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Erkrankung · Allgemeine Orthopädie

Arthritis und rheumatoide Arthritis – Gelenkschmerz, Symptome und Behandlung von Gelenkentzündungen

Sabine_Schneider.pngChefredakteurinSabine SchneiderStand: ICD-10: M00, M01, M13

Kurzübersicht — das Wichtigste zuerst

Arthritis ist eine häufige entzündliche Gelenkerkrankung mit unterschiedlichen Ursachen. Die rheumatoide Arthritis betrifft meist mehrere Gelenke und verläuft häufig chronisch. Typische Symptome sind Schwellung, Rötung, Gelenkschmerz und Bewegungseinschränkungen. Eine frühzeitige Behandlung verbessert die Prognose und schützt die Gelenke.

Arthritis ist eine entzündliche Erkrankung, die ein oder mehrere Gelenke betreffen kann und häufig mit Schmerzen verbunden ist. Die rheumatoide Arthritis ist die häufigste Form der Arthritis und zählt zu den Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises. Typische Symptome sind Entzündung, Schwellung, Rötung und eingeschränkte Beweglichkeit der betroffenen Gelenke. Je nach Ursache kann Arthritis akut oder chronisch verlaufen und unterschiedliche Beschwerden verursachen.

Die Erkrankung entsteht durch verschiedene Ursachen wie Infektion, Autoimmunreaktionen oder Stoffwechselerkrankungen wie Gicht. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung können das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen und Beschwerden lindern. Die Rheumatologie bietet moderne Therapien, um die Lebensqualität der Betroffenen langfristig zu verbessern.

Was ist eine Arthritis und wie macht sie sich bemerkbar?

Arthritis (ICD-Code: M13) ist eine Gelenkentzündung. Ist nur ein Gelenk von Arthritis betroffen, spricht man von einer Monarthritis. Sind viele Gelenke betroffen, lautet der Fachbegriff Polyarthritis.

Folgende Symptome können bei einer Gelenkentzündung auftreten:

  • Schwellung
  • Schmerzen
  • Bewegungseinschränkungen

Darüber hinaus kann es auch zu einer fühlbaren Überwärmung der Haut kommen, vor allem dann, wenn

betroffen ist.

Betroffene leiden oft auch an einem allgemeinen Krankheitsgefühl und starkem Unwohlsein. Bei Kindern könnte zum Beispiel mangelnder Spieltrieb ein Alarmsignal sein.

Blutwerte Check-Up-Untersuchung
Rheuma kann Arthritis verursachen. Dann spricht man von einer Rheumatoiden Arthritis © narstudio | AdobeStock

Arthritis ist von einer Arthrose abzugrenzen: Trotz ähnlicher Begriffe sind das völlig unterschiedliche Erkrankungen, auch wenn beide zu Gelenkschmerzen führen. Arthrose meint den Verschleiß von Knorpel im Gelenk. Die Ursachen, der Verlauf und die Behandlung stellen sich meist ganz anders dar. 

Welche Ursachen hat Arthritis?

Keime können bakterielle und eitrige Gelenkentzündungen verursachen. Sie gelangen etwa

  • durch Operationen,
  • nach Injektionen oder
  • nach Verletzungen

in das Gelenk.

Diese Form der Gelenkentzündung ist umgehend zu behandeln, da sie im Extremfall zu einer Sepsis (Blutvergiftung) führt. Diese kann unter Umständen lebensbedrohlich werden.

Sehen Sie im Video, wie Knorpel und Knochen eines Gelenks durch Entzündungen geschädigt werden:

Weitere Formen der Arthritis entstehen durch Rheuma oder Stoffwechselerkrankungen. Bei Gicht ist der Harnstoffwechsel gestört. Im Verlauf dieser Erkrankung kommt es immer wieder zu Schüben, in denen die Gelenke sehr stark anschwellen und schmerzen. Auch Schuppenflechte kann zu einer Arthritis führen. Die Diagnose gestaltet sich hier aber sehr schwierig, da die Gelenke schon lange vor den äußerlichen Zeichen an der Haut befallen sein können.

Darüber hinaus gibt es Sonderformen der Arthritis. Hierzu zählen etwa die Lyme-Arthritis, die durch die Lyme-Borreliose ausgelöst wird. Selten ist auch die Reaktive Arthritis, auch Reiter-Syndrom genannt. Ihr liegt eine bakterielle Infektion

  • im Magen-Darm-Trakt,
  • den Harnwegen oder
  • den Geschlechtsorganen

zugrunde.

Wie wird eine Arthritis festgestellt?

Aufgrund der vielfältigen Ursachen einer Gelenkentzündung ist es wichtig, diesen genau auf den Grund zu gehen. Nur eine sorgfältige Behandlung der Ursachen kann eine Arthritis erfolgreich bekämpfen.

Bei einer bakteriellen Arthritis muss der Mediziner wissen, welche Keime genau die Entzündung ausgelöst haben. Dazu empfiehlt sich eine Punktion. Dabei entnimmt der Arzt Proben aus dem entzündeten Gewebe. So können die Keime identifiziert und auch die Gabe von Medikamenten entsprechend angepasst werden.

Besteht Verdacht auf eine Rheumatoide Arthritis können Röntgenbilder die Entzündung im Bereich der Gelenke darstellen. Auch Blutwerte können im günstigsten Fall einen Hinweis liefern. Allerdings können die Werte unter Umständen keinen genauen Aufschluss über die Ursache geben.

