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Diagnostik · Neuroradiologie

Wie die konventionelle Röntgendiagnostik funktioniert

Kurzübersicht — das Wichtigste zuerst

Einsatzgebiete
Röntgenbilder können unter anderem Knochenbrüche, Fehlstellungen, Arthrose und bestimmte Knochenmetastasen sichtbar machen.
Vorbereitung
Für eine gewöhnliche Aufnahme ist in der Regel keine besondere Vorbereitung nötig.
Dauer
Die einzelne Aufnahme dauert meist wenige Sekunden, die gesamte gewöhnliche Untersuchung wenige Minuten.
Schmerzen
Eine normale Aufnahme ist schmerzlos; eine Mammographie kann durch das Zusammendrücken der Brust wehtun.
Schwangerschaft
Wer schwanger ist oder sein könnte, sollte dies unbedingt vor der Untersuchung ansprechen.

Eine Röntgenuntersuchung ist ein bildgebendes Verfahren, bei dem Röntgenstrahlen einen Körperbereich durchdringen. Typische Einsatzgebiete sind Knochenbrüche, Fehlstellungen und Gelenkerkrankungen. Die gewöhnliche Untersuchung ist schmerzlos und dauert meist nur wenige Minuten.

Das Röntgen gehört zur bildgebenden Diagnostik der modernen Medizin. Eine besondere Vorbereitung ist normalerweise nicht erforderlich. Eine mögliche Schwangerschaft müssen Sie jedoch vor der Aufnahme ansprechen.

Was ist Röntgendiagnostik?

Bei diesem Verfahren durchdringen Röntgenstrahlen den untersuchten Körperbereich. Weil verschiedene Gewebe die Strahlen unterschiedlich stark abschwächen, entsteht eine Darstellung der inneren Strukturen. Knochen lassen sich auf gewöhnlichen Röntgenbildern besonders gut beurteilen.

Eine gewöhnliche Röntgenaufnahme und eine Computertomographie, kurz CT, sind unterschiedliche radiologische Verfahren. Beide arbeiten mit Röntgenstrahlen. Die CT gehört daher nicht zur strahlungsfreien Bildgebung.

Für die Qualitätsbeurteilung gewöhnlicher Röntgenaufnahmen und CT-Bilder gelten festgelegte Kriterien. Bei der Niedrigdosis-CT zur Lungenkrebsfrüherkennung hält ein Arzt das Untersuchungsergebnis in einem Befund fest.

Wann ist eine Röntgenuntersuchung sinnvoll?

Eine Röntgenuntersuchung ist sinnvoll, wenn sie eine konkrete medizinische Frage beantworten kann.

  • Knochenbruch: Nachweis einer möglichen Fraktur
  • Fehlstellung: Beurteilung der Stellung von Knochen
  • Arthrose: Erkennen typischer Gelenkveränderungen
  • Knochenmetastasen: Untersuchung von Armen und Beinen bei Krebs
  • Mammographie: spezielle Röntgenaufnahme der Brust
Röntgenuntersuchung
Die Röntgen-Untersuchung gehört zu den bildgebenden Verfahren, das mit Hilfe von Röntgenstrahlen ein Abbild eines Körperbereichs erstellt @ Gorodenkoff /AdobeStock

Knochenbrüche, Fehlstellungen und Gelenkerkrankungen wie Arthrose gehören zu den typischen Einsatzgebieten. Bei einer Krebserkrankung kann Röntgen insbesondere zur Abklärung von Knochenmetastasen in Armen und Beinen beitragen.

Nicht jede medizinische Frage lässt sich mit einer gewöhnlichen Aufnahme klären. Zur Früherkennung von Lungenkrebs bei anspruchsberechtigten starken Raucherinnen und Rauchern wird eine Niedrigdosis-CT eingesetzt, keine normale Aufnahme der Lunge.

Wie bereiten Sie sich auf das Röntgen vor?

Für eine gewöhnliche Röntgenuntersuchung benötigen Sie normalerweise keine besondere Vorbereitung. Bei speziellen Untersuchungen können zusätzliche Vorgaben gelten. Darüber informiert Sie das Behandlungsteam vor dem Termin.

Mammographieuntersuchung
Die Mammographie ist eine spezielle Röntgenuntersuchung der Brust @ RFBSIP /AdobeStock

Informieren Sie das Personal vor der Aufnahme, wenn Sie schwanger sind oder schwanger sein könnten. Die mögliche Schwangerschaft muss deshalb in die medizinische Entscheidung einfließen.

