Wirbelbruch: Informationen & Wirbelbruch-Spezialisten

28.02.2022
Leading Medicine Guide Redaktion
Autor des Fachartikels
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Unter einem Wirbelbruch versteht man den Bruch eines Wirbelkörpers in der Wirbelsäule. Er muss nicht unbedingt Beschwerden verursachen, kann im schlimmsten Fall aber auch das Rückenmark beeinträchtigen. Hier finden Sie weiterführende Informationen sowie ausgewählte Wirbelbruch-Spezialisten und Zentren.

ICD-Codes für diese Krankheit: S12, S22.0, S32

Empfohlene Wirbelbruch-Spezialisten

Wirbelbruch Fälle in Deutschland

183.457 Fälle im Jahr 2020
186.641 Fälle im Jahr 2023 ( Prognose )

Das prognostizierte Fallzahlwachstum basiert auf Angaben zur Bevölkerungsentwicklung der statistischen Bundes- & Landesämter. Die Berechnung erfolgt je Altersklasse, sodass demographische Effekte berücksichtigt werden. Die Fallzahlen basieren aus einer Vernetzung von unterschiedlichen öffentlich zugänglichen Quellen. Mittels Datenanalyseverfahren werden diese Zahlen aufbereitet und unseren Usern zugänglich gemacht.

Kurzübersicht:

  • Was ist ein Wirbelbruch? Darunter versteht man den Bruch eines Wirbelkörpers in der Wirbelsäule. Dadurch kann der Wirbelkanal beeinträchtigt sein und sich ggf. ein Querschnitssyndrom entwickeln.
  • Ursachen: Meistens treten Wirbelbrüche als Folge eines Verkehrsunfalls, eines Sturzes oder körperlicher Gewalt auf. Bei steigendem Lebensalter brechen Knochen jedoch leichter, da sie an Festigkeit verlieren.
  • Symptome: Meistens zeigen sich keine Symptome. Erst bei Beeinträchtigung des umliegenden Gewebes, etwa durch Einklemmung, können Motorik und Sensibilität des Patienten gestört sein. Darüber hinaus können Schmerzen auftreten.
  • Diagnose: Nach der Anamnese und einer körperlichen Untersuchung bewertet der Arzt mittels CT die Art des Bruchs. Ob das Rückenmark beeinträchtigt ist, zeigt eine Messung der Nervenleitgeschwindigkeit.
  • Behandlung: Die Therapieoptionen unterscheiden sich je nach Form und Schwere des Bruchs. Das Tragen eines Stützkorsetts kann in manchen Fällen ausreichen. Oftmals ist jedoch ein operativer Eingriff (Kyphoplastie, Vertebestoplastie, Spondylodese) erforderlich.

Artikelübersicht

Ein Wirbelkörper ist insgesamt ein äußerst stabiles Knochenfragment. Dennoch kann er bei schweren Unfällen brechen.

Vielfach ist außerdem der Wirbelkanal betroffen, in dem das Rückenmark eingebettet ist. Durch den Wirbelbruch kann sich die Wirbelsäule verschieben oder Knochensplitter können den Wirbelkanal beeinträchtigen. In diesem Fall können die Betroffenen sogar ein Querschnittssyndrom entwickeln.

Von einem Wirbelbruch betroffen sind in Deutschland alljährlich etwa 230.000 Menschen im Alter von 50 bis 79 Jahren. Etwa zwei Prozent aller Frakturen sind Wirbelbrüche.

Welche Symptome gehen mit dem Wirbelbruch einher?

Vielfach bemerken die Patienten nicht, sie eine Wirbelfraktur haben, da sich keine Symptome zeigen. Der Wirbelbruch fällt daher oft erst auf, wenn auch das umliegende Gewebe betroffen ist. Bei eingeklemmtem Rückenmark kann die Motorik oder Sensibilität bei den betroffenen Patienten erheblich beeinträchtigt sein.

Die unterschiedlichen Formen eines Wirbelbruchs

In der Medizin wird bei einem Wirbelbruch zwischen einem

  • Impaktionsbruch,
  • einem Spaltbruch und
  • einem Berstungsbruch

unterschieden. Letzterer kann auch in unterschiedlichen Richtungen verlaufen und während einer Drehung entstehen.

Entstand der Wirbelbruch durch eine Rotation, können unter Umständen die Quer- und Dornfortsätze abbrechen. Auch ein Schaden an den Rippenansätzen ist möglich.

Formen von Kompressionsbrüchen an der Wirbelsäule
Darstellung von Kompressionsbrüchen an der Wirbelsäule © Artemida-psy | AdobeStock

Wodurch wird ein Wirbelbruch verursacht?

Ein Wirbelbruch entsteht in den meisten Fällen als Folge eines direkten, gewaltsamen Eingriffs oder einer Kompression. Häufig ist die Ursache

  • ein Verkehrsunfall,
  • ein Sturz aus großer Höhe oder
  • körperliche Gewalt.

