Daumen hoch – innovative Behandlung bei Arthrose im Daumensattelgelenk

Endlich schmerzfrei und verbesserte Lebensqualität! Oder warum Frau Müller trotz Arthrose noch ihren geliebten Chopin spielen kann. Herr Dr. med. Hubert Klauser im exklusiven Gespräch mit Leading Medicine Guide zur modernen Therapie der Rhizarthrose.

Nicht nur Musiker können aufatmen. Jeder braucht das Daumensattelgelenk im Alltag. Erst wenn die Arthrose im Gelenk schon fortgeschritten ist und Schmerzen verursacht, merkt man, wie wichtig das Gelenk bei jeder Alltagsverrichtung ist. Dann ist es höchste Zeit, etwas zu unternehmen.

 

Dr. KlauserDr. med. Hubert Klauser - Spezialist für Handchirurgie und Fußchirurgie ist ärztlicher Leiter des HAND- UND FUSSZENTRUM BERLIN und hat sich auf die Behandlung von Erkrankungen der Hände und Füße spezialisiert. Im Bereich der Handchirurgie hat er eine operative Methode verfeinert, die Patienten mit Arthroseproblemen im Daumensattelgelenk wieder zu mehr Lebensqualität verhilft. Dazu haben wir mit ihm ein Interview geführt:

 

Herr Dr. Klauser – was hat es mit Arthrose im Daumensattelgelenk auf sich? Ist das eine häufige Erkrankung?

Ja, Arthrose im Daumensattelgelenk ist eine häufige Gelenkerkrankung der Hand und tritt in den allermeisten Fällen erst im fortgeschrittenen Alter auf, meist ab Mitte Fünfzig, wobei Frauen wesentlich mehr betroffen sind als Männer. Diese sogenannte Rhizarthrose ist ein Gelenkverschleiß – es gibt unterschiedliche Stadien, je nachdem, wie weit der Knorpel schon abgenutzt ist.

 

Wie können Sie diesen Patienten helfen?

Als erfahrener Handchirurg verwende ich bei fortgeschrittenem Gelenkverschleiß mit entsprechenden Beschwerden einen künstlichen Ersatz des Daumensattelgelenkes, das sich zwischen dem ersten Mittelhandknochen und dem großen Vieleckbein befindet. Die Daumensattelgelenkendoprothese ist die modernste und professionellste Möglichkeit der operativen Behandlung. Ich nutze hier mit meinem Team eine hochentwickelte Gelenkendoprothese mit sogenannter „doppelter Mobilität / double mobility“für das Daumensattelgelenk, die aufgebaut ist wie eine Hüftgelenkendoprothese – nur in klein sozusagen.

 

Hände beim Klavier spielen

 

Ist Ihre Operationsmethode eine neue Behandlungsform?

Im Grunde ist sie nicht neu, ich praktiziere das schon seit ungefähr 17 Jahren. Trotzdem kann man diese Methode, die in den letzten Jahren ständig verbessert wurde, immer noch als innovativ bezeichnen – einfach deshalb, weil die Daumensattelgelenksprothese der klassischen Behandlungsmethode, der vorgenannten Resektionsarthroplastik, in meinen Augen haushoch überlegen ist.

 

Welche Vorteile hat die Daumensattelgelenksprothese?

Bei der Resektionsarthroplastik wird ein Handwurzelknochen – das große Vieleckbein – vollständig entfernt das ist eine Radikaloperation, da gibt es dann kein Zurück mehr, während bei der Daumensattelgelenksprothese ein künstlicher Gelenkersatz eingesetzt wird. Die Funktionalität des Gelenks, die Länge des Daumenstrahls und die Feinmotorik bleiben erhalten.

Anatomie der Hand

Der Patient hat nach der Operation auch noch genügend Kraft im Daumen – das ist wichtig für die Lebensqualität. So sind sportliche Betätigungen wie z.B. Skifahren oder Musikmachen für die Patienten weiterhin möglich. Die Implantation einer Daumensattelprothese ist die bessere Lösung, weil sie nicht die radikale Entfernung des Knochens bedeutet, sondern nur das Gelenk ersetzt.

