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Melanom: Infos & Spezialisten für schwarzen Hautkrebs

27.03.2026
Leading Medicine Guide Redaktion
Autor des Fachartikels
Leading Medicine Guide Redaktion

Das maligne Melanom, der bösartige schwarze Hautkrebs, ist ein Tumor, der überwiegend an der äußeren Haut auftritt. Maligne Melanome entstehen aus entarteten pigmentbildenden Hautzellen und können sich unbehandelt rasch in andere Körperregionen ausbreiten. Die Häufigkeit der Hautkrebserkrankung nimmt stetig zu. So erkrankt heutzutage etwa einer von 75 Menschen im Laufe seines Lebens ein Melanom.

Im Folgenden finden Sie weitere Informationen sowie ausgewählte Melanom-Spezialisten.

ICD-Codes für diese Krankheit: C43

Kurzübersicht:

Ein Melanom ist eine bösartige Tumorerkrankung der Haut, die auch als schwarzer Hautkrebs bezeichnet wird und von den pigmentbildenden Melanozyten ausgeht. Häufig entsteht ein malignes Melanom durch intensive UV-Strahlung, wobei besonders Menschen mit heller Haut ein erhöhtes Risiko haben. Ein Melanom der Haut entwickelt sich oft aus bestehenden Muttermalen, kann jedoch auch neu entstehen. Entscheidend für die Prognose ist, wie früh das Melanom entdeckt wird und wie tief der Tumor bereits in das umliegende Gewebe eingedrungen ist. Wird der Hauttumor früh erkannt, lässt sich das Melanom meist operativ mit ausreichendem Sicherheitsabstand entfernen.

Artikelübersicht

Die Ursachen des malignen Melanoms

Die bösartigen Veränderungen beim Melanom haben ihren Ursprung in den pigmentbildenden Zellen der Haut, den Melanozyten. Diese Hautzellen reagieren besonders empfindlich auf UV-Strahlung. Daher sieht das Deutsche Krebszentrum übermäßige Sonneneinstrahlung als eine der Hauptursachen für Hautkrebs an.

Eine starke UV-Belastung und wiederkehrende Sonnenbrände im Kindes- und Jugendalter erhöhen das Risiko für ein Melanom massiv. Besonders gefährdet für einen Sonnenbrand und auch für eine Hautkrebserkrankung sind Menschen mit

  • hellem Hauttyp und heller Augenfarbe sowie
  • roten oder blonden Haaren.

Weitere Risikofaktoren sind:

  • frühere Krebserkrankungen,
  • viele oder auffällige Muttermale,
  • vor der Geburt entstandene melanozytäre Geschwulste der Haut,
  • Sommersprossen sowie
  • die Mondscheinkrankheit (Xeroderma pigmentosum).

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Symptome der Hautkrebserkrankung

Bei den meisten Patientinnen und Patienten entwickelt sich der Tumor aus einem bereits bestehenden Muttermal. Ein Melanom ist daher meistens dunkel pigmentiert.

Nur selten findet man sogenannte amelanotische Melanome, die keine Pigmentierung aufweisen. Diese treten vor allem an den Händen oder Füßen auf.

Zum Zeitpunkt der Diagnosestellung hat der Großteil der Hautkrebspatienten keine Beschwerden. In einigen Fällen tritt ein Melanom jedoch durch sichtbare Veränderungen der Haut auf. Dazu zählen eine zunehmende Größe eines Muttermals, Farbveränderungen oder eine unregelmäßige Begrenzung. Solche Veränderungen sollten immer dermatologisch abgeklärt werden. Die meisten Tumore werden während Vorsorgeuntersuchungen diagnostiziert. Nur manchmal bemerken die Patienten vorher einen leichten Juckreiz oder eine kleine Blutung.

Grundsätzlich lässt sich das bösartige Melanom verschiedene Typen einteilen. Zur Unterscheidung dienen dabei

  • die genaue Tumorart, 
  • die Dicke des Tumors und
  • die genaue Lokalisation.

Folgende Melanom-Formen werden unterschieden:

  • Das superfiziell spreitende Melanom (SSM) entwickelt sich eher flach.
  • Das noduläre Melanom (NM) wächst knotig und blutet häufig.
  • Das Lentigo-maligna-Melanom (LMM) wächst eher langsam und tritt überwiegend im Gesicht bei älteren Menschen auf.
  • Das akro-lentiginöse Melanom (ALM) entsteht vor allem unter den Nägeln und an den Fuß- und Handflächen.

