Der Kieferbruch zählt zu den häufigsten und schmerzhaftesten Verletzungen des Gesichts. Kieferbrüche machen etwa die Hälfte aller Frakturen im Bereich des Kopfes aus. Häufig sind hierbei Unfälle, Kontaktsport und Gewalteinwirkung wie Schläge oder Tritte die Ursache. Je nach Schwere der Verletzung kann ein operativer Eingriff nötig werden.
Kurzübersicht:
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Wie erkennt man einen Kieferbruch?
Unter Umständen reicht schon ein Blick auf den Kiefer, das Kinn und die Zähne. Der Verdacht auf einen Kieferbruch erhärtet sich, wenn
- der Patient beim Beißen die Zähne nicht mehr richtig aufeinander stellen kann,
- beim Aufbeißen eine deutlich sichtbare Schiefstellung entsteht,
- Zähne gelockert sind oder
- der Patient starke Schmerzen hat.
Bei Verdacht auf einen Kieferbruch wird der Patient in der Regel zum Röntgen geschickt. Bei Knochenbrüchen im Allgemeinen ist das Röntgen auch heute noch das erste Mittel der Wahl: Damit lassen sich Frakturen meist gut erkennen. Der Arzt kann anhand dieser Aufnahmen erkennen, wie stark der Kieferknochen beschädigt ist
Bei komplizierten Verletzungen oder Beteiligung des Kiefergelenk ist zusätzlich Computertomographie oder ein MRT möglich. Auf einem MRT lassen sich auch andere Defekte erkennen, die bei einem Verletzungstrauma mit einem Schaden am Knochen einhergehen können.
Mittels Röntgenbild lassen sich Brücke, etwa ein Kieferbruch, meistens sehr gut erkennen © Popova Olga | AdobeStock

Mittels Röntgenbild lassen sich Brücke, etwa ein Kieferbruch, meistens sehr gut erkennen © Popova Olga | AdobeStock
Wie behandelt man einen Kieferbruch?
Die Behandlung hängt vom Ausmaß der Schädigung ab. Auf jeden Fall sollte es spätestens bis zu 48 Stunden nach dem Unfall zur Erstversorgung kommen. Während der Erstversorgung werden die Schmerzen behandelt und der Mediziner nimmt eine temporäre Schienung vor.
Sind die Knochen an Ober- und/oder Unterkiefer stark in Mitleidenschaft gezogen, folgt in vielen Fällen anschließend eine Operation. Dabei versorgt der Chirurg die Bruchstelle und sorgt für die Wiederherstellung der anatomischen Form und Funktion des Kiefers. Die Zähne werden hierbei ebenfalls gerichtet.
Bei angebrochenen Knochen kann eine konservative Therapie angezeigt sein. Ziel ist dabei die Ruhigstellung des Kiefers durch Fixierung mit Schienen.
Bei schwerere Schäden ist eine Operation unausweichlich. Zu den gängigen OP-Verfahren gehört die Versorgung der Bruchstelle. Oft muss hier eine Reposition durchgeführt werden.
Danach erfolgt die Fixation der Knochen, etwa mit einer Schiene oder Miniplatten. Auch heute wird teilweise noch die Schuchardt-Schiene zur Fixierung eingesetzt, die aus Draht gefertigt ist und optisch einem Drahtgestell ähnelt. Diese Methode birgt allerdings einige Nachteile:
- der Patient kann einige Wochen weder kauen, noch feste Nahrung zu sich nehmen.
- die übliche Zahn- und Mundhygiene ist nicht möglich, so dass es zu Zahnhalskaries oder Zahnfleischkrankheiten kommen kann.
Zeitgemäßer ist die funktionsstabile Versorgung mittels Miniplattenosteosynthese. ist inzwischen die Verwendung einer Miniplattenosteosynthese, die Platten werden dabei verschraubt und einige Monate später wieder entfernt. Sie wird in Vollnarkose durchgeführt. Sie erlaubt bereits direkt nach dem Eingriff eine normale Mundöffnung.
Einige Monate nach der OP werden diese Platten in einem weiteren Eingriff unter Lokalanästhesie wieder entfernt. Wie bei anderen Knochenbrüchen ist auch der Druck auf die Fraktur für die Heilung wichtig.
Vor einem geplanten Eingriff erstellt der Spezialist einen Heil- und Kostenplan, damit Patienten und Krankenkassen über den Umfang der Behandlung informiert sind
Wie lange dauert die Genesung nach einem Kieferbruch?
Die Heilungsdauer hängt von verschiedenen Faktoren ab. Gab es Komplikationen bei der OP? Hat sich der Patient genau an die Vorgaben des behandelnden Arztes gehalten? Dies sind nur zwei Aspekte, die einen Einfluss auf die Genesungszeit haben.
In der Regel heilt ein Kieferbruch in einem Zeitraum von vier bis sechs Wochen aus. Nach dieser Zeit ist die volle Belastbarkeit unter normalen Umständen wieder möglich. Allerdings kann es auch hier - etwa nach einer OP - zu Wundheilungsstörungen oder Infektionen kommen, die die Heilungsdauer verzögern können.
Die Behandlungskosten werden in der Regel von der Krankenkasse übernommen – bei Sportverletzungen kann auch die Unfallversicherung zuständig sein.
Wer behandelt einen Kieferbruch?
Bei einem Bruch des Kiefers sollte sich der Patient von einem Spezialisten aus dem Bereich der MKG-Chirurgie (Mund, Kiefer, Gesicht) behandeln lassen. Ein solcher Facharzt kann nicht nur bei der Versorgung des geschädigten Knochenmaterials helfen. Oft sind die Zähne locker oder stark beschädigt – um Zahnverlust zu vermeiden, müssen diese ebenfalls mitversorgt werden.
FAQ
1. Wie erkennt man einen Kieferbruch?
Typische Zeichen sind Schwellung, Missempfindungen im Gesicht, Einblutungen und die eingeschränkte Beweglichkeit des Unterkiefers.
2. Wie wird ein Kieferbruch behandelt?
Je nach Schwere kommen verschiedene Behandlungsmethoden infrage – von konservativer Schienung bis zur operativen Versorgung mit Metallplatten.
3. Wie lange dauert die Heilung?
In der Regel vier bis sechs Wochen – Knochenverlust oder Infektionen können die Heilung jedoch verzögern.
4. Wer behandelt einen Kieferbruch?
Spezialisierte Ärzte aus der MKG-Chirurgie (Kieferorthopädie und Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurgie) übernehmen sowohl die Kieferorthopädische Nachsorge als auch die operative Behandlung.




