Nasenpolypen sind gutartige Wucherungen der Nasenschleimhaut, die häufig im Bereich der Nasennebenhöhlen entstehen. Ein typisches Symptom bei Nasenpolypen ist eine dauerhaft verstopfte Nase, wodurch die Nasenatmung erschwert wird. Die chronisch entzündete Schleimhaut kann dazu führen, dass Polypen in der Nase wachsen und die Atemwege verstopfen.
Oft treten Nasenpolypen gemeinsam mit Asthma, Allergie oder einer chronischen Entzündung der Nasennebenhöhlen auf. Die Behandlung richtet sich nach Größe und Ausmaß der Wucherungen und erfolgt medikamentös mit Nasenspray oder operativ. Kleine Polypen lassen sich häufig mit einer medikamentösen Therapie kontrollieren, während größere Polypen eine operative Entfernung notwendig machen können.
Werden Nasenpolypen früh erkannt, lassen sich Beschwerden wie Schnarchen, eingeschränkter Geruchssinn oder Infektion der Nebenhöhle oft deutlich lindern.
Ursachen und Symptome von Nasenpolypen
Die Ursachen sowie die genaue Entstehung von Nasenpolypen sind bis heute nicht eindeutig geklärt. Häufig treten Nasenpolypen im Zusammenhang mit einer ASS-Intoleranz auf. Nehmen diese Patienten Aspirin oder ASS ein, kommt es zu einer Nasenatmungsbehinderung.
Die Symptome von Nasenpolypen äußern sich meist durch
- einen langsamen Verlust des Geruchsvermögens sowie
- eine zunehmende Nasenatmungsbehinderung.
Nasenpolypen können mit einer schiefen Nasenscheidewand und vergrößerten Nasenmuscheln einhergehen.
Behandlung der Nasenpolypen
Die Behandlung der Nasenpolypen erfolgt zunächst medikamentös. Durch eine lokale Kortisontherapie in Form eines Nasensprays können sich Nasenpolypen zurückbilden. Das Nasenspray sollte über einen Zeitraum von mindestens 3 bis 4 Wochen regelmäßig angewendet werden. Leider ist diese Behandlung nicht immer erfolgreich.
Zeigt die medikamentöse Therapie nicht den gewünschten Erfolg, ist eine operative Behandlung notwendig. Die Nasenpolypen werden dabei vollständig aus der Nasenhaupt- und Nasennebenhöhle enfernt und histologisch untersucht.
Ablauf der OP und Aufenthalt im Krankenhaus
In einigen Fällen erfordert der Zugang zu den Nasennebenhöhlen eine Operation der Nasenscheidewand. Um eine Nachblutung nach erfolgter Operation zu vermeiden, setzt der Chirurg Nasentamponaden in die Nasenlöcher ein. Der Eingriff wird entweder unter Vollnarkose oder ambulant unter örtlicher Betäubung durchgeführt.
Die stationäre Aufnahme erfolgt einen Tag vor der Operation. An diesem Tag finden alle für die Operation notwendigen Untersuchungen und Gespräche statt. Zu den Voruntersuchungen gehört auf jeden Fall eine Blutentnahme. Der Arzt bespricht mit Ihnen auch die Art der Narkose und den Ablauf der Operation.
Am Tag der Operation sollten Sie nüchtern sein. Sie sollten also ab 0:00 Uhr des Tages der stationären Aufnahme
- nicht essen oder trinken,
- nicht rauchen,
- kein Kaugummi kauen und
- keine Bonbons lutschen.
Am ersten Tag nach der Operation werden die Nasentamponaden entfernt.
In den darauf folgenden Tagen wird die Nase 2x täglich von Verkrustungen gereinigt und Wundsekret abgesaugt. Von den Pflegern erhalten Sie hilfreiche Hinweise zur Pflege der Nase.
Aufgrund der möglichen Nachblutungsgefahr ist eine stationäre Überwachung notwendig. Die Dauer des stationären Aufenthaltes ist von der Wundheilung abhängig. Rechnen Sie üblicherweise mit vier bis fünf Tagen Krankenhausaufenthalt. Am Entlassungstag werden die Wundverhältnisse noch mal kontrolliert und Sie erhalten einen Arztbrief für den niedergelassenen Hals-Nasen-Ohrenarzt.

