Eine Röntgenuntersuchung ist ein bildgebendes Verfahren, bei dem Röntgenstrahlen einen Körperbereich durchdringen. Typische Einsatzgebiete sind Knochenbrüche, Fehlstellungen und Gelenkerkrankungen. Die gewöhnliche Untersuchung ist schmerzlos und dauert meist nur wenige Minuten.
Das Röntgen gehört zur bildgebenden Diagnostik der modernen Medizin. Eine besondere Vorbereitung ist normalerweise nicht erforderlich. Eine mögliche Schwangerschaft müssen Sie jedoch vor der Aufnahme ansprechen.
Was ist Röntgendiagnostik?
Bei diesem Verfahren durchdringen Röntgenstrahlen den untersuchten Körperbereich. Weil verschiedene Gewebe die Strahlen unterschiedlich stark abschwächen, entsteht eine Darstellung der inneren Strukturen. Knochen lassen sich auf gewöhnlichen Röntgenbildern besonders gut beurteilen.
Eine gewöhnliche Röntgenaufnahme und eine Computertomographie, kurz CT, sind unterschiedliche radiologische Verfahren. Beide arbeiten mit Röntgenstrahlen. Die CT gehört daher nicht zur strahlungsfreien Bildgebung.
Für die Qualitätsbeurteilung gewöhnlicher Röntgenaufnahmen und CT-Bilder gelten festgelegte Kriterien. Bei der Niedrigdosis-CT zur Lungenkrebsfrüherkennung hält ein Arzt das Untersuchungsergebnis in einem Befund fest.
Wann ist eine Röntgenuntersuchung sinnvoll?
Eine Röntgenuntersuchung ist sinnvoll, wenn sie eine konkrete medizinische Frage beantworten kann.
- Knochenbruch: Nachweis einer möglichen Fraktur
- Fehlstellung: Beurteilung der Stellung von Knochen
- Arthrose: Erkennen typischer Gelenkveränderungen
- Knochenmetastasen: Untersuchung von Armen und Beinen bei Krebs
- Mammographie: spezielle Röntgenaufnahme der Brust

Knochenbrüche, Fehlstellungen und Gelenkerkrankungen wie Arthrose gehören zu den typischen Einsatzgebieten. Bei einer Krebserkrankung kann Röntgen insbesondere zur Abklärung von Knochenmetastasen in Armen und Beinen beitragen.
Nicht jede medizinische Frage lässt sich mit einer gewöhnlichen Aufnahme klären. Zur Früherkennung von Lungenkrebs bei anspruchsberechtigten starken Raucherinnen und Rauchern wird eine Niedrigdosis-CT eingesetzt, keine normale Aufnahme der Lunge.
Wie bereiten Sie sich auf das Röntgen vor?
Für eine gewöhnliche Röntgenuntersuchung benötigen Sie normalerweise keine besondere Vorbereitung. Bei speziellen Untersuchungen können zusätzliche Vorgaben gelten. Darüber informiert Sie das Behandlungsteam vor dem Termin.

Informieren Sie das Personal vor der Aufnahme, wenn Sie schwanger sind oder schwanger sein könnten. Die mögliche Schwangerschaft muss deshalb in die medizinische Entscheidung einfließen.
Falls ein Kontrastmittel vorgesehen ist, berichten Sie von früheren ungewöhnlichen Beschwerden nach einer solchen Anwendung. Bei bestimmten Eingriffen macht das Mittel die Blutgefäße auf den Bildern besser sichtbar. Welche Angaben oder Unterlagen außerdem benötigt werden, klärt die untersuchende Einrichtung vor dem Termin.
Wie läuft die Untersuchung ab?
Bei einer gewöhnlichen Röntgenuntersuchung wird der betreffende Körperbereich kurz mit Röntgenstrahlen aufgenommen. Der genaue Ablauf richtet sich nach dem untersuchten Bereich und der medizinischen Fragestellung.
- Das Personal bringt den zu untersuchenden Körperbereich in die erforderliche Position.
- Während der Aufnahme durchdringen Röntgenstrahlen diesen Körperbereich.
