Lebermetastasen: Informationen & Lebermetastasen-Spezialisten

30.11.2021

Lebermetastasen sind bösartige Tochtergeschwulste von Tumoren anderer Organe. Im Gegensatz zum Leberkrebs stellen sie keine eigenständige Krebserkrankung dar, sondern entstehen durch eine Streuung eines sogeannten Primärtumors.

Hier finden Sie weiterführende Informationen sowie ausgewählte Lebermetastasen-Spezialisten und Zentren.

ICD-Codes für diese Krankheit: C78.7

Empfohlene Spezialisten für Lebermetastasen

Lebermetastasen Fälle in Deutschland

22.400 Fälle im Jahr 2020
22.641 Fälle im Jahr 2023 ( Prognose )

Das prognostizierte Fallzahlwachstum basiert auf Angaben zur Bevölkerungsentwicklung der statistischen Bundes- & Landesämter. Die Berechnung erfolgt je Altersklasse, sodass demographische Effekte berücksichtigt werden. Die Fallzahlen basieren aus einer Vernetzung von unterschiedlichen öffentlich zugänglichen Quellen. Mittels Datenanalyseverfahren werden diese Zahlen aufbereitet und unseren Usern zugänglich gemacht.

Kurzübersicht:

  • Was sind Lebermetastasen? Krebsabsiedlungen, die in der Leber wachsen, nachdem sie von einem Primärtumor gestreut haben.
  • Ursachen: Krebszellen gelangen über die Blutbahn in die Leber und können dort wachsen. Diese Primärtumore führen häufig zu Lebermetastasen: Darmkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs, Magenkrebs, Speiseröhrenkrebs, Lungenkrebs, Brustkrebs.
  • Symptome: Erst nach einiger Zeit verursachen Lebermetastasen Beschwerden. Dazu gehören ein Druckgefühl im rechten Oberbauch, ungewollter Gewichtsverlust, Gelbfärbung der Haut und der Augen.
  • Diagnose: Bildgebende Verfahren wie Ultraschall, CT und MRT machen die Metastasen sichtbar.
  • Behandlung: Die Behandlung und die Prognose hängt von der primären Krebserkrankung ab. Eine OP stellt jedoch in der Regel die beste Option dar. Kann nicht operiert werden, versucht man mittels personalisierter Chemo-/Immuntherapie die Metastasen operabel zu machen. Einzelne Metastasen können auch durch Strahlentherapie behandelt werden.

Artikelübersicht

Ursachen von Lebermetastasen

Zu Lebermetastasen kann es kommen, wenn sich Krebszellen aus einem Primärtumor ablösen und über Blutgefäße in die Leber gelangen. Dort können sie sich unter günstigen Vorrausetzungen festsetzen undwachsen. Es bilden sich sogenannte Tochtergeschwulste.

Tumoren, die häufig zu Lebermetastasen führen können, sind:

In Europa und Nordamerika leiden mehr Menschen an Lebermetastasen als an einem Leberkarzinom.

Da die Leber ein stark durchblutetet Organ ist, können Krebszellen über mehrere Wege in die Leber gelangen. Zum einen können sie durch die Pfortader transportiert werden. Über die Vene erreicht nährstoffreiches Blut aus den Verdauungsorganen Darm, Speiseröhre, Bauchspeicheldrüse und Milz die Leber.

Die Lage der Leber im menschlichen Körper
Die Lage der Leber im menschlichen Körper, hier mit bildhaft dargestelltem Tumor © peterschreiber.media | AdobeStock

Zum anderen können Krebszellen über die Hauptschlagader und Leberarterie aus dem ganzen Körper in die Leber gelangen. Dieser Weg betrifft vor allem Patienten mit Lungenkrebs und Brustkrebs, aber auch Patienten mit anderen Tumoren.

Ob für einen Krebspatienten ein erhöhtes Risiko besteht, Lebermetastasen zu bekommen, ist von Patient zu Patient unterschiedlich. Es hängt von spezifischen Charakteristika des Primärtumors ab und ist nur schwer zu prognostizieren.

Aufgrund der anatomischen Lage haben Patienten mit Tumoren der Verdauungsorgane ein erhöhtes Risiko, an Lebermetastasen zu erkranken. Es hängt aber auch davon ab, in welchem Stadium der Primärtumor erkannt wurde und wie schnell er sich ausbreitet. Eine generelle Risikoeinschätzung ist auch hier nicht möglich.

Symptome von Lebermetastasen

Wie auch beim Leberkrebs machen Lebermetastasen zunächst kaum Probleme und können unerkannt lange Zeit symptomlos wachsen. Erst zu einem späteren Zeitpunkt können

  • ein Druckgefühl im rechten Oberbauch,
  • ungewollter Gewichtsverlust und
  • eine Gelbfärbung der Haut und der Augen

auf Lebermetastasen hinweisen.

Lebermetastasen-Diagnose

Lebermetastasen werden meistens im Rahmen einer Nachsorge einer anderen Krebsart entdeckt. Die Ausbildung von Lebermetastasen ist häufig ein Indiz dafür, dass der primäre Krebstumor schon fortgeschritten ist.

Für die Diagnose von Lebermetastasen kommen bildgebende Verfahren wie

in Frage.

MRT in einer Klinik
MRT-Gerät in einer Klinik © digitale-fotografien | AdobeStock

Therapiemöglichkeiten bei Lebermetastasen

Die Möglichkeiten der Behandlung von Lebermetastasen ist abhängig von

  • der zugrundeliegenden Krebserkrankung und
  • der Anzahl, Größe und Verteilung der bereits entstandenen Lebermetastasen.

So sind Lebermetastasen des Darmkrebses durch eine Operation häufig gut behandelbar. In einigen Fällen ist sogar eine gleichzeitige Operation des Darmtumors und der Lebermetastasen möglich.

Die Lebermetastasen-Operation

Bei der Operation von Lebermetastasen werden die Metastasen durch Resektion von Tumoren plus umgebendes Lebergewebe entfernt. Dies ist nur möglich, wenn ausreichend gesundes Lebergewebe übrig bleibt, um die lebenswichtigen Funktionen der Leber weiter zu gewährleisten.

Es gibt heute verschiedene interventionell radiologische und chirurgische Methoden, um das verbleibende Lebergewebe zu vergrößern. Dadurch kann es gelingen, nicht operierbare Lebermetastasen doch noch operierbar zu machen.

Alternative Verfahren zur Behandlung von Lebermetastasen

Ist eine Resektion von Lebermetastasen nicht möglich, kann durch Alternativmethoden versucht werden, die Metastasen zu zerstören. Dies erfolgt durch Hitze, die an der Spitze von durch die Haut von außen eingebrachten Nadeln verabreicht wird. 

Alternativ können einzelne Metastasen auch durch fokussierte Bestrahlung von außen zerstört werden. Bekannte Methoden sind:

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