Lungenfunktionstest: Informationen & Ärzte

06.05.2022
Leading Medicine Guide Redaktion
Autor des Fachartikels
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Die Lunge ist für den Gasaustausch innerhalb des Körpers verantwortlich. Sie bezieht den für Menschen lebensnotwendigen Sauerstoff aus der Luft und gibt das Stoffwechselabfallprodukt Kohlendioxid ab. Durch eine Lungenfunktionsprüfung lässt sich erkennen, ob das Organ seine Aufgaben voll und ganz erfüllen kann.

Hier finden Sie weiterführende Informationen sowie ausgewählte Ärzte für einen Lungenfunktionstest.

Empfohlene Lungenfunktionstest-Ärzte

Artikelübersicht

Wofür ist ein Lungenfunktionstest gut?

Ein Lungenfunktionstest soll ermitteln, ob die Lunge und die Atemwege voll funktionsfähig sind. Krankheiten wie Asthma oder COPD lassen sich dadurch schon im Frühstadium erkennen, bevor eine verbindliche Diagnose erstellt wird.

COPD ist die Abkürzung für chronisch obstruktive Lungenerkrankung. Diese bezeichnet eine Reihe von Krankheiten, die sich durch

  • Husten,
  • verstärkten Auswurf und
  • Atemnot bei körperlicher Belastung

bemerkbar machen. Unter dieses Krankheitsbild fallen vor allem

Letzteres ist die Folge von verschiedenen Lungenkrankheiten, die letztlich dazu führen, dass die Lungenbläschen überbläht sind.

Der Lungenfunktionstest spielt im Anfangsstadium für die Diagnostik eine wichtige Rolle. Später lässt sich damit der Verlauf einer Lungenerkrankung beobachten. So lässt sich unter anderem feststellen, ob die eingeleiteten Therapien die erhoffte Wirkung zeigen.

Zudem lassen sich weitere vorsorgende Maßnahmen ergreifen, sobald erst einmal Testergebnisse zu

  • Vitalkapazität,
  • Flow,
  • Volumen und
  • Reservevolumen

der Lunge vorliegen.

Die Lage und Anatomie der Lunge im menschlichen Körper
Die Lage und Anatomie der Lunge im menschlichen Körper © yodiyim | AdobeStock

Wann wird eine Lungenfunktionsdiagnostik durchgeführt?

Eine Lungenfunktionsprüfung wird dann durchgeführt, wenn der Patient

  • Atemnot,
  • Husten und
  • Auswurf

als Symptome beschreibt. Auch bei langjährigem Zigarettenkonsum sollte sich der Patient regelmäßig einem Lungenfunktionstest unterziehen. Dadurch lassen sich mögliche Folgeerkrankungen des Rauchens bereits frühzeitig erkennen und behandeln.

Zu den typischen Befunden, bei denen ein Lungenfunktionstest durchgeführt wird, gehören:

  • Auffälligkeiten beim Röntgen der Lunge,
  • bläuliche Verfärbungen an Haut und Schleimhäuten, die üblicherweise auf einen Sauerstoffmangel zurückgeführt werden können,
  • eine erhöhte Zahl von roten Blutkörperchen und
  • Trommelschlegelfinger.

Darüber hinaus gehört ein Lungenfunktionstest zu verschiedenen Eignungsuntersuchungen, etwa aus dem Bereich der Sportmedizin und Arbeitsmedizin. Auch vor Operationen wird ein Lungenfunktionstest durchgeführt, um das Risiko für den Patienten besser einschätzen zu können.

Die Spirometrie als häufigstes Verfahren in der Lungenfunktionsdiagnostik

Um die Lungenfunktion zu überprüfen, gibt es verschiedene Testverfahren. Obwohl sich diese von der Vorgehensweise und in Details unterscheiden, haben sie ein gemeinsames Ziel: Untersucht werden soll in erster Linie die Durchgängigkeit des bronchialen Systems. Hier treten Störungen der Lungenfunktion am häufigsten auf.

Krankheitsbilder wie Asthma bronchiale oder die chronisch obstruktive Lungenerkrankung betreffen nicht die Lunge direkt. Sie schädigen stattdessen das Bronchialsystem.

Die Blutgase - also der Sauerstoff, der über die Lunge in die Blutbahn des Körpers gelangt - werden nur in besonderen Spezialfällen untersucht. Das betrifft etwa Patienten, die apparativ beatmet werden.