Die einzelne Aufnahme dauert meist nur wenige Sekunden. Für eine gewöhnliche Röntgenuntersuchung werden insgesamt meist wenige Minuten benötigt. Durch Anmeldung, Vorbereitung, Positionierung und Auswertung kann der gesamte Termin mehr Zeit beanspruchen.
Ein Kathetereingriff unter Röntgenkontrolle ist keine einfache Röntgenaufnahme. Dabei kann Kontrastmittel gespritzt werden, damit die Blutgefäße auf den Bildern besser zu erkennen sind. Diese Gefäßdarstellung gehört zur Angiografie.
Tut eine Röntgenuntersuchung weh?
Eine gewöhnliche Röntgenuntersuchung ist schmerzlos und erfordert keine Betäubung. Beschwerden können durch die notwendige Körperhaltung oder durch Besonderheiten einzelner Verfahren entstehen.

Eine Mammographie kann unangenehm oder schmerzhaft sein. Für die Aufnahme wird die Brust zusammengedrückt. Diese Besonderheit lässt sich nicht auf eine normale Röntgenaufnahme anderer Körperbereiche übertragen.
Röntgenstrahlen verursachen eine Strahlenbelastung. Wie sie bei der einzelnen Untersuchung einzuordnen ist, hängt vom untersuchten Körperbereich und vom Verfahren ab. Eine mögliche Schwangerschaft muss vor der Aufnahme angesprochen werden.
In einer Studie mit 115.966 Personen reagierten 0,58 Prozent überempfindlich auf jodhaltiges Kontrastmittel. Schwere Reaktionen traten bei 0,06 Prozent aller Personen auf, die dieses Kontrastmittel erhielten. Die Zahlen gelten für die untersuchte Anwendung, nicht für Aufnahmen ohne Kontrastmittel.
Wie beurteilt eine Ärztin das Ergebnis?
Wann und durch wen Sie das Ergebnis erhalten, hängt vom Untersuchungsort und vom Anlass der Aufnahme ab. Fragen Sie dort nach dem vorgesehenen Termin für die Befundbesprechung.
Bei der diagnostischen Mammographie wird der Befund einer BI-RADS-Kategorie zugeordnet. BI-RADS ist ein standardisiertes System zur Einordnung von Brustbefunden. Die Kategorie unterstützt die Planung des weiteren Vorgehens.
Wenn Sie während oder nach der Untersuchung ungewöhnliche Beschwerden bemerken, informieren Sie das medizinische Personal. Das gilt besonders nach einer Untersuchung mit Kontrastmittel. Hinweise für das weitere Verhalten erhalten Sie vom Behandlungsteam.
Welche Alternativen gibt es?
Ultraschall, Magnetresonanztomographie und CT können je nach Fragestellung Alternativen oder ergänzende Verfahren sein. Die Wahl richtet sich nach dem Körperbereich und der gesuchten Veränderung.
| Verfahren | Strahlenbelastung | Möglicher Einsatz |
|---|---|---|
| Gewöhnliche Röntgenaufnahme | Röntgenstrahlen werden eingesetzt | Vor allem bei Knochenbrüchen, Fehlstellungen und Arthrose |
| Ultraschall | Keine Strahlenbelastung | Ultraschallwellen durchwandern das Gewebe, ohne es zu schädigen |
| MRT | Keine Strahlenbelastung | Die Eignung als Alternative hängt von der medizinischen Fragestellung ab |
| Niedrigdosis-CT | Röntgenstrahlen werden eingesetzt | Lungenkrebsfrüherkennung bei anspruchsberechtigten starken Raucherinnen und Rauchern |
Wer übernimmt die Kosten?
Ob eine Röntgenuntersuchung bezahlt wird, hängt vom Anlass, vom Versicherungsstatus und von den jeweiligen Regelungen ab. Aus den Bestimmungen zum Mammographie-Screening lässt sich keine pauschale Kostenübernahme für jede Röntgenaufnahme ableiten.
Frauen zwischen 50 und 75 Jahren haben alle zwei Jahre Anspruch auf eine Röntgenuntersuchung der Brust im organisierten Mammographie-Screening. Für Anspruchsberechtigte übernehmen die Krankenkassen die Kosten dieses Programms.

