Kyphose, Rundrücken und Skoliose - Fehlstellungen der Wirbelsäule

09.01.2026
Leading Medicine Guide Redaktion
Autor des Fachartikels
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Die Kyphose bezeichnet eine nach hinten gerichtete Krümmung der Wirbelsäule und tritt vor allem im Bereich der Brustwirbelsäule auf. In leichter Form gehört diese Krümmung zur natürlichen Anatomie, bei einer ausgeprägten Hyperkyphose liegt jedoch eine krankhafte Fehlstellung vor.

Häufig wird die Kyphose als Rundrücken wahrgenommen und kann sowohl Kinder als auch Erwachsene betreffen. Je nach Ursache, Ausmaß und Lokalisation der Verkrümmung sind Beschwerden, Bewegungseinschränkungen und eine verminderte Lebensqualität möglich.

ICD-Codes für diese Krankheit: M40

Kurzübersicht:

Eine Kyphose ist eine Erkrankung der Wirbelsäule, bei der es zu einer übermäßigen Krümmung nach hinten kommt. Besonders häufig betroffen ist die Brustwirbelsäule, seltener die Hals- oder Lendenwirbelsäule. Ursachen können angeboren, wachstumsbedingt, degenerativ oder osteoporosebedingt sein. Die Behandlung reicht von Physiotherapie und Korsettversorgung bis hin zu operativen Eingriffen wie der Kyphoplastie, abhängig vom Ausmaß der Kyphose und den bestehenden Beschwerden.

Artikelübersicht

Was ist eine Kyphose?

Jeder Mensch verfügt über eine leichte natürliche Krümmung der Brustwirbelsäule nach hinten.

Von einer Kyphose der Lendenwirbelsäule spricht man, wenn die Wirbelsäule in der Lendenregion übermäßig gekrümmt ist. Eine zu starke Kyphose lässt sich bei aufrechtstehenden Personen schon mit bloßem Auge deutlich erkennen.

Vergleich einer gesunden Wirbelsäule mit Kyphose
Bei Kyphose bildet die Wirbelsäule einen Buckel © Matthieu | AdobeStock

Je nach zugrunde liegender Ursache leiden die Betroffenen unter:

Die Kyphose kommt oft zusammen mit einer Skoliose vor. Darunter versteht der Mediziner eine seitlich verkrümmte und oft noch zusätzlich verdrehte und versteifte Wirbelsäule.

Da der Rundrücken deutlich sichtbar ist, lässt er sich von Fachärzten für Orthopädie leicht diagnostizieren. Sie führen anschließend noch eine Röntgen-Untersuchung durch.

Falls Sie ebenfalls eine auf Brusthöhe zu stark gekrümmte Wirbelsäule haben, sollten Sie schnellstmöglich einen Orthopäden aufsuchen.

Wie entsteht eine Kyphose?

Der Buckel entsteht durch Wirbelkörper-Brüche. Bei älteren Frauen sind sie meist Folge einer Osteoporose (poröse Knochen aufgrund von Kalziummangel). Außerdem können degenerative Erkrankungen wie eine rheumatoide Arthritis (Gelenkentzündung) die BWS-Kyphose (Verkrümmung der Brustwirbelsäule) herbeiführen.

Eine weitere Ursache ist der im Jugendalter häufig vorkommende Morbus Scheuermann: Bei den Betroffenen wachsen die Brustwirbel der Vorder- und Rückseite ungleichmäßig. Außerdem ist die Erkrankung oft mit Bandscheibenvorfällen verbunden.

Weitere Ursachen für eine Kyphose:

Bei manchen Menschen ist die Kyphose bereits angeboren. Diese Babys kommen mit deformierten oder miteinander verwachsenen Wirbelkörpern zur Welt.

In den meisten Fällen kommt es jedoch durch eine nachlässige Körperhaltung zu einem Buckel. Zu wenig körperliche Bewegung lässt die Muskulatur in dieser Körperregion verkümmern. Sie kann daher die Wirbelsäule nicht mehr ausreichend stützen.

