Bluthochdruck? Unregelmäßiger Herzschlag? Herzschwäche? Lassen Sie sich beraten – Herr Prof. von Hodenberg im Gespräch

Die häufigste Diagnose bei Frauen und die zweit häufigste bei Männern, die im Krankenhaus gestellt wird, ist Herzinsuffizienz – dicht gefolgt von Bluthochdruck und Vorhofflimmern. Drei Krankheiten am Herzen, die eng miteinander zusammenhängen und lebensgefährlich sind! 

Herzinsuffizienz – damit ist Herz(muskel)schwäche gemeint und bedeutet, dass die Organe nicht mit genügend Blut versorgt werden können, wenn das Herz „schwächelt“. Bemerkbar macht sich das unter anderem durch einen Leistungsabfall, aber auch durch Atemnot, Gewichtszunahme und Wassereinlagerung im Körper.

Bluthochdruck – wird im medizinischen Fachjargon auch Hypertonie bezeichnet und meint den Druck, der das Blut durch die Gefäße pumpt. Bluthochdruck entsteht vor allem dann, wenn die Gefäße etwa weniger elastisch und durch Verkalkung verengt sind. Das Herz muss stärker pumpen und das wirkt sich negativ auf den gesamten Kreislauf aus. Damit erhöht sich das Risiko eines Herzinfarkts und Schlaganfalls, aber auch Nierenprobleme und Augenleiden hängen eng mit Hypertonie zusammen.

Vorhofflimmern – kommt dann vor, wenn das Herz nicht mehr im Takt schlägt. Solche Herzrhythmusstörungen zeigen sich entweder durch einen erhöhten Herzschlag oder durch kleine Aussetzer. Vorhofflimmern kann Blutgerinnsel verursachen, was einem Schlaganfall führen kann. Man geht sogar davon aus, dass jeder 7. Schlaganfall auf Vorhofflimmern zurückzuführen ist. 

Wir wissen also, wie wichtig die Gesundheit unseres Herzens ist! Wir können unser Herz nicht einfach austauschen, wenn es Probleme macht, sondern müssen uns sehr gut darum kümmern – etwa durch ausreichend Bewegung, gute Ernährung, weniger Stress und genügend Pausen. Doch was machen wir, wenn es bereits sticht, unregelmäßig schlägt oder wir mit Bluthochdruck zu kämpfen haben? Dann ist es ratsam, Expertenrat einzuholen und sich gründlich untersuchen zu lassen. 

Zum Glück gibt es Ärzte, die sich genau damit auskennen! Ein besonders engagierter Herzspezialist sitzt in Lahr/ Baden, in der Klinik für Innere Medizin und Kardiologie, des MediClin Herzzentrums. Prof. Eberhardt von Hodenberg ist Chefarzt und beschäftigt sich über Jahrzehnte mit der Heilung von Herzkrankheiten. Erfahren Sie selbst: 

 

Herr Prof. von Hodenberg, das Herz ist unser wichtigster Muskel. Bei Erkrankungen drohen schwere Schäden. Mit welchen Herzerkrankungen haben Sie es besonders häufig zu tun? 

Wir sehen viele Patienten mit koronarer Herzkrankheit, also Verengungen an den  Herzkranzgefäßen, mit Herzklappenerkrankungen und mit einer Herzschwäche unterschiedlicher Ursachen.  Wir behandeln auch viele Patienten mit Herzrhythmusstörungen, wobei wir wegen unserer technischen Ausstattung auch komplexe Rhythmusstörungen mit modernen Ablationsmethoden therapieren können. Bei einer Ablation am Herzen werden durch Kälte- oder Hitzeeinwirkung gezielt bestimmte Reizleitungen am Herzen verödet, und der Herzrhythmus kann sich dadurch normalisieren.  

Gibt es besondere Diagnoseverfahren, die Sie im MediClin Herzzentrum anwenden? Welche Vorteile ergeben sich daraus für die Patienten? 

Hier stehen uns zunächst alle nicht-invasiven, insbesondere auch bildgebende Diagnoseverfahren zur Verfügung – dazu später gleich. Dabei spielt die sogenannte Echokardiographie, also Ultraschall des Herzens, eine besondere Rolle. Diese Methode eignet sich besonders zur Diagnostik komplexer Herzklappenfehler und zur Bestimmung der Herzpumpfunktion.

Seit einigen Tagen haben wir in unserer Klinik auch eines der modernsten Herzcomputertomographien im südbadischen Raum. Zur invasiven Diagnostik verfügen wir über moderne Herzkatheterplätze. Bei uns werden auch Patienten mit komplexen Herzrhythmusstörungen elektrophysiologisch invasiv untersucht und behandelt. Eine genaue Diagnostik ist Voraussetzung, um dann die jeweilige optimale Therapie für die Patienten auszuwählen und anzuwenden

Können Sie uns noch einmal kurz die „invasive“ und „nicht-invasive Diagnose“ erläutern? 

