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Verletzungen

Ein falscher Tritt beim Joggen, eine schnelle Drehung auf dem Spielfeld oder ein Sturz vom Fahrrad auf harten Asphalt, und schon ist es passiert. Verletzungen sind alltäglich und können den gesamten Bewegungsapparat mit Knochen, Muskulatur, Gelenken, Knorpel, Bändern und Sehnen betreffen. Auch innere Organe, das Gehirn und die Haut können durch Unfälle, Stürze oder Verbrennungen geschädigt werden. Viele Verletzungen passieren beim Sport.

Sportverletzungen sind häufig, verlaufen aber meist harmlos und heilen mit ausreichender Schonung gut aus.

Im folgenden finden Sie eine Übersicht über häufige Verletzungen und Spezialisten.

Akut oder durch Überbeanspruchung: So entstehen Verletzungen

Ärztinnen und Ärzte unterscheiden zwei große Gruppen. Bei akuten Sportverletzungen und Unfällen wirkt eine plötzliche Gewalteinwirkung auf den Körper, etwa durch einen Zusammenprall, einen Sturz oder plötzliche Bewegungen mit schnellen Richtungswechseln. Typische Folgen sind Prellungen, Bänderrisse, Knochenbrüche oder eine Quetschung.

Daneben gibt es Beschwerden, die durch wiederholte Belastung verursacht werden. Eine dauerhafte Überlastung von Muskeln oder Sehnen führt zu schmerzhaften Reizzuständen. Bei Läufern können sogar kleine Risse im Knochen entstehen, sogenannte Ermüdungsbrüche. Auch Schmerzen an der Schienbeinkante gehen häufig auf Überbelastung zurück.

Ein bekanntes Beispiel ist der Tennisarm: Durch Überanstrengung der Unterarmmuskulatur reizen sich die Sehnenansätze am Ellenbogen. Früher hielt man das für eine Entzündung, heute gilt der Tennisarm eher als Überlastungsschaden der Sehne.

In Deutschland werden Verletzungen nach der ICD-10-GM verschlüsselt. Kapitel XIX fasst mit den Codes S00 bis T98 Verletzungen, Vergiftungen und bestimmte andere Folgen äußerer Ursachen zusammen. Dazu zählen auch Komplikationen durch Endoprothesen, etwa die Lockerung einer Knieprothese oder die Infektion eines künstlichen Hüftgelenks. In der internationalen Klassifikation ICD-11 der Weltgesundheitsorganisation, die seit 2022 gilt, stehen Verletzungen in Kapitel 22.

Prellungen und Schürfwunden gehören zu den häufigsten Sportverletzungen

Eine Prellung entsteht durch einen Stoß, Schlag oder Tritt. Dabei reißen kleine Blutgefäße im Gewebe, das Blut sammelt sich unter der Haut und es kommt zu Blutergüssen, im Volksmund „blauer Fleck“. Typisch sind Schmerzen und eine Schwellung. Wird Gewebe zwischen zwei harten Flächen eingeklemmt, kann zusätzlich eine Quetschwunde entstehen.

Bei Schürfwunden ist vor allem die oberste Hautschicht betroffen, die Epidermis. Eine Schnittwunde hat dagegen glatte Ränder und kann tiefer reichen. Kleine, oberflächliche Wunden lassen sich meist selbst versorgen: vorsichtig reinigen, desinfizieren und steril abdecken. Tiefe oder stark verschmutzte Wunden, Bisswunden und Verletzungen mit starken Blutungen gehören dagegen zu denen, die ärztlich behandelt werden müssen. Dabei sollte auch der Tetanusschutz überprüft werden.

Die häufigsten Verletzungen im Überblick

Sportliche Aktivitäten halten fit, bergen aber auch Risiken. Sportverletzungen betreffen besonders häufig die Beine, vor allem Knie und Knöchel. Zerrungen und Verstauchungen machen zusammen mit Prellungen einen großen Teil aus. Sportunfälle mit Kontakt zum Gegner, etwa beim Fußballspielen, führen zudem öfter zu Bänder- und Knochenverletzungen.

Muskelzerrung und Muskelfaserriss

Muskelzerrungen entstehen, wenn ein Muskel durch eine schnelle Bewegung überdehnt wird. Die Fasern bleiben dabei weitgehend intakt, der Muskel fühlt sich verhärtet und verspannt an. Bei Muskelfaserrissen reißen dagegen einzelne Fasern ein. Betroffene spüren einen plötzlichen, stechenden Schmerz und müssen die Bewegung meist sofort abbrechen. Beide Muskelverletzungen treffen häufig die Oberschenkel- und Wadenmuskulatur. Muskelfaserrisse brauchen je nach Ausmaß mehrere Wochen zur Regeneration.

Verstauchung am Sprunggelenk

Beim Umknicken mit dem Fuß werden die Außenbänder zu stark gedehnt oder reißen ein. Typisch sind Schmerzen beim Auftreten, eine Schwellung und ein Bluterguss am Knöchel. Bei leichten Bänder- und Kapselverletzungen reicht meist eine konservative Behandlung: Eine Orthese sorgt für Stabilisierung, damit das Gelenk in Ruhe ausheilen kann. Physiotherapie hilft anschließend, erneutem Umknicken vorzubeugen.

