Satirisches Gedicht über die „Arztkunst“

 

 

Der Arzt von heute scheitert nur:
Niemandem schmeckt mehr seine Kur.
Den einen macht er viel zu wenig,
denn gut versichert ist man König.
Den anderen macht er viel zu viel;
man unterstellt, Geld sei sein Ziel.

Noch andern ist er eher zu kalt,
sie fordern mehr Gefühlsgehalt.
Doch andere lieben Schnörkel nicht,
sie wünschen Fakten, klar und schlicht.
Weitren geht´s nicht schnell genug,
Bedachtsamkeit sei Zeitbetrug.

Niemand möchte ihn als Lehrer,
höchstens noch als den Verehrer
oder eher als Hexenmeister,
der beschwören kann die Geister,
am besten etwas esoterisch, übersinnlich,
atmosphärisch, und echt natürlich,
das ist in,
da reicht die schlichte Logik hin.

So gilt als ausreichend erklärt,
was scheinbar nur zusammengehört.
Das Anspruchssprektrum ist sehr breit,
und Arztkunst reift nur noch so weit,
als man, gleich einer Krämer-Natur,
klimpert auf der ganzen Klaviatur.

 


Ein satirisches Gedicht von Jan D. Stechpalm (mit freundlicher Genehmigung des Verfassers).

 

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