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Schlafapnoe und Atemaussetzer im Schlaf erkennen - Schlafstörung und obstruktives Schlafapnoesyndrom

27.05.2026
Dr. Claus  Puhlmann
Medizinischer Fachautor

Schlafapnoe ist eine häufige Schlafstörung, bei der es im Schlaf zu wiederholten Atemaussetzer kommt. Besonders verbreitet ist die obstruktive Schlafapnoe, bei der sich die oberen Atemwege verengen oder vollständig verschließen. Typische Symptome sind lautes Schnarchen, nächtlich gestörte Atmung und starke Müdigkeit am Tag.

Beim obstruktiven Schlafapnoesyndrom setzen Atmung und Atemfluss oft für mindestens 10 Sekunden aus. Dadurch sinkt die Sauerstoffsättigung im Blut, was langfristig Herzinfarkt, Schlaganfall oder Bluthochdruck begünstigen kann. Die Diagnose einer Schlafapnoe erfolgt häufig im Schlaflabor durch die Untersuchung von Hirnströme, Atembewegungen und Atemfluss an Mund und Nase.

Zu den wichtigsten Behandlungsmöglichkeiten zählen die CPAP-Therapie, Gewichtsreduktion sowie Maßnahmen zur Offenhaltung der Atemwege.

ICD-Codes für diese Krankheit: G47.3

Kurzübersicht:

Schlafapnoe ist eine schlafbezogene Atemstörung mit wiederkehrenden Atempausen während des Schlaf. Häufige Symptome sind Schnarchen, nächtliche Atemaussetzer und Tagesmüdigkeit. Die obstruktive Schlafapnoe entsteht durch eine Blockade der Atemwege im Bereich der oberen Atemwege. Die Behandlung einer Schlafapnoe erfolgt oft durch CPAP-Therapie, Nasenmaske und weitere Therapieoptionen zur Verbesserung der Lebensqualität.

Artikelübersicht

Was genau versteht man unter einer Schlafapnoe?

Ein tiefer, fester und erholsamer Schlaf ist wichtig für die Gesundheit. Während des Schlafs erholt sich der Körper und der Mensch tankt neue Energie für den nächsten Tag. Schlafstörungen können daher schwere Folgen haben.

Unter einer Schlafapnoe versteht man Atemaussetzer während des Schlafs. Diese Atemaussetzer treten unregelmäßig auf und können einige Sekunden oder sogar mehrere Minuten dauern.

Der Körper wird durch den mangelnden Sauerstoffgehalt im Blut, der durch die Atemaussetzer hervorgerufen wird, alarmiert. Dieses Warnsystem verhindert das Ersticken während des Schlafs erstickt.

Viele Betroffene können sich nicht an diese nächtlichen Atemaussetzer erinnern. Sie werden dabei teilweise nicht einmal komplett wach, sondern gelangen lediglich in eine andere Schlafphase.

Das Beschwerdebild wird auch Schlafapnoe-Syndrom (SAS) oder Obstruktive Schlafapnoe (OSA) genannt. In einzelnen Fällen spricht man auch von der Zentralen Schlafapnoe (ZSA).

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Vor allem Menschen, die allein leben, laufen Gefahr, eine Schlafapnoe zu entwickeln, die nicht entdeckt und behandelt wird. Sie bekommen lediglich die zunächst offensichtlichen Symptome, etwa Tagesmüdigkeit, zu spüren.

Ursachen für eine Schlafapnoe

In vielen Fällen begünstigen verengte oder verlegte Atemwege eine Schlafapnoe. Menschen, die schnarchen, sind besonders gefährdet. Dafür lässt sich bei ihnen eine bestehende Schlafapnoe auch leicht bemerken: Wenn sie laut schnarchen und dieses Schnarchen dann für wenige Sekunden oder sogar für Minuten aussetzt, leiden sie an Schlafapnie. Meist setzt die Atmung durch ein einzelnes, lautes Schnarchgeräusch wieder ein.

Im Falle der verengten Atemmuskulatur spricht man von der Obstruktiven Schlafapnoe. Zwar sendet das Nervensystem den Impuls zum Luftholen. Dieser kann durch die verengten Atemwege aber nicht umgesetzt werden. Der Körper müsste mehr Kraft dafür aufwenden, als die Atemmuskulatur bieten kann. Dadurch kommt es zu den Atemaussetzern.

Es gibt mehrere Ursachen für eine Atemwegsverengung. Besonders auffällig ist, dass ein Großteil der Betroffenen an Übergewicht leidet. Fettgewebe kann sich auch in den oberen Atemwegen einlagern und so zu Problemen führen.

Darüber hinaus können aber auch

  • eine zu große Zunge,
  • übergroße Gaumenmandeln oder
  • ein weiter nach hinten gelagerter Unterkiefer

die Atemwege blockieren.

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Wesentlich seltener als die Obstruktive Schlafapnoe tritt die Zentrale Schlafapnoe auf. Hier liegt die Ursache im Gehirn. Eine Störung verhindert, dass das Gehirn den Atembefehl an die Atemmuskulatur weiterleitet.

Das Gehirn stößt die Atmung erst dann wieder an, wenn der Sauerstoffgehalt im Blut auf ein gefährliches Maß absinkt.

Was macht die Schlafapnoe gefährlich und welche Folgen kann sie haben?

Diese möglichen Folgen gehen von einer unbehandelten Schlafapnoe aus:

Der Betroffene ist aufgrund der mitunter häufigen Atemaussetzer nicht ausgeruht und ausgeschlafen. Das überträgt sich auf den nächsten Tag. Die Müdigkeit kann so stark sein, dass sie zu Einschränkungen im Berufsleben führt.

