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Septumdeviation: Symptome und Behandlung mit Septumplastik bei Behinderung der Nasenatmung

25.03.2026
PD Dr. med. Antoniu-Oreste Gostian
Medizinischer Fachautor

Die Septumdeviation beschreibt eine Abweichung der Nasenscheidewand von ihrer natürlichen Mittelstellung. Die Nasenscheidewand bildet die Trennwand zwischen den beiden Nasenhöhlen und ist wichtig für eine freie Nasenatmung. Eine Verkrümmung der Nasenscheidewand kann die Nasenatmung beeinträchtigen und zu verschiedenen Beschwerden führen.

Im Folgenden finden Sie weitere Informationen zu Ursachen, Symptomen einer Septumdivation, Diagnostik und Behandlung einer Septumdeviation sowie ausgewählte Spezialsiten für die Behandlung einer Septumdeviation.

ICD-Codes für diese Krankheit: J34.2

Kurzübersicht:

Eine Septumdeviation beschreibt eine Abweichung oder Nasenscheidewandverkrümmung im Bereich der Nasenscheidewand. Dabei handelt es sich um eine Fehlstellung des Septums, als Trennwand zwischen den beiden Nasenlöchern. Diese Struktur besteht aus Knochen und Knorpel und beeinflusst maßgeblich die Funktion der Nase sowie den Luftfluss in der Nase.

Eine leichte Abweichung kommt in der Bevölkerung häufig vor und verursacht nicht immer Beschwerden. Erst wenn die Septumdeviation die Nasenatmung erheblich beeinträchtigt, entwickeln sich Symptome. Typisch sind eine verstopfte Nase, eine Behinderung der Nasenatmung, wiederholtes Nasenbluten oder eine trockene Nasenschleimhaut.

Die Diagnostik erfolgt durch eine sorgfältige Untersuchung der Nase, beispielsweise mittels Rhinoskopie oder mithilfe eines Endoskops. Ergänzend können bildgebende Verfahren wie eine Computertomographie eingesetzt werden. Zusätzlich lässt sich die Nasenatmung durch eine Rhinomanometrie objektiv messen.

Wenn die Beschwerden stark ausgeprägt sind, kann eine operative Korrektur sinnvoll sein. Bei dieser Operation zur Korrektur (Septumplastik) werden die verformten Bereiche des Nasenseptums chirurgisch angepasst, um die Nasenatmung zu verbessern um Symptome zu lindern sowie medizinische Folgen, wie z. B. Nasennebenhöhlenentzündungen zu vermeiden.

Artikelübersicht

Definition: Septumdeviation

Eine schiefe Nasenscheidewand wird als Septumdeviation bezeichnet. Die Nasenscheidewand weicht von der normalen Mittelstellung in der Nase ab. Die ganze Nasenscheidewand kann schief sein, oder auch nur Teile davon, z.B. ein sog. Septumsporn.

In der Medizin wird diese Veränderung auch als Nasenscheidewandverkrümmung bezeichnet.

Eine solche schiefe Nasenscheidewand kann angeboren oder durch ein Trauma der Nase verursacht sein.

Die schiefe Nasenscheidewand ist eine häufige Fehlbildung des menschlichen Gesichtes. Unter den anatomischen Nasenvarianten ist die Septumdeviation die am weitesten verbreitete Variante.

60 bis 80 Prozent aller Menschen zeigen bei der klinischen Untersuchung der Nase eine Verbiegung der Scheidewand.

Allerdings fühlen sich nur 25 bis 50 Prozent der Menschen durch ihre schiefe Nasenscheidewand beeinträchtigt. Hierin besteht die Schwierigkeit bei der Interpretation der Diagnose „schiefe Nasenscheidewand“. Daher ist eine kritische und sorgfältige Auswahl der Patienten unbedingt notwendig, damit beim Patienten und auch Operateur identische Vorstellungen für die Operation vorliegen.

Septumdeviation / schiefe Nasenscheidewand
Bei einer Septumdeviation ist die Nasenscheidewand schief und kann zu Atemproblemen führen © Alessandro Grandini | AdobeStock

Symptome einer Septumdeviation

Die Symptome einer schiefen Nasenscheidewand ist die verstopfte Nase. Ursache dafür ist die behinderte Passage der Atemluft. Nicht nur die Verengung der Nase, sondern auch die damit einhergehende Verwirbelung des Luftstroms in der Nase führen zu den auftretenden Beschwerden.

Daher klagen auch manche Patienten mit einer „leeren Nase“, z.B. als Folgeerscheinung einer exzessiven endonasalen Resektion des Septums und/oder der Nasenmuscheln, auch über das Gefühl der verstopften Nase. Eine dauerhaft behinderte Nasenatmung kann auch zum Austrocknen der Nasenschleimhaut mit vermehrtem Nasenbluten führen. Das liegt an der Strömungsbeschleunigung der Luft (Venturi-Effekt).