Man sollte zuerst eine Daumensattelgelenksprothese einsetzen, bevor man sich zu einer Resektion entschließt. Nur wissen viele Patienten einfach nicht, dass es diese Möglichkeit gibt. Außerdem gibt es viele Handchirurgen, die die Methode der Daumensattelgelenksprothese nicht wirklich beherrschen.

 

„Die Daumensattelgelenksprothese ist in meinen Augen die beste Möglichkeit der modernen operativen Behandlung einer Rhizarthrose.“

 

Was können Sie denn zur Nachbehandlung sagen?

Auch hier gibt es entscheidende Vorteile. Die Patienten müssen weniger lang einen Gips tragen – in der Regel nur drei statt sechs Wochen. Die Patienten sind schneller wieder fit. Selbst eine Lockerung oder ein Ausbruch des künstlichen Gelenkes ist bei meinen Patienten noch nie vorgekommen. Und die gefürchteten Luxationen, wenn die Physiotherapie nach der Operation gut abgesprochen wird, passieren nicht.

 

Wie viele dieser Operationen machen Sie pro Jahr?

Wir setzen ca. 30 Daumensattelgelenksprothesen pro Jahr in unserer Klinik ein. Das ist heute ganz anders als noch vor 15 Jahren. Früher wurde die Resektionsarthroplastik in etwa drei Viertel aller Fälle durchgeführt, heute ist es umgekehrt: Die Endoprothese ist auf dem Vormarsch – zum Glück für die Patienten.

 

Sie haben sogar ein Kompetenzzentrum für Ärzte aufgebaut, richtig?

Ja, das stimmt. Das hat sicherlich auch dazu beigetragen, dass das Verfahren bei Handchirurgen mehr und mehr zum Einsatz kommt und die Daumensattelgelenksprothese heute hochentwickelt ist. Früher benutzte man noch eine Endoprothese aus Keramik, ich setze seit langem schon eine Daumengelenksprothese aus Titan mit einem Polyethyleninlay und einer Beschichtung aus Hydroxylapatit ein – das fördert die Integration des Metalls in den Knochen. Die Vorteile dieser operativen Behandlung sind enorm.

 

 

Wie verbessert sich denn die Lebensqualität der Patienten?

Ich nenne Ihnen Beispiele: Eine Patientin mit beidseitiger Daumensattelgelenkendoprothese, vor ca. 8-10 Jahren eingesetzt, kann heute ohne Probleme Alpinski fahren und Golf spielen (Alter damals 57 Jahre). Eine andere Patientin, bei der ich schon vor 15 Jahren eine Endoprothese eingesetzt habe, ist heute immer noch glücklich damit – sie kann auch im Alter von über 70 noch ihren geliebten Chopin spielen. Das wäre bei der klassischen Resektionsarthroplastik mit Sicherheit nicht so differenziert und unproblematisch über eine so lange Zeit der Fall gewesen, das ist allein der Daumensattelgelenksprothese zu verdanken. Die Patientin ist nach eigenen Angaben heilfroh, dass sie sich damals für diese Behandlung entschieden hat und nicht für die „Verstümmelung“ des Mittelhandknochens. Nicht nur, weil sie richtig Spaß mit Chopin hat, sondern weil der ganze Alltag leichter von der Hand geht. Dazu kann ich eigentlich nur sagen: Daumen hoch!

Herr Dr. Klauser – vielen Dank für das aufschlussreiche Interview!

 

Sie haben Beschwerden mit der Hand oder dem Daumensattelgelenk und interessieren sich für eine Daumensattelgelenksprothese? Dann lernen Sie den Handspezialisten Dr. Klauser kennen und kontaktieren Sie ihn direkt über Leading Medicine Guide!

 

Hubert Klauser HK259FC, LMG19 – Bildquellen: (c) Maksim Pasko, (c)  Kotarl, (c) fergregory – Adobe Stock.

Bitte hinterlassen Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.