Mama mit 50? Kinderkriegen ohne Mann? Schwanger nach Krebstherapie? Reproduktionsmedizin von Prof. Sterzik

Der Fachbereich Reproduktionsmedizin hat sich etwa in den 1980er Jahren hierzulande etabliert und freut sich über große Fortschritte in der Forschung sowie über die sehr hohe Nachfrage von Seiten kinderloser Mütter und Väter. Mama werden mit 50? Kinderkriegen auch ohne Mann? Schwanger nach einer Krebstherapie? Social Freezing? All das sind Möglichkeiten, die uns die Reproduktionsmedizin mittlerweile bietet.

„Einige Wissenschaftler, Ärzte und Politiker stehen der Entwicklung skeptisch gegenüber“

Sie warnen vor neuen Möglichkeiten in der Reproduktionsmedizin (z.B. wird die in-vitro-Gametogenese kritisch gesehen) und längst sind nicht alle Methoden auch in Deutschland erlaubt. Großbritannien hat kürzlich als erstes Land die künstliche Befruchtung mit Genmaterial von drei Menschen erlaubt. Spanien diskutiert derweilen über die Legalisierung der Leihmutterschaft.

„Die Reproduktionsmedizin erfüllt Kinderwünsche, von denen man hätte früher nie zu träumen gewagt“

Die Mehrheit der Gesellschaft will den Traum immer mehr wahrhaben. Man wünscht sich mehr Freiheiten für Ärzte und Patienten, aber vor allem für Paare, denen ihr Kinderwunsch bislang unerfüllt geblieben ist.

 


MÖGLICHKEITEN DER REPRODUKTIONSMEDIZIN

Künstliche Befruchtung – die Eizelle wird außerhalb des Körpers mit Sperma befruchtet. Krankenkassen übernehmen mittlerweile die Hälfte der Kosten bei verheirateten kinderlosen Paaren, die bereits mehrere Versuche unternommen haben, schwanger zu werden.

Samenspende – Ist der Mann unfruchtbar oder es existiert kein geeigneter Partner, kann eine Samenspende vorgenommen werden. Verboten ist hierzulande allerdings die Eizellspende.

Embryonenspende – 2014 wurde erstmals in Deutschland ein Kind geboren, dessen Eltern einem anderen Paar seine Embryonen gespendet haben. Es handelt sich hierbei um eine rechtliche Grauzone. Denn nur im gefrorenen Zustand sind die Eizellen biologisch gesehen noch keine Embryos.

Leihmutterschaft – Das Austragen des eigenen Kindes im Bauch einer anderen Mutter, wie man es aus Kalifornien, Indien oder Osteuropäischen Ländern kennt, ist in Deutschland ebenfalls verboten.


 

„Nicht selten stellt der unerfüllte Kinderwunsch für unfreiwillig Kinderlose eine existenzielle Lebenskrise dar“

Für Menschen ohne Kinder ist die Praxisklinik Frauenstraße und MVZ für Kinderwunsch und Pränatalmedizin in Ulm – unter der Leitung des renommierten Facharztes Professor Dr. med. Sterzik – deshalb eine hervorragende Anlaufstelle. Die Klinik bietet das gesamte Spektrum der modernen Gynäkologischen und geburtshelfenden Diagnostik.

Zum Behandlungsschwerpunkt des Leading Medicine Guide Experten Prof. Sterzik gehört unter anderem die Insemination (Samenübertragung), in-vitro-Fertilisation (eine Form der künstlichen Befruchtung), hormonelle Stimulation, Kryokonservierung (Einfrieren von Ei- und Samenzellen) oder Assisted Hatching (sog. “Ausdünnung” der schützenden Eihülle mittels präziser Lasertechnologie).  

Spezialgebiet des Facharztes Prof. Sterzik ist, neben Sterilisationsdiagnostik und -therapie, gynäkologische Endokrinologie und Pränatalmedizin, aber auch die Reproduktionsmedizin.