Die Entzündungswerte selbst - etwa die Leukozyten oder das CRP (C-reaktives Protein) - sind hingegen recht leicht erkennbar.

Rheumatioide Arthritis
© Alexander Raths / Fotolia

Wie wird eine Arthritis therapiert?

Die korrekte Therapie richtet sich nach den Ursachen und Beschwerden, die die Erkrankung verursacht. Im akuten Stadium kann das Hochlagern und Kühlen ein wenig Schmerzlinderung verschaffen. Sollten die Schmerzen dann doch zu groß werden, kann auch eine Gabe von Medikamenten erfolgen.

Der Arzt kann nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) verschreiben. Diese verwenden als Wirkstoff unter anderem Diclofenac oder Ibuprofen. Manchmal empfiehlt sich auch die Gabe von Kortison. Bei Bakterien als Ursache erhält der Patient Antibiotika. In einigen Fällen kämpft der Körper "gegen sich selbst" und begünstigt so die Entzündung. Dann sind auch Mittel, die das eigene Immunsystem unterdrücken, notwendig.

Eine mehrmalige Spülung des Gelenks kann ebenfalls angezeigt sein. Je nach Ausmaß der Entzündung muss die Spülung mehrfach - unter Umständen alle zwei Tage arthroskopisch - durchgeführt werden.

Eine Physiotherapie kann notwendig sein, wenn es aufgrund der Beschwerden zu Bewegungseinschränkungen oder gar einer Gelenkversteifung kommt. Ist das Gelenk mitsamt seinen Strukturen zu stark geschädigt, muss eventuell ein künstliches Gelenk eingesetzt werden.

Wie sollte man sich bei Arthritis ernähren?

Bei Gicht oder der Rheumatoiden Arthritis als Ursache spielt die Ernährung eine große Rolle. Bei richtiger Ernnährung können sogar Medikamente überflüssig werden.

Leiden Sie an Gicht, sollten Sie weitgehend auf Lebensmittel mit Purin verzichten. Das senkt den Wert der Harnsäure. Fachärzte helfen Ihnen, eine so genannte "Gicht-Diät" zusammenzustellen.

FAQ

Was ist Arthritis?

Arthritis ist eine entzündliche Gelenkerkrankung, bei der eine Entzündung im Gelenk entsteht. Sie umfasst viele verschiedene Arten von Arthritiden und kann ein oder mehrere Gelenke befallen. Die rheumatoide Arthritis ist die häufigste entzündliche Form und zählt zu den rheumatischen Erkrankungen. Neben der rheumatoiden Arthritis gibt es unter anderem reaktive Arthritis, infektiöse Arthritis, bakterielle Arthritis, septische Arthritis sowie juvenile idiopathische Arthritis.

Welche Symptome treten bei Arthritis auf?

Zu den typischen Symptome gehören Gelenkschmerz, Schwellung, Rötung, Überwärmung und Bewegungseinschränkungen. Häufig sind mehrere Gelenke betroffen und geschwollen. Schmerzen und Schwellungen treten besonders während eines Schubs auf. Je nach Form der Arthritis können auch starke Schmerzen, Gelenkerguss und eine Entzündung eines oder mehrerer Gelenke auftreten.

Was ist der Unterschied zwischen Arthritis und Arthrose?

Arthritis und Arthrose unterscheiden sich grundlegend. Während Arthritis eine entzündliche Gelenkerkrankung ist, handelt es sich bei Arthrose um einen Verschleiß des Knorpels im Gelenk. Allerdings kann eine aktivierte Arthrose ebenfalls mit einer Entzündung verbunden sein. Arthrose und Arthritis können in Einzelfällen gleichzeitig auftreten und ähnliche Beschwerden verursachen.

Welche Ursachen hat Arthritis?

Die Ursache der Arthritis hängt von der jeweiligen Erkrankung ab. Eine genetische Veranlagung, das Immunsystem, Bakterien, Viren oder Pilze sowie Infektionen können eine Rolle spielen. Auch Gicht, Schuppenflechte oder bakteriell verursachte Gelenkentzündungen gehören zu den unterschiedlichen Ursachen. Die Ursache der Erkrankung ist nicht immer eindeutig nachweisbar, weshalb ärztlich eine umfassende Diagnostik erfolgt. Ein höheres Risiko besteht bei genetischer Veranlagung oder bestimmten Autoimmunerkrankungen.

Wie wird Arthritis behandelt?

Die Behandlung einer Arthritis richtet sich nach der jeweiligen Form der Erkrankung und ihrem Verlauf. Häufig kommen Kortison, entzündungshemmende Medikamente sowie Physiotherapie zum Einsatz, um Beschwerden zu lindern und das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen. Bei rheumatoider Arthritis, chronischer Polyarthritis oder anderen entzündlichen Gelenkerkrankungen erfolgt die Therapie meist in einer spezialisierten Rheumatologie. Ziel ist es, die Gelenkinnenhaut zu schützen, die Beweglichkeit zu erhalten und dauerhafte Schäden am Gewebe zu verhindern.

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Über den Fachautor

Sabine Schneider

Chefredakteurin

Sabine Schneider – medizinische Fachautorin: Entdecken Sie fundierte Fachbeiträge und medizinische Expertise im Leading Medicine Guide.

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