Privatversicherte sollten vor einem Mammographie-Screening mit ihrer Versicherung klären, ob die Kosten übernommen werden. Bei anderen Röntgenuntersuchungen kann die behandelnde Praxis erläutern, ob eine Kostenübernahme zu erwarten ist.
Häufige Fragen zur Röntgenuntersuchung
Was sieht man auf einem normalen Röntgenbild?
Ein normales Röntgenbild eignet sich besonders zur Beurteilung von Knochen. Es kann bei der Feststellung von Knochenbrüchen, Fehlstellungen und Arthrose helfen. Bei Krebs lassen sich damit unter anderem Knochenmetastasen in Armen und Beinen untersuchen.
Muss ich vor dem Röntgen nüchtern sein?
Nüchternheit ist bei einer gewöhnlichen Aufnahme im Regelfall nicht vorgesehen. Falls für ein spezielles Verfahren andere Vorgaben gelten, teilt die untersuchende Einrichtung Ihnen diese vor dem Termin mit.
Bekomme ich bei jeder Röntgenuntersuchung Kontrastmittel?
Bei einem Kathetereingriff zur Behandlung einer Durchblutungsstörung im Bein wird Kontrastmittel eingesetzt. Dadurch sind die Blutgefäße auf den Röntgenbildern besser sichtbar.
Wann brauche ich statt Röntgen eine CT oder MRT?
Das hängt von der medizinischen Fragestellung ab. Eine MRT kommt ohne Strahlenbelastung aus, ist aber nicht für jede Untersuchung die passende Alternative. Zur Lungenkrebsfrüherkennung anspruchsberechtigter starker Raucherinnen und Raucher wird eine Niedrigdosis-CT verwendet.
Was bedeutet BI-RADS im Mammographie-Befund?
BI-RADS ist ein System zur Einordnung von Befunden aus der Mammographie. Die zugewiesene Kategorie hilft bei der Entscheidung, wie nach dem Ergebnis weiter vorgegangen wird.
Was muss ich bei einer möglichen Schwangerschaft sagen?
Teilen Sie vor der Untersuchung mit, wenn Sie schwanger sind oder eine Schwangerschaft möglich ist. Das Behandlungsteam entscheidet anhand des Untersuchungsanlasses über das weitere Vorgehen.
Über den Fachautor
Prof. Dr. rer. physiol. Dr. med. Johannes T. Heverhagen
Medizinischer Fachautor · Direktor und Chefarzt · Bern
Mehr über den Fachautor →Quellen
- Knochenuntersuchungen verstehen. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, 2022
- Röntgen. Berufsverband Deutscher Internistinnen und Internisten
- Röntgen bei Krebs | DKFZ. Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums, 2019
- Symptome von Knochenmetastasen | DKFZ. Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums
- Brustkrebs: Früherkennung durch Abtasten und Mammographie. Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums
- MRT in der Krebsmedizin | DKFZ. Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums
- Qualitätsbeurteilungs-Richtlinie Radiologie. Gemeinsamer Bundesausschuss, 2023
- Lungenkrebs: Symptome und Früherkennung für starke Raucher. Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums, 2026
- Lungenkrebs-Früherkennung für Raucherinnen und Raucher. Gemeinsamer Bundesausschuss, 2026
- Katheter-Eingriffe und Operationen bei Durchblutungsstörungen der Beine (PAVK). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, 2024
- Iodinated Contrast Media Hypersensitivity in 115,966 Patients: Risk Factors, Severity Profiles, and the Impact of Iodine Concentration on Reaction Risk. Autorinnen und Autoren der Studie, 2026
- Mammographie: Röntgenuntersuchung der Brust. Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums
- Röntgen-Thorax: Röntgenbild der Lunge. Lungeninformationsdienst am Helmholtz Zentrum München
- Wie funktioniert eine Ultraschalluntersuchung?. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, 2024
- Informationen zum Mammographie-Screening. Gemeinsamer Bundesausschuss, 2024
- Brustkrebs-Früherkennung – Mammographie-Screening-Programm. Gemeinsamer Bundesausschuss
