Denn der Schlaf gehört zu den lebensnotwendigen Bedürfnissen des Menschen. Schlafstörungen können daher mit schwerem Leiden einhergehen und zu Folgeproblemen wie Leistungseinbußen und Unfällen führen.
Allerdings sind die vielfältigen Aufgaben des Schlafs bislang nur teilweise bekannt. Neben der Entspannung ist er wahrscheinlich für
- Lern- und Gedächtnisleistungen,
- das Immunsystem und
- den Stoffwechsel
wichtig.
Grundsätzlich kann man unterscheiden zwischen Schlafstörungen durch
- körperliche Ursachen
- ohne körperliche Ursache
Schlafstörungen ohne körperliche Ursache
Wenn Menschen über längere Zeit ohne organische Gründe regelmäßig so schlecht ein- oder durchschlafen, dass ihr Befinden und ihre Leistungsfähigkeit dadurch deutlich verschlechtert sind, spricht man von einer primären Insomnie.
Primäre Insomnien können meist gut mit einer Verhaltenstherapie behandelt werden. Sie hat zum Ziel, schlafstörende Faktoren zu reduzieren und so einen normalen Schlaf zu ermöglichen. Schlafstörende Faktoren können z. B. sein:
- Koffein- und Alkoholgenuss,
- schweres Essen am Abend,
- Tagesschlaf.

Schlafstörungen können das Alltagsleben stark beeinträchtigen © stokkete | AdobeStock
Dabei lernen Patienten auch, den Kreislauf des Grübelns über den schlechten Schlaf zu unterbrechen und Entspannungsverfahren zu erlernen. Medikamente sollten nur im Zusammenspiel mit Psychotherapie eingesetzt werden.
Eine primäre Hypersomnie bezeichnet ein erhöhtes Schlafbedürfnis ohne organische Begründung über einen längeren Zeitraum. Betroffene sind dabei tagsüber trotz eines langen Nachtschlafs ständig müde oder schlafen immer wieder ein. Wie die Insomnie wird sie vor allem psychotherapeutisch (bessere „Schlafhygiene“) und nur im Einzelfall mit stimulierenden Medikamenten behandelt.
Das Auftreten von gelegentlichen Alpträumen ist im Kindesalter relativ normal. Bei Erwachsenen stehen sie häufig in Zusammenhang mit schwer belastenden Lebensereignissen oder psychischen Erkrankungen. Bei gehäuftem Eintreten können Alpträume psychotherapeutisch, ggf. auch medikamentös beeinflusst werden.
Von Pavor nocturnus („nächtliche Angst“) spricht man, wenn sich Betroffene im Bett aufsetzen oder panisch aufspringen, ohne sich jedoch später daran zu erinnern. Sie lassen sich dann auch nicht beruhigen. Pavor nocturnus tritt häufig in Kombination mit Schlafwandeln (Somnambulismus) auf.
Schlafstörungen mit körperlichen Ursachen
Einem schlechten Schlaf können auch viele verschiedene organische Ursachen zugrunde liegen. Dazu gehören vor allem körperliche Erkrankungen oder die Einnahme von Schlaf störenden Medikamenten oder Suchtmitteln.
Erkrankungen, die sich auf den Schlaf auswirken können, sind etwa
Auch sehr viele psychische Erkrankungen wie z.B. Depressionen, gehen oft mit schlechtem Schlaf einher.
Zu den Schlaf störenden Medikamenten und Substanzen zählen z.B.
- Beta-Blocker,
- Asthmamedikamente,
- Hormonpräparate,
- manche Antibiotika,
- Koffein,
- Nikotin und
- Alkohol.
Beim sog. Schlaf-Apnoe-Syndrom (SAS) treten während des Schlafes Atempausen von 10 bis 60 Sekunden auf. Die Betroffenen schnarchen dabei laut und unregelmäßig. Schlaf-Apnoe kann zu Herzproblemen führen.
Risikofaktoren für ein SAS sind
Therapeutisch empfehlen sich deshalb Maßnahmen wie Gewichtsreduktion, Alkohol- und Nikotinabstinenz. In schweren Fällen kommt ein spezielles Beatmungsverfahren (CPAP-Beatmung) zur Anwendung.
Bei der Narkolepsie treten Müdigkeit und Einschlafattacken auf. Weitere Symptome sind
- zusätzlich ein anfallartiges Muskelerschlaffen,
- lebendige Sinneswahrnehmungen beim Einschlafen sowie
- eine Art kurzzeitige Lähmung nach dem Aufwachen.
Das Restless Legs-Syndrom („ruhelose Beine“) äußert sich in nächtlichen
- diffusen Missempfindungen,
- Schmerzen und
- einem starken Bewegungsdrang in den Beinen.
Es dauert häufig sehr lange, bis es als ernstzunehmende Störung erkannt wird. Das Restless-Legs-Syndrom kann oft gut medikamentös behandelt werden.
Bei Schlafstörungen müssen zunächst die Art der Schlafstörung und die begleitenden Umstände genau erfasst werden. Betroffene sollten relevante Ereignisse dokumentieren:
- Schlafzeiten
- Schlafdauer
- Tagesmüdigkeit
- nächtliches Grübeln
- Tagesschlaf
- im Bett verbrachte Zeit
- Abendgestaltung
- Lärm und Licht im Schlafzimmer etc.
Auch die Erfassung von evtl. gegeben Schlafverschiebungen, z.B. durch Schichtarbeit, ist von Bedeutung. Hinzu kommen auch Drogen- und Medikamentenkonsum sowie die gesamte psychische Befindlichkeit und der internistische Befund.
