Wieso eine Schamlippenreduktion manchmal hilft

Die Geburt meines zweiten Kindes war äußerst schwierig. Erst lag ich stundenlang in den Wehen und dann musste meine Tochter letztlich mit einer Geburtszange geholt werden. Bei dieser Behandlung sind bei mir Damm und Schamlippen eingerissen. Seitdem sind meine inneren Schamlippen asymmetrisch und nicht mehr von den äußeren Schamlippen bedeckt. Bitte entschuldigen Sie, dass ich so mit der Tür ins Haus falle. Noch immer ist es so, dass man “nicht darüber spricht”. Ein Tabuthema. Aber nicht nur ich leide sehr darunter. 

Früher war ich beispielsweise regelmäßig mountainbiken, aber das habe ich inzwischen aufgegeben – am Fahrradsattel habe ich mich wundgescheuert und in den engen Radshorts habe ich mich auch nicht mehr wohlgefühlt. 

Zunächst wusste ich nicht, wer mir überhaupt hierbei helfen kann. Schönheitsoperationen kamen für mich eigentlich nie in Frage. Grundsätzlich fühle ich mich nämlich wohl in meiner Haut und bin der Meinung, dass wir lernen müssen, uns so anzunehmen wie wir sind. Ich habe ehrlich gesagt gar nicht daran gedacht, dass es eine Option wäre, mich im Intimbereich operieren zu lassen. Aber dann bin ich dank eines Artikels auf Dr. med. Colette Carmen Camenisch gestoßen. Dr. Camenisch​ ist leitende Ärztin und Inhaberin der Clinic Beethovenstrasse AG in Zürich. Sie ist seit 2012 Fachärztin für plastische, rekonstruktive und ästhetische Chirurgie und ist führend auf dem Gebiet der Brustchirurgie, aber auch der Intimchirurgie und der ästhetisch-chirurgischen Gesichtsverjüngung. In einem Interview hat sie über das Thema Schamlippenreduktion gesprochen und wann eine Verkleinerung der inneren Schamlippen Frauen helfen kann. 

Welche Frauen fühlen sich von ihren inneren Schamlippen eingeschränkt?

Dr. Camenisch erzählt, dass viele ihrer Patientinnen, und zwar sowohl junge Frauen als auch Frauen im mittleren Alter, unzufrieden sind mit ihren Schamlippen. Sie empfinden ihre Schamlippen als zu groß, zu dick oder zu lang. Dadurch fühlen sie sich in ihrem Alltag eingeschränkt – beim Tragen enger Kleidung, beim Sport oder auch in ihrer Sexualität. Nicht wenige Frauen schämen sich ihrem Partner gegenüber und weisen ihn infolge zurück. Zum ersten Mal hatte ich das Gefühl, mit meinem Problem nicht allein zu sein. Denn asymmetrische Schamlippen sind bei weitem nicht nur ein ästhetisches Problem. Das verdeutlichen auch verschiedene retroperspektive amerikanische Studien in den Jahren zwischen 2008 und 2012, die nach den Gründen für eine Operation der inneren Schamlippen gefragt haben: 14 – 40 % Prozent der Frauen gaben reine ästhetische Gründe an, wobei 30 – 80 % kombiniert funktional-ästhetische Gründe nannten. 

Wie kommt es überhaupt zu großen Schamlippen?

Missbildungen (sog. kongenitale Varianten von zu großen oder asymmetrischen inneren Schamlippen) können angeboren sein. Auch eine Geburt kann Grund für eine Veränderung sein, wenn die Schamlippen infolge, wie es auch bei mir der Fall war, verletzt werden. Aber bei nicht wenigen Frauen verändern sich die Schamlippen auch im Alter, wie Dr. Camenisch im Interview ausführte. Je älter die Patientin wird, desto größer werden die inneren und desto kleiner die äußeren Schamlippen. Schwangerschaften, Hormonkuren und Gewichtszunahme ändern die Anatomie und die Volumenverteilung ebenfalls. Natürlich gibt es auch genetische und kulturelle Unterschiede bei Pigmentierung und Größe der Schamlippen. Mechanisch störend sind die inneren Schamlippen dann, wenn sie sich nicht mehr von den äußeren Labien decken lassen. Das führt zu Austrocknung und kann Schmerzen verursachen. Wenn die inneren Schamlippen mechanisch störend sind, eben weil sie zu groß, asymmetrisch oder ungewöhnlich dick sind, werden sie manchmal zu einem medizinischen Problem. 

Wie läuft die Operation ab?

Eine Operation, so Dr. Camenisch, die zur Reduktion oder Rekonstruktion der Schamlippen führt, wird Labioplastik (synonym: Labioplastie, Schamlippenplastik, Schamlippenkorrektur) genannt. Die am weitesten verbreitete Form der Labioplastik ist die Schamlippenverkleinerung. Da jeder Fall individuell ist, wird vor jeder Operation mit der Patientin besprochen, wie die Schamlippen verkleinert werden. Unter sterilen Bedingungen wird der Gewebe-Überschuss der kleinen Schamlippen operativ entfernt. Die Naht wird mit selbstauflösenden Fäden versorgt. Eine Entfernung des Nahtmaterials ist deshalb meistens gar nicht notwendig. Neben einer eingehenden Aufklärung, Bildbesprechung der Operation und körperlichen Untersuchung braucht es manchmal auch eine gynäkologische Abklärung. 

Was ist nach der Operation zu beachten?

Dr. Camenisch klärt sorgfältig über mögliche Nebenwirkungen und Komplikationen auf, wie etwa Wundheilungsstörungen, Nachblutungen und Schwellungen. Sehr selten sind auch lang andauernde Beschwerden wie Missempfindungen und Taubheitsgefühl möglich. Der Eingriff selbst ist allerdings relativ klein. Bis zur vollständigen Abheilung und Abschwellung vergehen dann ca. 3 – 4 Wochen und die Arbeitsunfähigkeit kann bis zu  4 Tage betragen. Außerdem sollte man während der Abheilungszeit auf jeglichen Sport verzichten. Auch Geschlechtsverkehr ist in der Zeit nicht erlaubt. 

Ich freue mich jedenfalls schon sehr, wieder auf mein Mountainbike zu steigen. Diese Gewissheit gibt mir ein ganzes Stück Lebensqualität zurück. 


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Hier gelangen Sie direkt zur Homepage von Frau Dr. Camenisch und hier finden Sie weitere Informationen zum Thema Brust-OP

 

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