Neurochirurgie an der größten Klinik Europas – Prof. Vajkoczy im Interview

Historische Darstellung Holzschnitt von Gersdorffs Feldbuch der Wundarzney 1517

Die Klinik für Neurochirurgie an der Berliner Charité ist international dafür bekannt und hoch angesehen, komplexe Erkrankungen des Nervensystems herausragend behandeln und kurieren zu können. Jährlich kann sie auf stolze 5.000 Operationen zurückschauen.

Heute wollen wir Ihnen den Direktor der Neurochirurgischen Klinik der Charité vorstellen. Professor Vajkoczy, ehemals aus München mit akademischer Zwischenstation in Mannheim und Heidelberg, ist selbst Neurochirurg und seit über 10 Jahren Direktor dieser Klinik. Hier werden zerebrovaskuläre Erkrankungen, Hirn- und Schädelbasistumore, aber auch Erkrankungen der Wirbelsäule, des Liquorsystems, des Rückenmarks und der peripheren Nerven behandelt. Funktionelle Neurochirurgie und Schmerztherapie werden ebenfalls an der neurochirurgischen Klinik der Charité abgedeckt.

Wie wir wissen, ist das Fachgebiet Neurochirurgie sehr breit gefächert. Darunter fallen neuronalen Fehlbildungen, Verletzungen und alle Erkrankungen des zentralen und peripheren Nervensystems. Worauf hat sich Professor Vajkoczy aber insbesondere spezialisiert? Was ist so einzigartig an der Charité und wie unterscheidet sich die Tätigkeit hier zu anderen medizinischen Einrichtungen? Fragen wir mal nach.

 


Herr Professor Vajkoczy, welche Behandlungen führen Sie am häufigsten durch und von welchen Faktoren hängt der Erfolg eines Eingriffes aus Ihrer Sicht ab?

Prof. Vajkoczy: Ich führe ungefähr 50% der Eingriffe am Gehirn und die andere Hälfte der Eingriffe an der Wirbelsäule durch. Das sind bei mir insgesamt etwa 800 Operationen pro Jahr.

  • Im Bereich des Gehirns: Darunter fassen wir komplexe mikrochirurgische Operationen wie gefäßchirurgische Eingriffe (Aneurysmen, Angiome, Bypässe), Tumoroperationen (Gliome und Schädelbasistumore) zusammen.
  • Im Bereich der Wirbelsäule: Hier zählen die Behandlungen von Decompressionen, Stabilisierungen und Korrekturen der Wirbelsäule bei degenerativen Erkrankungen, Entzündungen und Tumorerkrankungen dazu.

Der Erfolg dieser Eingriffe hängt von einer großen Fallzahl, tiefen Erfahrung mit diesen teils seltenen Fällen und einer herausragenden interdisziplinären Infrastruktur ab – all das bietet die Charité im besonderen Maße.

 

 

Zu Ihren beruflichen Stationen gehört u.a. die LMU München, Universitätsklinik Mannheim, die Heidelberger Uniklinik und schließlich die Charité in Berlin – die größte Klinik Europas. Was konnten Sie aus Ihren vergangenen, sehr wichtigen Stationen mitnehmen und welche medizinischen Vorteile sehen Sie in der Charité?

Prof. Vajkoczy: Aus dem Institut für Chirurgische Forschung der LMU München habe ich meine Ausbildung in hochrangiger wissenschaftlicher Arbeit mit Bezug zur chirurgischen klinischen Praxis erhalten. Ich habe dort beispielsweise gelernt, wie wichtig kontinuierliche wissenschaftliche Arbeit, im Labor und am Patientenbett, für die Weiterentwicklung unseres Faches ist. Und ich habe die Vereinbarkeit von Forschung und Arbeit am OP Tisch verstanden. In Mannheim/Heidelberg habe ich eine breite neurochirurgische klinische Ausbildung erhalten und hatte die Ehre von herausragenden Vertretern unseres Fachs ausgebildet zu werden. Auch hatte ich hier die nötige Freiheit, mein theoretisches und praktisches Wissen weiter auszubauen.

Die Charité bietet den Vorteil einer sehr hohen Fallzahl, das bedeutet, hier ist es möglich, mit seltenen und oft komplexen Krankheitsbildern ein hohes Maß an Erfahrung und Expertise zu sammeln und das Feld weiter zu entwickeln. Die Größe der Charité ist gleichzeitig ihre Stärke. Auch zeichnet sich das Krankenhaus durch einen hohen akademischen Anspruch aus. Die Möglichkeiten zur wissenschaftlichen Arbeit auf unserem Gebiet sind hier einmalig.

 


Die Charité kann auf eine 300-jährige Geschichte zurückschauen. Damals um 1710 ließ der König in Preußen, Friedrich I., vor den Toren Berlins ein Pesthaus errichten, das später als Hospiz für Alte, als Arbeitshaus für Obdachlose und als Entbindungseinrichtung für unehelich Schwangere genutzt wurde. Heute zählt die Charité zu den ältesten Krankenhäusern und größten Arbeitgebern Berlins und gilt mit über 3.000 Betten und mehr als 13.000 Mitarbeitern als größte medizinische Einrichtung Europas.


– Erfahren Sie mehr zur Charité auf der Homepage.

 

Welche Schwerpunkte verfolgen Sie in der Neurochirurgischen Klinik der Charité, Herr Professor Vajkoczy?

Prof. Vajkoczy: Mit seiner einmaligen Größe erlaubt die Charité mehrere Schwerpunkte als gewöhnlich zu setzen. Darunter fallen

  • Gefäßneurochirurgie
  • Tumorneurochirurgie (Gliome und Schädelbasis)
  • Wirbelsäulenchirurgie
  • Kinderneurochirurgie
  • Behandlung von Bewegungsstörungen
  • Epilespsiechirurgie

 

Vielen Dank für das Gespräch, Herr Professor Vajkoczy!

 


Erfahren Sie mehr auf dem Arztprofil des Mediziners Professor Vajkoczy im Leading Medicine Guide. Hier können Sie auch direkt Kontakt zum Experten aufnehmen.

Die Neurochirurgische Klinik befindet sich an gleich drei Charité-Campi: Am Campus Charité Mitte, dem Campus Virchow-Klinikum und dem Campus Benjamin Franklin. An allen drei Standorten finden Sie eine Neurochirurgische Hochschulambulanz. Bitte beachten Sie auch: Da die Klinik sehr viele Gebiete abdeckt und ein umfangreiches Therapieangebot umfasst, sind die Spezialsprechstunden nach Fachgebieten unterteilt.

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