Wenn man jung an Krebs erkrankt – Gedanken zum Kinderkrebstag

Krebs ist weltweit die Todesursache Nummer eins. 9,6 Millionen Menschen sterben jedes Jahr an Krebs. Kinder sind vor der Erkrankung nicht gefeit. Jährlich erkranken gut 250.000 Kinder weltweit an Krebs. In Deutschland sind es jährlich ca. 2000 junge Patienten. Der internationale Kinderkrebstag am 15. Februar erinnert jedes Jahr an die lebensbedrohliche Erkrankung bei den Jüngsten und möchte ein breites Publikum darauf aufmerksam machen.

Im Jahr 2003 wurde der Internationale Krebstag von der Organisation Childhood Cancer International (CCI) ins Leben gerufen. Der Tag soll auch Mut machen und den Betroffenen Hoffnung schenken. Denn die Forschung macht große Fortschritte. Vier von fünf kleinen Patienten können heutzutage auf eine komplette Genesung hoffen. Die Deutsche Krebshilfe engagiert sich seit mehr als 40 Jahren in der Bekämpfung von Krebs und fördert Therapieoptimierungsstudien innerhalb der angeschlossenen Stiftung Kinderkrebshilfe.

 

Leukämie ist die häufigste Krebserkrankung bei Kindern

Wenn Kinder an Krebs erkranken, steht man als Elternteil zunächst ohnmächtig daneben. Die Welt bricht zusammen, und man fragt sich, warum so ein junges Leben so früh bedroht werden muss. Die typischen Kinderkrebserkrankungen sind Leukämien, Gehirntumore, Neuroblastome oder Lymphdrüsenkrebs. Die häufigsten Krebserkrankungen der Erwachsenen, Brust-, Darm- oder Lungenkrebs, sind bei Kindern eher selten anzutreffen.

Leukämie entsteht im Knochenmark, das weiße Blutkörperchen völlig unkontrolliert herstellt. Dadurch werden die gesunden Blutkörper verdrängt und damit das Immunsystem des Kindes geschwächt. Sauerstoff wird nicht mehr richtig im Blut transportiert, und auch die Blutgerinnung ist gestört. Eltern können bei der Erkrankung des Kindes Symptome wie auffällige Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, häufige Infektionen und Schwellungen der Lymphknoten feststellen. Es muss dann umgehend ein Facharzt für Kinderonkologie oder Pädiatrie aufgesucht werden.

Warum bereits Kinder an Krebs erkranken, ist noch nicht genau erforscht. Meist liegt eine genetische Fehlbildung zugrunde, die sich oft schon im Mutterleib gebildet hat. Was dann einen Ausbruch der Erkrankung letztlich verursacht, ist noch immer unklar.

 

Die Überlebenschance liegt bei ca. 70 %

Das Gefährliche bei der Krebserkrankung bei Kindern ist das schnelle Zellwachstum. Tumorzellen vervielfachen sich in hoher Geschwindigkeit, während sich bei einem älteren Erwachsenen die Zellteilung nur noch langsam vollzieht. Noch vor 50 Jahren bedeutete die Diagnose „Krebs“ für Kinder meist das Todesurteil. Heute liegt die Überlebenschance von erkrankten Kindern dank des medizinischen Fortschritts bei gut 70 %. In Entwicklungsländern ist die Erfolgsquote aufgrund der schlechteren medizinischen Bedingungen natürlich nicht so hoch.

Wenn ein Kind an Krebs erkrankt, ist die Belastung groß. Die gesamte Familie ist betroffen, und der Alltag wird auf den Kopf gestellt. Während der Behandlungszeit und Therapie brauchen erkrankte Kinder besonders viel Aufmerksamkeit und Liebe. Die Therapie ist anstrengend für ein Kind und kann auch schmerzhaft sein. Es muss ein geeignetes Behandlungsverfahren gefunden werden. Dies kann eine Operation sein, verbunden mit einer Strahlen- oder Chemotherapie oder eine Stammzellentransplantation. Im Zweifelsfall werden vom Kinderonkologen Opiate wie Morphin verabreicht, um eine Schmerzlinderung herbeizuführen. Auch Atemtechniken und Entspannungsübungen mit Musik und die Anwesenheit vertrauter Menschen helfen dem Kind, diese schwierige Phase durchzustehen.

 

Es ist wichtig, dass ein Stück Normalität in den Tag zurückkehrt.

Wenn eine Therapie erfolgreich überstanden ist, wird von Kinderonkologen meist eine Rehabilitationsmaßnahme empfohlen, die für die Heilung der Seele des Kindes wichtig ist. Ängste müssen genommen und verarbeitet, Lebenslust und Optimismus wiederhergestellt werden. Aufenthalte in speziellen Feriencamps, Sport-, Kunst- oder Musikeinrichtungen können dazu beitragen, dass das Kind einen Weg zurück ins normale Leben findet. Natürlich müssen auch medizinische Nachsorgeuntersuchungen erfolgen, meist über einen Zeitraum von fünf Jahren, um sicher zu gehen, dass der Krebs auch tatsächlich geheilt ist.

Die Kinderkrebsforschung muss intensiv weiter vorangetrieben werden, um kindliche Tumorarten noch besser zu verstehen und behandeln zu können, damit auch den Kindern geholfen werden kann für die es bislang noch keine passende Behandlungsmethode gibt. Lobbyarbeit leistet hierbei der Kinderkrebstag am 15. Februar. Viele Kliniken und medizinische Zentren informieren im Rahmen von Gesprächsrunden und Ausstellungen rund um die wichtige Thematik.

Das KiTZ (Kinder Tumorzentrum) in Heidelberg präsentiert anlässlich des Kinderkrebstages eine Fotoausstellung mit Bildern von Maria Proksch-Park.

15. Februar – 31. März 2019

Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg / Im Neuenheimer Feld 460, 69120 Heidelberg / unter: www.nct-heidelberg.de

Das „Hopp-Kindertumorzentrum am NCT Heidelberg“ (KiTZ) ist eine gemeinsame Einrichtung des Universitätsklinikums Heidelberg und des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ).

 

Sie suchen noch einen Facharzt, der sich auf Kinderonkologie / Kebserkrankungen bei Kindern spezialisiert hat? Dann besuchen Sie Leading Medicine Guide. Hier erfahren Sie auch weitere Informationen zur Krankheit.

LMG19

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