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Spinalkanalstenose (Wirbelkanalverengung): Ursachen, Symptome, Therapie & OP der Wirbelsäule

29.10.2025
Prof. Dr. med. Oliver P. Gautschi
Medizinischer Fachlektor

Die Spinalkanalstenose – auch Wirbelkanalverengung genannt – ist eine Erkrankung der Wirbelsäule, bei der sich der knöcherne Kanal verengt, durch den das Rückenmark und die Nervenwurzeln verlaufen. Diese Verengung des Spinalkanals führt dazu, dass Druck auf die Nerven entsteht, was Rückenschmerzen und Beinschmerzen beim Gehen verursachen kann. Besonders häufig tritt die lumbale Spinalkanalstenose im Bereich der Lendenwirbelsäule (LWS) auf, seltener die zervikale Form an der Halswirbelsäule (HWS).
Die Beschwerden entwickeln sich meist schleichend und nehmen mit zunehmendem Alter zu, da degenerative Veränderungen wie Bandscheibenvorwölbungen, Arthrose oder Verdickungen der Bandstrukturen den Wirbelkanal einengen können.
Abhängig vom Schweregrad der Erkrankung kommen unterschiedliche Behandlungsoptionen infrage: von der konservativen Therapie mit Physiotherapie und Medikamenten bis hin zur operativen Dekompression. Eine frühzeitige Diagnose der Spinalkanalstenose hilft, die Lebensqualität zu erhalten und mögliche neurologische Ausfälle zu vermeiden.

ICD-Codes für diese Krankheit: M48.0

Kurzübersicht:

Bei einer Spinalkanalstenose verengt sich der Wirbelkanal und setzt Rückenmark oder Nervenwurzeln unter Druck. Typisch sind Rückenschmerzen und Beinbeschwerden beim Gehen (Claudicatio spinalis), die sich im Sitzen/Beugen rasch bessern. Die Diagnose erfolgt per klinischem Befund und MRT/CT. Zuerst wird konservativ behandelt (Physiotherapie, Medikamente, Infiltrationen); bei anhaltend starken Beschwerden hilft häufig eine mikrochirurgische Dekompressions-OP, die den Spinalkanal entlastet und Schmerzen lindern kann.

Artikelübersicht

Definition: Was ist eine Spinalkanalstenose?

Der Spinalkanal ist der knöcherne Kanal in der Wirbelsäule, der das Rückenmark und die Nervenwurzeln schützt. Er entsteht durch das Zusammenwirken der einzelnen Wirbelkörper, ihrer Bögen und Bänder. Von hier zweigen die Spinalnerven ab, die Muskeln und Haut versorgen.

Von einer Spinalkanalstenose spricht man, wenn sich dieser Kanal verengt und dadurch Druck auf das Rückenmark oder die Nervenwurzeln entsteht. Diese Einengung kann an verschiedenen Abschnitten der Wirbelsäule auftreten – am häufigsten im Bereich der Lendenwirbelsäule (lumbale Spinalkanalstenose), seltener an der Halswirbelsäule (zervikale Spinalkanalstenose).

Typisch ist, dass die Verengung nicht den gesamten Wirbelkanal betrifft, sondern nur einzelne Segmente. Dort kommt es zu einer verminderten Nervenversorgung und zu Beschwerden, die sich besonders beim Gehen, Stehen oder längeren Aufrichten bemerkbar machen.

Aufbau Spinalkanals in der Wirbelsäule
Aufbau des Spinalkanals aus den Wirbelkörpern © Alexandr Mitiuc | AdobeStock

Eine Spinalkanalstenose kann folgende Auswirkungen haben:

  • Druckgefühl oder Schmerzen im Rücken
  • Taubheitsgefühle oder Kribbeln in Beinen oder Armen
  • Schwächegefühl in der Muskulatur
  • zunehmende Einschränkung der Gehstrecke

Die Erkrankung tritt überwiegend bei Menschen über 60 Jahren auf und zählt zu den häufigsten Ursachen chronischer Rückenschmerzen im höheren Lebensalter. Degenerative Veränderungen, eine altersbedingte Abnahme der Bandscheibenhöhe oder Verdickungen der Bandstrukturen im Wirbelkanal tragen maßgeblich zur Entwicklung bei.

