Eine Prellung entsteht meistens durch einen Stoß oder Sturz, einen Schlag oder einen Aufprall eines Gegenstandes. Sportler haben ein besonders hohes Risiko auf solche Verletzungen. Meist ist die Verletzung harmlos. Unter Umständen sollte aber dennoch ein Arzt das Ausmaß der Verletzung kontrollieren, um Komplikationen zu vermeiden und eine Fraktur sicher ausschließen zu können.
Hier finden Sie weiterführende Informationen sowie ausgewählte Ärzte, die Prellungen aller Art behandeln.
Definition: Was ist eine Prellung oder Kontusion?
Eine Prellung (ICD-Code T14.05) ist eine stumpfe Verletzung ohne offene Hautverletzung. Die Haut bleibt äußerlich intakt, obwohl darunter liegende Strukturen geschädigt sein können. Betroffen sind häufig Haut, Fettgewebe, Muskeln, Sehennansätze oder ein Gelenk. Durch die stumpfe Gewalteinwirkung werden kleine Blutgefäße sowie Blut- und Lymphgefäße verletzt und die Durchblutung gestört. Dadurch kommt es zu Einblutungen, Flüssigkeitsansammlungen und zur Bildung eines Bluterguss.
Bei dieser Verletzung handelt sich sich in aller Regel um eine harmlose Verletzung. Sie geht zwar mit Schmerzen und einer vorübergehenden Schädigung des Gewebes einher, heilt aber meist selbstständig wieder aus.
Eine leichte Kontusion verursacht häufig nur kurzzeitig Beschwerden. Eine starke Prellung bzw. eine schwere Prellung sowie eine Knochenprellung kann dagegen länger schmerzhaft sein und sollte ärztlich abgeklärt sein.

Ein Bluterguss ist ein häufiges Symptom bei einer Prellung © frenta / Fotolia
Ursachen & Risikofaktoren: Prellungen beim Sport
Solche Verletzungen entstehen meist durch direkte Krafteinwirkung. Typische Auslöser sind Stürze, Schläge, Tritte , das Einklemmen eines Fingers oder der Aufprall eines herabfallenden Gegenstandes.
Besonders Sportbegeisterte haben ein höheres Risiko für Prellungen oder Vertauchungen. Das gilt vor allem für Kontaktsportarten wie Fußball, Handball oder Eishockey.
Ob durch einen Sturz beim Radfahren oder durch einen ins Auge fliegenden Ball beim Tennis: Die Prellung zählt zu den häufigsten Sportverletzungen überhaupt.
Sportler sollten sich daher gut schützen. Je nach Sportart gibt es verschiedene Arten von Schutzbekleidung, etwa
- Helme
- Rückenprotektoren oder
- Schienbeinschützer
Im Bereich des Oberschenkels spricht man bei einer Muskelquetschung umgangssprachlich auch von einem sog. Pferdekuss". Dabei kann ein Bluterguss zwischen einzelnen Muskelfasern entstehen, der den Muskel schmerzhaft verhärtet und es kommt zu blauen Flecken.
Gefährdet für Prellung und Bruch sind besonders Körperbereiche, bei denen Knochen nur von einer dünnen Haut- und Gewebeschicht bedeckt sind, etwa das Schienbein, Ellenbogen oder Knie.
Symptome: Typische Symtome von Prellungen
Eine Prellung geht typischerweise mit mehr oder weniger stark ausgeprägten Schmerzen einher. Weitere typische Symptome sind: Druckempfindlichkeit, eine Schwellung durch einen Bluterguss.
Je nach betroffener Körperregion sind die Schmerzen unterschiedlich:
- Gelenk-Prellungen führen zu bewegungabhängigen Schmerzen.
- Prellungen des Rückens können zu Schmerzen beim Laufen und Sitzen führen.
- Bei Prellungen des Steißbeins fällt vor allem das Sitzen schwer.
- Prellungen des Schädels verursachen unter anderem auch Kopfschmerzen ;es kann aber auch zu schwerwiegenden Symptomen wie Bewusstlosigkeit und epileptischen Anfällen kommen. Dann sollte umgehend eine ärztliche Behandlung erfolgen.
