X-Beine und O-Beine: Informationen & Arzt finden

09.01.2023
Leading Medicine Guide Redaktion
Autor des Fachartikels
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X- und O-Beine sind Fehlstellungen der Knie. Die Knie der Betroffenen stehen dabei entweder zu nahe aneinander oder zu weit voneinander enfernt. Das ist nicht nur ein optischer Makel. Betroffene klagen über schmerzende Kniegelenke und sie neigen verstärkt zu Arthrose.

Hier finden Sie weiterführende Informationen sowie ausgewählte Ärzte, die X-Beine und O-Beine behandeln.

ICD-Codes für diese Krankheit: Q74.1

Empfohlene Ärzte für X-Beine und O-Beine

X-Beine und O-Beine Fälle in Deutschland

1.103 Fälle im Jahr 2020
1.126 Fälle im Jahr 2023 ( Prognose )

Das prognostizierte Fallzahlwachstum basiert auf Angaben zur Bevölkerungsentwicklung der statistischen Bundes- & Landesämter. Die Berechnung erfolgt je Altersklasse, sodass demographische Effekte berücksichtigt werden. Die Fallzahlen basieren aus einer Vernetzung von unterschiedlichen öffentlich zugänglichen Quellen. Mittels Datenanalyseverfahren werden diese Zahlen aufbereitet und unseren Usern zugänglich gemacht.

Kurzübersicht:

  • Was sind X- oder O-Beine? Fehlstellungen der Knie, durch die die Beine nicht parallel stehen, sondern nach außen oder innen angewinkelt sind.
  • Ursachen: Meistens ist ein Vitamin-D-Mangel im Säuglingsalter die Ursache für fehlerhaftes Knochenwachstum. Aber auch ein Knick- oder Senkfuß oder Unfälle sowie weitere Vorerkrankungen können die Erkrankung verursachen.
  • Symptome: Neben der sichtbaren Fehlstellung können Folgeerkrankungen entstehen, wie Gelenkschmerzen und Wetterfühligkeit, Haltungsprobleme, Kniearthrose, Meniskusschäden und Wachstumsbeeinträchtigungen bei Kindern.
  • Diagnose: Der Arzt führt verschiedene Messungen durch und ein Röntgenbild bestätigt die Erkrankung.
  • Behandlung: Schuheinlagen, Nachtschienen und Physiotherapie können schon für eine Heilung ausreichen. In schweren Fällen ist eine OP ratsam.
  • Aktives Mitwirken: Physiotherapie verhindert eine Verschlimmerung und lindert Schmerzen. Typische Übungen sind etwa spezielle Kniebeugen und Einbeinstand.

Artikelübersicht

Was bedeuten die Begriffe X-Beine und O-Beine konkret?

Bei X-Beinen und O-Beinen (ICD-Code für beide Erkrankungen: Q74.15) handelt es sich um Kniefehlstellungen.

X-Beine werden auch Genu valgum oder Valgus-Stellung genannt. Bei X-Beinen beträgt der Winkel des Unterschenkels zur Körpermitte mehr als 185°. Dieses Phänomen wird auch als Abwinklung bezeichnet.

Bei Personen mit O-Beinen (Genu varum) klaffen die Beine hingegen auf Höhe der Knie weit auseinander. Die Knie berühren sich also auch bei geschlossenen Beinen nicht.

Kniefehlstellungen X-Beine O-Beine
Vergleich X- und O-Beinen mit einer normalen, gesunden Beinstellung © Double Brain / Fotolia

Wie entstehen diese Fehlbildungen?

Sowohl X-Beine als auch O-Beine sind nur selten angeboren. Die Fehlstellungen treten meist im Kindesalter auf, und zwar häufig als Folge eines Vitamin-D-Mangels (Rachitis) im Säuglingsalter. Der Körper produziert das notwendige Vitamin D, das für ein gesundes Knochenwachstum nötig ist, selbst. Ein Mangel entsteht etwa aufgrund einer angeborenen Störung oder als Folge von zu wenig Sonnenlicht.

Ohne genügend Vitamin D werden die Knochen nicht hart genug. Sie können das wachsende Gewicht der Betroffenen nicht tragen, sodass im Laufe der Jahre X-Beine oder O-Beine entstehen.

Die Fehlstellungen fallen dann erstmals zwischen dem ersten und fünften Lebensjahr auf.

Darüber hinaus können X-Beine und O-Beine die Folge eines Knick- oder Senkfußes sein. In diesem Fall nehmen die Füße zu den Knien eine schräge Stellung ein. Die Fehlstellung der Füße bedingt also langfristig eine zusätzliche Fehlstellung der Kniegelenke.

Bei Erwachsenen treten X-Beine und O-Beine fast ausschließlich nach einem Unfall auf. Eine weitere Ursache ist das langjährige Sitzen in einer bestimmten Position. Als typisches Beispiel ist hier der Jockey zu nennen, der durch das häufige Sitzen auf dem Pferd deutlich sichtbare O-Beine entwickelt.

