Bluthochdruck zählt zu den häufigsten Erkrankungen des Herz-Kreislaufs-Systems und ist eine der bedeutendsten Volkskrankheiten. Schätzungen zufolge leiden rund 20 Millionen Menschen in Deutschland an einer Form der arteriellen Hypertonie.
Da ein dauerhaft erhöhter Blutdruck häufig lange Zeit keine Beschwerden verursacht, bleibt die Erkrankung oftmals unbemerkt. Unbehandelt kann Bluthochdruck jedoch schwerwiegende Folgen für Herz, Gehirn, Augen und Niere haben.
Umso wichtiger sind eine frühzeitige Diagnose, eine gezielte Therapie und geeignete Maßnahmen um Bluthochdruck vorbeugen zu können.
Hier finden Sie weiterführende Informationen sowie ausgewählte Spezialisten für Bluthochdruck.
Kurzübersicht:
Dennoch belastet ein erhöhter Blutdruck die Blutgefäße, das Herz und weitere Organe. Die Entstehung von Bluthochdruck kann verschiedene Ursachen haben. Neben genetischen Faktoren gelten insbesondere Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen und Stress als wichtige Risikofaktoren.
Eine frühzeitige Behandlung reduziert das Risiko für schwerwiegende Folgeerkrankungen deutlich.
Artikelübersicht
- Was genau ist Bluthochdruck?
- Risikofaktoren und Ursachen von Bluthochdruck
- Symptome bei zu hohem Blutdruck
- Welche Erkrankungen können durch Bluthochdruck entstehen?
- Diagnose arterielle Hypertonie:
- Behandlung von Bluthochdruck durch blutdrucksenkende Medikamente
- Verlauf und Prognose
- Der Spezialist für Bluthochdruck: Hypertensiologe
- Was tun beim Blutdruck-Notfall?
- Häufige Fragen
Was genau ist Bluthochdruck?
Bluthochdruck ist eine Gefäßerkrankung.
Das Herz pumpt mit jedem Herzschlag Blut durch den Körper. Dazu baut es Druck auf, der das Blut aus dem Herzen in die Blutgefäße schiebt. Ist dieser Druck erhöht oder gar zu hoch, spricht man von Bluthochdruck oder Hypertonie. Zu hoher Druck in den Gefäßen kann diese schädigen und weitere gesundheitliche Probleme verursachen.
Bei der Blutdruckmessung werden 2 Werte bestimmt: der systolische Wert beschreibt den Druck während der Auswurfphase des Herzens, der diastolische Wert den Druck während der Entspannungsphase.
Die Systolische und die diastolische Komponente werden in der Einheit mmHg angegeben.
Optimale Blutdruckwerte liegen bei etwa 120/80 mmHg. Werte bis 139/89 mmHG gelten als hochnormal.
Werden diese Grenzwerte dauerhaft überschritten, liegt ein Bluthochdruck vor. Da die Erkrankung häufig keine Beschwerden verursacht, bleibt sie oft lange unerkannt. Gerade deshalb ist Bluthochdruck gefährlich. Über Jahre hinweg kann der erhöhte Blutdruck die Blutgefäße und andere Organe schädigen, ohne dass Betroffene dies bemerken.

Der Blutdruck lässt sich mittels aufpumpbarer Armmanschette messen © interstid | AdobeStock
Risikofaktoren und Ursachen von Bluthochdruck
Die Ursachen von Bluthochdruck sind vielfältig. In den meisten Fällen lässt sich keine eindeutige Ursache feststellen. Mediziner sprechen dann von einer primären Hypertonie. Diese Form macht ein Großteil aller Fälle von Bluthochdruck aus.
Daneben gibt es die sekundäre Hypertonie, bei der eine andere Erkrankung den erhöhten Blutdruck verursacht. Besonders Erkrankungen der Niere, hormonelle Störungen oder bestimmte Medikamente können Auslöser sein. In diesen Fällen spricht man auch von einem sekundären Bluthochdruck.
Gleichwohl gibt es Faktoren, die die Entstehung von Bluthochdruck beeinflussen können. Ganz weit oben steht hier Übergewicht. Bei vielen Blutdruckpatienten kann eine Gewichtsreduktion zu deutlich geringeren Werten führen. Aber auch weitere Risikofaktoren können die Höhe des Blutdrucks beeinflussen, darunter:
- Veranlagung und Vererbung,
- Nierenschäden,
- Bewegungsmangel,
- Stoffwechselerkrankungen, wie Diabetes Mellitus,
- Nikotin- oder Alkoholkonsum sowie
- seelische Belastungen.
Das persönliche Risiko für Bluthochdruck steigt mit zunehmenden Alter. Darüber hinaus wirken sich ungesunde Ernährungsgewohnheiten, fehlende körperliche Aktivität und Übergewicht negativ auf die Blutdruckregulation aus.
Männer sind in jüngeren Jahren etwas häufiger betroffen, während sich die Häufigkeit im höheren Lebensalter zwischen den Geschlechtern annähert.
