Die Orthopädie beschäftigt sich mit Verletzungen und deren Folgen, Fehlbildungen und Funktionsstörungen sowie Erkrankungen der Stütz- und Bewegungsorgane. Dazu gehören Störungen der Knochen, Gelenke, Muskeln und Sehnen. Die Orthopädie überschneidet sich teilweise mit der Chirurgie und Unfallchirurgie. Daher werden diese Fachgebiete in den orthopädischen Kliniken häufig unter der Bezeichnung Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie zusammengefasst.
Hier finden Sie weiterführende Informationen sowie ausgewählte Orthopädie-Spezialisten und Zentren.
Qualifikationen und Leistungsspektrum von Orthopäden
Die Orthopädie befasst sich mit Erkrankungen und Störungen an
- Knochen,
- Gelenken,
- Muskeln und
- Sehnen.
Orthopädie-Spezialisten haben eine mindestes sechsjährige Weiterbildung zum Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie absolviert.
Durch diese Qualifikation eignen sich die Experten fundierte Kenntnisse auf den Gebieten der
- Orthopädie,
- Chirurgie und
- Unfallchirurgie
an.
Grundlage für die Facharztausbildung ist die Musterweiterbildungsordnung der Bundesärztekammer. Sie gibt vor, welche Untersuchungs- und Behandlungsverfahren wie häufig durchgeführt werden müssen. Vor der Facharztprüfung muss der Mediziner beispielsweise
- mindestens 300 sonographische Untersuchungen der Bewegungsorgane und
- über 200 chirurgische Eingriffe
durchgeführt haben. Die zukünftigen Experten müssen auch Erfahrungen in der Behandlung von Schwer- und Mehrfachverletzten einschließlich des Traumamanagements vorweisen.
Ausgebildete Orthopädie-Spezialisten arbeiten entweder als niedergelassene Ärzte oder an einer spezialisierten Klinik.
Welche Krankheiten behandeln Orthopäden?
Häufige typische Erkrankungen bzw. Beschwerden sind Schmerzen, wie beispielsweise
- Rücken- und Schulterschmerzen oder
- Schmerzen als Folge von Frakturen (Knochenbrüchen).
Aber auch Patienten mit
- Sehnen- und Bänderrissen,
- Knochenfrakturen oder
- Luxationen (z.B. ausgekugeltes Gelenk)
stellen sich regelmäßig in einer orthopädischen Praxis vor.
Typische Krankheitsbilder in der Orthopädie und Unfallchirurgie sind
- Sportverletzungen,
- Wirbelsäulenerkrankungen (z.B. Skoliose oder Spondylose),
- Bandscheibenvorfälle oder Spinalkanalstenose,
- Arthrose (Gelenkverschleiß),
- Arthritis (Gelenkentzündung),
- Osteoporose (Knochenschwund),
- Beckenschiefstand und
- Knochenmetastasen bei Krebserkrankungen
- sowie die daraus resultierenden Knochenbrüche.

Die Orthopädie beschäftigt sich mit dem menschelichen Stütz- und Bewegungsapparat © AlienCat | AdobeStock
Welche Diagnoseverfahren setzen Spezialisten für Orthopädie ein?
Vor der Behandlung steht eine gründliche Diagnostik, um die Ursachen der Beschwerden aufzudecken.
Die Diagnose beginnt mti der Anamnese, also dem Patientengespräch. Dabei erkundigen sich die Experten nach den Beschwerden, dem Krankheitsbeginn und -verlauf. Danach folgt eine körperliche und klinische Untersuchung.
Danach kann der Orthopäde häufig bereits eine Verdachtsdiagnose stellen. Diese gilt es nun zu bestätigen und gleichzeitig andere Ursachen auszuschließen.
Dazu schließen sich in der Regel weitere apparative, sog. bildgebende Untersuchungen an. In der Orthopädie spielen
- die klassische Röntgenuntersuchung (z.B. zum Nachweis von Knochenbrüchen),
- die Computertomographie (CT, z.B. zur Darstellung von Knochenbrüchen, Blutungen, Blutergüssen, Schwellungen und Entzündungen),
- die Kernspintomographie (MRT, z.B. zur Darstellung von Weichteilorganen, Nervengeweben, Knorpel und Bänder) und
- Sonographie (Ultraschall, z.B. zur Darstellung von Weichteilen und Gelenken)
eine wichtige Rolle.
Bei der Osteoporose findet die Knochendichtemessung Anwendung. Als Spezialverfahren, die meist nur in der Klinik durchgeführt werden, sind
- die Szintigraphie und
- die Einzelphotonen-Emissionscomputertomographie (SPECT)
insbesondere bei Infektionen und Stoffwechselstörungen des Knochens sowie bei Knochentumoren zu nennen.

Viele Störungen und Erkrankungen lassen sich in der Orthopädie mittels Röntgenbild diagnostizieren © grieze / Fotolia
Welche Behandlungen kommen in der Orthopädie zum Einsatz?
In der Behandlung von orthopädischen Erkrankungen können die Orthopädie-Experten auf zwei Prinzipien zurückgreifen:
- die konservative Behandlung und
- die operative Behandlung (orthopädische Chirurgie).
Je nach Beschwerdebild und zugrunde liegender Erkrankung kommt die eine, die andere oder eine Kombination zur Anwendung.
Typische konservative Behandlungsmethoden sind:
- Elektrotherapie / Reizstromtherapie z.B. in der Therapie von Schmerzzuständen (z.B. TENS = transkutane elektrische Nervenstimulation bei chronischen Schmerzen), zum Ent- und Anspannen von Muskeln und zur Verbesserung der Durchblutung
- Medikamentöse Therapie (inkl. Injektionen von Arzneimitteln) zur Therapie von Schmerzen und Entzündungen (Schmerztherapie)
- Physikalische Therapie und Krankengymnastik / Physiotherapie wie z.B. Wärme-Behandlung (Salben, Rotlicht), Massagen, Hydrotherapie, Ergotherapie und Ultraschalltherapie
Aufgrund der räumlichen und personellen Voraussetzungen finden Operationen meist in spezialisierten orthopädischen Kliniken statt. Beispiele für die orthopädische Chirurgie sind:
- Hüft- und Kniegelenkersatzoperationen sowie Einsatz anderer künstlicher Gelenke (Endoprothetik)
- Operative Behandlung nach akuten Wirbelsäulenverletzungen und Wirbelkörperbrüchen beispielsweise aufgrund einer Osteoporose
- Einsatz von Bandscheibenprothesen
- Operation bei Skoliose (Wirbelsäulenverkrümmung)
- Arthroskopische, minimal-invasive Operationen an Schulter, Ellenbogen, Hüfte, Knie, Sprunggelenk und Fuß z.B. nach Bänderrissen, zur Abtragung eines Fersensporns oder zur Entfernung eines Kalkdepots in der Schulter
- Gelenkversteifungen
- Umstellungsoperation bei X-Beinen oder O-Beinen
- Meniskus-Teilentfernungen (Meniskusresektion) oder -Refixation

