Hinter der Bezeichnung Facharzt für Dermatologie und Venerologie verbergen sich Spezialisten für Haut- und Geschlechtskrankheiten. Auch wenn es verschiedene Felder sind, gehören sie zusammen: Die Venerologie (Lehre von sexuell übertragbaren Krankheiten) gilt nicht als eigenständiger Fachbereich der Medizin.
Haut- und Geschlechtserkrankungen als Facharztweiterbildung
Die Weiterbildung eines approbierten Mediziners zu einem Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten umfasst fünf Jahre.
Der Facharzttitel für Haut- und Geschlechtskrankheiten umfasst zwei unterschiedliche Bereiche.
Die Venerologie ist die Lehre für sexuell übertragbare Erkrankungen, während sich die Dermatologie mit Hauterkrankungen befasst. Häufig spezialisieren sich diese Fachärzte nur auf eines der beiden Gebiete.
Dermatologie - Die Haut im Fokus
Die Dermatologie beschäftigt sich mit Erkrankungen der Haut und der Schleimhäute. Dazu gehören die sogenannten Anhangsgebilde – also Haare, Nägel und Drüsen.
Die entsprechenden Fachärzte befassen sich mit gutartigen und bösartigen Tumoren wie:
- Warzen
- Muttermalen
- Hautkrebs und
- Malignes Melanom
Ebenfalls gehören diese Krankheiten zu dem Aufgabengebiet von Dermatologen:
- Allergische Hautreaktionen
- Schuppenflechte
- Nesselsucht und
- Gürtelrose
Bei der Gürtelrose treten meist starke Schmerzen und ein Hautausschlag mit Bläschen auf @ ryanking999 /AdobeStock
Einen weiteren Bereich stellt die ästhetische Dermatologie dar, bei der es um Themen wie Facelifting oder Faltenunterspritzung geht. Da berühren Hautärzte durchaus das Feld der plastischen Chirurgie.
Facelift oder Facelifting ist die operative Straffung von Gesicht, Hals und/oder Stirn @ Andrey Popov /AdobeStock
Auch mit Autoimmunerkrankungen der Haut beschäftigt sich der Dermatologe.
Dazu gehören:
- Kollagenosen (Sklerodermie und Dermatomyositis)
- Blasensucht oder
- Bullöses Pemphigoid
Dermatologen haben Fachkenntnisse über diagnostische Verfahren sowie über krankheitsbedingte Vor- und Nachbehandlungen.
Venerologie - Die Lehre von sexuell übertragbaren Krankheiten
Mit der Venerologie erweitert der Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten sein Leistungsspektrum.
Die Venerologie beschäftigt sich mit der Diagnose und Therapie von Geschlechtskrankheiten (sexuell übertragbare Infektionskrankheiten).
Diese können durch Bakterien, Viren, Parasiten oder Pilze entstehen. Fast immer aber über die Haut, weshalb die Venerologie Teil der Dermatologie ist.
Die häufigsten Erkrankungen sind:
- Syphilis
- Gonorrhö (Tripper)
- Filzlaus
- Neurodermitis
- Akne
- Schuppenflechte (Psoriasis)
- Weißfleckenkrankheit (Vitiligo) und
- Allergien
Therapeutisches Leistungsspektrum im Bereich der Haut- und Geschlechtskrankheiten
Das therapeutische Leistungsspektrum der Dermatologie und Venerologie umfasst die:
- Allergologie
- Balneotherapie
- Balneophototherapie
- Behandlung chronischer Hauterkrankungen (Neurodermitis, Schuppenflechte)
- Dermatohistologie / direkte Immunfluoreszenz
- Dermatosenbehandlung
- Hautkrebsbehandlung (Melanom, Lymphom, Basalzellkarzinom, Plattenepithelkarzinom)
- Hyperhidrosis-Behandlung (Iontophorese, Exzisionen, Saugkurettage),
- Kryotherapie (Vereisung)
- Lasertherapie gegen Psoriasis (Schuppenflechte)
- Behandlung von HIV-Infektionen
Die Lasertherapie ist eine moderne Lichttherapie zur Behandlung der Schuppenflechte @ SNAB /AdobeStockAuch diese Leistungen gehören dazu:
- Vitiligo (Weißfleckenkrankheit)
- Neurodermitis-Therapie
- Operative Therapie
- Photodynamische Therapie
- PUVA (zur Behandlung von Psoriasis, Neurodermitis und Vitiligo)
- Sklerodermie
- Therapie störender Hautveränderungen
- Vasculitis allergica
- Vorsorgeuntersuchung für schwarzen Hautkrebs