Schleimhautmelanome, Aderhautmelanome im Auge und Melanome der Hirnhäute sind ebenfalls möglich, aber eher selten.

ABCDE-Regel

Nicht immer lässt sich auf den ersten Blick klar erkennen, ob es sich lediglich um ein normales Muttermal oder ein Melanom handelt. Eine erste grobe Unterscheidung ist jedoch mithilfe der sogenannten ABCDE-Regel möglich:

  • A für Asymmetrie: Ein Melanom ist ungleichmäßig geformt.
  • B für Begrenzung: Die Begrenzung ist eher unscharf und unregelmäßig.
  • C für Colorit: Es treten Farbmischungen aus Braun, Blau, Rot, Weiß und Schwarz auf.
  • D für Durchmesser: Das Muttermal hat einen Durchmesser von mehr als 5 Millimeter.
  • E für Erhabenheit: Ein Melanom ragt in der Regel über das normale Hautniveau hinaus.

Die Diagnose eines Melanoms

Wenn eines oder mehrere Kriterien der ABCDE-Regel erfüllt sind, sollten Sie dringend einen Hautarzt aufsuchen.

Ebenso empfiehlt es sich, alle zwei Jahre eine Krebsfrüherkennungsuntersuchung der Haut beim Haus- oder Hautarzt durchführen zu lassen. Dieser untersucht dann die verdächtigen Muttermale mit einem Dermatoskop. Damit kann er die genaue Pigmentstruktur der Male beurteilen.

Hautkrebsvorsorge mit einem Dermatoskop
Hautärzte kontrollieren bei der Hautkrebsvorsorge die vorhandenen Muttermale des Patienten © LIGHTFIELD STUDIOS | AdobeStock

Erhärtet sich der Krebsverdacht, wird der betroffene Bereich chirurgisch unter lokaler Betäubung entfernt und unter dem Mikroskop untersucht.

Wenn sich die Diagnose "Melanom" dann bestätigt, muss die Tumordicke nach Breslow bestimmt werden. Das ist der wichtigste prognostische Faktor der Hautkrebserkrankung. In frühen Stadien kann auch ein sogenanntes Melanoma in situ vorliegen. Dabei befindet sich der Tumor noch ausschließlich in der obersten Hautschicht und hat das darunterliegende Gewebe noch nicht infiltriert.

Ist der Tumor dicker als ein Millimeter, muss eine Ausbreitungsdiagnostik erfolgen. Sie hat das Ziel, Metastasen in anderen Organen und Lymphknoten frühzeitig zu entdecken. Dazu kommen bspw.

zum Einsatz.

Schwarzer Hautkrebs – mögliche zielgerichtete Therapien

Die Therapie hängt vor allem vom diagnostizierten Krebsstadium ab.

Wichtigste Therapieform ist die chirurgische Entfernung des bösartigen Melanoms. Der Tumor wird stets als Ganzes entnommen, um einer Metastasenbildung vorzubeugen. Bei der Entfernung sollte zudem auf einen ausreichend großen Sicherheitsabstand von ein bis zwei Zentimetern geachtet werden.

Bei der Behandlung des malignen Melanom orientieren sich Ärzte an internationalen medizinischen Empfehlungen. Moderne Therapiekonzepte werden dabei häufig auf Grundlage aktueller dermatologischer Leitlinie festgelegt.

Ab einer Tumordicke von einem bis 0,75 Millimeter entfernt der Chirurg zusätzlich die sogenannten Wächterlymphknoten. Das sind die Lymphknoten, die zuerst mit der Lymphflüssigkeit aus dem Tumorgebiet in Kontakt kommen. Ist auch der Wächterlymphknoten von der Krebserkrankung betroffen, werden die umliegenden Lymphknoten ebenfalls entfernt.

Bei einem dickeren Tumor und bei Befall der Lymphknoten wird dem Patienten eine adjuvante Therapie empfohlen. Er erhält dabei über einen Zeitraum von 18 Monaten Interferon alpha. Das ist ein chemischer Stoff, der ein mögliches Tumorrezidiv (Wiederauftreten der Krebserkrankung) verhindern soll.

