„Und plötzlich knallte es im Kopf!“ – Patient schildert seine Erfahrung mit Aneurysma und die Behandlung bei Prof. Kockro

Normalerweise bekomme ich ca. ein- bis zweimal einen Migräneanfall pro Jahr. Zu diesem Zeitpunkt, als ich diesen heftigen Migräneanfall bekam, war ich gerade 50 Jahre alt, selbstständig tätig, hatte sehr hohen Stress und arbeitete leider viel zu oft vor dem Computer und sehr häufig von früh bis spät in die Nacht.

Eines Tages knallte es

Normalerweise kündigte sich die Migräne bei mir immer schon frühzeitig an. Man fühlt sich matt, müde oder hat eine Art Druck im Kopf. Aber dieses Mal wusste ich, dass etwas nicht stimmt! Es knallte im wahrsten Sinne des Wortes in meinem Kopf. Plötzlich überkamen mich Schmerzen, die ich zuvor noch nie erlebt hatte. Ich wusste nur – jetzt muss ich schnell handeln.

Der erste Arzt entdeckte nichts

Zunächst konnte die Hausärztin nichts feststellen, obwohl die Schmerzen unerträglich wurden. Zur Sicherheit wurde ich zur MRT-Untersuchung (Magnetresonanztomographie, vereinfacht gesagt: einem „Kopfscan“) geschickt . Dort hieß es, es sei aller Wahrscheinlichkeit nur ein Migräneanfall, ich möge mir keine Sorgen machen. Allerdings habe man ebenfalls ein Aneurysma entdeckt und das sollte bei Gelegenheit einmal näher untersucht werden.

Erleichtert, daß es sich wohl doch nur um einen Migräneanfall (wenn auch um einen ungewöhnlich starken) handelte, dämmerte es mir plötzlich auf dem Weg nach Hause: ANEURYSMA?!? Da habe ich doch tatsächlich mal eine Dokumentation über Aneurysma gesehen. Ich erinnerte mich vage! Dabei handelt es sich doch um eine lebensgefährliche Aussackung eines Blutgefäßes, die entweder im Kopf oder in der Bauchregion sitzt. Reißt diese ein, verblutet man quasi innerlich. Plötzlich schlotterten mir die Knie: War die gefühlte kleine Explosion im Kopf vielleicht ein solcher schwerwiegender Gefäßriss?

In Zürich – der Stadt, in der ich aktuell lebe und arbeite – kenne ich zufällig einen Facharzt, der sich genau damit auskennt. Prof. Dr. Ralf Kockro von der Züricher Klinik Hirslanden ist erfahrener und international bekannter Experte für Neurochirurgie. Ihn konnte ich fragen, er würde mir sofort eine Antwort geben können.


Was versteht man unter Aneurysma?

Der Begriff Aneurysma leitet sich aus dem altgriechischen Wort „aneúrysma“ ab, was übersetzt „Erweiterung“ bedeutet. Grundsätzlich können alle Blutgefäße von einer solchen Erweiterung betroffen sein. Häufig findet man eine derartige Gefäßerweiterung entlang der Arterien. Arterien sind diejenigen Blutgefäße, die das mit Sauerstoff angereicherte Blut vom Herzen weg zu den Organen, Muskeln und Geweben transportieren. Aus diesem Grund bezeichnet man ein Aneurysma auch als Arterienerweiterung oder arterielle Aussackung.


Quelle: Leading Medicine Guide

Unter strenger Beobachtung

Von da an ging alles schnell: Ein Anruf genügte und Prof. Dr. Kockro riet mir, ich möge sofort in die Hirslanden-Klinik kommen und mich dort als Notfall selbst einweisen, er werde alles vorbereiten. Eine halbe Stunde später konnte die Untersuchungen bereits beginnen. Ich hatte Glück im Unglück: in den meisten Fällen bleibt ein Aneurysma so lange unbemerkt, bis etwas passiert, d.h. es platzt. Es zeigt sich dann häufig durch plötzlich aufkommende starke Schmerzen, manchmal auch durch Übelkeit, Benommenheit oder gar Bewusstlosigkeit. Ein Aneurysma in der Bauchregion kann auch zu Schluckbeschwerden, Husten oder Atemnot führen. Um festzustellen, ob es zu einer Blutung im Gehirn gekommen ist, müsse man also Flüssigkeit am Rückenmark entnehmen. Allerdings hatte ich aufgrund meiner starken Kopfschmerzen schmerzlindernde und damit blutverflüssigende Medikamente eingenommen, so dass man bei mir keine sofortige Untersuchung durchführen konnte. Ich sollte demnach über Nacht und unter strenger Beobachtung in der Klinik bleiben. Für mich waren es gefühlt die schlimmsten 24 Stunden meines Lebens!