Falls ein Kontrastmittel vorgesehen ist, berichten Sie von früheren ungewöhnlichen Beschwerden nach einer solchen Anwendung. Bei bestimmten Eingriffen macht das Mittel die Blutgefäße auf den Bildern besser sichtbar. Welche Angaben oder Unterlagen außerdem benötigt werden, klärt die untersuchende Einrichtung vor dem Termin.

Wie läuft die Untersuchung ab?

Bei einer gewöhnlichen Röntgenuntersuchung wird der betreffende Körperbereich kurz mit Röntgenstrahlen aufgenommen. Der genaue Ablauf richtet sich nach dem untersuchten Bereich und der medizinischen Fragestellung.

  1. Das Personal bringt den zu untersuchenden Körperbereich in die erforderliche Position.
  2. Während der Aufnahme durchdringen Röntgenstrahlen diesen Körperbereich.

Die einzelne Aufnahme dauert meist nur wenige Sekunden. Für eine gewöhnliche Röntgenuntersuchung werden insgesamt meist wenige Minuten benötigt. Durch Anmeldung, Vorbereitung, Positionierung und Auswertung kann der gesamte Termin mehr Zeit beanspruchen.

Ein Kathetereingriff unter Röntgenkontrolle ist keine einfache Röntgenaufnahme. Dabei kann Kontrastmittel gespritzt werden, damit die Blutgefäße auf den Bildern besser zu erkennen sind. Diese Gefäßdarstellung gehört zur Angiografie.

Tut eine Röntgenuntersuchung weh?

Eine gewöhnliche Röntgenuntersuchung ist schmerzlos und erfordert keine Betäubung. Beschwerden können durch die notwendige Körperhaltung oder durch Besonderheiten einzelner Verfahren entstehen.

Angiografie
Angiografie nennt man die Darstellung von Blutgefäßen mit bildgebenden Verfahren @ utah51 /AdobeStock

Eine Mammographie kann unangenehm oder schmerzhaft sein. Für die Aufnahme wird die Brust zusammengedrückt. Diese Besonderheit lässt sich nicht auf eine normale Röntgenaufnahme anderer Körperbereiche übertragen.

Röntgenstrahlen verursachen eine Strahlenbelastung. Wie sie bei der einzelnen Untersuchung einzuordnen ist, hängt vom untersuchten Körperbereich und vom Verfahren ab. Eine mögliche Schwangerschaft muss vor der Aufnahme angesprochen werden.

In einer Studie mit 115.966 Personen reagierten 0,58 Prozent überempfindlich auf jodhaltiges Kontrastmittel. Schwere Reaktionen traten bei 0,06 Prozent aller Personen auf, die dieses Kontrastmittel erhielten. Die Zahlen gelten für die untersuchte Anwendung, nicht für Aufnahmen ohne Kontrastmittel.

Wie beurteilt eine Ärztin das Ergebnis?

Wann und durch wen Sie das Ergebnis erhalten, hängt vom Untersuchungsort und vom Anlass der Aufnahme ab. Fragen Sie dort nach dem vorgesehenen Termin für die Befundbesprechung.

Bei der diagnostischen Mammographie wird der Befund einer BI-RADS-Kategorie zugeordnet. BI-RADS ist ein standardisiertes System zur Einordnung von Brustbefunden. Die Kategorie unterstützt die Planung des weiteren Vorgehens.

Wenn Sie während oder nach der Untersuchung ungewöhnliche Beschwerden bemerken, informieren Sie das medizinische Personal. Das gilt besonders nach einer Untersuchung mit Kontrastmittel. Hinweise für das weitere Verhalten erhalten Sie vom Behandlungsteam.

Welche Alternativen gibt es?

Ultraschall, Magnetresonanztomographie und CT können je nach Fragestellung Alternativen oder ergänzende Verfahren sein. Die Wahl richtet sich nach dem Körperbereich und der gesuchten Veränderung.