Hat der Tumor bereits Metastasen gebildet, ist eine vollständige Heilung eher unwahrscheinlich. Die Therapie zielt dann auf eine Verlängerung der Lebenszeit ab. Zum Einsatz kommen neben der Chemotherapie mit den Zytostatika (Zellwachstumshemmer) auch

  • weitere chirurgische Eingriffe zur Reduktion der Tumormasse oder
  • Strahlentherapien.

Bei Patienten mit metastasiertem Melanom kommen häufig auch moderne medikamentöse Verfahren zum Einsatz. Dazu gehören verschiedene Formen der systemische Therapie, etwa Immuncheckpoint-Inhibitoren oder zielgerichtete Medikamente.

Ein weiteres Therapieverfahren zur Behandlung des bösartigen Melanoms ist die Stimulation des Immunsystems mit Antikörpern. Wenn das gelingt, kann das Immunsystem selbst die entarteten Zellen bekämpfen. Verschiedene immuntherapeutische Verfahren befinden sich darüber hinaus derzeit in der klinischen Erprobung. 

Nach Abschluss der Therapie spielt auch die Nachsorge eine wichtige Rolle. In regelmäßigen Kontrolluntersuchungen überprüfen Ärzte, ob sich neue Hautveränderungen entwickeln oder sich erneut Tumorzellen bilden. Dadurch können mögliche Rückfälle frühzeitig erkannt und behandelt werden.

Heilungschancen & Lebenserwartung für Patienten mit einem bösartigen Melanom

Das bösartige Melanom ist der aggressivste und bösartigste Tumor der Haut. Verglichen mit anderen Hautkrebsarten metastasiert der schwarze Hautkrebs schon zu einem recht frühen Zeitpunkt in andere Organe. Die Heilungschancen hängen daher von verschiedenen Faktoren ab.

Besonders entscheidend für die Prognose ist, wie weit die Erkrankung bei Therapiebeginn bereits fortgeschritten ist. Dabei spielen die Tumordicke nach Breslow und die Eindringtiefe entsprechend dem sogenannten Clark-Level eine wichtige Rolle. Ist das Melanom noch klein und wächst eher oberflächlich, ist die Prognose recht gut.
Befindet sich der Tumor bereits in fortgeschrittenen Stadien, steigt das Risiko für Metastasen in entfernten Organen deutlich an. In solchen Fällen ist eine langfristige onkologische Betreuung besonders wichtig.

Die Heilungsaussichten verschlechtern sich, wenn der Tumor sich bereits über die Lederhaut (mittlere Hautschicht) hinaus verbreitert hat. Liegen Metastasen in

vor, ist eine Heilung so gut wie ausgeschlossen.

Die Zehn-Jahres-Überlebensrate des bösartigen Melanoms liegt bei rund 80 Prozent. Das bedeutet, dass 80 Prozent aller Patienten zehn Jahre nach Diagnosestellung noch leben.

Bei Lymphknotenmetastasen und Metastasen in anderen Organen beträgt die Zehn-Jahres-Überlebensrate hingegen nur noch zehn bis 20 Prozent.

Prävention von Hautkrebs

Eine wichtige Rolle spielt die Prävention von Hautkrebs. Dazu gehören ein konsequenter Sonnenschutz, das Vermeiden intensiver UV-Strahlung sowie regelmäßige Hautkontrollen beim Dermatologen. Frühzeitig erkannte Veränderungen der Haut können die Behandlungschancen deutlich verbessern.

FAQ

1. Was genau ist ein malignes Melanom?

Bei einem malignen Melanom handelt es sich um eine aggressive Form von Hautkrebs, die aus pigmentbildenden Zellen entsteht. Diese Tumorzellen können sich im Körper ausbreiten und Metastasen bilden.

2. Wie entsteht schwarzer Hautkrebs?

Ein malignes Melanom entsteht meist durch langfristige Schädigung der Haut durch UV-Strahlen, etwa durch intensive Sonnenexposition oder häufige Sonnenbrände.

3. Welche Formen von Melanomen gibt es?

Zu den wichtigsten Formen zählen das superfiziell spreitendes Melanom, das noduläres Melanom sowie seltenere Varianten wie das akrolentiginöses Melanom.

4. Wann sollten Patienten zum Arzt gehen?

Wenn sich ein Muttermal sichtbar verändert oder ein neues auffälliges Hautmal entsteht, sollte frühzeitig ein Hautarztaufgesucht werden, um ein mögliches Melanom abklären zu lassen.

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