Filzläuse - Arzt finden und Informationen

13.02.2024
Leading Medicine Guide Redaktion
Autor des Fachartikels
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Filzläuse (Schamläuse) sind kleine Parasiten, die sich in den Schamhaaren, Bauch-, Brust- und Achselbehaarung des Menschen einnisten. Dort ernähren sich die Filzläuse vom Blut des Menschen und legen pro Tag bis zu drei Eier.

Im Folgenden finden Sie weitere Informationen zu Filzläusen sowie ausgewählte Ärzte für die Behandlung von Läusen in den Schamhaaren.

ICD-Codes für diese Krankheit: B85.3

Artikelübersicht

Die Bisse der Filzläuse verursachen kleine blaue Flecken, Hautveränderungen, Rötungen und einen starken Juckreiz. Der Befall mit Filzläusen heißt auch Pediculosis pubis. Filzläuse kommen weltweit vor und befallen ausschließlich Menschen, meist Erwachsene.

Filzläuse können ohne einen Wirt nicht länger als 24 Stunden überleben und übertragen anders als Kopf- oder Kleiderläuse keine Krankheiten.

Die Übertragung von Filzläusen erfolgt hauptsächlich durch engen Körperkontakt, insbesondere beim Geschlechtsverkehr. Der Befall mit Filzläusen gehört deshalb zu den sexuell übertragbaren Erkrankungen (STD: sexually transmitted diseases). Eine Meldepflicht für Filzläuse besteht in Deutschland nicht.

Was sind Filzläuse?

Filzläuse heißen in der Fachsprache Phthirus pubis. Sie sind 1 bis 2 Millimeter große Parasiten mit einem rundlichen, grau-weißen Körper und sechs Beinen. Filzläuse ernähren sich vom Blut des Menschen und nehmen eine rostrote Farbe an, wenn sie Blut aufgenommen haben.

Mit kräftigen Halteklauen, die sich an den Beinenden befinden, halten sich die Filzläuse an den Haaren des Betroffenen fest. Filzläuse haben eine Lebenserwartung von etwa drei Wochen.

Nahaufnahme einer FilzlausFilzläuse befallen nicht die Kopfhaare @ Warren Rosenberg /AdobeStock

In dieser Zeit legen die befruchteten Weibchen täglich bis zu drei Eier. Die Nissen bleiben wegen des speziellen Sekrets an den Haarschäften des Schamhaars kleben. Aus denen entstehen innerhalb von drei bis vier Wochen neue, geschlechtsreife Filzläuse.

Übertragen werden Filzläuse hauptsächlich bei engem Körperkontakt, vor allem beim Geschlechtsverkehr. In seltenen Fällen kann die Übertragung auch erfolgen, wenn sich Menschen die Bettwäsche, Matratzen, Handtücher oder Kleidung (Unterwäsche) teilen. Eine mangelnde Körperhygiene begünstigt die Übertragung der Filzläuse.

Symptome einer Filzläuse-Infektion

Filzläuse nisten bevorzugt in warmen und teils feuchten Körperregionen mit vielen Schweißdrüsen ein. Sie befallen daher hauptsächlich die Schamhaare im Genital- und Afterbereich.

Doch auch in anderen behaarten Körperregionen fühlen sie sich gelegentlich wohl. Hierzu gehören unter anderem der Bauch, die Brust, die Achseln und die Oberschenkel. Hin und wieder sind die Filzläuse an den Augenbrauen, in den Wimpern oder im Bart zu finden.

Meist vergehen nach der Ansteckung drei bis sechs Tage, ehe sich die Filzläuse durch einen starken Juckreiz bemerkbar machen. Allerdings kann es auch vorkommen, dass zunächst keine auffallenden Symptome auftreten. Daher können Filzläuse hin und wieder lange Zeit unentdeckt und unbehandelt bleiben.

Der Befall mit Filzläusen äußert sich durch einen starken Juckreiz im Schambereich, der in der Nacht unerträglich ist. Ausgelöst wird dieser Juckreiz durch einen Wirkstoff, den die blutsaugenden Filzläuse beim Biss in die Haut aussondern.

Weitere Anzeichen für einen Befall mit Filzläusen sind:

  • Winzige, rostbraune Flecken in der Unterwäsche (Kot der Filzläuse)
  • Durch Nissen (Eier der Filzläuse) verklebte Schamhaare
  • Kleine blaue Flecken und ausschlagartige Hautveränderungen rund um die Bissstellen. Die Bissstellen können sich, bedingt durch massives Kratzen, entzünden.

Diagnose einer Filzläuse-Infektion

Bei Juckreiz im Intimbereich oder Verdacht sollten Sie einen Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten aufsuchen.

Dieser stellt die Diagnose recht schnell, da Filzläuse und deren Eier mit bloßem Auge oder einer Lupe erkennbar sind.

Im Zweifelsfall kann er die Filzläuse und die Eier auch unter dem Mikroskop vergrößern.

Therapie einer Filzläuse-Infektion

Zur Behandlung der Filzläuse kommen spezielle Shampoos, Cremes, Sprays, Lotionen oder Lösungen zum Einsatz. Diese enthalten die Wirkstoffe Pyrethrum oder Lindan. Der Patient sollte das Mittel auf die befallenen Hautstellen auftragen und mehrere Stunden einwirken lassen.

Ziel der Substanzen ist es, die Filzläuse und deren Eier abzutöten und eine Vermehrung zu verhindern. Die Behandlung muss der Patient nach einer Woche wiederholen, um frisch geschlüpfte Larven aus übrig gebliebenen Eiern zu beseitigen. 

Bei starker Körperbehaarung sollte der Patient auch den Bauch, das Gesäß und die Oberschenkel mit diesen Substanzen behandeln. Darüber hinaus kann eine Komplettrasur von Scham- und Achselbehaarung und Bart beim Mann sinnvoll sein.

Auf engen Körperkontakt und Geschlechtsverkehr sollte der Betroffene verzichten, bis die Behandlung der Filzläuse erfolgreich abgeschlossen ist. Darüber hinaus sollten sich die Familienmitglieder und Partner ebenfalls auf Filzläuse untersuchen und ggf. behandeln lassen. So ist eine erneute gegenseitige Ansteckung mit Filzläusen vermeidbar.

Um alle Filzläuse und Eier abzutöten, sollten Sie die Bettwäsche, Kleidung, Unterwäsche und Handtücher sorgfältig bei 60 Grad Celsius waschen. 

Filzläuse auf dem BettzeugFilzläuse auf dem Bettüberzug @ Joshua /AdobeStock

Alternativ können Sie die Textilien drei Tage bis mehrere Wochen in einer luftdicht verschlossenen Plastiktüte oder im Gefrierfach aufbewahren.

So sterben die Filzläuse nach höchstens 24 Stunden ab.

Filzläuse gehören zu den unkomplizierten Geschlechtskrankheiten, die schnell und ohne Komplikationen behandelbar sind.

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