Primäre und sekundäre Spinalkanalstenose – Unterschiede

Bei der Spinalkanalstenose wird grundsätzlich zwischen zwei Formen unterschieden: der primären (angeborenen) und der sekundären (erworbenen) Form. Beide führen zu einer Einengung des Wirbelkanals, unterscheiden sich aber in ihrer Entstehung.

Primäre Spinalkanalstenose

Diese Form ist angeboren und tritt vergleichsweise selten auf. Ursache ist meist eine genetisch bedingte, zu enge Anlage des Wirbelkanals. Betroffene haben schon früh im Leben eine geringere Weite des Rückenmarkskanals.
Beschwerden zeigen sich häufig erst mit zunehmendem Alter, wenn zusätzlich degenerative Veränderungen wie Bandscheibenverschleiß oder Arthrose auftreten.

Typische Merkmale:

  • angeborene, strukturelle Enge des Wirbelkanals
  • Symptome oft erst im Erwachsenenalter
  • meist symmetrische Beschwerden

Sekundäre Spinalkanalstenose

Die sekundäre oder erworbene Form ist deutlich häufiger. Sie entsteht im Laufe des Lebens durch Abnutzungs- und Verschleißerscheinungen an der Wirbelsäule. Häufige Ursachen sind:

  • altersbedingte Abflachung der Bandscheiben
  • Bildung von Knochenspornen (Osteophyten) an den Wirbelkörpern
  • Verdickung der Bandstrukturen (Ligamentum flavum)
  • Arthrose der kleinen Wirbelgelenke (Spondylarthrose)
  • Wirbelgleiten (Spondylolisthesis) oder frühere Operationen

Durch diese Veränderungen verengt sich der Spinalkanal zunehmend, was Druck auf Nervenwurzeln oder das Rückenmark ausübt. Besonders häufig ist die lumbale Spinalkanalstenose im Bereich der Lendenwirbelsäule (LWS), da sie den größten Teil der Körperlast trägt.

Die sekundäre Form zählt zu den typischen degenerativen Erkrankungen des höheren Lebensalters und betrifft vor allem Menschen über 60 Jahre.

Ursachen der Spinalkanalstenose

Ursachen: Degeneration, Bandscheibenvorfall & Fehlhaltungen

Die Ursachen einer Spinalkanalstenose sind vielfältig und hängen davon ab, ob es sich um eine angeborene (primäre) oder erworbene (sekundäre) Form handelt. Am häufigsten entsteht die Verengung des Wirbelkanals durch degenerative Veränderungen der Wirbelsäule, die mit zunehmendem Alter zunehmen.

Zu den häufigsten Ursachen einer erworbenen Spinalkanalstenose zählen:

  • Bandscheibenschäden: Durch den altersbedingten Verschleiß verlieren Bandscheiben an Höhe und Elastizität. Das kann zu einer Vorwölbung oder einem Bandscheibenvorfall führen, der den Spinalkanal zusätzlich verengt.
  • Verdickung von Bandstrukturen: Das sogenannte Ligamentum flavum, ein elastisches Band innerhalb der Wirbelsäule, verdickt sich mit den Jahren und drückt auf das Rückenmark oder die Nervenwurzeln.
  • Knochensporne (Osteophyten): Arthrotische Veränderungen der kleinen Wirbelgelenke (Facettengelenke) können zu knöchernen Ausziehungen führen, die den Spinalkanal einengen.
  • Wirbelgleiten (Spondylolisthesis): Durch Instabilität kann sich ein Wirbelkörper nach vorne verschieben und Druck auf den Spinalkanal ausüben.
  • Fehlhaltungen und degenerative Skoliose: Eine seitliche Verkrümmung der Wirbelsäule verändert die Belastung und verengt den Wirbelkanal asymmetrisch.
  • Narbengewebe nach Operationen: Frühere Eingriffe an der Wirbelsäule können zu Verwachsungen führen, die eine sekundäre Spinalkanalstenose begünstigen.

Da die Bandscheiben durch Verschleiß ihre Höhe und Pufferwirkung verlieren, neigen die Wirbelkörper zur Verknöcherung. Ein Beispiel für Bandscheibenverschleiß und seine Folgen zeigt das Video:

Bitte akzeptiere zusätzliche externe Inhalte, um dieses Video anzusehen.

Auch angeborene Fehlbildungen wie eine zu enge Wirbelbogenstruktur oder ein kurzer Pedikel können bereits in jungen Jahren eine primäre Spinalkanalstenose verursachen.

