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Wirbelsäule – Anatomie, Wirbel, Bandscheiben und Aufbau der Wirbelsäule und mögliche Erkrankungen im Rücken, den Muskeln und Bändern

25.03.2026
Leading Medicine Guide Redaktion
Autor des Fachartikels
Leading Medicine Guide Redaktion
Die Wirbelsäule ist das zentrale Stützorgan des menschlichen Körpers und bildet das Rückgrat des Skelett. Sie besteht aus zahlreichen Wirbel, die übereinander angeordnet sind und durch Bandscheiben miteinander verbunden werden. Die Anatomie der Wirbelsäule ermöglicht eine hohe Beweglichkeit und gleichzeitig Stabilität für den gesamten Rücken. Innerhalb des Wirbelkanal verläuft das Rückenmark, ein wichtiger Teil des zentralen Nervensystem.

Die Wirbelsäule besitzt eine doppelte S-Form, die Belastungen und Erschütterungen abfedert. Zwischen den Wirbelkörpern liegen elastische Bandscheiben, die als Stoßdämpfer wirken. Erkrankungen der Wirbelsäule können zu Beschwerden wie Rückenschmerzen oder einem Bandscheibenvorfall führen.
Die Wirbelsäule besteht aus mehreren Abschnitten: Halswirbelsäule, Brustwirbelsäule, Lendenwirbelsäule sowie Kreuz- und Steißbein. Insgesamt umfasst die menschliche Wirbelsäule zahlreiche Wirbelkörper, die durch Bandscheiben verbunden sind. Diese Struktur macht die Wirbelsäule beweglich und gleichzeitig stabil. Sie schützt außerdem das Rückenmark und unterstützt den aufrechten Gang.

Artikelübersicht

Aufbau der Wirbelsäule

Die Wirbelsäule ist wie folgt aufgebaut:

  • 7 Halswirbel (Zervikalwirbel) der Halswirbelsäule (HWS)
  • 12 Brustwirbel (Thorakalwirbel) der Brustwirbelsäule (BWS)
  • 5 Lendenwirbel (Lumbalwirbel) der Lendenwirbelsäule (LWS)
  • 5 miteinander verschmolzene Kreuzbeinwirbel (Sakralwirbel) des Kreuzbeins (Os sacrum, Sakrum)
  • 4-5 rudimentäre Steißbeinwirbel (Kokzygealwirbel) des Steißbeins (Os coccygis)

Der obere Teil der Wirbelsäule (Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule) ist beweglich.

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Die einzelnen Wirbel

Die Bestandteile eines Wirbels sind

  • Wirbelkörper (Corpus vertebrae)
  • Wirbelbogen (Arcus vertebrae)
  • Dornfortsatz (Processus spinosus)
  • zwei Querfortsätze (Processi transversi, Processi costales)
  • vier Gelenkfortsätze (Processi articulares)

Ausnahmen stellen der erste und zweite Halswirbel dar.

Der Wirbelbogen umschließt den Wirbelkörper hufeisenförmig, so dass zusammen mit den Bögen anderer Wirbel der sog. Wirbelkanal/Spinalkanal (Canalis vertebralis) entsteht. In diesem liegen Rückenmark und Nervenwurzeln geschützt. An den beiden Querfortsätzen und dem Domfortsatz setzen die Rückenmuskeln an. Finden Sie hier ganz einfach Ihren Spezialisten

Anatomie der Wirbelsäule

Die Bandscheiben

Die 23 Bandscheiben (auch Zwischenwirbelscheiben oder discus intervertebralis genannt) in der menschlichen Wirbelsäule sind elastische Verbindungsglieder zwischen jeweils zwei Wirbelkörpern (Ausnahmen: erster und zweiter Halswirbel, Kreuz- und Steißbeinwirbel).

Eine Bandscheibe besteht aus einem relativ festen äußeren Faserring und einem im Inneren gelegenen zähflüssigen Gallertkern (zu 80 bis 85 Prozent aus Wasser). Durch die sich aus ihrem Aufbau ergebende Flexibilität der Bandscheiben ermöglichen sie der Wirbelsäule Beweglichkeit und fangen Stöße durch Laufen, Springen usw. ab (Pufferfunktion).

Da die Bandscheiben bei Belastung Flüssigkeit verlieren und dünner werden, verringert sich die Größe eines Menschen im Laufe des Tages um ca. 1,5 bis 2 cm. In der Nacht, bei Entlastung, nehmen die Bandscheiben wieder Wasser und Nährstoffe auf, wodurch der Mensch morgens wieder größer ist.