Spirometrie
Durchführung einer Spirometrie © Victor Koldunov | AdobeStock

Das am häufigsten angewandte Verfahren ist die sogenannte Spirometrie. Dabei wird der Luftstrom während des Atmens gemessen. Dies erfolgt grundsätzlich in einer Phase der Ruheatmung, zusätzlich wird aber auch eine maximale Aus- und Einatmung gefordert.

Bei der Spirometrie atmet der Patient über ein Mundstück ein- und aus. Die Nase wird dabei von einer Klemme verschlossen.

Weil bei diesem Verfahren die Luftströmung untersucht wird, lassen sich neben dem Peakflow auch weitere Werte messen. Dazu gehören neben dem Ruheatmungsvolumen auch das Reservevolumen und die Vitalkapazität. Diese gilt als eine wichtige Kenngröße, um die Funktionsfähigkeit der Lunge abschätzen zu können.

In der Spirometrie wird häufig die Einsekundenkapazität ermittelt. Darunter versteht man das Luftvolumen, das der Patient innerhalb einer Sekunde ausatmen kann. Die Vitalkapazität lässt sich dabei folgendermaßen feststellen: Der Patient atmet nach einer Phase der Ruheatmung maximal aus und anschließend maximal ein. Die Differenz, die sie hier ergibt, gibt die Vitalkapazität an.

Die Ergebnisse der Spirometrie lassen sich auch graphisch darstellen. Üblicherweise wird dafür eine sogenannte Fluss-Volumen-Kurve genutzt. Dabei wird der Fluss des Atemstroms, der auf der X-Achse dargestellt wird, gegenüber dem Volumen auf der Y-Achse dargestellt. Anhand dieser Grafik lassen sich krankhafte Veränderungen an der Lunge und im Bronchialsystem relativ einfach erkennen.

Die Spirometrie kann prinzipiell von jedem Allgemeinmediziner durchgeführt werden. Sollten die gemessenen Werte von der Norm abweichen, ist aber der Gang zum Facharzt für Pneumologie angeraten. Dieser kann die gemessenen Werte besser interpretieren.

Weitere Verfahren zum Test der Lungenfunktion

Neben der Spirometrie stehen drei weitere Verfahren zur Verfügung, um die Lungenfunktion zu testen.

Die Ganzkörperplethysmographie

Die Ganzkörperplethysmographie ist ein weiteres gebräuchliches Verfahren, um die Lungenfunktion zu testen. Bei diesem Verfahren wird der Atemwiderstand gemessen. Leider kann die Ganzkörperplethysmographie nicht den Luftdruck in den Luftbläschen untersuchen.

Die Ganzkörperplethysmographie wird in einer Kabine - die ähnlich wie eine Telefonzelle aussieht - durchgeführt. Innerhalb der Kabine befindet sich ein abgeschlossenes Luftvolumen. Der Aufwand ist bei dieser Methode deutlich höher als bei der Spirometrie.

Der Vorteil der Ganzkörperplethysmographie besteht darin, dass sich auch Dehnungen oder Kompressionen des Brustkorbs messen lassen. Ein Drucksensor misst Änderungen des Luftdrucks in der Kabine, die sich aus den Änderungen des Luftdrucks in Brustkorb und Lungenbläschen ergeben.

Durch die Messung des Luftvolumens können auch weitere Werte abgeleitet werden. Dazu gehören etwa das maximal mögliche Volumen an Luft in der Lunge oder das Restvolumen, das nicht ausgeatmet werden kann.

Um wirklich konkrete Ergebnisse zu erreichen, sollte ergänzend zu dieser Methode eine Spirometrie durchgeführt werden.

Die Oszillometrie und die Shuttermethode

Durch die Oszillometrie lässt sich der Widerstand dadurch feststellen, dass Luftstöße in die Lunge geblasen werden.

Bei der Shuttermethode hingegen geht man davon aus, dass sich der Druck bei einem kurzen Verschluss der Atemwege zwischen Lunge und Mundraum von selber ausgleicht. Bei einer Erkrankung der Atemwege funktioniert diese Methode allerdings mit zunehmendem Krankheitsverlauf immer schlechter.

Bei diesen alternativen Methoden lässt sich außerdem das Restvolumen nicht bestimmen. Deshalb werden sie nur in relativ seltenen Fällen angewendet.

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