Fettstoffwechselstörung: Infos & Fachärzte für Fettstoffwechsel

25.11.2021
Prof. Dr. med. Jörg G. Albert
Medizinischer Fachautor

Fette sind lebensnotwendig für den menschlichen Organismus und erfüllen wichtige Funktionen im Stoffwechsel, wie den Transport von Eiweißen. Ein zu hoher Blutfettwert kann jedoch schwerwiegende gesundheitliche Probleme hervorrufen. Unbehandelt führt eine Hyperlipoproteinämie, wie Mediziner eine Fettstoffwechselstörung nennen, gravierende Erkrankungen herbei, die lebensgefährlich sein können.Hier finden Sie weiterführende Informationen sowie ausgewählte Fachärzte für Fettstoffwechselstörungen.

ICD-Codes für diese Krankheit: E78

Empfohlene Spezialisten für Fettstoffwechselstörungen

Fettstoffwechselstörung Fälle in Deutschland

15.308 Fälle im Jahr 2020
15.703 Fälle im Jahr 2023 ( Prognose )

Das prognostizierte Fallzahlwachstum basiert auf Angaben zur Bevölkerungsentwicklung der statistischen Bundes- & Landesämter. Die Berechnung erfolgt je Altersklasse, sodass demographische Effekte berücksichtigt werden. Die Fallzahlen basieren aus einer Vernetzung von unterschiedlichen öffentlich zugänglichen Quellen. Mittels Datenanalyseverfahren werden diese Zahlen aufbereitet und unseren Usern zugänglich gemacht.

Artikelübersicht

Fettstoffwechselstörung: Definition

Fette werden normalerweise vom Blut transportiert und liefern dem Körper Energie. Außerdem erfüllen sie als Bestandteil von Lipoproteinen weitreichende andere Aufgaben.

Mediziner sprechen von einer Fettstoffwechselstörung, wenn der Fettgehalt im Blut beständig höher ist als normal. Dann ist der Körper nicht in der Lage, die Fette vollständig in den Stoffwechsel einzubauen und einen normalen Fetthaushalt aufrechtzuerhalten.

Nicht gelöste Fette bilden oftmals als Lipoproteine Einlagerungen in den Gefäßwänden (Arteriosklerose). Langfristig führt dies zu Schäden an den Blutgefäßen und kann schwerwiegende Folgen haben.

Dann ist häufig nur noch Schadensbegrenzung möglich. Verengte Gefäße können lebensgefährliche Erkrankungen wie Herzinfarkte und Schlaganfälle verursachen und bewirken oftmals ein vielfältiges Unwohlsein der Betroffenen.

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Symptome bei Fettstoffwechselerkrankungen

Fettstoffwechselstörungen können Empfindungsirritationen in den Gliedern hervorrufen, zum Beispiel Kribbeln oder sogar Taubheit. Diese Empfindungsirritationen sind das Ergebnis von Durchblutungsproblemen, die durch verengte Blutgefäße verursacht werden. Bei einem Kribbeln oder gar einem Taubheitsgefühl

  • in den Finger- oder Fußspitzen,
  • in den Extremitäten oder
  • unter der Haut

sollten Sie daher unverzüglich einen Mediziner aufsuchen.

Hohe Blutfettwerte zeigen sich auch durch Veränderungen in der Beschaffenheit der Haut. Das können beispielsweise orangefarbenen Knoten an

  • Rücken,
  • Brust,
  • Armen oder
  • im Gesäßbereich

sein. Auch gelblich-weiße Ringe in den Augen sind ein Symptom von zu hohen Blutfettwerten.

Typen von Fettstoffwechselerkrankungen

Man unterscheidet primäre und sekundäre Fettstoffwechselstörungen.

Primäre Fettstoffwechselstörungen entstehen autonom, zum Beispiel aufgrund einer genetischen Veranlagung oder einer ungesunden Lebensführung.

Sekundäre Varianten treten als Folge einer Vorerkrankung auf, darunter

Ist eine Vorerkrankung für die Ausbildung einer Fettstoffwechselstörung verantwortlich, verschwindet die Störung zumeist mit der richtigen Behandlung der auslösenden Erkrankung.

