Zur Eingrenzung möglicher Beschwerden ist es zunächst wichtig, zu verstehen, was die Brustwirbel genau sind. Die Brustwirbel sind der Teil der Wirbelsäule, der direkt mit den Rippen verbunden ist. Die einzelnen Wirbel werden jeweils von den sogenannten Bandscheiben getrennt. Dadurch wird die Beweglichkeit der Wirbelsäule gewährleistet.
Wir Menschen verfügen über insgesamt zwölf Brustwirbel, die jeweils mit einem Rippenpaar verbunden sind. Mediziner grenzen die Brustwirbelsäule von der Halswirbelsäule und der Lendenwirbelsäule ab.

Kommt es im Bereich der Brustwirbel zu einer Verletzung oder sind die Wirbel und Gelenke schlichtweg altersbedingt abgenutzt, kann das schmerzhaft sein. Insbesondere starke Rückenschmerzen führen Ärzte häufig auf solche Wirbelsäulenerkrankungen zurück. Oft können Sie dem mit Sport und Physiotherapie etwas entgegensetzen. Mitunter sind aber auch aufwendigere Behandlungen erforderlich.
Zu den häufigsten Ursachen für Schmerzen im Bereich der Brustwirbel gehören:
- BWS-Syndrom
- Bandscheibenvorfall der Brustwirbelsäule
- Facettensyndrom an der Brustwirbelsäule
- Spinalkanalstenose
- Verletzungen der Brustwirbel
Wenn Sie Rückenschmerzen in der Brustwirbelsäule spüren, ist häufig das auch Dorsalgie genannte BWS-Syndrom (Brustwirbelsäulen-Syndrom) die Ursache. Darunter subsumieren Mediziner eine ganze Reihe von Schmerzursachen. Als häufigste Ursache identifizieren sie dabei Blockaden der Brustwirbel, die durch
begünstigt werden. Vorbeugen können Sie dem durch regelmäßige Bewegung. Achten Sie darauf gerade dann, wenn Sie viel im Sitzen arbeiten.
Das BWS-Syndrom äußert sich typischerweise in ausgeprägten Rückenschmerzen. Ärzte können dem mit einer Spritze zur lokalen Betäubung sowie Schmerzmitteln kurzfristig etwas entgegensetzen. Mittel- und langfristig sind aber spezielle Gymnastikübungen die beste Methode, derartigen Rückenschmerzen zu begegnen. Damit sorgen Sie für den Aufbau zusätzlicher Muskulatur, die die Wirbelsäule entlastet. Viele der empfohlenen Übungen können Sie ohne großen Aufwand zu Hause durchführen. Nehmen Sie dennoch die Beratung eines Physiotherapeuten in Anspruch.
Bandscheibenvorfälle sind im Bereich der Brustwirbel vergleichsweise selten und treten stattdessen vor allem im Lendenwirbelbereich auf. Bandscheiben können aber auch auf Höhe der Brust vorfallen. Das bedeutet, dass sie sich aus ihrer normalen Position nach vorne verschieben. Dadurch können zum Beispiel Nerven eingeklemmt werden. Insbesondere infolge von Unfällen kann ein Bandscheibenvorfall auch im mittleren Wirbelsäulensegment auftreten.
Ein Bandscheibenvorfall wird von Ärzten im MRT (Magnetresonanztomografie) oder per CT (Computertomografie) diagnostiziert. Eine gezielte Suche führen Fachleute vor allem dann durch, wenn Patienten über starke Schmerzen im Rückenbereich oder über andere Symptome, wie in die Arme und Beine ausstrahlende Taubheit, klagen. Oftmals fallen Bandscheibenvorfälle aber auch nur zufällig während anderer Untersuchungen auf. Die Behandlung findet entweder in Form von Physiotherapie oder operativ statt. Studien zeigen, dass der operative Eingriff langfristig sinnvoller ist.

Facettensyndrom der Brustwirbelsäule
Die Facettengelenke oder auch Wirbelbogengelenke liegen auf den Gelenkfortsätzen der Wirbel auf. Wie die Bandscheiben sind sie für die Beweglichkeit der Wirbelsäule wichtig. Sind diese Gelenke gereizt oder abgenutzt, kann das die Ursache erheblicher Rückenschmerzen sein.
