Wenn es zu einem Sinterungsbruch an der Wirbelsäule kommt, der starke Schmerzen verursacht, kann eine Kyphoplastie sinnvoll sein.
Dabei handelt es sich um ein minimalinvasives Verfahren zur Schmerztherapie. Dabei spritzen Ärzte Knochenzement in die Bruchstelle des Wirbelkörpers ein.
Die Wirbelsäule übernimmt im Wesentlichen eine Stützfunktion für den Körper, hat aber auch Bewegungsaufgaben. Daher ist eine ständige Belastung der einzelnen Wirbelsäulenabschnitte gegeben. Häufig kommt es im höheren Lebensalter zu einer Veränderung durch Verschleiß.
Auch konstante Belastungen der Wirbelsäule können in manchen Fällen schon frühzeitig zu einer solchen Veränderung führen. Zusätzlich besteht häufig eine Verringerung der Knochensubstanz (sog. Osteoporose). Daher können bereits bei leichten Belastungen oder Unfällen Brüche im Wirbelkörper auftreten.
Diese Brüche treten typischerweise in der Lenden- und Brustwirbelsäule auf. Dabei kommt es zu einer Stauchung des Wirbelkörpers und einem Verlust der Wirbelkörperhöhe. Dieser Höhenverlust, auch als Sinterung bezeichnet, führt zu dem Begriff Sinterungsbruch.
Der Höhenverlust ist im vorderen Bereich des Wirbelkörpers meist ausgeprägter, sodass eine Keilform des Wirbels entsteht.

Ist das Knochengewebe im Wirbelkörper durch Osteoporose instabil, können harmlose Alltagssituationen zu einem Wirbelkörperbruch führen @ Sagittaria /AdobeStock
Die Beschwerden treten schlagartig nach einer kleinen Bewegung, einem Verheben oder einem Sturz auf. Sie werden als starke Rückenschmerzen, zum Teil auch mit Ausstrahlung in angrenzende Körperregionen beschrieben. Teilweise sind die Beschwerden so unerträglich, dass es zu einer Immobilisierung kommt.
Verschiebt sich ein Teil des Knochens in Richtung der Nervenstrukturen, kann es zu Lähmungen und Gefühlsstörungen kommen. In diesen Fällen ist eine sofortige Vorstellung bei einem Arzt erforderlich.
Die Behandlung beginnt mit der Diagnose des Wirbelbruchs. Hierzu macht der Arzt zunächst eine Röntgenuntersuchung. Falls eine weitere Differenzierung notwendig ist, erfolgt anschließend eine Computer- und/oder Kernspintomographie.
Die Therapie beinhaltet zunächst die Behandlung der akuten Schmerzen. Eine Orthese (Korsett) sorgt für die Ruhigstellung des gebrochenen Wirbels.
Zeigt sich trotz der Maßnahmen keine Besserung der Beschwerden, sollten Sie an eine Kyphoplastie denken.
Eine anatomisch geformte Rückenschiene macht es leichter, eine aufrechte Haltung beizubehalten @ chayantorn /AdobeStock
Die operative Versorgung mittels Kyphoplastie sollte in folgenden Fällen erfolgen:
- Bei Gefahr eines weiteren Einbrechens des Wirbels mit Verletzung von Nervenstrukturen
- Bei Schmerzen, die medikamentös nicht zu beherrschen sind
Die Wirbelsäulenchirurgie gehört zum Bereich der Orthopädie und Unfallchirurgie. Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie haben sich auf die Diagnose und Behandlung spezifischer Erkrankungen der Wirbelsäule spezialisiert.
In speziellen Wirbelsäulenzentren arbeiten Mediziner verschiedener Fachrichtungen interdisziplinär zusammen, um Patienten mit Wirbelsäulenerkrankungen bestmöglich zu behandeln. Beteiligt sind auch Neurochirurgen und Radiologen.
Die Kyphoplastie erfolgt in der Regel unter Vollnarkose in Bauchlage. Sie dauert ca. 30 Minuten. Unter Röntgenkontrolle bringen Ärzte zwei Nadeln in den gebrochenen Wirbelkörper ein. Anschließend schaffen sie mit einem kleinen, mit Flüssigkeit befüllbaren Ballon eine Höhle.
Danach bringen sie über die Nadeln ein Knochenzement ein. Hier handelt es sich um einen schnell aushärtenden zähflüssigen Kunststoff, der mechanisch dem gesunden Knochen ähnelt. Dieser Zement ist gegen Ende der Kyphoplastie komplett ausgehärtet und belastbar.
Die Mobilisation des Patienten erfolgt in der Regel noch am Operationstag. Bettruhe ist nach einer Kyphoplastie nicht erforderlich.
Nach der Entlassung aus der Klinik kann der Patient seine Alltagstätigkeit wieder aufnehmen. Besteht eine Grunderkrankung wie z. B. Osteoporose, erfolgt die Therapie langfristig.