Bei den Diagnosemethoden unterscheidet man, ob sie außerhalb des Körpers durchgeführt werden (etwa eine Computertomographie) oder direkt im Körper. Viele Erkrankungen lassen sich “vor Ort”, beispielsweise mit einer Kamera oder durch eine Gewebeentnahme direkt am Organ besser diagnostizieren. Der Begriff “invasiv” bezieht sich darauf, ob und in welchem Ausmaß dazu Instrumente innerhalb des Körpers zum Einsatz kommen.

Untersuchungen werden invasiv oder minimal-invasiv genannt, wenn zum Beispiel für die Diagnose ein Instrument, wie ein Katheter, durch eine Punktion  (minimal-invasiv) in den Körper eingeführt wird. 

Minimal-invasive Verfahren, also Eingriffe am Herzen, die ohne Öffnung des Brustkorbs vorgenommen werden, sind ein Spezialgebiet von Ihnen. Für welche Patienten eignen sich diese Verfahren? 

Dazu gehört zweifelsohne die Ballon- bzw. Stentbehandlung von Verengungen der Herzkranzgefäße. Die Wiedereröffnung verschlossener Koronargefäße spielt eine besonders große Rolle in der Akutbehandlung von Herzinfarkten. Auch können wir heute mit Kathetermethoden angeborene Defekte an der Herzscheidewand verschließen.

Darüber hinaus ist es sogar möglich, mit Kathetermethoden Herzklappen zu implantieren oder zu reparieren. Für den Patienten bedeutet das einen deutlich schnelleren Heilungsprozess nach dem Eingriff, bei gleichen Erfolgschancen. 

Können Sie auch am Beispiel des Mitralclippings bei Herzklappenerkrankungen erklären, wie der Katheter eingesetzt wird? 

Ein Herzkatheter ist ein winziger Schlauch. Der Katheter wird durch die Blutgefäße direkt bis zum Herzen vorgeschoben, wo der behandelnde Experte zum Beispiel die Koronargefäße mit Hilfe von Kontrastmittel darstellen kann. Durch den Katheter ist es auch möglich, Ballons oder Stents in die Koronargefäße einzubringen um Gefäßverengungen zu behandeln. Man kann mit Hilfe von Kathetern auch Herzklappenfehler behandeln. Ebenso ist es möglich durch einen Katheter eine verengte Aortenklappe (Klappe zwischen linker Herzkammer und Hauptschlagader) zunächst mit einem Ballon zu erweitern und dann eine Katheter gestützte neue biologische Aortenklappe zu implantieren (TAVI).  

Mitralclips werden zur Behandlung einer undichten Mitralklappe eingesetzt. Die Mitralklappe ist die Herzklappe zwischen linkem Vorhof und linker Herzkammer. An der undichten Stelle setzt der behandelnde Arzt dabei einen Clip, der die Ränder der Klappen zusammenhält und so die Herzklappen abdichtet. Patienten, denen man aufgrund von Begleiterkrankungen ein operatives Verfahren nicht zumuten möchte oder auch Patienten mit sehr schlechter Pumpfunktion des Herzens können alternativ durch ein solches Mitralclipping behandelt werden.

Dabei wird ein Katheter über die Leistenvene in den rechten Vorhof des Herzens vorgeschoben. Von dort aus punktiert der Kardiologe die Herzscheidewand mit einem winzigen Loch als Durchlass und gelangt dann mit dem Katheter in den linken Vorhof.

Über den Katheter führt man anschließend das sogenannte Clippingsystem ein. Von außen kann der Operateur dieses Gerät in alle Richtungen bewegen und implantiert damit unter echokardiographischer Kontrolle einen Clip an die Mitralklappensegel. Der Clip strafft die Segel und bewirkt damit, dass die Klappe nicht mehr undicht ist. Das Tolle  hier: Der Eingriff hat kein hohes Risiko, die Patienten können die Klinik oft am Folgetag schon wieder verlassen! 

 

Herr Professor von Hodenberg, wir danken Ihnen für dieses Gespräch!


 

Bekommen Sie Ihren Bluthochdruck nicht in den Griff, leiden Sie an einem schwachen Herzen oder haben bereits Unregelmäßigkeiten beim Herzschlag beobachtet? Dann lassen Sie sich von prof. von Hodenberg beraten. Auf seinem Leading Medicine Guide-Profil finden Sie finden Sie weitere Informationen und können hier direkt Kontakt zum Arzt aufnehmen. er hilft Ihnen gerne weiter!

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Bildquelle: © Evgeniy Kalinovskiy, © Christoph Burgstedt, © psdesign1, © psdesign1, © crevis, © freshidea – fotolia.com

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One comment

  1. Unter Herzklappenfehler leidet meine Freundin von ihrer Kindheit an. Wichtig ist es für sie das Herz immer unter Kontrolle zu halten. Ein Mitralclipping könnte vielleicht eine Lösung für sie sein. Ich hoffe, die Infos darüber würden für sie sehr wissenswert!

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