genau hier setzt der Leading Medicine Guide als mehrsprachiges Informations- und Klinikportal mit seinen ausführlichen Präsentation ausgewählter deutscher Fachärzte und Fachkliniken an. Ziel ist es, der Zielgruppe der internationalen Patienten umfassende Informationen über die bestmögliche medizinische Versorgung im deutschsprachigen Raum zur Verfügung zu stellen.

Lukrativste Zielgruppe: Russische und arabische Patienten

Im Ausland genießt das deutsche Gesundheitssystem und medizinische Know-how einen sehr guten Ruf. Geschätzt wird die deutsche Medizin dabei nicht nur in den westeuropäischen Nachbarländern, insbesondere in Holland, Frankreich und Belgien, sondern zunehmend auch im russischen und arabischen Raum. So hat sich etwa die Zahl der aus Russland stammenden Medizintouristen laut Statistischem Bundesamt zwischen 2004 und 2008 mehr als verdreifacht. Ähnliches gilt für den Zustrom von Patienten aus Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Patienten aus diesen Regionen gehören daher inzwischen zur lukrativsten und wichtigsten Zielgruppe deutscher Kliniken. Um speziell den Bedürfnissen dieser Zielgruppe gerecht zu werden und sie umfassend über die medizinischen Leistungen deutscher Spitzenmediziner zu informieren, ist der Leading Medicine Guide nicht nur in deutscher und englischer Sprache, sondern auch in Russisch und Arabisch verfügbar.

Probleme bei der Vergütung

So attraktiv die Erschließung des Geschäftsfeldes „Ausländische Patienten“ für deutsche Kliniken auch ist, ergeben sich dennoch einige rechtliche und organisatorische Probleme. Insbesondere die Vergütung von Zusatzaufwendungen und das Fehlen gesetzlicher Rahmenbedingungen stellen eine Hürde für den Ausbau dieses lukrativen Marktes dar. So wird von deutschen Kliniken oft beklagt, dass Sie aufgrund der Gebührenordnung für Ärzte, die gleiche Preise für alle vorsieht, keine höheren Rechnungen für ausländische Patienten ausstellen dürfen.
Dabei ist der Zeitaufwand bei der Betreuung internationaler Patienten von der ersten Kontaktaufnahme bis zur Heimreise durchschnittlich zwei- bis dreimal höher als bei deutschen Patienten. Denn neben der medizinischen Versorgung müssen sich deutsche Kliniken unter anderem auch um die Erstellung mehrsprachiger Kostenvoranschläge, die Erledigung von Einreiseformalitäten, die Abholung vom Flughafen und die Organisation von Dolmetscherdiensten kümmern.
In Ländern wie der Schweiz oder Österreich ist es gang und gäbe, unterschiedliche Preise für in- und ausländische Patienten sowie Zuschläge für den erhöhten Betreuungsaufwand abzurechnen. Damit sich auch deutsche Kliniken die entstehenden Zusatzaufwendungen angemessen vergüten lassen können, wäre die Schaffung gesetzlicher Rahmenbedingungen notwendig, etwa die Verabschiedung einer Art Durchführungsverordnung, die eine internationale Baserate für höhere Aufwendungen bei der Behandlung ausländischer Patienten insbesondere aus Nicht-EU-Ländern definiert.

Risiko von Zahlungsausfällen

Ein weiteres Problem bei der Behandlung internationaler Patienten ist das erhöhte Risiko von Zahlungsausfällen. Insbesondere arabische Patienten haben sich als wenig zuverlässig erwiesen, wenn es darum geht, ihre Rechnungen zeitnah und vollständig zu begleichen. Um Verlusten vorzubeugen, verlangen daher inzwischen die meisten Kliniken Vorauszahlungen.


Quelle: Jahrbuch Healthcare Marketing 2010, S. 76-80