Die 10 Rückenschulregeln:
- Bewegen Sie sich!
- Halten Sie den Rücken gerade!
- Gehen Sie beim Bücken in die Hocke!
- Heben Sie, wenn möglich, keine schweren Gegenstände!
- Verteilen Sie Lasten und tragen Sie sie dicht am Körper!
- Stehen Sie nicht mit durchgedrückten Knien!
- Ziehen Sie beim Liegen die Beine an!
- Halten Sie beim Sitzen die Knie tiefer als die Hüften!
- Trainieren Sie täglich Ihre Rückenmuskulatur!
- Treiben Sie regelmäßig Sport! Wenn möglich: Rückenschwimmen, Radfahren, Laufen auf weichem Boden
Trotz größter Sorgfalt können bei und nach einer Kyphoplastie Störungen auftreten. Im Rahmen einer Kyphoplastie kann es zum Austritt von Zement aus dem Wirbelkörper kommen. Da der Eingriff unter Röntgenkontrolle erfolgt, ist ein Austritt sofort zu erkennen.
In der Vergangenheit kam es mehrfach zu Zementaustritten in die Blutgefäße. Aus diesem Grund veränderte man die Zusammensetzung des Knochenzements. Diese Art der Komplikation tritt heute bei der Kyphoplastie nur selten auf.
Ferner kann es bei der Punktion des Wirbelkörpers im Rahmen einer Kyphoplastie zu Nervenverletzungen kommen. Auch diese Komplikation ist sehr selten.
Die Kyphoplastie gilt als modernes, minimalinvasives Verfahren zur Behandlung von Wirbelfrakturen bei osteoporotischen Erkrankungen und wird häufig im Kontext von Vertebroplasty diskutiert. Bei Osteoporotic vertebral compression fractures werden gezielt zwei Kanülen verwendet, über die ein Ballon in den gebrochenen Wirbel eingeführt, eingeführt und aufgeblasen und anschließend Knochenzement eingespritzt wird, um Wirbelkörpern neue Stabilität zu verleihen.
Ziel einer Kyphoplastie ist es, gebrochene Wirbelkörper wieder aufzurichten, starke Schmerzen zu lindern und die Statik der Wirbelsäule nachhaltig zu verbessern, wobei die Kyphoplastie oder Vertebroplastie je nach Befund ausgewählt wird. Im Vergleich zur Vertebroplastie zeigt sich bei der "Balloon Kyphoplasty" häufig ein Vorteil hinsichtlich der Aufrichtung, was insbesondere bei der Behandlung von Wirbelbrüchen und anderen Wirbelfrakturen relevant ist.
Die Kyphoplastie erfolgt typischerweise in Bauchlage unter örtlicher Betäubung und gilt abhängig von der Technik als sicheres Verfahren zur Behandlung von Patientinnen und Patienten mit osteoporotic vertebral Frakturen. In der Regel ist keine Bettruhe erforderlich, eine kurzzeitige Korsettversorgung empfohlen, um die Rehabilitation zu unterstützen und die Wirbelkörper zu stabilisieren. Insgesamt zeigt sich, dass vertebroplasty and kyphoplasty, als minimal-invasive Verfahren zur Therapie und als Behandlungsmethode Kyphoplastie, wirksam sind, um Schmerzen zu lindern, die Statik der Wirbelsäule zu erhalten und Patientinnen und Patienten mit osteoporotischen Wirbelkörpern wieder Mobilität zu ermöglichen.
Was ist der Unterschied zwischen Kyphoplastie und Vertebroplastie?
Bei der Kyphoplastie wird vor dem Einspritzen von Knochenzement ein Ballon aufgeblasen, um den Wirbelkörper aufzurichten. Die Vertebroplastie verzichtet auf diesen Schritt und stabilisiert den Wirbelkörper direkt durch Zement.
Für welche Patienten ist eine Kyphoplastie geeignet?
Die Kyphoplastie eignet sich vor allem für Patientinnen und Patienten mit osteoporotischen Wirbelkörperfrakturen und starken Rückenschmerzen. Die Indikation wird klinisch und bildgebend gestellt.
Wie läuft der Eingriff ab?
Die Kyphoplastie ist ein minimalinvasives Verfahren und wird meist in Bauchlage unter Vollnarkose oder örtlicher Betäubung durchgeführt. Über Kanülen wird der Ballon eingeführt, aufgeblasen und anschließend Knochenzement eingebracht.
Welche Vorteile bietet die Kyphoplastie?
Die Kyphoplastie kann Wirbelkörper wieder aufrichten, die Statik der Wirbelsäule verbessern und Schmerzen deutlich lindern. Häufig kommt es rasch zu einer verbesserten Mobilität nach dem Eingriff.
Gibt es Risiken oder Komplikationen?
Wie bei jedem operativen Eingriff können Komplikationen auftreten, etwa Zementaustritt oder Infektionen. Insgesamt gilt die Kyphoplastie jedoch als sicheres und etabliertes Verfahren.