Roboterchirugie schon bald Alltag – Dr. Oweira erklärt

Der Leading Medicine Guide Experte Dr. Oweira, über den wir bereits mehrmals berichtet haben, gewährt uns heute einen tiefen Einblick in den modernen Klinikalltag, den der Chirurg täglich beschreitet. Er ist sich sicher: „In den nächsten Jahren wird die Roboterchirurgie eine größere Rolle spielen.“ Warum? Wollen wir wissen – Dr. Oweira erklärt: 

Herr Dr. Oweira, Ihr spezieller Behandlungsschwerpunkt ist die Viszeralchirurgie. Ist die minimal invasive Operationstechnik, also die Schlüssellochchirurgie, inzwischen Standard? Oder gibt es Situationen, wo immer noch größere Einschnitte vorgenommen werden müssen?  

Dr. Oweira: Es gibt immer noch Operationen, die große Zugänge brauchen. Gerade wenn größere Tumore entfernt werden sollen, kommt man schnell an die Grenzen der minimal invasiven Operationstechnik. Hier muss man schon einen größeren Schnitt ausführen. Auch bei Gefäßrekonstruktionen oder überall da, wo Gefahr für größere Blutungen besteht, brauchen wir größere Schnitte. Einschränkungen bestehen auch bei Patienten mit Herzproblemen. Das bei der minimal invasiven Operation vom Mediziner eingeführte Gas kann einen zu starken Druck auf das Herz auslösen.

Bei Ihrer Behandlung greifen Sie auf modernste chirurgische Verfahren zurück. Sie verwenden unter anderem ein elektronisches Skalpell mit dem Namen „NanoKnife“. Was verbirgt sich hinter diesem Begriff und wann kommt bei Ihnen ein NanoKnife zur Anwendung?

Dr. Oweira: Ich setzte die Technik zum Beispiel bei ausgedehnten Lebertumoren ein. Ein NanoKnife erzeugt starke, begrenzte elektrische Felder. Dünne Nadeln werden in die Tumorareale eingeführt über die elektrische Pulse im Mikro- und Millisekundenbereich abgegeben werden. NanoKnife erzeugt keine Hitze, sondern nur Stromimpulse. Die betroffenen Zellen werden verödet, ohne dass sich Narbengewebe bildet. Wir vermeiden mit dieser Methode Schäden am gesunden Zellgewebe. Die Stelle, an der das NanoKnife zum Einsatz kommt kann sich gut erholen und regenerieren. Man kann diese Technik auch bei anderen Tumoren, wie dem Pankreas-Karzinom einsetzen.   

Sie setzen auch auf unterstützende Behandlung durch Chemotherapie. Bei „Hypertherme intraperitoneale Chemotherapie” (HIPEC)  handelt es sich um ein innovatives Verfahren, das noch nicht flächendeckend in Kliniken Anwendung findet. Welchen Nutzen bietet die HIPEC  bei der Krebsbehandlung?

Dr. Oweira: Zunächst entfernt der Chirurg im Bauchraum alle von Tumoren befallenen Stellen, die sichtbar sind. In einem zweiten Schritt wird der Bauchraum verschlossen. Über mehrere Zugänge wird dann mit einer über 40° C erhitzte Chemotherapie-Lösung über eine Stunde Zeit gespült. Dadurch sollten die befallenen Restzellen, die noch im Bauraum sind, getötet werden. Das Verfahren hat seine Grenzen. Chirurgen setzen dieses Verfahren bei bestimmten Tumoren wie Magenkarzinomen, Blinddarmkrebs oder Dickdarmkrebs ein, die in den Bauraum streuen und Bauchfellmetastasen gebildet haben. In geringen Fällen kann es auch bei Eierstockkrebs, der in den Bauraum streut, verwendet werden. Es dürfen nur wenige Metastasen vorhanden sein, die gut zu entfernen sind.    

Sie gelten als einer der Vorreiter, was die Einführung neuer chirurgischer Verfahren anbelangt. Gibt es im Moment vielversprechende neue Techniken, die sozusagen in den Startlöchern für die praktische Anwendung in den Klinken steht?  

Dr. Oweira: Es gibt einige Innovationen, die noch nicht im Einsatz sind, aber irgendwann Verwendung finden werden. Dazu gehören Navigationssysteme für Leberchirurgie. Dadurch erhält der Chirurg ein exaktes Bild, wo genau die Tumore sitzen. Ein anderer Bereich ist die Roboterchirurgie. Hier sind die aktuellen Ergebnisse noch nicht optimal. Neben dem bereits im Einsatz befindlichen da Vinci-Chirurgie-System , gibt es neue interessante Lösungen. –Der „Senhance“-Operationsroboter der Firma TransEnterix verspricht eine Steuerung über die Augen des Chirurgen. In ein paar Jahren wird es noch einen weiteren interessanten Roboter geben, der von der Firma Johnson & Johnson zusammen mit Google entwickelt wird. Auch da Vinci wird weiterentwickelt. Ich denke in den nächsten Jahren wird die Roboterchirurgie eine größere Rolle spielen.

Das klingt nach Science Fiction, die das Leben zu retten vermag! Herr Doktor Oweira, vielen Dank für spannende Gespräch!


 

Kennen Sie schon den Blogbeitrag „Der Würdevolle und Zutrauliche“? Hier erfahren Sie mehr über unseren Social Media Star Dr. Oweira.

Haben Sie direkt Fragen an den Arzt oder interessieren sich für eine medizinische Zweitmeinung, dann besuchen Sie Dr. Oweira auf dem Leading Medicine Guide. Er hilft Ihnen gerne weiter.

 


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