Die Diagnose des Facettensyndroms erweist sich oft als schwierig und findet meist nur per Anamnese (also im Gespräch zwischen Arzt und Patient) statt. Die Mediziner behandeln das Phänomen überwiegend mit entzündungshemmenden Medikamenten bzw. Spritzen.
Spinalkanalstenose
Spinale Stenosen sind Verengungen bzw. Verstopfungen im Wirbelkanal. Durch den Wirbelkanal verläuft das Rückenmark, das zusammen mit dem Gehirn das zentrale Nervensystem des Menschen bildet. Spinalkanalstenosen können beispielsweise dadurch ausgelöst werden, dass Wirbel durch allmähliche Abnutzung verrutschen und dann auf den Spinalkanal drücken. Dadurch können Nerven eingeklemmt werden, was sich beispielsweise in Form kurzfristig auftretender Taubheit in Armen oder Beinen äußert.
Eine so verursachte Spinalkanalstenose wird in einigen Fällen mittels konservativer Therapieverfahren korrigiert. Dazu gehören
- medikamentöse Behandlung der Schmerzen,
- physiotherapeutische Maßnahmen sowie
- physikalische Maßnahmen, zu denen zum Beispiel Wärmebehandlungen und das Tragen eines Stützkorsetts zählen.
Helfen diese Maßnahmen nicht, raten Ärzte allerdings zur chirurgischen Korrektur. Mithilfe eines Implantats wird der verrutschte Wirbel dabei wieder in seine ursprüngliche Position versetzt.
Verletzungen der Brustwirbel
Neben den zahlreichen vor allem durch Alterung und Abnutzung der Wirbel und Gelenke hervorgerufenen Erkrankungen können aber auch Verletzungen der Brustwirbel Ursache von Schmerzen sein. Insbesondere bei Autounfällen kommt es zum Beispiel zu sogenannten Dislokationen, bei denen anliegende Wirbel komplett voneinander getrennt werden, oder zu Wirbelbrüchen. Aber auch Stürze, Sportverletzungen und Arbeitsunfälle sind häufig Ursache solcher Verletzungen.
Vor allem ältere Menschen sind auch bei vermeintlich harmlosen Unfällen anfällig dafür. Lassen Sie auf jeden Fall eine Computer- oder Magnetresonanztomografie durchführen, wenn Sie nach einem Unfall dauerhaft Schmerzen oder Taubheit verspüren, damit gegebenenfalls angemessene Rehabilitationsmaßnahmen verordnet werden können.
Beschwerden und Rückenschmerzen in der BWS: Blockaden, Bandscheiben und Möglichkeiten zur Vorbeugung
Schmerzen im Bereich der Brustwirbelsäule treten häufig auf, weil die BWS aus zwölf Wirbeln besteht, die zwar stabil, aber anfällig für muskuläre Verspannungen und Fehlhaltungen sind. Typisch sind stechende oder drückende Schmerzen, punktuelle Beschwerden oder Schmerzen zwischen den Schulterblättern, die in den Brustkorb oder seitlich in den Rumpf ziehen können. Gerade beim BWS-Syndrom entstehen die Schmerzen oft durch muskuläre Dysbalancen oder ungünstige Haltungsgewohnheiten, wie langes Sitzen, was zu einer erhöhten Krümmung der BWS führt.
Ein Bandscheibenvorfall in der Brustwirbelsäule ist deutlich seltener als im Lendenwirbelbereich, kann jedoch besonders drückende Schmerzen im Brustkorb, Taubheit oder ausstrahlende Schmerzen verursachen. Bei Bandscheibenvorfällen in der Brustwirbelsäule treten die Symptome häufig erst spät auf, weil der Kanal enger ist und die Beschwerden subtil beginnen. Zu den möglichen Symptomen zählen neben Rückenschmerzen auch neurologische Symptome, wenn Nerven eingeengt werden – ein Grund, warum ähnliche Symptome manchmal sogar an einen Herzinfarkt erinnern.
Auch muskuläre Verspannungen im Bereich der Brustwirbelsäule gehören zu den häufigsten Auslösern für ein BWS-Syndrom. Muskelverhärtungen typisch für ein BWS-Syndrom entstehen oft durch Fehlhaltungen im Alltag, einseitige Belastung, Stress oder Atemmuster, die die Zwischenrippenmuskulatur verspannen. Solche Schmerzen im oberen oder mittleren Rücken können zusätzlich Schmerzen im Brustbereich oder Schmerzen und Bewegungseinschränkungen verursachen. Häufig strahlen die Schmerzen entlang der Rippen aus, was viele als „Gürtelgefühl“ beschreiben.