Symptome bei zu hohem Blutdruck
Ein typisches Merkmal von Bluthochdruck ist, dass die Erkrankung über lange Zeit keine Beschwerden verursacht. Deshalb wird sie oft als "stiller Killer" bezeichnet. Viele Betroffene bemerken zunächst kein eindeutiges Symptom. Treten Beschwerden auf, äußern sie sich häufig durch Kopfschmerzen, Schwindel, Schlafstörungen, Ohrensausen oder Nervosität.
Manche Menschen berichten zudem über Herzklopfen oder eine verminderte Belastbarkeit. Allerdings ist keine einzelne Beschwerde typisch für Bluthochdruck, weshalb die Erkrankung häufig erst im Rahmen einer Routineuntersuchung entdeckt wird.
Besonders bei hohem Blutdruck können die Symptome ausgeprägter sein. Dann steigt das Risiko für akute Komplikationen deutlich an.
Welche Erkrankungen können durch Bluthochdruck entstehen?
Bluthochdruck kann eine Reihe von lebensgefährlichen Folgeerkrankungen verursachen. Patienten mit dauerhaftem Bluthochdruck können einen Schlaganfall erleiden. Die Gefahr eines Herzinfarkts oder einer Herzinsuffizienz steigt ebenfalls, wenn der Bluthochdruck nicht behandelt wird. Zu den weiteren Folgen zählen auch Schäden an den Nieren sowie an den Augen.
Vielen Patienten wird nach der Bluthochdruck-Diagnose auch ein Besuch beim Augenarzt empfohlen. Der Grund dafür ist, dass sich auf der Netzhaut die Gefäße direkt betrachten lassen. Somit kann der Augenarzt Rückschlüsse auf den Zustand im gesamten Körper ziehen.
Sollte es bereits zu Veränderungen gekommen sein, können diese auch in anderen Körperregionen stattgefunden haben. Der Besuch bei einem Augenarzt mag zwar zunächst für viele Patienten weit hergeholt klingen, ist aber bei Bluthochdruck sehr sinnvoll.
Die betroffenen Gefäße verlieren ihre Elastizität und werden anfälliger für Ablagerungen und Verengungen. Das Herz muss bei Bluthochdruck ständig gegen einen erhöhten Widerstand arbeiten, dadurch verdickt sich der Herzmuskel, insbesondere die linke Herzkammer. Langfristig kann diese Mehrbelastung zu einer Herzschwäche führen.
Folgende Erkrankungen können die Folge von Bluthochdruck sein:
- Herzinfarkt
- Herzinsuffizienz
- Nierenschäden
- Schlaganfall
- Schädigung der Augen bzw. Beeinträchtigung des Sehvermögens
Diagnose arterielle Hypertonie:
Die Diagnose Bluthochdruck beginnt mit einer sorgfältigen Erfassung der Krankengeschichte und wiederholten Blutdruckmessungen. Eine einzelne erhöhte Messung reicht in der Regel nicht aus, um die Diagnose zu sichern. Die Messung erfolgt meist mit einer Oberarmschette.
Ergänzend kann eine Langzeitblutdruckmessung über 24 Stunden durchgeführt werden. Dabei werden sowohl die systolischen als auch die diastolischen Werte im Alltag erfasst. Anhand der gemessenen Werte lässt sich der Schweregrad der Erkrankung bestimmen. Dazu gehört unter anderem die Einteilung in Bluthochdruck Grad 1 und weitere Schweregrade.
Zusätzlich untersucht der Arzt, ob bereits Folgeschäden vorliegen oder eine andere Erkrankung den erhöhten Blutdruck verursacht. Blut- und Urinuntersuchung, Ultraschalluntersuchung sowie Herz- und Augenuntersuchungen können dabei wichtige Hinweise liefern.
Behandlung von Bluthochdruck durch blutdrucksenkende Medikamente
Vor der Therapie steht die Identifizierung der Ursache für den erhöhten Blutdruck. Wichtiger Teil der Behandlung von Bluthochdruck ist die Therapie der Grunderkrankung und die Beseitigung von Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Übergewichtige Patienten sollten daher ihr Gewicht reduzieren und dazu ihre Ernährung umstellen. Vor allem der Konsum von zu viel Salz gestaltet sich bei Bluthochdruck problematisch.
Liegen dem Leiden Probleme mit den Organen zugrunde, müssen diese mitbehandelt werden. Darüber hinaus sollten die Betroffenen
- Stress reduzieren,
- gegebenenfalls das Rauchen einstellen sowie
- auf Alkohol verzichten.
Entspannungsübungen werden oft belächelt. Sie können sich aber positiv auf die Stressreduktion und somit auch auf den Blutdruck auswirken.
Viele Patienten erhalten eine medikamentöse Therapie zur dauerhaften Blutdrucksenkung. Die Bandbreite solcher Medikamente ist sehr groß. Häufig werden ACE-Hemmer, Sartane, Betablocker, Kalziumkanalblocker oder Diuretika eingesetzt.
Welche Therapie geeignet ist, hängt von den individuellen Voraussetzungen der Betroffenen ab. Die medikamentöse Behandlung verfolgt das Ziel, den Blutdruck dauerhaft zu senken und Folgeerkrankungen zu verhindern.