Wir freuen uns auf das gemeinsame Gespräch mit Herrn Professor Dr. Sterzik und wollen wissen…

Sehr geehrter Herr Professor Sterzik – Sie „erfüllen den Kinderwunsch“ – welche Wege gibt es, welche bieten Sie an und wann ist eine Behandlung (zur Erfüllung) (gar) nicht möglich?

Prof. Sterzik: Wir bieten zahlreiche Methoden an, von A wie Assisted Hatching bis Z wie Zyklusmonitoring. Paare, die beispielsweise Schwierigkeiten haben, einen natürlichen 28-tägigen Zyklus zu realisieren, unterstützen wir mit einer ausführlichen endokrinologischen Diagnostik (Hormonbestimmung und Stoffwechseluntersuchung), um die Ursachen für die Zyklusverzögerung festzustellen.

Auch beim Ehemann kann bei uns eine Komplettuntersuchung auf mögliche Fruchtbarkeitsprobleme vorgenommen werden. Diese Untersuchung besteht beispielsweise aus einem Spermiogramm und einer Hormonuntersuchung, ggf. der Analyse von Stoffwechselwerten. Es wird eine sehr individuelle Beratung durchgeführt, um mögliche Ursachen zu beleuchten und über Behandlungsmöglichkeiten zu sprechen.

Wenn Frauen – besonders im höheren Alter – schwanger werden, spricht man nicht selten von einer Risikoschwangerschaft – welche Risiken gibt es (noch)?

Prof. Sterzik: Grenzen werden uns vor allem durch die Menopause gesetzt. Wenn kein regelmäßiger Zyklus mehr stattfinden kann, ist der Eierstock in aller Regel erschöpft. Das durchschnittliche Alter für die Menopause liegt in Deutschland bei 50,3 Jahren. Wir wissen aber auch – aus nationalen und internationalen Statistiken – dass Schwangerschaften bei Frauen über 40 Jahre seltener vorkommen und das Risiko einer Fehlgeburt steigt mit zunehmendem Alter. Dies liegt unter anderem daran, dass die Erbanlagen im Eierstock und den Eizellen immer mehr chromosomale Veränderungen aufweisen. Die Konsequenz ist eine  Schwangerschaftskomplikation, eine geringere Schwangerschaftsrate oder eben auch eine Fehlgeburt (Abort).

Altersbedingt nimmt auch die Zahl der sogenannten Schwangerschaftsvergiftungen (Präeklampsie) zu, ohne dass es hierzu genaue Zahlen gibt. Insgesamt sind die Risikoschwangerschaften doch eher selten. Unsere Klinik betreut Risikoschwangerschaften in allen Phasen. Es gibt immer bessere Überwachungsmöglichkeiten, die beispielsweise die Funktion des Mutterkuchens überprüfen und bei einer möglichen Fehlgeburt (zum Beispiel bei Schwangerschaftsdiabetes oder hohem Blutdruck oder Präeklampsie) rechtzeitig Alarm schlägt .

 


WAS IST EINE SCHWANGERSCHAFTSVERGIFTUNG (GESTOSE)?

Diese tritt insbesondere in den letzten drei Monaten während der Schwangerschaft ein. Vor allem sind sehr junge Frauen, Übergewichtige, Spätgebärende (ab 35 Jahre) oder Frauen mit Nierenleiden und Diabetes besonders häufig betroffen. Die Ursache ist bis heute nicht geklärt. Eine mögliche Stoffwechselstörung wird vermutet. Sie zeigt sich zunächst durch Übelkeit, Migräne und Wassereinlagerung in den Beinen und Händen. Der Blutdruck steigt, es können vermehrt Schmerzen im Oberbauch auftauchen und Eiweiß wird mit dem Urin ausgeschieden. Die Symptome können allerdings unterschiedlich sein. Diese Phase ist lebensbedrohlich für das Ungeborene und man sollte bei Verdacht sofort einen Arzt aufsuchen.


 

Sie sind Pionier auf diesem Gebiet – was versteht man unter In-vitro-Fertilisation (IVF)?