- Prellungen des Augapfels können das Sehvermögen einschränken.
- Sind die Rippen oder der Thorax geprellt, leiden Betroffene zudem häufig an Schmerzen beim Einatmen und Husten. Rippenprellung kann extrem schmerzhaft sein, obwohl kein Bruch vorliegt.
- Eine Knieprellung führt auf zu Bewegungsschmerzen, Druckschmerz oder einer sichtbaren Schwellung oder ein Bluterguss.
Wie macht sich eine Prellung äußerlich bemerkbar?
Bei Gelenkprellungen kommt es oft zu einem Bluterguss in der Gelenkkapsel. Dieser ist äußerlich durch
- eine Schwellung des Gelenks,
- einen ausgeprägten Druckschmerz sowie
- Bildung eines Blutergusses
erkennbar. Die Stelle der größten Krafteinwirkung ist teilweise ebenfalls sichtbar, da die Haut hier mitunter gerötet und geschwollen ist. Mediziner bezeichnen diese Hautveränderung auch als Prellmarke. Das typische an der Prellmarke ist allerdings, dass die Haut äußerlich intakt ist. Liegt hingegen eine offene Hautverletzung vor, spricht man von Quetschung.
Welche Körperteile können von einer Prellung betroffen sein?
Nahezu jeder Körperteil kann von einer Prellung betroffen sein, am häufigsten allerdings die oberflächlich gelegenen Körperpartien. Aber auch innere Organe können geprellt werden, wobei hier in aller Regel eine deutlich stärkere Krafteinwirkung notwendig ist. Beispiele für Organprellungen sind
- Leber- oder Milzprellung bei Schlägen in den Bauch (z.B. beim Sturz auf den Fahrradlenker) oder
- Lungenprellungen nach Sturz auf den Brustkorb.
Was sind die häufigsten Prellungen?
Körperbereiche und vor allem Knochen, die nur von einer dünnen Hautschicht bedeckt sind, sind besonders stark von einer Prellung gefährdet. Die häufigsten Formen der Prellung sind daher
- Rippenprellung
- Knieprellung
- Schädelprellung
- Schulterprellung
- Ellenbogenprellung
- Fußprellung
Ist bei einer Prellung immer eine medizinische Behandlung notwendig?
Liegt lediglich eine einfache Prellung mit gering ausgeprägten Schmerzen vor, ist kein Arztbesuch erforderlich. Die Symptome von Prellungen heilen in diesen Fällen meist innerhalb weniger Tage, spätestens nach zwei bis drei Wochen von selbst aus.
Bei starken und anhaltenden Schmerzen, die innerhalb weniger Tage nicht deutlich besser werden und eventuell mit weiteren Beschwerden einhergehen, sollten Sie jedoch unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Es besteht hier das Risiko, dass es sich nicht um eine einfache Prellung handelt, sondern schwerwiegendere Verletzungen vorliegen. Denkbar wären beispielsweise ein Knochenbruch, Sehnen- oder Bänderriss.
Ist der Schädel betroffen, kann zusätzlich eine Gehirnschädigung, insbesondere eine Gehirnerschütterung (Commotio) vorliegen und Sie sollten sich generell ärztlichen Rat einholen.
Welche Untersuchungen werden zur Diagnose einer Prellung durchgeführt?
Besonders wichtig ist zunächst die Erfragung des Unfallhergangs, auch Unfallanamnese genannt. Hier werden Sie zunächst gefragt werden, wie es zu der Verletzung kam und welche Beschwerden konkret aufgetreten sind. Zudem gehören Fragen über Vorerkrankungen und die Einnahme spezieller Medikamente zur Anamneseerhebung.
Die betroffene Stelle bzw. der betroffene Bereich sollten geschont, gekühlt und beobachtet werden. Man sollte zum Arzt gehen bei deutlichen Schmerzen, zunehmenden Schwellungen, Taubheitsgefühl, anhaltender Bewegungseinschränkung, großen Hämatomen, Verdacht auf Bruch oder wenn Beschwerden nicht innerhalb weniger Tage deutlich besser werden.