Durch das Ausscheiden von Wasser wird der Blutdruck zusätzlich reduziert. Leistungssportler müssen die Einnahme eines solchen Medikaments der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA) melden. Auch ein ärztliches Attest empfiehlt sich. Dieses ist dann bei Wettkämpfen mitzuführen. Diuretika stehen auf der Dopingliste und können daher zum Ausschluss des Sportlers von Wettkämpfen oder zur Annullierung von Ergebnissen führen.
Mögliche Behandlungswege bei Bluthochdruck:
- Gewichtsreduktion
- Ernährungsumstellung
- Stressreduktion
- Verzicht auf Nikotin und Alkohol
- allgemein gesündere Lebensweise
- Gabe von blutdrucksenkenden Medikamenten
In der Regel können Hausärzte den Bluthochdruck diagnostizieren und auch behandeln. Unter Umständen kann er Sie an einen Facharzt, zum Beispiel an einen Spezialisten für Innere Medizin, überweisen.
Moderne blutdrucksenkende Medikamente haben die Prognose von Menschen mit Bluthochdruck deutlich verbessert. Viele Patientinnen und Patienten profitieren von einer individuell angepassten Kombination mehrerer Maßnahmen.
Verlauf und Prognose
Wird Bluthochdruck früh erkannt und konsequent behandelt, ist die Prognose in den meisten Fällen günstig. Viele Menschen mit Bluthochdruck können durch eine Kombination aus gesunder Lebensweise und Therapie dauerhaft normale Werte erreichen.
Bleibt die Erkrankung hingegen unbehandelt, steigt das Risiko für Schäden an den Gefäßen und Organen kontinuierlich an. Vor allem bei dauerhaft erhöhtem Blutdruck nehmen die Belastungen für Herz, Gehirn und Nieren zu.
Regelmäßige Kontrollen und die konsequente Einhaltung der Therapie sind daher entscheidend für den langfristigen Behandlungserfolg.
Der Spezialist für Bluthochdruck: Hypertensiologe
Bluthochdruck wird meistens von
- Hausärzten,
- Internisten,
- Kardiologen (Herzspezialisten) und
- Nephrologen (Nierenspezialisten)
behandelt. Diese Fachärzte sind jedoch in der Regel keine Spezialisten ausschließlich für Bluthochdruck.
Die Deutsche Hochdruckliga (DHL) hat vor einigen Jahren die Zusatzqualifikation zum Hypertensiologen eingeführt. Ärzte mit dieser Zusatzqualifikation haben im Bereich Hypertensiologie eine Fortbildung absolviert und sind damit ausgewiesene Bluthochdruck-Spezialisten.
Von der ESH (Europäische Gesellschaft für Hypertonie) wird Spezialisten die Bezeichnung „Hypertension Specialist of ESH“ verliehen.
Hypertensiologen besitzen einen großen Erfahrungsschatz mit Bluthochdruckpatienten. Hilfreich ist dies vor allem bei schwierigen Diagnosen oder bislang unerkannten Ursachen.
Was tun beim Blutdruck-Notfall?
Steigt der Blutdruck plötzlich auf Werte über 180/120mmHG, kann ein medizinischer Notfall vorliegen. Treten zusätzlich Beschwerden wie Brustschmerzen, Atemnot, Sehstörung oder Anzeichen eines Schlaganfalls auf, sollte umgehend der Notruf verständigt werden.
Ohne akute Symptome empfiehlt es sich, den Blutdruck nach einigen Minuten Ruhe erneut zu messen und zeitnah ärztlichen Rat einzuholen.
Häufige Fragen
Ab wann liegt Bluthochdruck vor?
Zum Bluthochdruck wird gesprochen, wenn die gemessenen Werte dauerhaft oberhalb der empfohlenen Grenzwerte liegen, also über 140/90mmHg.
Welche Blutdruckwerte gelten als normal?
Normale Blutdruckwerte liegen bei etwa 120/80mmHg. Leichte Abweichungen sind jedoch individuell möglich.
Ist Bluthochdruck heilbar?
Die zugrundeliegende Ursache kann nicht immer beseitigt werden, mit konsequenter Therapie lässt sich Bluthochdruck jedoch meist sehr gut kontrollieren.
Welche Folgen kann unbehandelter Bluthochdruck haben?
Unbehandelter Bluthochdruck erhöht das Risiko für Herzinfarkt,Schlaganfall, Herzschwäche und Nierenschäden erheblich.
Kann man Bluthochdruck vorbeugen?
Wer sich regelmäßig bewegt, Normalgewicht hält, nicht raucht und auf eine ausgewogene Ernährung achtet, kann Bluthochdruck vorbeugen und sein Herz-Kreislauf-System nachhaltig schützen.
Wie häufig ist Bluthochdruck in Deutschland?
Bluthochdruck in Deutschland gehört zu den häufigsten chronischen Erkrankungen und betrifft mehrere Millionen Menschen.



