Eine Vorbereitung, die mein Leben grundauf veränderte

Am nächsten Morgen bestätigte sich der Verdacht. Zwar ist (noch) nichts eingerissen – damit konnten wir etwas Zeit gewinnen – dennoch war eine Operation des betroffenen Blutgefäßes in meinem Kopf unabdingbar. Prof. Dr. Kockro nahm sich anschließend viel Zeit, mir den Sachverhalt bis ins kleinste Detail zu erklären und mich hervorragend auf die anstehende Operation am Gehirn vorzubereiten. Immerhin dauerte diese Vorbereitung ein ganzes halbes Jahr – in dem mir im wahrsten Sinne des Wortes so einiges durch den Kopf ging und welches mich, wie Sie sich denken können, von Grund auf veränderte!

Mit intra-operative Angiologie erfolgreich behandeln

Die Neurochirurgie ist heute sehr weit fortgeschritten, was die Behandlung innerer Gefäße angeht. Dank der sogenannten intra-operativen Angiologie können Aneurysmen erfolgreich behandelt werden. Dabei können Gefäßmalformationen entfernt und  durch das Anbringen eines Clips am Blutgefäß sicher verschlossen werden. Auch bei mir sollte ein solcher Clip eingesetzt werden.

Das Aneurysma lag in meinem Fall an der vorderen Arterie, die das Gehirn mit Blut versorgt und sich somit mitten im Kopf, unterhalb des Gehirns befand.

Der Zugang und der sogenannte chirurgische Korridor zum erkrankten Gefäß erfolgte interessanterweise über meine Augenbraue. Mit feinsten mikrochirurgischen Instrumenten hinterlässt man an dieser Stelle die kleinste Narbe und hat somit einen direkten Weg über die Hirnwasserräume zur entsprechenden Schwachstelle. Dafür musste mir jedoch ein ca. 2,5 cm großes Loch in die Schädeldecke direkt hinter der Augenbraue gebohrt werden.

Es gibt noch weitere Möglichkeiten, sich einen Weg zum Aneurysma zu bahnen

Um zum Aneurysma zu gelangen, kann man beispielsweise die Schädeldecke öffnen, die Gehirnmasse anheben und das Nasenloch oder die Leiste als Kanal nutzen. Prof. Dr. Kockro erklärte mir jeden einzelnen Schritt, den er in meinem Fall vornehmen würde. Ich war froh, dass wir hierfür die Augenbraue wählten. Und bevor ein solcher Eingriff überhaupt stattfindet, werden sämtliche 3D-Aufnahmen gemacht, die OP durch hochmoderne robotergestützte Technologie simuliert und schließlich im interdisziplinären Expertenteam besprochen.

Einen halben Tag lang dauerte die Operation am beschädigten Gefäß in meinem Kopf schließlich – mit einem sehr guten Ergebnis, wie ich finde. Unmittelbar nach der Operation konnte ich wieder alles wahrnehmen, mich an alles erinnern, sprechen und vollständig auf meine Umwelt reagieren. Eine Woche nach dem Eingriff habe ich die Klinik schon wieder verlassen können. Es folgten zwei Wochen strenge Schonung, danach durfte ich mich Woche für Woche immer mehr in das normale Leben unter leichter Belastung integrieren. Nach etwa sechs Wochen war ich glücklicherweise wieder „voll da“!

Ein Jahr danach

Meine Angst damals direkt nach der Diagnose bis zur OP nahm mir Prof. Dr. Kockro und sein Team an der Hirslanden Klinik Zürich durch die äußerst professionelle Vorbereitung – aber auch danach – durch die fürsorgliche Nachbetreuung. Dafür, dass der Eingriff gerade mal ein Jahr zurückliegt, geht es mir gesundheitlich sehr gut. Ich nehme aktiv und ohne Einschränkungen am Leben teil und bin dankbarer als je zuvor.