Dadurch kann der gesunde Knochen bersten.

Unfälle sind die mit Abstand häufigste Ursache für einen Wirbelbruch. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko von Wirbelbrüchen, da die Knochen sich mit der Zeit abnutzen. Dann reicht eine geringere Krafteinwirkung aus, um einen Bruch herbeizuführen.

Auch Osteoporose kann das Risiko auf einen Wirbelbruch erhöhen. Bei Osteoporose verringert sich die Knochendichte, sodurch der instabil und porös wird.

Wie wird ein Wirbelbruch diagnostiziert?

In der Regel gehen Betroffene zum Arzt, wenn sie Schmerzen spüren. Dann kann ein Wirbelbruch diagnostiziert und eine OP eingeleitet werden.

Der Facharzt für Orthopädie führt zunächst eine Anamnese durch. Dabei befragt er den Patienten nach den Symptomen. Erst dann erfolgen die körperliche Untersuchung und weitere Maßnahmen. Einen Anhaltspunkt dafür, welche das sein sollten, hat der Mediziner bereits durch die Anamnese erhalten.

So kann er die Nervenleitgeschwindigkeit messen, um abschätzen zu können, inwieweit das Rückenmark beeinträchtigt ist.

Sobald sich der Verdacht erhärtet hat, wird eine Verdachtsdiagnose erstellt und es erfolgt eine Überweisung an einen Facharzt für Radiologie.

Durch bildgebende Verfahren, etwa eine Computertomographie, kann der Arzt erkennen, um welche Art von Fraktur es sich handelt. Erst wenn das geklärt ist, entscheidet er zusammen mit dem Patienten, wie der Wirbelbruch behandelt werden soll.

Wie wird ein Wirbelbruch behandelt?

Die Art der Behandlung eines Wirbelbruchs richtet sich danach,

  • wie schwerwiegend die Fraktur im individuellen Fall ist, und
  • welche Ursache der Bruch hatte.

So muss ein multidirektionaler Berstungsbruch, bei dem mehrere Wirbel betroffen sind, anders behandelt werden als die Fraktur eines einzelnen Wirbels, der von Osteoporose betroffen ist. Ziel der Behandlung ist, dass die Knochenfragmente wieder sicher zusammenwachsen.

Unter Umständen ist eine konservative Therapie möglich, eine OP also nicht nötig. Voraussetzung ist eine stabile Fraktur, bei der der Wirbel seine Form erhalten hat. Das umliegende Gewebe darf außerdem nicht betroffen sein.

Konservative Maßnahmen sind etwa

  • die Gabe von Schmerzmitteln,
  • das Tragen eines Stützkorsetts,
  • Massagen sowie
  • Physiotherapie.

Zeigen sich Symptome, muss der Bruch des Wirbels meist operativ behandelt im Rahmen der Wirbelsäulenchirurgie werden. Auch hierfür gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Vertebestoplastie und Kyphoplastie

Bei diesem Verfahren wird eine Hohlnadel in den betroffenen Wirbel geführt. Anschließend wird Knochenzement durch die Nadel eingespritzt. Dadurch werden die einzelnen Knochenfragmente nach dem Aushärten schnell miteinander verbunden. Der Wirbelkörper kann sich so rasch stabilisieren.

Während eine Vertoplastie unter örtlicher Betäubung stattfinden kann, wird die Kyphoplastie aktuell ausschließlich unter Vollnarkose durchgeführt.

Hier wird zunächst ein kleiner Ballon in den Wirbelkörper geführt, der anschließend aufgeblasen wird. Auch dadurch lässt sich der Wirbelkörper wieder aufrichten und mit Knochenzement stabilisieren.

Beide Behandlungsmethoden sollten allerdings erst vier bis sechs Wochen nach dem eigentlichen Bruch erfolgen.

Die Spondylodese

Bei einem gravierenden Wirbelbruch, der mit Komplikationen verbunden ist, bleibt meist nur die Spondylodese als Behandlung. Dabei entfernt der Operateur die einzelne Fragmente oder ganze Wirbel aus der Wirbelsäule und ersetzt sie durch einen Cage.

Spondylodese mittels Cage
Stabilisierung der Wirbelsäule mit einem Cage, hier im Röntgenbild gut zu sehen © praisaeng | AdobeStock

Danach verbinden die Ärzte mithilfe von Schrauben und Platten die Wirbel miteinander, die sich ober- und unterhalb der Bruchstelle befinden.

Mit diesem Verfahren werden schwerwiegende Brüche behandelt. Es stellt auch die Stabilität der Wirbelsäule wieder her. Dadurch lässt sich auch eine Gefährdung der inneren Strukturen wie des Rückenmarks verhindern.

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