Lebermetastasen sind bösartige Absiedlungen von Tumorzellen in der Leber und gehören zu den häufigsten Formen der Metastasierung bei Krebs. Besonders häufig entstehen Metastasen in der Leber bei Darmkrebs, Brustkrebs oder Lungenkrebs. Die Behandlung von Lebermetastasen erfolgt interdisziplinär durch Onkologie, Chirurg, Radiologie und operative Fachbereiche. Je nach Anzahl der Lebermetastasen kommen Chemotherapie, operative Entfernung oder lokal ablative Verfahren infrage.
Moderne Verfahren wie Radiofrequenzablation, Mikrowellenablation oder SIRT verbessern die Therapieoptionen für Patientinnen und Patienten. Für die Diagnosestellung werden CT, Ultraschall und weitere bildgebende Verfahren eingesetzt. Die Prognose hängt unter anderem von Lage der Metastasen, Allgemeinzustand und Primärtumor ab. In spezialisierten Zentren oder einem Universitätsklinikum erfolgt die Diagnostik und Therapie individuell abgestimmt.
Ursachen von Lebermetastasen
Zu Lebermetastasen kann es kommen, wenn sich Krebszellen aus einem Primärtumor ablösen und über Blutgefäße in die Leber gelangen. Dort können sie sich unter günstigen Vorrausetzungen festsetzen undwachsen. Es bilden sich sogenannte Tochtergeschwulste.
Tumoren, die häufig zu Lebermetastasen führen können, sind:
In Europa und Nordamerika leiden mehr Menschen an Lebermetastasen als an einem Leberkarzinom.
Da die Leber ein stark durchblutetet Organ ist, können Krebszellen über mehrere Wege in die Leber gelangen. Zum einen können sie durch die Pfortader transportiert werden. Über die Vene erreicht nährstoffreiches Blut aus den Verdauungsorganen Darm, Speiseröhre, Bauchspeicheldrüse und Milz die Leber.

Die Lage der Leber im menschlichen Körper, hier mit bildhaft dargestelltem Tumor © peterschreiber.media | AdobeStock
Zum anderen können Krebszellen über die Hauptschlagader und Leberarterie aus dem ganzen Körper in die Leber gelangen. Dieser Weg betrifft vor allem Patienten mit Lungenkrebs und Brustkrebs, aber auch Patienten mit anderen Tumoren.
Ob für einen Krebspatienten ein erhöhtes Risiko besteht, Lebermetastasen zu bekommen, ist von Patient zu Patient unterschiedlich. Es hängt von spezifischen Charakteristika des Primärtumors ab und ist nur schwer zu prognostizieren.
Aufgrund der anatomischen Lage haben Patienten mit Tumoren der Verdauungsorgane ein erhöhtes Risiko, an Lebermetastasen zu erkranken. Es hängt aber auch davon ab, in welchem Stadium der Primärtumor erkannt wurde und wie schnell er sich ausbreitet. Eine generelle Risikoeinschätzung ist auch hier nicht möglich.
Symptome von Lebermetastasen
Wie auch beim Leberkrebs machen Lebermetastasen zunächst kaum Probleme und können unerkannt lange Zeit symptomlos wachsen. Erst zu einem späteren Zeitpunkt können
- ein Druckgefühl im rechten Oberbauch,
- ungewollter Gewichtsverlust und
- eine Gelbfärbung der Haut und der Augen
auf Lebermetastasen hinweisen.
Lebermetastasen-Diagnose
Lebermetastasen werden meistens im Rahmen einer Nachsorge einer anderen Krebsart entdeckt. Die Ausbildung von Lebermetastasen ist häufig ein Indiz dafür, dass der primäre Krebstumor schon fortgeschritten ist.
Für die Diagnose von Lebermetastasen kommen bildgebende Verfahren wie
- Ultraschall,
- Computertomografie oder
- MRT (Krenspintomografie)
in Frage.

MRT-Gerät in einer Klinik © digitale-fotografien | AdobeStock
Therapiemöglichkeiten bei Lebermetastasen
Die Möglichkeiten der Behandlung von Lebermetastasen ist abhängig von
- der zugrundeliegenden Krebserkrankung und
- der Anzahl, Größe und Verteilung der bereits entstandenen Lebermetastasen.
So sind Lebermetastasen des Darmkrebses durch eine Operation häufig gut behandelbar. In einigen Fällen ist sogar eine gleichzeitige Operation des Darmtumors und der Lebermetastasen möglich.
Die Lebermetastasen-Operation
Bei der Operation von Lebermetastasen werden die Metastasen durch Resektion von Tumoren plus umgebendes Lebergewebe entfernt. Dies ist nur möglich, wenn ausreichend gesundes Lebergewebe übrig bleibt, um die lebenswichtigen Funktionen der Leber weiter zu gewährleisten.
Es gibt heute verschiedene interventionell radiologische und chirurgische Methoden, um das verbleibende Lebergewebe zu vergrößern. Dadurch kann es gelingen, nicht operierbare Lebermetastasen doch noch operierbar zu machen.
Alternative Verfahren zur Behandlung von Lebermetastasen
Ist eine Resektion von Lebermetastasen nicht möglich, kann durch Alternativmethoden versucht werden, die Metastasen zu zerstören. Dies erfolgt durch Hitze, die an der Spitze von durch die Haut von außen eingebrachten Nadeln verabreicht wird.
Alternativ können einzelne Metastasen auch durch fokussierte Bestrahlung von außen zerstört werden. Bekannte Methoden sind:
- Radiofrequenzablation (RFA),
- Mikrowellenablation (MWA),
- stereotaktische Bestrahlung.
FAQ
Was sind Lebermetastasen?
Lebermetastasen sind Tochtergeschwülste eines bösartig entstandenen Primärtumor. Die Metastasen entstehen, wenn Tumorzellen über Blut- oder Lymphgefäße in die Leber gelangen. Besonders häufig treten Metastasen in der Leber bei Darmkrebs, Brustkrebs oder Bauchspeicheldrüsenkrebs auf.
Welche Symptome verursachen Lebermetastasen?
Viele Lebermetastasen bleiben anfangs symptomlos. Mit zunehmender Ausbreitung können Beschwerden wie Druckgefühl im Bereich der Leber, Ikterus, Gewichtsverlust oder Schmerzen auftreten. Auch eine vergrößerte Leberkapsel kann schmerzhaft sein.
Wie werden Lebermetastasen diagnostiziert?
Zur Diagnosestellung werden CT, Ultraschall und radiologische Verfahren eingesetzt. Ergänzend erfolgen Diagnostik und Therapie interdisziplinär durch Radiologe, Onkologe und Chirurg. Die genaue Lage der Metastasen sowie Anzahl der Lebermetastasen sind entscheidend für die weitere Behandlung.
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei Lebermetastasen?
Die Behandlung von Lebermetastasen umfasst Chemotherapie, operative Entfernung, chirurgische Therapie oder lokal ablative Verfahren wie Radiofrequenzablation, RFA oder Mikrowellenablation. Zusätzlich können Bestrahlung, SIRT oder systemische Therapie eingesetzt werden.
Wann ist eine Operation bei Lebermetastasen möglich?
Eine Operation kommt infrage, wenn die Lebermetastasen operativ vollständig entfernt werden können und ausreichend gesundes Gewebe erhalten bleibt. Verfahren wie Leberteilresektion oder chirurgische Entfernung verbessern insbesondere bei kolorektales Karzinom die Prognose und Chance auf Heilung.
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Über den Fachautor
Primarius Prof. Dr. med. Thomas Grünberger
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