Die Leber liegt überwiegend im rechten Oberbauch auf der Höhe des Rippenbogens. Genau darüber befindet sich das Zwerchfell. Die Unterseite der Leber ist mit dem Zwerchfell zusammengewachsen und bewegt sich im Rhythmus des Atems auf und ab. Zum Organsystem Leber zählt auch die birnenförmige Gallenblase. Sie ist über den Gallengang mit der Leber verbunden.

Die Lage der Leber © Sebastian Kaulitzki / Fotolia
Die Leber besteht aus zwei großen Leberlappen, dem linken und dem rechten Lappen. Der linke Lappen reicht bis in den linken oberen Bauchraum. Darüber hinaus existieren noch zwei kleinere Lebersegmente. Eine menschliche Leber wiegt etwa eineinhalb bis zwei Kilogramm.
Die Leberbänder geben dem Organ den nötigen Halt im Bauchraum; über die Bänder ist die Leber mit der Bauchdecke verwachsen.
Der Gallengang verbindet die Leber mit der birnenförmigen Gallenblase. Eine Pfortader führt von der Leber zum Dickdarm. Bei Problemen kann man sich an Spezialisten der Hepatologie wenden.
Die Leber ist vor allem für den Zucker-, Fett- und Eiweißstoffwechsel verantwortlich. Der Dickdarm entzieht dem Nahrungsbrei Glukose und leitet diese über die Pfortader an die Leber weiter. Die Leber sorgt dafür, dass der Blutzuckerspiegel auf einem gesunden Pegel bleibt.
Ist der Glukosespiegel im Blut zu hoch, speichert die Leber den Zucker in Form von Glykogen. Bei zu niedrigem Spiegel wandelt sie das Glykogen wieder in Glucose um und stellt es dem Organismus zur Verfügung. Die Hormone Insulin und Glykagon steuern diese Prozesse.
Die Leber verstoffwechselt Fette zu Fettsäuren und Cholesterin. Sie stellt dem Körper fast alle benötigten Eiweiße zur Verfügung. Dazu zählen zum Beispiel die Immunglobuline.
Zusätzlich produziert die Leber die Gallenflüssigkeit. Die Gallenblase ist ein Hohlorgan und fungiert als Speicher für die Galle. Toxine und Medikamentenrückstände baut die Leber ebenfalls ab. Spezialisten befassen sich mit den Herausforderungen des Stoffwechsels bzw. dessen Erkrankung.
Die Leber verfügt über eine enorme Regenerationsfähigkeit. Bei Bedarf, etwa nach einer Verletzung, bildet sie neue Leberzellen. Kein anderes menschliches Organ ist in der Lage, sich in demselben Ausmaß zu erneuern.
Trotzdem existieren einige Krankheiten, die einer Therapie bedürfen.
Am häufigsten treten folgende Erkrankungen auf:
Leberzirrhose
Die Medizin kodiert die Leberzirrhose nach den Richtlinien des ICD-10 von der Weltgesundheitsorganisation mit der Ziffer K74. Der Begriff Zirrhose geht auf das griechische Wort kirros zurück und bedeutet gelb. Ein anderer Ausdruck ist Schrumpfleber.
Das auffälligste Symptom der Erkrankung ist die Gelbsucht. Haut und Augen färben sich gelblich ein.
Die Leberzirrhose entsteht im Verlauf von vielen Jahren bis Jahrzehnten und gilt als Endstadium aller chronischen Leberkrankheiten. In dieser Phase ist die Leber nicht mehr fähig, sich zu erneuern. Meist bringen starker Alkoholmissbrauch oder eine Hepatitis diesen Prozess in Gang.
Fettleber
Die Fettleber ist weiter verbreitet als die Leberzirrhose. Im ICD-10 steht der Code K70.0 für eine alkoholische Fettleber und K76.0 für reversible Fetteinlagerungen.
Die Erkrankung hat folgende Ursachen:
Leberkrebs
Ein Lebertumor ist eine bösartige Erkrankung der Leberzellen. Die Zahl der Neuerkrankungen hat sich in den westlichen Industrienationen innerhalb der letzten dreißig Jahre verdoppelt. Die Zahlen hängen mit der steigenden Lebenserwartung zusammen: Im Durchschnitt ist ein Patient 70 Jahre alt.
Als Auslöser für ein Leberzellkarzinom gelten Leberzirrhose und chronische Hepatitis. Die Betroffenen bemerken den Tumor im Anfangsstadium meist nicht. Erste Symptome, wie Oberbauchbeschwerden oder Gewichtsabnahme, treten erst bei fortschreitender Erkrankung auf. Hier finden Sie Spezialisten für Leberkrebs.
Hepatitis
Eine Leberentzündung lösen meist Viren aus. Es können Hepatitis-Viren sein oder eine Begleitinfektion im Rahmen des Pfeifferschen Drüsenfiebers. Auch Alkoholmissbrauch und Störungen des Zucker- und Fettstoffwechsels bei Adipositas spielen eine Rolle. Vereinzelt tritt eine Hepatitis als Autoimmunerkrankung auf.
Betroffene fühlen sich müde, haben kaum Appetit und bemerken eine Gelbfärbung der Haut.