Die primären Fettstoffwechselstörungen werden folgendermaßen unterschieden:

  • Typ I: erhöhte Menge an Triglyzeriden (Blutfette); Bildung von Knötchen auf Rücken und Brust, an den Armen und im Gesäßbereich; Schwindel, Kopfschmerzen, Leber- und Milzschwellung; geringes Risiko einer Arteriosklerose (Fetteinlagerung)
  • Typ II: erhöhte Menge an Cholesterin, LDL (Low Density Lipoproteine) und VLDL (Very Low Density Lipoproteine); Knötchen an den Sehnenansätzen; Auge von trübem Ring befallen; sehr hohes Arterioskleroserisiko
  • Typ III: erhöhtes Vorkommen von Cholesterin und Triglyzeriden; Knötchenbildung durch Häufung von Hautfett; hohes Arterioskleroserisiko
  • Typ IV: erhöhtes Vorkommen von Triglyzeriden; Knötchen an verschiedenen Stellen des Körpers; vererbbar; hohes Arterioskleroserisiko
  • Typ V: entsteht sowohl durch genetische Vererbung als auch durch schlechte Lebensführung; geringes Arterioskleroserisiko

Prävention von Fettstoffwechselstörungen

Liegt keine genetische Veranlagung zugrunde, sind Störungen des Fettstoffwechsels oftmals die Folge einer ungesunden Lebensführung. Dazu zählen der Verzehr von zuckerhaltigen und fettigen Nahrungsmitteln und mangelnde Bewegung.

Als ungesunde Lebensmittel gelten unter anderem

  • Softdrinks,
  • Fast Food,
  • Snacks wie Chips oder Schokoriegel.

Folglich kann der Fettstoffwechsel durch eine Anpassung des Lebensstiles positiv beeinflusst werden. Das beugt Fettstoffwechselstörungen und damit Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkten oder Schlaganfällen vor. Die folgenden Maßnahmen helfen dabei:

  • mehrmals in der Woche Sport treiben
  • ausgewogene Ernährung
  • Stressvermeidung
  • ggf. bei bestehender Vorerkrankung Einsatz von Medikamenten

Ja zu gesunder Ernährung
Gesunde Ernährung tut dem Körper gut © Syda Productions | AdobeStock

Diagnose von Fettstoffwechselstörungen

Erhöhte Blutfettwerte äußern sich selten unmittelbar in entsprechenden Symptomen. Vielmehr schreitet die Schädigung der Gefäßwände und somit des Blutkreislaufs schleichend voran. Betroffene fühlen sich zunächst nicht eingeschränkt und spüren keine Verschlechterung ihres Allgemeinzustandes.

Aus diesem Grund wird empfohlen, ab dem 35. Lebensjahr regelmäßige Blutfettkontrollen durchführen zu lassen, um eine etwaige Erkrankung zu erkennen.

Bei erhöhten Blutfettwerten muss anschließend der Fettstoffwechsel analysiert werden, um die Art der vorliegenden Störung zu bestimmen. Anschließend kann ein Behandlungsplan entworfen werden.

Behandlung und Prognose bei Fettstoffwechselstörungen

Der Fokus der Behandlung liegt auf einer Anpassung des Lebensstils. Mediziner raten dazu, weniger gesättigte Fettsäuren zu sich zu nehmen und Alkohol sehr gemäßigt zu konsumieren. In vielen Fällen muss der Alkoholgenuss auch ganz eingestellt werden, um bleibende Erfolge zu erzielen.

Überdies sollte die Zufuhr von Kohlenhydraten wie Zucker zurückgefahren werden. Dies kann ausschließlich eine entschiedene und disziplinierte Neustrukturierung der Essgewohnheiten gewährleisten.

Regelmäßiger Sport und ausreichend Bewegung im Alltag sind weitere Punkte, zu denen Betroffenen geraten wird. Die körperliche Aktivität treibt die Durchblutung an. Das sorgt für einen verbesserten Transport der über das Blut beförderten Nährstoffe, also auch der Fettsäuren.

Darüber hinaus kann die Menge schädlicher Fette bzw. Lipide durch die Einnahme von Medikamenten verringert werden. Zu den schädlichen Fetten zählen

  • LDL-Cholesterin,
  • VLDL-Cholesterin und
  • Triglyzeride.

Im Fall der sekundären Fettstoffwechselstörungen muss die verantwortliche Vorerkrankung behandelt werden.

Sport und Bewegung
Bewegung und Sport helfen dem Organismus, einen gesunden Stoffwechsel aufrecht zu erhalten © Dmytro Panchenko | AdobeStock

Oftmals verschwinden die Komplikationen im Fettstoffwechsel weitgehend, wenn sich die Symptomatik der Haupterkrankung bessert. Die Prognose ist umso besser, je früher die hohen Blutfettwerte bemerkt werden. Sind die Blutgefäße bereits verengt, ist ein regelmäßiger Kontrolltermin beim Arzt von großer Bedeutung.

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