Nicht von der Stange – Dr. Waldemar Komorek über das maßgeschneiderte Kniegelenk

Im Spital Einsiedeln in der Schweiz werden seit Anfang 2017 Knieprothesen aus dem 3-D Drucker eingesetzt. Dr. Waldemar Komorek, Facharzt für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie, setzt die individuell und maßgeschneiderten Gelenkprothesen ein, die von dem 2004 gegründeten medizintechnischen Unternehmen ConforMIS Europe GmbH entworfen und hergestellt werden.

Es ist faszinierend, was Dr. Waldemar Komorek und sein Team innerhalb der orthopädischen Chirurgie leistet. Individualisierte Knieimplantate, die eine  100%ige Passgenauigkeit haben, werden Patienten eingesetzt, die im auf eine Knieendoprothese zurückgreifen müssen. Hier kommt nichts von „der Stange“. Dank dreidimensionaler Bilddaten , welche mit einem CT erstellt werden, kann eine anatomische Rekonstruktion der Gelenkflächen erstellt werden. Das erklärte Ziel ist es, die Biomechanik des Kniegelenkes wiederherzustellen, damit es sich natürlich anfühlt und wieder schmerzfrei beweglich ist.

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Exkurs in die Anatomie des Knies

Um das genau zu verstehen, ist ein kleiner Exkurs in die Anatomie des Knies notwendig. Dieses besteht als größtes Gelenk des menschlichen Körpers im Prinzip aus drei Teilbereichen: der Innenseite, der Außenseite und dem Bereich, der zwischen Kniescheibe und Oberschenkel das Gelenkteil ausmacht. Es verbinden sich im Knie der Oberschenkelknochen (Femur), die Kniescheibe (Patella) und das Schienbein (Tibia). Zusammen mit einem komplexen System aus Knorpeln, Muskeln, Sehnen und Bändern, die für die nötige Stabilität sorgen, ergibt das Zusammenspiel ein Dreh-Scharnier-Gelenk. Logischerweise ist jedes Kniegelenk somit verschieden.

Standardprothesen können die individuelle Anatomie und damit auch die Biomechanik nicht gut wiederherstellen. Bei Standardprothesen wird das Kniegelenk der Prothese angepasst und nicht umgekehrt, das ist der große Unterschied von Stnadardprothesen und individualisierten Knieprothesen nach Mass. Sicherlich können nach wie vor Standardprothesen eingesetzt werden und in den meisten Fällen ist die Funktionen ausreichend gut, doch hat sich gezeigt, dass ca. jeder fünfte Patient – bei jüngeren Patienten sogar jeder dritte – Schwierigkeiten nach dem Einsatz einer Knieendoprothese im Knie hat und nicht zufrieden ist.

Anatomische Individualmerkmale werden berücksichtigt

Dr. Komorek sieht den klaren Vorteil der individualisierten Knieimplantate vor allem darin, dass diese eine optimale Oberflächengeometrie des einzelnen Kniegelenks wiedergeben. Denn nur so können die unterschiedlichen Formen und Größen der einzelnen Femurkondylen, der Winkel der Kondylenrollen und des Tibiakopfes berücksichtigt werden. Es kann ein  Ersatz eines Teilgelenkes oder eines kompletten Gelenkes individuell erfolgen.

Eine Standardprothese geht im Vergleich dazu nicht auf anatomische Morphologien ein. Es ist sozusagen statisch und kann mit Asymmetrien, die aber nun einmal in jedem menschlichen Körper vorhanden sind, nicht umgehen. So hat sich gezeigt, dass ca. 50 % der Patienten mit einer Standardprothese ein Jahr nach der Knieoperation über Restschmerzen klagen. Die Gründe können vielfältig sein wie z.B eine Fehlrotation der Prothesenkomponenten, eine nicht optimale Abdeckung der Gelenkflächen durch eine zu große oder zu kleine Prothese, eine veränderter Winkel im Schienbeinkopf  usw. Einige dieser Ursachen, welche für ein schlechtes Operationsergebnis verantwortlich sind, können durch die individuelle Anpassung einer Knieprothese sicherlich vermieden werden.

Einen weiteren Vorteil der Operationstechnik mit maßgeschneiderten Implantaten sieht Dr. Komorek in der Verwendung von Einwegschablonen in der Kombination mit der individualisierten Knieprothese, welche alle als Einweginstrumente steril verpackt geliefert werden. Man benötigt deutlich weniger Operationsintrumente und man spart Sterilisationskosten und auch Zeit. 

Bei vielen Standartprothesen ist es auch möglich, die Prothesen mit vornavigierten Schablonen  einzusetzen, nur bietet das keinen wesentlichen Vorteil für den Patienten.  Die eingebaute Knieprothese ist in dem Fall nicht individuell angepasst, sondern eine Massenanfertigung, was eben bereits genannte Nachteile mit sich bringt.

Eine natürliche Beweglichkeit kann schnell erreicht werden

Für den Patienten, der sich für individualisierte Knieimplantate entscheidet, die unter derselben Leistungsnummer der Gebührenordnung abgerechnet werden wie handelsübliche Implantate, ergeben sich viele positive Faktoren.

Die Wahrscheinlichkeit einer möglichen Bluttransfusion ist 4-6 Mal geringer als mit einer Standardprothese und eine natürliche Beweglichkeit ist dabei sehr viel schneller und zuverlässiger wieder vorhanden. Die Biomechanik ist nachweislich besser wiederhergestellt, die Operation kann knochensparender erfolgen und die Revisionsrate ist um das 4- fache geringer gegenüber den Standardprothesen. 

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WK100SO, LMG19

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