VerfahrenStrahlenbelastungMöglicher Einsatz
Gewöhnliche RöntgenaufnahmeRöntgenstrahlen werden eingesetztVor allem bei Knochenbrüchen, Fehlstellungen und Arthrose
UltraschallKeine StrahlenbelastungUltraschallwellen durchwandern das Gewebe, ohne es zu schädigen
MRTKeine StrahlenbelastungDie Eignung als Alternative hängt von der medizinischen Fragestellung ab
Niedrigdosis-CTRöntgenstrahlen werden eingesetztLungenkrebsfrüherkennung bei anspruchsberechtigten starken Raucherinnen und Rauchern

Wer übernimmt die Kosten?

Ob eine Röntgenuntersuchung bezahlt wird, hängt vom Anlass, vom Versicherungsstatus und von den jeweiligen Regelungen ab. Aus den Bestimmungen zum Mammographie-Screening lässt sich keine pauschale Kostenübernahme für jede Röntgenaufnahme ableiten.

Frauen zwischen 50 und 75 Jahren haben alle zwei Jahre Anspruch auf eine Röntgenuntersuchung der Brust im organisierten Mammographie-Screening. Für Anspruchsberechtigte übernehmen die Krankenkassen die Kosten dieses Programms.

Röntgenbilder der Hände
Die Röntgenuntersuchungen kommt in folgenden Fällen zum Einsatz: Erkennung und Beobachtung von Krebserkrankungen Sicheren Diagnose von Knochenbrüchen und Kontrolle des Heilungsprozesses Diagnose von entzündlichen/rheumatischen Erkrankungen des Skeletts Kontrolle der Behandlung Beurteilung von Kopfverletzungen nach Unfällen Frühzeitige Diagnose von Gefäßerkrankungen Brustkrebsfrüherkennung (Deutsches Mammographie-Screening-Programm) Die Hand besteht aus vielen Knochen, die über Gelenke miteinander verbunden sind @ Mathias Weil /AdobeStock Viele Erkrankungen lassen sich nur durch Röntgenaufnahmen eindeutig diagnostizieren. Bei Unfällen (Knochenbrüchen) oder Verdacht auf Krebserkrankungen führt kein Weg daran vorbei.

Privatversicherte sollten vor einem Mammographie-Screening mit ihrer Versicherung klären, ob die Kosten übernommen werden. Bei anderen Röntgenuntersuchungen kann die behandelnde Praxis erläutern, ob eine Kostenübernahme zu erwarten ist.

Häufige Fragen zur Röntgenuntersuchung

Was sieht man auf einem normalen Röntgenbild?

Ein normales Röntgenbild eignet sich besonders zur Beurteilung von Knochen. Es kann bei der Feststellung von Knochenbrüchen, Fehlstellungen und Arthrose helfen. Bei Krebs lassen sich damit unter anderem Knochenmetastasen in Armen und Beinen untersuchen.

Muss ich vor dem Röntgen nüchtern sein?

Nüchternheit ist bei einer gewöhnlichen Aufnahme im Regelfall nicht vorgesehen. Falls für ein spezielles Verfahren andere Vorgaben gelten, teilt die untersuchende Einrichtung Ihnen diese vor dem Termin mit.

Bekomme ich bei jeder Röntgenuntersuchung Kontrastmittel?

Bei einem Kathetereingriff zur Behandlung einer Durchblutungsstörung im Bein wird Kontrastmittel eingesetzt. Dadurch sind die Blutgefäße auf den Röntgenbildern besser sichtbar.

Wann brauche ich statt Röntgen eine CT oder MRT?

Das hängt von der medizinischen Fragestellung ab. Eine MRT kommt ohne Strahlenbelastung aus, ist aber nicht für jede Untersuchung die passende Alternative. Zur Lungenkrebsfrüherkennung anspruchsberechtigter starker Raucherinnen und Raucher wird eine Niedrigdosis-CT verwendet.

Was bedeutet BI-RADS im Mammographie-Befund?

BI-RADS ist ein System zur Einordnung von Befunden aus der Mammographie. Die zugewiesene Kategorie hilft bei der Entscheidung, wie nach dem Ergebnis weiter vorgegangen wird.

Was muss ich bei einer möglichen Schwangerschaft sagen?

Teilen Sie vor der Untersuchung mit, wenn Sie schwanger sind oder eine Schwangerschaft möglich ist. Das Behandlungsteam entscheidet anhand des Untersuchungsanlasses über das weitere Vorgehen.

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Über den Fachautor

Prof. Dr. rer. physiol. Dr. med. Johannes T. Heverhagen

Medizinischer Fachautor · Direktor und Chefarzt · Bern

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