Prof. Sterzik: Bei diesem Verfahren werden die Eierstöcke zur Produktion mehrerer Eizellen hormonell angeregt. Anschließend erfolgt eine kurze Narkose, um die Eizelle aus dem Mutterleib zu entnehmen. In einem sogenannten Inkubator werden diese Eizellen zusammen mit den entsprechenden Samen zusammengeführt und aufbereitet. Dabei können wir präzise beobachten, ob eine Befruchtung (Zellteilung) stattgefunden hat. Nach 2-5 Tagen werden die erfolgreich befruchteten Zellen zurück in die Gebärmutter gesetzt – Schmerzen treten dabei nicht auf. Es kann höchstens eine Überreaktion der Eierstöcke geben oder eine Nachblutung, in seltenen Fällen eine Infektion.  

Man hört immer wieder, dass diese Behandlung zu einer Mehrlingsschwangerschaft führen kann. Ist die Rate hoch?

Prof. Sterzik: Die Mehrlingsschwangerschaft ist eine Komplikation unserer Tätigkeit. Man braucht für die Stimulation mehrere Eibläschen, weil man nicht aus jedem Eibläschen eine Eizelle erhält. Außerdem liegen die Erfolge bei unter 20 % pro Versuch. Das heißt, man versucht es in der Regel dann mit zwei oder sogar drei Embryonen, um die Schwangerschaftsrate zu erhöhen und nimmt dafür das Risiko in Kauf, Mehrlinge zu gebären. Die Raten der Mehrlingsschwangerschaften werden im Deutschen IVF-Register (DIR) veröffentlicht. Gerne können Sie sich dabei an uns werden, wir helfen Ihnen dabei, die Zahlen zu interpretieren.

Sie machten kürzlich Schlagzeilen mit dem Thema/ der Entdeckung von “Vibrationskulturen”, d.h. regelmäßige Bewegung der Embryonen steigert den Erfolg einer Befruchtung. Mögen Sie uns das näher erklären?

Prof. Sterzik: Erste Studien unserer Praxisklinik Frauenstraße in Kooperation mit der Universität Ulm haben wir bereits vor 7 Jahren vorgenommen. Die Ergebnisse sind beachtenswert: In diesem Versuch haben wir während der künstlichen Befruchtung die entnommenen Zellen nicht einfach in die Schale gelegt und fixiert, sondern hin und her bewegt. Diese sog. “Vibrationskultur” brachte bessere Erfolge hervor als die statische, bewegungslose Kultur. Damit konnte die Zahl der erfolgreichen Geburten von 28 % auf 37 % gesteigert werden.   

„Vitamine“ werden da wohl nicht zusätzlich geholfen haben? Immer wieder liest und hört man, dass Vitamine während der Schwangerschaft als besonders wichtig erachtet werden. Wie ist Ihre Meinung dazu?

Prof. Sterzik: Vitamine in der Schwangerschaft spielen an sich keine Rolle. In Mitteleuropa gibt es so gut wie keine Vitaminunterversorgung. Es wird allerdings empfohlen, in der Schwangerschaft – unabhängig von der Schilddrüsenuntersuchung – etwa 150 – 250 μg vom Mineralstoff Jod und das B-Vitamin Folsäure in einer Dosierung von 400 – 800 μg einzunehmen. Dies dient dazu, einer Schilddrüsenunterfunktion beim Kind vorzubeugen und vermindert die Zahl sogenannter Verschluss-Störungen der Wirbelsäule (Neuralrohrdefekte). Diese Behandlung wird bereits vor der Schwangerschaft begonnen.

Vitamin D oder sonstige Vitamine bringen erwiesenermaßen keinen Vorteil für Schwangere. Ein großer Markt propagiert hier immer wieder Pseudovorteile. Gerade die zusätzliche Einnahme von Vitamin A und Vitamin E zeigen keinerlei Wirkung auf die tatsächliche Gesundheit des Kindes .

Eine aktuelle Studie zu Vitaminen und Nahrungsergänzungsmittel können Sie bei Stifung Warentest nachlesen. 


Wollen Sie mehr über den Facharzt Professor Sterzik und sein Spezialgebiet erfahren oder direkt Kontakt zur Klinik aufnehmen ? Dann besuchen Sie Leading Medicine Guide.

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