Glücklicherweise lassen sich die meisten Schmerzen an der Brustwirbelsäule konservativ behandeln. Dazu gehören Übungen für die Brustwirbelsäule, Mobilisationen und Atemtechniken, die die Beweglichkeit der BWS verbessern und Blockaden lösen. Ziel der konservativen Behandlung ist es, die Ursache für ein BWS-Syndrom zu identifizieren, muskuläre Dysbalancen auszugleichen und die Beschwerden langfristig zu lindern. Mit gezieltem Training, Dehnung und Kräftigung lassen sich Schmerzen im mittleren Rücken, drückende Schmerzen im Brustkorb und chronische Schmerzen häufig gut beeinflussen, sodass sich die Beschwerden mit der Zeit deutlich lindern lassen.
Viele Erkrankungen im Bereich der Brustwirbel sind zwar schmerzhaft, können mittelfristig aber mit Sport und Therapie gelindert werden. Konsultieren Sie bei anhaltenden Rückenschmerzen aber auf jeden Fall immer auch einen Arzt. Da die Wirbel unmittelbar am Rückenmark anliegen, können auch kleine Verletzungen dramatische Folgen haben. Auch ganz andere Erkrankungen, wie etwa Tumore, können Ursache von Rückenschmerzen sein. Mit einer Untersuchung lässt sich das ausschließen.
Zusätzlich lohnt sich ein Blick auf die Krümmung der BWS, denn eine zu starke Rundung (Hyperkyphose) zählt zu den möglichen Ursachen für wiederkehrende Beschwerden. Wird die natürliche Haltung der Wirbelsäule verändert, kann die Ursache der Schmerzen in einer dauerhaften Überlastung der Muskulatur, gereizten Gelenken oder gestressten Bandscheiben liegen.
Häufig treten die Schmerzen zunächst bei längerem Sitzen oder bestimmten Bewegungen auf und entwickeln sich später zu dauerhaften Beschwerden. In vielen Fällen lassen sich Schmerzen in der Brustwirbelsäule konservativ gut behandeln – etwa durch Haltungskorrektur, gezielte Mobilisation und regelmäßige Kräftigung – sodass eine deutliche Entlastung und Stabilisierung der gesamten Brustwirbelsäule erreicht wird.
Was sind die häufigsten Ursachen des BWS-Syndroms?
Zu den Ursachen des BWS-Syndroms gehören vor allem Bewegungsmangel, Fehlhaltungen und Muskelverspannungen. Dadurch entstehen Schmerzen, weil Muskulatur, Gelenke und Bandscheiben überlastet werden. Neben den Schmerzen können auch Bewegungseinschränkungen auftreten.
Wie machen sich Bandscheibenvorfälle in der Brustwirbelsäule bemerkbar?
Bandscheibenvorfälle in der Brustwirbelsäule verursachen oft punktuelle Schmerzen oder Beschwerden zwischen den Schulterblättern. Typisch ist, dass die Schmerzen auftreten, wenn bestimmte Bewegungen Nerven reizen. Die Diagnose erfolgt meist mittels MRT.
Woran erkennt man ein akutes und ein degeneratives BWS-Syndrom?
Ein akutes BWS-Syndrom tritt plötzlich auf, z. B. nach einer ruckartigen Bewegung. Das degenerative BWS-Syndromentwickelt sich langsam durch Abnutzung und chronische Fehlhaltungen. In beiden Fällen zeigen die Symptome, dass Gelenke und Muskulatur gereizt sind.
Wie lassen sich Beschwerden der Brustwirbelsäule lindern?
Viele Maßnahmen können die Schmerzen der Brustwirbelsäule lindern: Wärme, gezielte Übungen, ergonomisches Sitzen und regelmäßige Dehnungen. So lassen sich Verspannungen lösen und die Beschwerden langfristig lindern.
Warum führen Schmerzen der Brustwirbelsäule manchmal zu weiteren Problemen?
Da Schmerzen oft zu Schonhaltungen führen, entstehen zusätzliche Muskelverspannungen. So können die Beschwerden verstärkt werden und erneut Schmerzen auftreten. Eine frühe Behandlung hilft, diesen Kreislauf zu durchbrechen und die Schmerzen zu lindern.