Erkrankungen der Wirbelsäule können an allen anatomischen Strukturen entstehen.
Zu den häufigsten Erkrankungen der Wirbelsäule gehören:

Die Skoliose ist eine eine dreidimensionale Deformierung der Wirbelsäule, die zu einer mehr oder weniger deutlich sichtbaren Fehlhaltung führt @ filins /AdobeStock
Die Symptome unterscheiden sich je nach Erkrankung. Hauptsymptom von Wirbelsäulenerkrankungen sind Rückenschmerzen.
Ist das Rückenmark durch die Einengung des Wirbelkanals beeinträchtigt, können neurologische Beschwerden auftreten.
Dazu gehören:
- Kribbelgefühle, Gefühlsstörungen
- Taubheit
- Ein verändertes Gefühl von Hitze oder Kälte in den Armen, Beinen oder Füßen
- Lähmungserscheinungen (je nach betroffenen Wirbelsäulenabschnitt)
- ausstrahlende Schmerzen und Bewegungseinschränkungen
Diese Symptome treten beispielsweise beim Kompressionssyndrom durch Bandscheibenvorfälle oder bei der Spinalkanalstenose auf. Dabei entsteht Druck auf das Rückenmark.
Wirbelsäulenerkrankungen können erworben oder angeboren sein.
Angeborene Erkrankungen sind:
- Skoliose
- Morbus Scheuermann und
- Morbus Bechterew
Bandscheibenvorfälle und die Facettengelenksarthrose entstehen häufig durch natürliche Alterungsprozesse. Dann handelt es sich um erworbene, degenerative Verschleißerkrankungen der Wirbelsäule.

Bei einem Bandscheibenvorfall tritt Gewebe der Bandscheibe zwischen den Wirbelkörpern immer mehr nach außen @ marga /AdobeStock
Bei der Facettengelenksarthrose verlieren die Bandscheiben mit der Zeit ihre Funktion als Puffer zwischen den Wirbeln. Dadurch rücken die Wirbelkörper näher aneinander, da die dazwischen liegenden Facettengelenke überlastet sind und verschleißen.
In der Folge verliert die Wirbelsäule die flexible Aufrichtung. Sie kann regelrecht zusammensacken. Der Druck auf Bandscheiben, Rückenmark und Spinalnerven nehmen zu.
Die Diagnostik von Wirbelsäulenerkrankungen umfasst zunächst eine klinische Untersuchung, die durch bildgebende Verfahren ergänzt wird. Besonders im Bereich der Brust- und Lendenwirbelsäule sind CT-Aufnahmen von hoher diagnostischer Bedeutung, um Veränderungen wie Spondylarthrosen, Schäden am Faserring oder eine Verengung des Wirbelsäulenkanals zuverlässig darzustellen. So lässt sich orthopädisch einschätzen, ob konservative Maßnahmen ausreichen oder ob chirurgische Eingriffe notwendig werden. Eine präzise diagnostische Abklärung ist entscheidend, um die passende Therapie einzuleiten und mögliche Folgeschäden zu vermeiden.
Die Behandlungsmöglichkeiten bei Wirbelsäulenerkrankungen richten sich nach Art und Schwere der Erkrankung. Zunächst wird meist auf konservative Therapien wie Physiotherapie gesetzt, um die Muskulatur gezielt zu stärken und die Rücken- und Rumpfmuskulatur zu fördern und zu stabilisieren. Reichen diese Therapieformen nicht aus, können minimalinvasive und mikrochirurgische Eingriffe notwendig werden, die den Heilungsprozess beschleunigen und das umliegende Gewebe schonen. In schwereren Fällen – etwa bei ausgeprägten Instabilitäten – kann eine operative Versteifung ( = Spondylodese) der betroffenen Wirbelsäulenabschnitte sinnvoll sein, um Beschwerden zu lindern und die Funktionalität langfristig zu sichern. Ergänzend spielen rehabilitative Behandlung eine wichtige Rolle, um Fehlbelastung vorzubeugen und die langfristige Stabilität zu unterstützen.
Spondylose der Wirbelsäule
Fehl- und/oder Dauerbelastungen der Wirbelsäule können die Entstehung deutlich begünstigen.
Beim Bandscheibenvorfall presst sich der Gallertkern der Bandscheibe aus deren Strukturen und drückt auf das Rückenmark.
Bei der Spinalkanalstenose ist der Spinalkanal durch knöcherne Veränderungen stark verengt. So entstehen Rückenschmerzen und Bewegungseinschränkungen.
Muskelerkrankungen (Myopathien) oder eine zu schwach ausgebildete Rumpfmuskulatur können sich ebenfalls negativ auf die Gesundheit der Wirbelsäule auswirken.
Auch Autoimmunerkrankungen wie Morbus Bechterew können Beschwerden der Wirbelsäule hervorrufen. Hier richtet sich das Immunsystem fälschlicherweise gegen körpereigene Strukturen.