Am Anfang der Untersuchung steht eine umfassende Anamnese. Der Arzt fragt den Patienten unter anderem nach seinen Beschwerden, Lebensumständen und Medikamenten.
Anschließend folgt eine Blutuntersuchung. Aus den Leberwerten zieht der Mediziner Rückschlüsse auf mögliche Krankheiten. Die wichtigsten Anhaltspunkte geben ihm die Werte dieser vier Leberenzyme oder Transaminasen:
- GOT (Glutamat-Oxalacetat-Transaminase)
- GPT (Glutamat-Pyruvat-Transaminase)
- Gamma-GT (Gamma-Glutamyl-Transferase)
Eine Leberentzündung geht mit erhöhten Bilirubin-Werten einher. Die Laboruntersuchung umfasst einen Antikörper-Test, um den Erreger zu bestimmen.
Anschließend kann er mit einer Sonografie (Ultraschalluntersuchung) oder einer Magnetresonanztomografie (MRT) die Leber betrachten. Die Diagnose einer Fettleber und einer Leberzirrhose kann der Arzt mit diesen Methoden stellen. Einen Tumor erkennt er ebenfalls.
Eine Zellentnahme (Biopsie) hilft, die Art des Tumors zu bestimmen. Das Blut des Patienten analysiert der Arzt auf Tumormarker.
Bei der Therapie einer Fettleber konzentriert sich der Arzt auf die Auslöser. So kann eine Ernährungsumstellung oder ein Alkohol- und Tablettenentzug auf dem Behandlungsplan stehen.
Das Leberkarzinom behandeln Mediziner in der Regel mit Bestrahlung, Chemotherapie oder einer Leber-Operation.
Eine Hepatitis heilt häufig von selbst aus. Eine regelmäßige ärztliche Kontrolle ist notwendig.
Bei schweren Leberschäden, zum Beispiel bei einer Zirrhose, ist eine Lebertransplantation die letzte Möglichkeit, den Patienten zu retten.
Die Funktion der Leber umfasst zentrale Prozesse des Stoffwechsels und zeigt, wie vielseitig dieses Organ arbeitet. Der Aufbau der Leber mit ihren Lebersegmenten ist durch eine Bindegewebskapsel umgeben und ermöglicht eine klare Struktur der menschlichen Leber. Die Leber befindet sich direkt unter dem Zwerchfell und liegt größtenteils im rechten Oberbauch, wobei sie bis in den linken Oberbauch reicht. Die menschliche Leber wiegt etwa ein bis zwei Kilogramm und ist die größte Drüse, wobei die Leber ist das größte Stoffwechselorgan im Körper.
Über die Pfortader in die Leber sowie mit sauerstoffreichem Blut wird die Leber versorgt, und die Leber transportiert sowie verarbeitet zahlreiche Substanzen. Dabei speichert die Leber Energie, denn in der Leber gespeichert werden unter anderem Nährstoffe, und zugleich baut die Leber Schadstoffe ab und erfüllt lebenswichtige Aufgaben. Die Leber produziert täglich Liter Gallenflüssigkeit und leitet diese über den Gallengang in den Zwölffingerdarm weiter. Zudem nimmt die Leber Glukose auf, denn die Leber den Zucker reguliert den Blutzucker, was sich auch in den Leberwerten widerspiegelt.
Klinisch relevant sind Warnsignale der Leber, da eine gesunde Leber entscheidend ist und Erkrankungen in der Inneren Medizin eine große Rolle spielen. Die Unterseite der Leber zeigt die enge Lage zu anderen Organen, denn die Leber ist eng mit umliegenden Strukturen verbunden. Bei schweren Erkrankungen kann operativ ein Teil entfernt werden oder die Leber entfernt werden, dennoch zeigt die Fähigkeit zur Regeneration, wie anpassungsfähig die Leberfunktion ist. Insgesamt zeigt sich, dass die Leber stellt ein unverzichtbares Organ dar, dessen Bedeutung weit über die Verdauung hinausgeht.
Was ist die Funktion der Leber?
Die Funktion der Leber besteht darin, den Stoffwechsel zu steuern, Nährstoff umzuwandeln und Schadstoff abzubauen. Außerdem produziert die Leber Galle und speichert wichtige Substanz wie Glykogen und Vitamin.
Wo liegt die Leber im Körper?
Die Leber befindet sich im rechten Oberbauch unterhalb des Zwerchfells. Ein kleiner Teil der Leber reicht bis in den linken Oberbauch.
Welche Erkrankung kann die Leber betreffen?
Typische Lebererkrankungen sind Fettleber, Leberzirrhose und andere Formen der Erkrankung der Leber. Diese können durch Alkoholkonsum oder Stoffwechselstörungen entstehen.
Wie ist die Anatomie der Leber aufgebaut?
Die Anatomie der Leber umfasst mehrere Leberlappen, Leberläppchen und Leberzellen. Blutgefäße wie die Pfortader und die Leberarterie versorgen die Leber mit Blut.
Warum ist die Leber so wichtig?
Die Leber spielt eine zentrale Rolle im Stoffwechsel, da sie Nährstoff verarbeitet, Galle produziert und den Blutzuckerspiegel reguliert. Ohne die Aufgaben der Leber wäre der menschliche Körper nicht funktionsfähig.