Meniskusriss und andere Verletzungen des Knies

Das Kniegelenk ist bei Sportarten mit Drehbewegungen stark gefordert. Der Meniskus, eine Knorpelscheibe zwischen Ober- und Unterschenkel, kann bei einer Drehung unter Belastung einreißen. Betroffene haben Schmerzen im Gelenkspalt, das Knie schwillt an und die Beweglichkeit ist eingeschränkt, manchmal blockiert das Knie. Häufig ist dabei auch das vordere Kreuzband mitbetroffen. Ob eine Operation nötig ist, hängt von Art und Lage des Risses sowie vom Alter und Aktivitätsniveau ab.

Erste Hilfe bei Sportverletzungen

Bei frischen Verletzungen von Muskeln, Bändern und Gelenken hat sich eine einfache Merkhilfe bewährt: Die sogennante PECH-Regel:

  • P steht für Pause,
  • E für Eis,
  • C für Compression und
  • H für das Hochlagern des verletzten Körperteils.

Wichtig ist, die Belastung sofort zu beenden. Kühlen Sie die betroffene Stelle, um Schmerzen zu lindern, aber legen Sie Eis oder Kühlpacks nie direkt auf die Haut, sondern immer mit einem Tuch dazwischen. Ein elastischer Verband sorgt für leichten Druck. Kompression und Hochlagern über Herzhöhe wirken einer starken Schwellung entgegen. Ob längeres Kühlen die Heilung eher bremst, wird in Fachkreisen inzwischen diskutiert. Kurzes Kühlen zur Schmerzlinderung gilt aber weiterhin als sinnvoll.

Nicht jede Verletzung muss behandelt werden. Einen Arzt aufsuchen sollten Sie jedoch, wenn starke Schmerzen auch nach Ruhe anhalten, das Gelenk sichtbar fehlgestellt ist, Sie das Bein nicht belasten können oder Taubheit und Kribbeln auftreten. Auch eine Blutung, die sich nicht stillen lässt, und eine rasch zunehmende Schwellung gehören ärztlich abgeklärt. Nach Kopfverletzungen mit Bewusstlosigkeit, Erbrechen, Verwirrtheit oder starken Kopfschmerzen ist sofort der Notruf 112 zu wählen.

Verletzungen bei Kindern: Was ist anders?

Kinder toben, klettern und fallen, Stürze vom Fahrrad oder Klettergerüst sind häufig. Ihre Knochen sind elastischer als die von Erwachsenen. Bei Brüchen bleibt die Knochenhaut deshalb oft erhalten, Fachleute sprechen von einer Grünholzfraktur.

Besonders wichtig sind die Wachstumsfugen: Verletzungen in diesem Bereich können das Längenwachstum beeinflussen und sollten immer fachkundig beurteilt werden. Spezialisierte Ansprechpartner sind Kinderchirurgen und Kindertraumatologen.

Weitere Verletzungen: innere Organe, Kopf und Haut

Nicht alle Verletzungen betreffen den Bewegungsapparat. Bei schweren Unfällen können innere Organe wie Leber, Milz oder Darm verletzt werden. Schläge oder Stürze auf den Kopf können zu einer Gehirnerschütterung oder einem schweren Schädel-Hirn-Trauma führen. Verbrennungen und Verbrühungen schädigen je nach Tiefe mehrere Hautschichten und erfordern bei größerer Ausdehnung eine Behandlung in einem spezialisierten Zentrum.

Spezialisten für Verletzungen

Viele Verletzungen heilen ohne Operation. Ob eine konservative Behandlungsmethode ausreicht oder ein Eingriff nötig ist, beurteilen Fachärztinnen und Fachärzte mit chirurgischer Ausbildung.

Für Verletzungen des Bewegungsapparats und Komplikationen mit Endoprothesen sind Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie zuständig, viele von ihnen haben sich auf Sporttraumatologie spezialisiert.

Handchirurgen versorgen Verletzungen an Hand und Handgelenk.

Viszeralchirurgen behandeln innere Verletzungen, je nach betroffenem Organ gibt es Spezialisten für Leber- und Gallenchirurgie oder Magen- und Darmchirurgie.

Verletzungen von Gehirn und Rückenmark erfordern das Fachwissen von Neurochirurgen.

Bei Verbrennungen und großen Hautdefekten sind Plastische Chirurgen die richtigen Ansprechpartner.

Informieren Sie sich hier zu akuten Verletzungen aller Art und finden Sie auf Leading Medicine Guide Ihren Spezialisten, den Sie direkt kontaktieren können.

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Heilung einer Sportverletzung?

Das hängt von Art und Schwere ab. Leichte Prellungen klingen oft nach wenigen Tagen ab, Bänderverletzungen brauchen meist mehrere Wochen, Knochenbrüche sechs Wochen oder länger.

Wie lassen sich Sportverletzungen vermeiden?

Zur Vorbeugung gehören gründliches Aufwärmen, eine langsame Steigerung des Trainings, passendes Schuhwerk und ausreichende Pausen. Wer regelmäßig sportlich aktiv ist, profitiert zudem von gezieltem Kraft- und Koordinationstraining.

Wann darf ich nach einer Verletzung wieder Sport treiben?

Erst wenn Beweglichkeit, Kraft und Belastbarkeit weitgehend wiederhergestellt sind und keine Schmerzen mehr auftreten. Bei größeren Verletzungen sollten Sie den Wiedereinstieg mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt absprechen.

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