Bei einer beeinträchtigen Belüftung der Nasennebenhöhlen können wiederholte Rhinosinusitis und Nasennebenhöhlenentzündungen auftreten.

Kopfschmerzen sind dagegen eher selten die Folge einer schiefen Nasenscheidewand. Sie treten vor allem dann auf, wenn die Verbiegung Kontakt zur mittleren Nasenmuschel oder lateralen Nasenwand hat. Engt die schiefe Nasenscheidewand den Zugang zur Riechspalte in der Nase ein, kann das das Riechvermögen beeinträchtigen.

Wässriges Nasenlaufen ist allerdings kein typisches Symptom einer Septumdeviation.

Viele Betroffene berichten über eine dauerhaft behinderte Nasenatmung, die sie im Alltag stark wahrnehmen. In manchen Fällen führt die eingeschränkte Nasenatmung zu einem Ausweichen auf die Mundatmung. Dies kann langfristig die Schleimhäute austrocknen und zu Beschwerden führen.

Ebenso kann es zu Schnarchen, eingeschränkter Geruchswahrnehmung oder Druckgefühle im Bereich der Nase kommen.

Diagnostik der schiefen Nasenscheidewand

Eine präzise Diagnostik ist entscheidet, um eine Septumdevation sicher zu erkennen und andere Ursachen einer Nasenatmungsbehinderung auszuschließen. 

Der erste Schritt ist eine gründliche klinische Untersuchung der Nase. Dabei beurteilt der Arzt Form und Struktur der Nasenscheidewand, der Nasenmuscheln sowie der Nasenschleimhaut.

Häufig erfolgt zusätzlich eine Rhinoskopie. Bei dieser Untersuchung wird das Innere der Nase mithilfe spezieller Instrumente betrachtet. Ergänzend kann ein Endoskop eingesetzt werden, um auch schwer einsehbare Bereiche sichtbar zu machen.

Eine wichtige Rolle spielt außerdem die funktionelle Diagnostik der Nasenatmung. Mithilfe der Rhinomanometrie lässt sich messen, wie stark der Luftstrom durch die Nase eingeschränkt ist.

In manchen Fällen kommen bildgebende Verfahren zum Einsatz. Eine Computertomographie kann detaillierte Informationen über die Struktur des Nasenseptums, der Nasennebenhöhlen und des umliegenden Gewebes liefern.

Diese Verfahren helfen dabei, mögliche Begleiterkrankungen wie Rhinitis, chronische Rhinosinusitis oder eine Vergrößerung der Nasenmuscheln zu erkennen und gezielt auszuschließen.

Im Verlauf der Diagnostik sollten andere Ursachen einer behinderten Nasenatmung, z.B.

eruiert und ausgeschlossen werden.

Zur Vervollständigung der Diagnostik der schiefen Nasenscheidewand gehört das Röntgen der Nase und der Nasennebenhöhlen. 

Therapie und Korrektur der schiefen Nasenscheidewand

Nicht jede Septumdeviation muss behandelt werden. Wenn nur eine leichte Abweichung vorliegt und keine Beschwerden bestehen, ist in der Regel keine Therapie erforderlich.

Die Behandlung einer durch eine Septumdeviation verursachten behinderten Nasenatmung besteht in der operativen Begradigung der Nasenscheidewand. Die Operation heißt auch plastische Septumkorrektur oder Septumplastik. Bei diesem Eingriff wird der Arzt das Septum bzw. die Nasenscheidewand begradigen.

In der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde ist die Septumplastik eine der am häufigsten durchgeführten Operationen. Dabei werden die verbogenen oder verschobenen Anteile der Scheidewand in der Nase begradigt und überschießendes Gewebe entfernt. Ziel ist es, die Form der Nase im Inneren so anzupassen, dass der Luftstrom wieder gleichmäßig durch die Nasenlöcher strömen kann. 

In manchen Fällen wird die OP mit einer Verkleinerung der Nasenmuscheln kombiniert. Bei der Conchotomie werden teile der Concha reduziert, um den Luftweg zu erweitern.

Das Ziel der chirurgischen Behandlung besteht darin, die Nasenatmung zu optimieren, die Nasenfunktion zu verbessern und vorhandene Beschwerden zu lindern.

In den Anfängen der Nasenchirurgie wurden zu diesem Zweck große Teile der Scheidewand entfernt. Diese zerstörende Operationstechnik wird heute nicht mehr angewandt. Die moderne Operationstechnik beschränkt die Entfernung von Teilen der Nasenscheidewand auf das unbedingt Notwendige.

