Asthma bronchiale: Informationen & Asthma-Spezialisten

19.12.2022
Leading Medicine Guide Redaktion
Autor des Fachartikels
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Asthma bronchiale oder Bronchialasthma ist eine chronische Lungenerkrankung. Häufig sind Kinder davon betroffen. Asthmatiker leiden an verengten und entzündeten Bronchien. Dadurch kommt es oft zu Atemnot und akuten Asthmaanfällen. Mit Medikamenten lässt sich die Erkrankung gut in den Griff bekommen, Heilung ist aber nicht immer möglich.

Hier finden Sie weiterführende Informationen sowie ausgewählte Asthma-Spezialisten und Zentren.

ICD-Codes für diese Krankheit: J45, J46

Empfohlene Asthma-Spezialisten

Asthma Fälle in Deutschland

45.363 Fälle im Jahr 2020
46.208 Fälle im Jahr 2023 ( Prognose )

Das prognostizierte Fallzahlwachstum basiert auf Angaben zur Bevölkerungsentwicklung der statistischen Bundes- & Landesämter. Die Berechnung erfolgt je Altersklasse, sodass demographische Effekte berücksichtigt werden. Die Fallzahlen basieren aus einer Vernetzung von unterschiedlichen öffentlich zugänglichen Quellen. Mittels Datenanalyseverfahren werden diese Zahlen aufbereitet und unseren Usern zugänglich gemacht.

Artikelübersicht

Was versteht man unter Asthma bronchiale?

Als Bronchien bezeichnet der Mediziner den Teil der Atemwege, der sich unterhalb der Luftröhre befindet. Über die Atemwege gelangt die Atemluft über je einen Ast in den jeweiligen Lungenflügel.

Asthma-Patienten reagieren auf bestimmte physikalische, chemische oder allergische Reize überempfindlich. Ihre Bronchialschleimhaut schwillt dann stark an, was zu einer Verengung der Bronchien und Atemnot führt. Außerdem sondert sie einen durchsichtigen bis gelblichen Schleim (Sputum) ab, der von Zeit zu Zeit abgehustet werden muss.

Die verengten Atemwege verursachen Sauerstoffmangel im Körper des Betroffenen. Zum Ausgleich atmet der Patient häufiger ein und aus. Dennoch kommt es zu einer Unterversorgung des Blutes mit Sauerstoff (Hypoxämie).

Jedes zehnte Kind und jeder zwanzigste Erwachsene zeigt Asthma-Symptome. Bei Kindern sind mehr Jungen betroffen, während bei Erwachsenen eher Frauen an Asthma leiden.

Unbehandeltes oder nicht richtig therapiertes Asthma bronchiale wird chronisch. Die Erkrankung kann die Lunge und das Herz dauerhaft schädigen.

Bronchien
Anatomische Darstellung der Luftröhre und der Bronchien in den beiden Lungenflügeln © SciePro | AdobeStock

Ursachen: Wie entsteht Asthma?

Je nach Ursache unterscheidet man zwischen nicht allergisch bedingtem und allergischem Bronchialasthma.

Nicht-allergisches Asthma (endogenes, unspezifisches Asthma) entsteht durch bestimmte physikalische und chemische Auslöser. Es kann jedoch auch eine allergische Komponente haben und tritt dann als Asthma-Mischform auf.

Beim allergischen Asthma bronchiale sind Allergie-Auslöser wie

  • Gräser und Blütenpollen,
  • Hausstaubmilben,
  • Schimmelpilz-Sporen,
  • Lebensmittel oder
  • Lebensmittelzusätze

die Ursache. Asthma bei Kindern ist meist ebenfalls Folge einer vorhandenen Allergie.

Die genauen Ursachen der Erkrankung sind wissenschaftlich noch nicht ausreichend geklärt. Lungenspezialisten gehen jedoch davon aus, dass eine Kombination von genetischen und Umweltfaktoren dazu führt.

Ein erhöhtes Risiko, an Bronchialasthma zu erkranken, haben Patienten mit einer Neurodermitis und Pollen-Allergiker. Neurodermitis ist eine entzündliche Hauterkrankung mit nässenden, stark juckenden Ausschlägen.

Außerdem haben Menschen, in deren Familien häufiger Asthma und Allergien auftreten, ein höheres Risiko, an Asthma zu erkranken.

Symptome: Wie macht sich Asthma bemerkbar?

Nicht-allergisches Asthma bronchiale zeigt sich in einem Asthma-Anfall, der infolge eines unspezifischen Reizes auftritt. Das können beispielsweise

  • Stress,
  • psychische Probleme,
  • Parfüm,
  • Tabakrauch,
  • Ozon,
  • Kälte,
  • chemische Dämpfe oder
  • zu starke körperliche Anstrengung

sein.

Auch Medikamente, wie etwa Aspirin, oder Atemwegsinfektionen können bei diesem Asthma-Typ Symptome hervorrufen.

Der Mediziner unterscheidet

  • spontan auftretende Asthma-Anzeichen (Asthma-Anfall) und
  • langfristig bestehende Asthma-Symptome wie Kurzatmigkeit und trockenen Husten.