Insbesondere bei Schädelverletzungen ist die Kenntnis der Einnahme blutverdünnender Medikamente sehr wichtig, da es durch diese zu einer äußerlich nicht sichtbaren Blutung im Schädelinneren kommen kann. Diese Blutungen können, insbesondere aber nicht nur bei älteren Patienten, schwere Komplikationen verursachen und tödlich enden.
Nach Erhebung der Anamnese erfolgt eine körperliche Untersuchung. Im Idealfall beginnt diese zunächst etwas entfernt von der Verletzungszone, da die geprellten Körperregionen oft sehr schmerzhaft sind.
Konkret wird überprüft, ob
- Schwellungen vorhanden sind,
- Flüssigkeitsansammlungen, zum Beispiel Gelenkergüsse, vorliegen,
- der verletzte Bereich druckempfindlich ist und
- der Patient in seiner Beweglichkeit eingeschränkt ist.
Eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie) hilft beim Verdacht auf Gelenkergüsse oder Verletzungen der Muskulatur sowie ihrer knöchernen Ansätze (Sehnen) weiter und ist schnell sowie ohne wesentliche Nebenwirkungen durchzuführen.
Bei Verdacht auf einen Knochenbruch wird ein Röntgenbild angefertigt. Zum Ausschluss von Verletzungen der Bänder oder bei Verdacht auf eine Gehirnprellung können weitere bildgebende Verfahren zum Einsatz kommen. Dazu gehören etwa ein CT (Computertomografie) oder ein MRT (Magnetresonanztomografie).
Behandlung von Prellungen: PECH-Regel
Die Prellung bedarf selten einer invasiven (= operativen) Behandlung, die zur Anwendung kommenden Maßnahmen sind in aller Regel symptomatisch, was soviel bedeutet wie schmerzlindernd und die Heilung unterstützend. Dabei hat sich die sogenannte PECH-Regel bewährt:
- P - Pause
- E - Eis
- C - Compression
- H - Hochlagern
Eine Pause, insbesondere von sportlichen Aktivitäten, ist selbstverständlich und erklärt sich von selbst, da spezielle Bewegungen und körperliche Aktivitäten die Schmerzsymptomatik verstärken und freiwillig darauf verzichtet wird. Sport sollte nach einer Prellung erst einmal tabu sein. Erst, wenn die Prellung vollständig ausgeheilt ist, können Sie wieder aktiv werden.
Die Kühlung der betroffenen Region ist ebenfalls ratsam, da es die Schmerzen lindert und die Schwellungen reduziert. Dies kann beispielsweise mit
- einem Kühlkissen
- einem kalten Waschlappen oder
- in ein Tuch eingewickelte Eiswürfel
erfolgen.
Bei Prellungen der Extremitäten sollten Sie zur Kompression einen elastischen Druckverband anlegen. Lagern Sie den Arm beziehungsweise den Fuß oder das Bein danach zusätzlich hoch, da es hierdurch zu einer Abnahme der Schwellung und Schmerzreduktion kommt.
Gegen Schmerzen können Tabletten oder Salben helfen. Eine entzündungshemmende Salbe mit Ibuprofen oder ein pflanzliches Präparat mit Arnika erhalten Betroffene häufig in der Apotheke. Wer Prellungen behandeln möchte, sollte Schmerzmittel nicht dauerhaft ohne Rücksprache einnehmen. Bei starken oder zunehmenden Beschwerden ist eine ärztliche Behandlung notwendig. Schwere Prellungen, Verletzungen am Auge, Kopfverletzungen oder Prellungen an einem Organ können eine stationäre Überwachung erfordern.
Wann ist eine stationäre Behandlung im Krankenhaus notwendig?
Die ärztliche Behandlung ist abhängig von Art und Ausmaß der Prellung. Zum Beispiel bei der Prellung des Augapfels, können spezielle Medikamente erforderlich sein, die nur unter stationärer Überwachung verabreicht werden können. Sie senken den Augeninnendruck. Hat sich die Netzhaut abgelöst, ist ein operativer Eingriff meist unumgänglich.