Um ein detailliertes Bild zu erhalten, ist häufig ein Schlaftagebuch, in dem der Patient seine Schlafzeiten festhält, empfehlenswert. Oft lässt sich nach der ersten Untersuchung auf keine Ursache schließen. Dann sollte eine Untersuchung im sog. Schlaflabor durchgeführt werden, um andere Ursachen der Schlafstörung herauszufinden.
Die wichtigste Behandlung von Schlafstörungen ohne körperliche Ursache ist eine kognitive Verhaltenstherapie. Sie lässt sich gut als kurzes Gruppenprogramm durchführen. Darin erhalten die Betroffenen Informationen über normalen Schlaf und günstige Schlafgewohnheiten („Schlafhygiene“) und erlernen Entspannungsverfahren.
Zur Schlafhygiene gehören beispielsweise
- regelmäßige nächtliche Ruhezeiten von max. 8 Stunden,
- der Verzicht auf Tagesschlaf und Einschlafen vor dem Fernseher,
- der Verzicht auf Koffein, Alkohol und schwere Mahlzeiten nach 16 Uhr sowie
- regelmäßiger Sport tagsüber.
Die Patienten
- sollen nur bei starker Müdigkeit ins Bett gehen,
- dürfen nachts nicht auf die Uhr schauen und
- sollen, wenn sie nachts länger wach liegen, nicht grübelnd im Bett bleiben, sondern stattdessen aufstehen und etwas lesen o.ä.
Nur in Ausnahmefällen sollten zusätzlich Medikamente gegeben werden. Pflanzliche Präparate wie Baldrian oder Hopfentee sollten dabei zunächst an erster Stelle stehen. In wenigen Fällen ist der Einsatz von anderen Psychopharmaka sinnvoll. Bei Schlafstörungen mit körperlichen Ursachen gibt es spezifische medikamentöse und andere Therapieverfahren.
Viele Menschen mit Schlafstörungen leiden dauerhaft unter Müdigkeit, Konzentrationsproblemen und einer deutlichen Beeinträchtigung der Lebensqualität. Wer schlecht schläft oder Probleme beim Ein- oder Durchschlafen hat, sollte die Ursachen der Schlafstörung frühzeitig abklären lassen.
Es gibt unterschiedliche Arten von Schlafstörungen, die sowohl psychische Ursachen als auch organische Ursachen haben können. Chronische Schlafstörungen entstehen häufig durch Stress, schlafbezogene Atmungsstörungen, körperliche Erkrankungen oder die Einnahme von Medikamenten. Auch unruhiger Schlaf und fehlender ausreichend Schlaf können langfristig gesundheitliche Folgen verursachen.
Die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung sowie die Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin empfehlen eine gezielte Diagnostik und Therapie von Schlafstörungen, um wieder zu erholsamem Schlaf zu finden. Grundlage dafür ist unter anderem die S3-Leitlinie nicht erholsamer Schlaf. Besonders bei Verdacht auf Schlafapnoe oder andere schlafbezogene Atmungsstörungen kann eine Untersuchung im Schlaflabor sinnvoll sein. Die kognitive Verhaltenstherapie für Insomnie gilt heute als besonders wirksam, um einen besseren Schlaf und einen normalen Schlafrhythmus zu fördern.
Da Schlafstörungen verursachen können, dass Leistungsfähigkeit und Gesundheit vermindert werden, sollten Betroffene die vielen Ursachen ernst nehmen und frühzeitig behandeln lassen.
Was ist eine Schlafstörung?
Eine Schlafstörung beschreibt anhaltende Probleme mit dem Schlaf, die das Einschlafen, Durchschlafen oder einen erholsam Schlaf beeinträchtigen. Zu den häufigsten Formen von Schlafstörungen zählen Insomnie, Schlafapnoe und Schlaflosigkeit. Viele Menschen mit Schlafstörungen fühlen sich tagsüber belastend erschöpft.
Welche Ursachen haben Schlafstörungen?
Schlafprobleme entstehen häufig durch Stress, psychische Erkrankungen, Angststörungen oder körperliche Erkrankung. Auch Koffein, Schichtarbeit, Medikament oder ein gestörter Schlaf-Wach-Rhythmus können den Schlaf stören. Zusätzlich spielen Schlafgewohnheiten und Schlafhygiene eine wichtige Rolle.
Wann sollte man wegen Schlafproblemen zum Arzt gehen?
Wenn Schlafstörung chronisch wird, die Leistungsfähigkeit sinkt oder nächtlich Beschwerden auftreten, sollte ärztliche Hilfe gesucht werden. Besonders bei Schnarchen, Schlafapnoe, Narkolepsie oder Restless-Legs-Syndrom kann eine Untersuchung im Schlaflabor sinnvoll sein. Auch anhaltender Schlafmangel sollte ernst genommen werden.
Wie werden Schlafstörungen behandelt?
Die Behandlung von Schlafstörungen richtet sich nach Ursache und Art der Erkrankung. Häufig helfen Schlafhygiene, Verhaltenstherapie oder kognitive Verhaltenstherapie. In manchen Fällen werden Schlafmittel, pflanzlich Präparate wie Baldrian oder andere Medikament eingesetzt.
Wie kann man den Schlaf verbessern?
Für einen besseren Schlaf helfen feste Schlafrhythmus, regelmäßiges Schlafengehen und der Verzicht auf Koffein am Abend. Ein gesunden Schlaf fördern außerdem ruhige Schlafumgebung, ausreichend Schlafdauer und Entspannung vor dem Schlaf. Dadurch lassen sich Schlafproblemen oft deutlich reduzieren.