Weitere, jedoch eher seltene Ursachen für die Fehlstellungen der Kniegelenke sind:

  • Knochenstoffwechselstörungen (Hypophosphatie)
  • Tumore
  • Hormonstörungen
  • Entzündungen
  • Übergewicht

Was sind die Symptome von X-Beinen und O-Beinen?

X-Beine und O-Beine gelten gemeinhin vor allem als Schönheitsmakel. Die Betroffenen leiden jedoch auch unter Schmerzen in den Gelenken. Die Schmerzen können sich bei nass-kaltem Wetter oder auch bei einem Wetterumschwung verstärken.

Dazu kommen Haltungsprobleme, die sich negativ auf andere Gelenke (etwa auf das Hüftgelenk) auswirken. Die ungleichmäßige Belastung der Gelenkstrukturen reibt Knorpel, Knochen und Menisken unverhältnismäßig ab. Dadurch steigt das Risiko für Kniegelenksarthrose (die sogenannte Gonarthrose) oder einen Meniskusschaden.

Bei Kindern ist zudem häufig das Wachstum beeinträchtigt.

Wie werden X-Beine und O-Beine diagnostiziert?

X-Beine und O-Beine sind nicht immer auf den ersten Blick ersichtlich. Vor allem dann, wenn die Fehlstellung noch nicht stark ausgeprägt ist, ist der Gang oftmals vollkommen unauffällig. Ein Grund mehr, Kinder regelmäßig vom Arzt untersuchen zu lassen, um frühzeitig handeln zu können.

Der Arzt kann verschiedene Messungen vornehmen und die Diagnose mithilfe eines Röntgenbildes bestätigen.

Wie werden X-Beine und O-Beine behandelt?

Es ist ratsam, bereits bei Kindern auf etwaige Fehlstellungen zu achten. Nehmen Sie mit Ihrem Kind die regelmäßigen Voruntersuchungen beim Kinderarzt wahr.

Zunächst werden die Fehlstellungen meist nur beobachtet, denn spontane Rückbildungen sind durchaus möglich. In vielen Fällen wird auch mit

  • Schuheinlagen,
  • Nachtschienen oder
  • Physiotherapie

nachgeholfen.

Sollten diese Maßnahmen nicht ausreichen, kommt ein operativer Eingriff in Betracht – jedoch erst gegen Ende der Wachstumsphase.

Die Behebung der Fehlstellungen ist wichtig, um langfristige Schäden an den Gelenken, die mit lebenslangen Knieschmerzen verbunden sein können, zu vermeiden. Ohne Therapie kommt es zu einer dauerhaft falschen Gelenkbelastung. Dadurch steigt das Risiko, bereits früh - ab dem 30. Lebensjahr - schwere Arthrosen zu entwickeln.

Selbst aktiv gegen X-Beine und O-Beine: trainieren und Orthesen

Ein Beinachsentraining (spezielle Gymnastikübungen) können dazu beitragen, eine Verschlechterung der Fehlstellung zu verhindern. Außerdem dienen sie dazu, Schmerzen und andere Beeinträchtigungen zu reduzieren.

Die Durchführung muss von einem erfahrenen Physiotherapeuten überwacht werden. In der Regel erhält der Patient jedoch auch Anleitungen für Gymnastikübungen, die er zu Hause durchführen kann.

Typische Übungen zum Beinachsentraining sind beispielsweise spezielle Kniebeugen. Dabei wird verstärkt auf die Stellung der Beine geachtet, und sie tragen insbesondere zur Stärkung der Oberschenkelmuskulatur bei.

Auch der Einbeinstand stellt eine einfache Möglichkeit dar, um

  • Kraft,
  • Koordination und
  • Gleichgewicht

zu verbessern. Den Einbeinstand können Sie variieren – zum Beispiel durch die Nutzung einer weichen Unterlage. Am besten führen Sie die Übungen zur Selbstkontrolle vor einem Spiegel durch.

Eine weitere Möglichkeit, X-Beine und O-Beine zu behandeln, besteht in Orthesen. Diese kommen insbesondere bei Erwachsenen zum Einsatz, bei denen versäumt wurde, die Fehlstellung frühzeitig zu korrigieren.

Eine Orthese kann die Fehlstellung nicht beseitigen. Sie kann die Schmerzen durch die effektive Stützung und gleichzeitige Stärkung des Beins aber deutlich reduzieren. Ohne Orthese besteht hingegen die Gefahr, dass sich die Fehlstellung immer weiter verschlimmert.

Daher gilt: Fehlstellungen frühzeitig behandeln lassen! Je früher X-Beine und O-Beine behandelt werden, umso besser stehen die Chancen auf ein weitgehend schmerz- und beschwerdefreies Leben.

Eltern sollten ihre Kinder daher regelmäßig untersuchen lassen.

Bei Erwachsenen können Orthesen die negativen Auswirkungen einer Kniefehlstellung deutlich reduzieren.

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