Wie behandelt man eine Kyphose?

Bei leichteren Fällen reicht eine in regelmäßigen Abständen durchgeführte Überwachung aus. Die Patienten führen Übungen zur Stärkung der Rückenmuskeln und zum Trainieren der richtigen Körperhaltung aus.

Regelmäßiger Sport (Walking, Jogging) tragen ebenfalls dazu bei, die Fehlhaltung zu bessern.

Leidet der Betroffene jedoch unter

  • erschwerter Atmung,
  • gestörter Verdauung,
  • Herz-Kreislauf-Problemen,
  • starken Schmerzen oder
  • neurologischen Störungen,

ist eine Operation erforderlich: Die Spondylodese stellt den natürlichen Grad der Wirbelsäulenkrümmung durch eine Wirbelkörper-Versteifung wieder her. Dazu werden die betroffenen Wirbelkörper mit Schrauben (Implantaten) fixiert.

Die Kyphoplastie kommt bei Erkrankten mit Wirbelbrüchen zum Einsatz. Sie richtet die instabil gewordene Wirbelsäule im Brustbereich mithilfe von Knochenzement wieder auf. Dadurch lindern sich die Schmerzen der Patienten.

Die BWS-Kyphose lässt sich außerdem gut mit einer Orthese (Korsett) korrigieren. Der Orthopäde lässt sie entsprechend dem Schweregrad der Fehlhaltung individuell anpassen. Die Korsetts werden heutzutage mithilfe moderner Software am Computer entworfen und helfen auch bei Lordose-Problemen.

Übungen bei Kyphose

Leichtere Fälle von Hyperkyphose lassen sich gut mit einer regelmäßig durchgeführten physiotherapeutischen Behandlung korrigieren. Die Übungen trainieren die Rücken- und Brustmuskulatur und stellen so die natürliche Krümmung der Wirbelsäule wieder her.

Vor allem Patienten mit

  • Morbus Scheuermann,
  • Skoliose und
  • einer Lordose-Kyphose

kann man so effizient behandeln.

Die physikalische Therapie umfasst

  • Techniken zur Aufrichtung der Wirbelsäule,
  • Bewegungsübungen für den täglichen Alltag und
  • Techniken, mit deren Hilfe der Patient sein Atemvolumen vergrößert.

Die speziell für Patienten mit Skoliose und Hyperkyphose entwickelten Atemtechniken entspannen und entlasten die überbeanspruchte Rückenmuskulatur noch zusätzlich.

FAQ zur Kyphose

Was ist eine Kyphose?

Die Kyphose bezeichnet eine nach hinten gerichtete Krümmung der Wirbelsäule, die vor allem die Brustwirbelsäule betrifft. Eine leichte Kyphose ist physiologisch, eine ausgeprägte Form gilt als krankhaft.

Welche Ursachen hat eine Kyphose?

Mögliche Ursachen sind Fehlhaltungen, Morbus Scheuermann, Osteoporose, angeborene Fehlbildungen, Skoliose oder degenerative Veränderungen der Wirbelkörper.

Welche Beschwerden können auftreten?

Typisch sind Rückenschmerzen, Muskelverspannungen, eingeschränkte Beweglichkeit und bei starker Ausprägung eine sichtbare Verkrümmung oder ein Buckel.

Wie wird eine Kyphose behandelt?

Die Behandlung richtet sich nach Ursache und Ausmaß und umfasst Physiotherapie, gezielte Übungen zur Stärkung der Rückenmuskulatur, Korsetttherapie oder operative Verfahren.

Wann ist eine Operation notwendig?

Ein operativer Eingriff wird in Betracht gezogen, wenn starke Schmerzen, neurologische Symptome, ein hohes Fortschreiten der Fehlstellung oder eine deutliche Einschränkung der Lebensqualität bestehen.

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