Bei einer Gehirnerschütterung (Commotio) wird der Patient meist für einige Tage stationär im Krankenhaus aufgenommen. (mind. 24 Stunden).
Dadurch wird sichergestellt, dass das Personal bei schwerwiegenden Symptomen und Verschlechterungen schnell handeln kann. Insbesondere die Einnahme vom blutverdünnenden Medikamenten sollte dazu führen, zügig und sehr großzügig eine stationäre Überwachung zu veranlassen.
Verlauf: Wie lange dauert eine Prellung?
Der Heilungsverlauf hängt vom Schweregrad und von der betroffenen Körperregion ab, eine einfache Prellung klingt oft nach wenigen Tagen deutlich ab. In der Regel heilt die Verletzung ohne gravierende Folgen innerhalb von 2-3 Wochen vollständig aus.
Bei schweren Verletzungen, tiefen Muskelquetschungen oder großen Blutergüssen kann die Heilung mehr als einen Monat dauern. Auch eine Muskelprellung, eine Rippenkontusion oder eine Kniekontusion kann länger Beschwerden verursachen, weil die betroffene Region und das umliegende Gewebe im Alltag ständig bewegt oder belastet wird.
Wichtig ist, Belastung erst langsam wieder aufzunehmen. Schmerzen und weitere Symptome sind ein Warnsignal. Wer zu früh trainiert, riskiert, dass Blutergüsse nachbluten und die Heilung verzögert wird.
Spezialisten: Welche Ärzte behandeln Prellungen?
Für die Erstbeurteilung sind Hausärzte, Orthopäden, Unfallchirurgen und Sportmediziner geeignete Ansprechpartner.
Bei Augenverletzungen sollte ein Augenarzt aufgesucht werden, bei Kopfverletzungen je nach Schwere eine Notaufnahme oder Neurologie.
Organprellungen gehören in die Hände erfahrener Unfallchirurgen oder internistischer Spezialisten.
Spezialisten prüfen, ob es sich tatsächlich nur um eine Prellung handelt oder ob Begleitverletzungen vorliegen. Dazu gehören Bandverletzungen, Sehnenrisse, Knochenbrüche, Gelenkergüsse oder innere Verletzungen. So lassen sich Komplikationen vermeiden und die passende Therapie einleiten.
Häufige Fragen zu Prellungen
Was hilft am schnellsten gegen die Beschwerden?
Am wichtigsten sind Schonung, Kühlen, Kompression und Hochlage nach dem PECH-Schema. Zusätzlich können Schmerzmittel helfen. Bei starken Beschwerden sollte ärztlich abgeklärt werden, ob mehr als eine Prellung vorliegt.
Wie erkennt man die Verletzung?
Typisch sind Schmerzen, Druckempfindlichkeit, Schwellung und häufig ein Hämatom. Die Haut bleibt geschlossen. Sicher unterscheiden lässt sich eine Prellung von Bruch oder Bänderriss aber nur durch ärztliche Untersuchung und bei Bedarf einer Bildgebung.
Wann muss man zum Arzt?
Ein Arztbesuch ist sinnvoll bei starken Schmerzen, zunehmenden Schwellungen, großen Hämatomen, Taubheitsgefühl, Bewegungseinschränkung, Kopfverletzungen, Augenverletzungen oder Beschwerden, die nach wenigen Tagen nicht besser werden.
Was ist der Unterschied zur Verstauchung?
Dabei wird Gewebe durch direkte Krafteinwirkung gequetscht. Bei einer Verstauchung wird ein Gelenk überdehnt. Beide Verletzungen können ähnliche Symptome verursachen.
Wie lange sollte man keinen Sport machen?
Sport sollte pausiert werden, bis Schmerzen und Schwellung sowie Bewegungseinschränkung deutlich abgeklungen sind. Leichte Prellungen bessern sich oft nach wenigen Tagen, stärkere Verletzungen brauchen mehrere Wochen.
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Über den Fachautor
Prof. Dr. med. Susanne Regus
Medizinische Fachautorin
Prof. Dr. med. Susanne Regus – medizinische Fachautorin: Fachartikel, Expertenwissen und medizinische Einblicke im Leading Medicine Guide.
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