Verschleißerscheinungen und Fehlbelastungen können zu einer Zerstörung des Faserrings führen, wodurch es zu einem Bandscheibenvorfall (Austritt von Bandscheibenanteilen) kommen kann.

Bandscheibenvorfall
Darstellung der Bandscheiben und eines Bandscheibenvorfalls © Sebastian Kaulitzki / Fotolia

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Erkrankungen und Verletzungen der Wirbelsäule

Die Wirbelsäule kann von verschiedenen Erkrankungen betroffen sein. Zu ihnen zählen

Ist die Wirbelsäule schwer verletzt (z.B. durch einen Unfall) und das Rückenmark geschädigt, kommt es zur Querschnittslähmung. In so einem Fall macht es vollkommen Sinn zu einem entsprechenden Spezialisten zu gehen. 

Fazit

Die Wirbelsäule ist eine zentrale Stütze des menschlichen Körpers und ermöglicht den aufrechten Gang, während sie gleichzeitig den Rücken stabilisiert und beweglich hält. Anatomisch zeigt die Anatomie der Wirbelsäule, dass die Wirbelsäule aus zahlreichen Wirbel besteht, deren Wirbelkörper über Bandscheiben miteinander verbunden sind und als natürlicher Stoßdämpfer bei jeder Erschütterung wirken. Innerhalb des Wirbelkanal verlaufen das Rückenmark und wichtige Spinalnerven, während Wirbelbogen, Dornfortsatz und Wirbelbögen knöchern aufgebaut sind und gemeinsam mit Bändern und Rückenmuskulatur die Stabilität sichern.

Die Halswirbelsäule, Brustwirbelsäule und Lendenwirbelsäule bilden zusammen mit Kreuzbein sowie Kreuz- und Steißbein eine Krümmung in Form der typischen doppelte S-Form, die Belastungen gleichmäßig verteilt. Zwischen den Wirbelkörpern liegt jede Bandscheibe mit ihrem Gallertkern, die elastisch auf Belastung reagiert und dadurch die Beweglichkeit der Wirbelsäule erhält. Kommt es zu Verschleiß, Skoliose oder einem Bandscheibenvorfall, können Rückenschmerzen und weitere Beschwerde entstehen, weshalb solche Erkrankung häufig in der Orthopädie behandelt wird. Zusätzlich verbinden Gelenk, Muskel und die Halswirbel um den ersten Wirbel Atlas den Brustkorb, die Rippen, das Becken sowie die Lendenwirbel, während einige Abschnitte verwachsen sind und so eine besonders tragend stabile Wirbelsäule bilden.

FAQ

Was ist die Wirbelsäule und welche Funktion hat sie?

Die Wirbelsäule bildet das Rückgrat des menschlichen Körpers und ist eine zentrale Achse des Skelett. Sie dient als Stütze für den Rumpf, schützt das Rückenmark und ermöglicht Bewegungen des Rücken. Durch ihre Struktur aus Wirbel und Bandscheiben bleibt die Wirbelsäule gleichzeitig stabil und beweglich.

Wie ist die Wirbelsäule aufgebaut?

Der Aufbau der Wirbelsäule umfasst mehrere Abschnitte. Dazu gehören die Halswirbelsäule, Brustwirbelsäule und Lendenwirbelsäule sowie das Kreuzbein und Steißbein. Jeder Abschnitt der Wirbelsäule besteht aus mehreren Wirbelkörpern, die durch Bandscheiben und Bänder verbunden sind.

Welche Rolle spielen Bandscheiben?

Bandscheiben liegen zwischen den Wirbelkörpern und wirken als elastische Stoßdämpfer. Sie bestehen aus einem Faserring und einem gallertartigen Kern, dem sogenannten Gallertkern. Diese Struktur sorgt für Beweglichkeit der Wirbelsäule und verteilt Belastungen beim Bewegen.

Welche Erkrankungen betreffen die Wirbelsäule häufig?

Zu den häufigen Erkrankungen der Wirbelsäule zählen Bandscheibenvorfall, Skoliose oder Verschleiß der Bandscheiben. Diese Erkrankungen können Rückenschmerzen verursachen und die Beweglichkeit einschränken. In der Orthopädie werden solche Beschwerden häufig behandelt.

Warum ist die doppelte S-Form der Wirbelsäule wichtig?

Die doppelte S-Form der Wirbelsäule entsteht durch natürliche Krümmungen wie Lordose und Kyphose. Diese Krümmung der Wirbelsäule hilft dabei, Belastungen gleichmäßig zu verteilen. Dadurch kann die Wirbelsäule Erschütterungen besser abfedern und den Körper beim aufrechten Gang stabilisieren.