Nasenpolypen können zum Verlust des Geruchsinns führen © freshidea | AdobeStock
Risiken der Operation von Nasenpolypen
Wie bei jeder Operation kann es allgemein zu
- Wundheilungsstörungen,
- einer Infektion oder
- Blutungen
kommen.
Spezifisch besteht ein Risiko auf vorübergehende Geruchsstörungen und Taubheitsgefühle der oberen Zahnreihe. Meist ist das durch eine Schwellung oder altes Blut in der Nase bedingt. In sehr seltenen Fällen bleiben diese Beschwerden bestehen.
Die Nasennebenhöhlen grenzen an das Auge und die Schädelbasis an. Daher kann es zu
- Verletzungen des Auges mit Doppelbildern und Blindheit, sowie
- Verletzungen der Hirnhaut mit Hirnwasserfluss und Hirnhautentzündung
kommen. Diese Komplikationen sind äußerst selten.
Nachbehandlung nach der Nasenpolypen-Operation
Nach der Entlassung übernimmt üblicherweise der niedergelassene Hals-Nasen-Ohren-Facharzt die weitere Behandlung. Bis zu zwei Wochen nach der Operation sollten Sie die Nase nicht schnäuzen und auf
- heiße Bäder,
- starke Sonneneinstrahlung sowie
- Anstrengung (z. B. Sport)
verzichten, da weiterhin die Gefahr der Nachblutung gegeben ist.
Bis zur kompletten Abheilung der Nase vergehen meistens ca. zwei bis drei Wochen.
FAQ
Was sind Nasenpolypen?
Nasenpolypen sind gutartige Wucherungen der Schleimhaut in der Nase beziehungsweise den Nasennebenhöhlen. Die Erkrankung wird auch als Polyposis nasi oder Polyposis nasi et bezeichnet. Echte Nasenpolypen entstehen meist durch chronische Entzündung der Nasenschleimhaut oder der Nebenhöhle und können die Nasenatmung beeinträchtigen.
Welche Symptome bei Nasenpolypen treten häufig auf?
Ein typisches Symptom ist eine dauerhaft verstopfte Nase. Weitere Symptome bei Nasenpolypen sind Schnarchen, eingeschränkter Geruchssinn, Beschwerden beim Atmen, Infektion der Nasennebenhöhlen und Druckgefühl im Rachen. Große Polypen in der Nase können die Atemwege verstopfen und die Schleimhaut in der Nase dauerhaft reizen.
Wie erfolgt die Behandlung von Nasenpolypen?
Die Behandlung erfolgt zunächst meist medikamentös mit Nasenspray oder speziellen Nasensprays, um die Schleimhäute zu befeuchten und Entzündung zu lindern. Reicht die medikamentöse Therapie nicht aus, kann eine operative Entfernung oder die operative Entfernung der Nasenpolypen notwendig werden. Bei chronische Rhinosinusitis mit Nasenpolypen wird die Therapie individuell angepasst.
Welche Ursachen und Risikofaktoren gibt es bei Nasenpolypen?
Zu den häufigsten Ursachen und Risikofaktoren zählen chronischen Rhinosinusitis, Asthma bronchiale, Allergie, Mukoviszidose sowie Schmermittelunverträglichkeit. Auch Entzündungen der Nasenschleimhaut oder Nasennebenhöhlen fördern die Entstehung von Nasenpolypen. Die Erkrankung tritt häufig beidseitig auf und kann chronisch verlaufen.
Kann man Nasenpolypen vorbeugen?
Nasenpolypen vorbeugen lässt sich nur eingeschränkt, allerdings helfen Inhalation, regelmäßiges Befeuchten der Schleimhäute und die konsequente Behandlung von Sinusitis oder Allergie. Wichtig ist außerdem, chronische Entzündung frühzeitig zu behandeln, damit kleine Polypen nicht weiter wachsen und eine operative Entfernung von Polypen vermieden werden kann.
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Über den Fachautor
Sabine Schneider
Sabine Schneider – medizinische Fachautorin: Entdecken Sie fundierte Fachbeiträge und medizinische Expertise im Leading Medicine Guide.
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