Husten tritt meist in der Nacht auf und ist oft mit einem Gefühl der Enge im Brustkorb verbunden. Das Ausatmen ist erschwert und es kommt dabei oft zu einem deutlich hörbaren Pfeifgeräusch (Giemen).

Während des Asthma-Anfalls ist der Betroffene unfähig zu sprechen. Er hat Herzrasen und in besonders schweren Fällen bläulich verfärbte Nägel und Lippen. Der Patient muss dann sofort sein Notfall-Asthma-Spray inhalieren. Wird er in dieser kritischen Situation nicht notfallversorgt, kann es sogar zum Koma und Herzstillstand kommen.

Personen, die an anfallsartig auftretender Atemnot leiden, sollten einen Facharzt für Lungenheilkunde aufsuchen und sich behandeln lassen.

Wie wird Asthma diagnostiziert?

Der behandelnde Facharzt überprüft die Atemfrequenz des Asthmatikers und seine Atemgeräusche. Dann klopft er seinen Brustkorb ab: Der dabei hörbare Klopfschall lässt Rückschlüsse darauf zu, inwieweit die Lungenflügel bereits gebläht sind. Lungenfunktionstests (LuFu) mithilfe bestimmter Geräte ergeben beim Patienten vor allem beim Ausatmen abweichende Werte.

Bei Verdacht auf Asthma lässt der Mediziner den Patienten ein schnell wirkendes bronchienerweiterndes Medikament inhalieren. Erzielt dieser dann in bestimmten Bereichen bessere Testwerte als zuvor, ist eine Asthmaerkrankung wahrscheinlich.

Der Provokationstest liefert die Information, ob der Kranke an einem unspezifischen oder einem allergisch bedingten Asthma bronchiale leidet. Dazu lässt der Lungen-Facharzt den Patienten Metacholin inhalieren und führt dann eine weitere LuFu durch. Das Medikament bewirkt eine künstlich herbeigeführte Atemnot. Zeigt der Patient dann schlechtere Testwerte, hat seine Erkrankung keine allergische Ursache.

Dem Patienten entnommenes Blut wird auf IgE (Immunglobulin E)-Antikörper getestet. Sie sind in erhöhter Anzahl nachweisbar, wenn das Immunsystem auf ein Allergen (Allergie-Auslöser) reagiert. Ist das der Fall, ist das Bronchialasthma allergisch bedingt.

In einem nächsten Schritt muss der untersuchende Mediziner herausfinden, welches das auslösende Allergen ist. Das ermöglicht der sogenannte Prick-Test. Die Auslöser des Asthmas bilden an den mit jeweils einem Allergen betupften Haut-Ritzungen rote Stellen oder Quaddeln.

Wie wird Asthma behandelt?

Nur ein Teil der Patienten können geheilt werden. Mit entsprechenden Medikamenten lässt sich Bronchialasthma aber gut in den Griff bekommen. Bei ca. 40 Prozent der erwachsenen Asthmatiker schwächen sich auch die Symptome ab.

Zum Behandeln der Asthma-Anzeichen verabreicht der Lungen-Facharzt

  • kortisonhaltige Medikamente (Glukokortikoide) zur Eindämmung der Entzündung in den Bronchien und/oder
  • Betasympathomimetika, die die Atemwege erweitern.

Als Notfall-Asthma-Spray nimmt der Asthmatiker ein schnell wirksames Betasympathomimetikum. Es sorgt bei einem Asthma-Anfall sofort für die dringend erforderliche Entspannung der Bronchialmuskeln. Der Arzt verschreibt die Glukokortikoide zum Inhalieren oder als Tabletten.

Treten beim Patienten kritische Asthma-Symptome auf, erhält er Ipratropiumbromid, das bronchienerweiternd wirkt. Außerdem führt man ihm über eine Atemmaske Sauerstoff zu.

Effizient ist auch das Meiden der individuellen Auslöser von Asthmaanfällen. Wer durch Zigarettenrauch Asthmaanfälle erleidet, sollte das Rauchen aufgeben und auch Passivrauchen vermeiden. Asthmatiker, die beruflich mit Allergenen in Kontakt kommen, wechseln am besten ihren Beruf, damit sich ihre Erkrankung nicht verschlimmert.

Zur Stärkung der Lungen ist Schwimmen oder Walking gut geeignet. Der Patient fängt mit kurzen Trainingseinheiten an und steigert sich dann langsam. Dabei sollte er jedoch darauf achten, sich unter keinen Umständen zu überanstrengen.

Um während des Sports besser Luft zu bekommen, ist die Inhalation eines bronchienerweiternden Asthma-Mittels vor dem Sport sinnvoll. Außerdem sollte man unbedingt immer sein Notfall-Asthma-Spray dabeihaben und sich vor dem Workout eine kurze Aufwärmphase gönnen.

Patienten, die dazu neigen, in Stresssituationen Asthma-Anfälle zu bekommen, hilft das Erlernen bestimmter Entspannungstechniken. Dazu gehören etwa Yoga oder autogenes Training.

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