Die lange Zeit des Nachdenkens hat mich mehrere Entschlüsse zur Änderung meines Lebens – der Gesundheit zuliebe – fassen lassen, die ich derzeit Schritt für Schritt umzusetze. Dadurch hat sich auch mein Lebensstil zum besseren gewendet. Im Zuge dessen habe ich beispielsweise meine selbstständige Tätigkeit gegen einen Job in Anstellung getauscht. Zudem lasse mich heute auch nicht mehr so schnell stressen. Für mich zählt jeder einzelne Augenblick!

Symptome behoben – was war die Ursache?

Bei Erforschung der Ursache kamen natürlich all die Dinge zu Tage und zur Sprache, die viele von uns betreffen, aber keiner gerne hören möchte: Stress, ungesunde Lebensführung, Bluthochdruck, Übergewicht, Bewegungsmangel – auch mein Leben war häufig bestimmt davon. Mit Sicherheit lässt sich wohl sagen, dass die Hauptursache für ein Aneurysma Bluthochdruck ist und alle Aktivitäten, die Bluthochdruck fördern/verursachen, wie zum Beispiel das Rauchen.

Seither arbeite ich (noch immer) daran, eine gesunde Lebensweise zu kultivieren. Seither fühle ich mich besser als je zuvor.

Mein gesundheitlicher Rat an (potentiell) Betroffene

Es gibt zwei Ratschläge, die ich daraus ableiten möchte:

  1. Die so häufig propagierte „gesunde Lebensweise“ (physisch wie psychisch) ist tatsächlich das beste Mittel, nicht krank zu werden. Nehmen Sie diese wirklich ernst.
  2. Und: die Anzahl an Menschen mit einem bereits vorhandenen Aneurysma ist, wie ich gelernt habe, sehr hoch: Viele Menschen können ein Aneurysma bereits in sich tragen. Die meisten bleiben unentdeckt – bis sie platzen, dann ist es aber oft zu spät. Eine Vorsorgeuntersuchung ist aus meiner Sicht unbedingt empfehlenswert und – das ist noch viel wichtiger – wird ein Aneurysma festgestellt, kann man etwas dagegen unternehmen!

Mein Dank

Ich habe noch nie so viel Angst verspürt, wie in der Zeit zwischen Entdeckung und tatsächlicher Operation des Aneurysmas. Und ich bin rückblickend immer noch erstaunt, wie ich so gut durch diesen Prozess begleitet und wie diese aufwendige Operation so reibungslos durchgeführt wurde.

Der hochprofessionellen Arbeit von Prof. Dr. Ralf Kockro und der des Hirslanden-Teams möchte ich hiermit mein höchstes Lob aussprechen und mich für mein zweites Leben bedanken!

 

 


Die Hirslanden Klinikgruppe gehört mit ihren international anerkannten Spezialisten und insgesamt fast 9.000 Mitarbeitern zu den führenden Privatkliniken in der Schweiz. Sie steht für erstklassige medizinische Qualität und Versorgung. Die erste von 16 Klinken wurde bereits 1932 in Zürich eröffnet.

Prof. Dr. Kockro ist seit 2012 leitender Arzt der Neurochirurgie an der Zyricher Hirlanden Klinik. Zuvor war er am Universitätsklinikum Heidelberg, an der Universität in San Francisco, in Princeton (USA), in Singapur, London und Mainz tätig. Erst kürzlich wurde er mit dem AANS Cerebrovascular Award der amerikanischen Fachgesellschaft für Neurochirurgie ausgezeichnet.

Der medizinische Fachexperte ist neben der Behandlung von Aneurysma ebenfalls spezialisiert auf Hirntumorerkrankungen, Schädel-Hirn-Traumata, Spinalkanalstenose, Trigeminusneuralgie und Hypophysenadenom (darunter versteht man einen gutartigen Tumor am Hypophysenvorderlappen).


Wollen Sie mehr erfahren oder direkt Kontakt zu Prof. Dr. Kockro aufnehmen? Dann besuchen Sie das Expertenportal Leading Medicine Guide.

 

 

Bildquelle: © sudok1, © okrasyuk, © Henrie, © Aaron Amat – fotolia.com

RK114GT LMG19

Ähnliche Beiträge

Bitte hinterlassen Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.