Zudem wird entnommenes Gewebe nach Begradigung zum Wiederaufbau wieder in die Nase eingesetzt. Damit sind die früher typischen Komplikationen der Operation minimiert worden. Zu diesen Komplikationen zählte das sog. „leere Flatter-Septum“ mit endonasal atemabhängiger Verschiebung dementsprechender Nasenatmungsbehinderung.

Mögliche Ursachen einer Septumdeviation

Die möglichen Ursachen einer Septumdeviation sind vielfältig. Häufig spielen genetische Faktoren eine Rolle, da die Struktur der Nase teilweise genetisch bedingt ist.

Eine Krümmung kann auch durch Verletzungen entstehen. Besonders Sportunfälle oder Stürze können eine Fraktur der Nasenknochen verursachen, insbesondere des Os Nasale. Solche Verletzungen können zu bleibenden Veränderungen führen.

Auch Wachstumsprozesse während der Entwicklung können eine Rolle spielen. Wenn sich Knochen und Knorpel im Bereich des Septums unterschiedlich entwickeln, kann sich im Lauf der Zeit eine Fehlstellung bilden.

Mögliche Risiken der operativen Therapie der Septumdeviation

Wie bei jeder Operation besteht auch bei dieser chirurgischen Behandlung ein gewisses Risiko. Insgesamt gilt der Eingriff jedoch als sicher und wird häufig in der HNO-Chirurgie durchgeführt.
Zu den möglichen Komplikationen zählen Nachblutungen, eine Infektion des Gewebes oder eine erneute Blutung im Bereich der Nase.
In seltenen Fällen kann es zu Veränderungen der äußeren Form der Nase kommen. Auch unzureichendes funktionelles Ergebnis ist möglich, wenn sich die Nasenatmung nach dem Eingriff nicht vollständig verbessert.

Nachbehandlung nach der Septumdeviation-OP

Nach einer Operation ist erfahrungsgemäß mit einer Genesungszeit von rund 14 Tagen zu rechnen.

In der Regel werden nach der OP Tamponaden in die Nase eingesetzt. Sie werden meistens zwei Tage nach der OP wieder entfernt. Während dieser Zeit kann ein Atemhilfsröhrchen an der Tamponade das Atmen durch die Nase erleichtern.

Ohne Tamponaden besteht die Gefahr häufigerer Nachblutungen. Daher wird die postoperative Tamponade wegen der Nachblutungsgefahr sowie zur inneren Schienung des Nasenskeletts empfohlen.

Nach der Operation ist eine sorgfältige Nasenpflege mit Nasenspülungen und Nasensalbe zu empfehlen.

Die Nase ist etwa vier Wochen nach der OP vollständig abgeheilt. Dann zeigt sich auch, ob der Eingriff erfolgreich war und sich die Beschwerden des Patienten lindern.

Sport nach der operativen Begradigung der schiefen Nasenscheidewand

Für die Dauer von 14 Tagen nach der OP sollten Sie auf sportliche Betätigungen verzichten. Kontaktsportarten mit dem Risiko einer Verletzung der frisch operierten Nase sind für vier bis sechs Wochen nicht zu empfehlen.

Häufige Fragen

Was ist eine Septumdeviation?

Eine Septumdeviation ist eine Abweichung oder Verkrümmung der Nasenscheidewand. Dabei weicht die Nasenscheidewand von ihrer normalen Mittelstellung ab, wodurch die Nasenatmung beeinträchtigt werden kann.

Welche Symptome treten bei einer Septumdeviation auf?

Als typische Symptome treten v.a. eine verstopfte Nase, behinderte Nasenatmung, Nasenbluten sowie wiederkehrende Entzündungen der Nasenhöhlen auf. Auch Schnarchen kann auftreten. Ein HNO-Arzt diagnostiziert mittelns gründlicher Untersuchung die knöchernen oder knorpeligen Veränderungen. (Med. Fehlstellung des Septum Nasi)

Wann ist eine Operation notwendig?

Eine Operation zur Korrektur wird empfohlen, wenn die Septumdeviation eine Nasenatmungsbehinderung verursacht und konservative Maßnahmen nicht ausreichen. Ziel ist es, die Atmung zu erleichtern und die Lebensqualität der Patienten wiederherzustellen.

Wie erfolgreich ist eine Septumplastik?

Die Septumplastik gilt als effektiver chirurgischer Eingriff. In vielen Fällen lassen sich dadurch die Symptome lindern und die Nasenatmung dauerhaft verbessern.

Kann eine Septumdeviation von selbst verschwinden?

Eine einmal bestehende Fehlstellung der Nasencheidewand bildet sich in der Reegel nicht von selbst wieder zurück. Wenn Beschwerden auftreten, kann eine medizinische Behandlung erforderlich sein.

Medizinisches Spektrum

Spezialisierungen

Empfohlene Spezialsiten für die Behandlung einer Septumdeviation