Tagesmüdigkeit oder Konzentrationsschwäche sind aber nur einige der Beschwerden. Durch den mangelnden Sauerstoffgehalt im Blut können wichtige Organe, zum Beispiel Herz und Gehirn, geschädigt werden.

Wenn der Körper durch den fallenden Sauerstoffgehalt in einen Alarmzustand versetzt wird, steigt auch der Blutdruck an. Ein erhöhter Blutdruck wiederum kann unbehandelt zu Herzinfarkten oder Schlaganfällen führen.

Wenn bei Bluthochdruckpatienten keine Ursache für die abnormalen Werte gefunden werden kann, könnte also eine Schlafapnoe dahinterstecken. Oftmals wird diese nicht erwähnt, da die Patienten gar nicht wissen, dass sie überhaupt daran leiden.

Wie wird eine Schlafapnoe diagnostiziert?

Das Beschwerdebild ist nicht immer leicht zu diagnostizieren, da der Patient die Symptome nicht zuordnen kann. Nicht selten sind es die Lebenspartner, die ihn darauf hinweisen. Ist dies der Fall, ist möglichst schnell ein Arzt aufzusuchen.

Oft erfolgt hier die Behandlung durch einen Facharzt. In vielen Fällen wird der Patient an ein so genanntes Schlaflabor überwiesen. Hier überwachen Spezialisten den Schlaf, so dass sich Aufschlüsse über die genauen Beschwerden und Symptome ergeben.

Für die Diagnose werden unter anderem

  • Messungen der Herz- und Hirnfrequenzen (EKG und EEG) durchgeführt sowie
  • der Blutdruck oder die Muskelentspannung gemessen.

Der Arzt kann dem Patienten alternativ aber auch Messinstrumente mit nach Hause geben. Mithilfe dieser Instrumente werden dann ebenfalls verschiedene Parameter überprüft, darunter

  • die Sauerstoffsättigung im Blut,
  • die Atembewegungen,
  • der Atemluftstrom oder
  • die generelle Position beim Schlafen.

Das Liegen auf dem Rücken kann zum Beispiel in einigen Fällen das Verengen der Atemwege begünstigen.

Wie wird die Schlafapnoe behandelt?

Bei Übergewicht sollte der Patient sein Körpergewicht reduzieren. Konsumieren Sie außerdem vor dem Schlafen kein oder nur wenig Alkohol oder Nikotin. Darüber hinaus können Schlafmittel und muskelentspannende Medikamente zu Beschwerden führen.

Eine Beißschiene dient dazu, die Lage des Kiefers zu korrigieren.

In besonders schweren Fällen ist die Nutzung einer Atemmaske die Ultima Ratio zur Behebung der Beschwerden. Diese Atemmaske ist an ein Sauerstoffgerät angeschlossen und trägt dazu bei, dass die Luftzufuhr nicht unterbrochen wird. Diese Geräte sind allerdings sehr kostspielig und werden von den Krankenkassen oft nur teilweise übernommen.

CPAP

In den meisten – leichteren – Fällen helfen schon die bereits die vorab genannten Maßnahmen.

FAQ

Was ist Schlafapnoe?

Schlafapnoe ist eine Schlafstörung, bei der die Atmung während des Schlaf immer wieder aussetzen kann. Besonders häufig ist das obstruktive Schlafapnoesyndrom, bei dem die oberen Atemwege erschlaffen oder sich verengen. Typisch sind Atemaussetzer, Schnarchen und nächtliche Atempausen.

Welche Symptome treten bei Schlafapnoe auf?

Zu den typische Symptome gehören lautes Schnarchen, Müdigkeit, Konzentrationsprobleme und nächtliche Atemaussetzer. Viele Betroffene leiden zusätzlich unter Sekundenschlaf, unregelmässig verlaufender Atmung oder häufigem nächtlich Aufwachen. Symptome einer Schlafapnoe können auch Kopfschmerzen oder verminderte Lebensqualität umfassen.

Wie wird eine Schlafapnoe diagnostiziert?

Die Diagnose einer Schlafapnoe erfolgt meist im Schlaflabor oder ambulant durch spezielle Untersuchungen. Dabei werden Hirnströme, Atembewegungen, Sauerstoffgehalt im Blut und Atemfluss an Mund und Nase gemessen. Die Diagnose und Behandlung richtet sich nach der Anzahl der Atemaussetzern und der Schwere der Apnoe.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die wichtigste Therapie bei obstruktiven Schlafapnoesyndrom ist die CPAP-Therapie mit Überdruck über eine Nasenmaske. Continuous Positive Airway Pressure sorgt dafür, dass die Atemwege offen bleiben und Atemaussetzer zu reduzieren sind. Weitere Behandlungsmöglichkeiten umfassen Unterkiefer-Schienen, Verzicht auf Alkohol, Gewichtsabnahme und die Vermeidung von Schlaf- und Beruhigungsmittel.

Warum ist Schlafapnoe gefährlich?

Menschen mit obstruktiver und zentrale Schlafapnoe haben ein höheres Risiko für Herzrhythmusstörungen, Bluthochdruck sowie Herzinfarkt und Schlaganfall. Durch den Sauerstoffabfall im Blut und die gestörte Atmung steigt langfristig das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Besonders bei nächtliche Atemaussetzer oder leichter bis mittelschwerer Schlafapnoe sollte frühzeitig eine Therapie eingeleitet werden.

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