Die Lendenwirbelsäule (LWS) ist besonders häufig betroffen, da sie das Gewicht des Oberkörpers trägt und damit besonders anfällig für degenerative Veränderungen ist.

Die Symptome einer Spinalkanalstenose hängen davon ab, welcher Abschnitt der Wirbelsäule betroffen ist und wie stark die Verengung ausgeprägt ist. Meist beginnen die Beschwerden schleichend und verstärken sich über Monate oder Jahre.

Typisch ist, dass sich die Schmerzen beim Gehen oder Stehen verschlimmern und beim Sitzen oder nach vorne Beugen wieder bessern. Dieses Phänomen nennt man Claudicatio spinalis – eine gehstreckenabhängige Beinschwäche und Schmerzsymptomatik infolge einer Nervenkompression.

Häufige Symptome der lumbalen Spinalkanalstenose (LWS)

Die lumbale Spinalkanalstenose ist die häufigste Form der Erkrankung. Durch die Verengung des Wirbelkanals im Bereich der Lendenwirbelsäule kommt es zu einer Kompression der Nervenwurzeln, die die Beine versorgen.

Typische Symptome:

  • Rückenschmerzen, die in Gesäß, Oberschenkel oder Waden ausstrahlen
  • Beinschmerzen oder Kribbeln beim Gehen oder Stehen
  • Taubheitsgefühl oder Schwäche in den Beinen
  • Besserung im Sitzen oder bei nach vorn gebeugter Haltung (z. B. über dem Einkaufswagen)
  • Verkürzte Gehstrecke, da Schmerzen nach wenigen Minuten zunehmen
  • In schweren Fällen: Gangunsicherheit oder zeitweise Harnentleerungsstörungen

Diese Symptome entstehen durch den Druck auf die Nervenwurzeln im Bereich der LWS, der die Signalübertragung an die Beine beeinträchtigt.

LWS Rückenschmerzen
Rückenschmerzen sind das Leitsymptom bei einer Spinalkanalverengung © artstudio_pro / Fotolia

Symptome der zervikalen Spinalkanalstenose (HWS)

Bei einer zervikalen Spinalkanalstenose – also einer Einengung des Wirbelkanals an der Halswirbelsäule – stehen andere Beschwerden im Vordergrund, da hier das Rückenmark direkt betroffen ist.

Mögliche Anzeichen:

  • Nackenschmerzen mit Ausstrahlung in Schultern und Arme
  • Kribbeln, Taubheitsgefühl oder Kältegefühl in Händen und Fingern
  • Koordinationsstörungen beim Gehen (unsicherer Gang)
  • Schwäche in Armen oder Beinen
  • In fortgeschrittenen Fällen: Myelopathie mit Lähmungen und feinmotorischen Störungen

Die zervikale Form gilt als potenziell gefährlicher, weil Druck auf das Rückenmark selbst ausgeübt wird – das kann unbehandelt dauerhafte neurologische Schäden verursachen.

Allgemeine Begleitsymptome und Komplikationen

Unabhängig vom Ort der Verengung können weitere Symptome auftreten, die auf die eingeschränkte Nervenversorgung zurückzuführen sind:

  • Muskelverspannungen entlang der Wirbelsäule
  • Unsicheres Stehen oder Gehen bei längerer Belastung
  • Missempfindungen oder Krämpfe in den Beinen
  • Chronische Rückenschmerzen mit wechselnder Intensität

In fortgeschrittenen Stadien kann eine Spinalkanalstenose zu neurologischen Ausfällen führen. Dazu zählen Gangstörungen, Sensibilitätsstörungen und selten Inkontinenz. Eine frühzeitige Diagnose und geeignete Therapie sind deshalb entscheidend, um bleibende Schäden zu vermeiden.

Diagnose der Spinalkanalstenose

Die Diagnose einer Spinalkanalstenose erfolgt in mehreren Schritten und dient dazu, die genaue Lage, Ursache und das Ausmaß der Verengung zu bestimmen. Ziel ist es, zwischen einer primären und sekundären Form zu unterscheiden und andere Ursachen für Rückenschmerzen auszuschließen.

Ärztliche Untersuchung und Anamnese

Am Anfang steht die ausführliche Anamnese. Der Arzt oder die Ärztin befragt den Patienten zu

  • Art, Dauer und Intensität der Rückenschmerzen,
  • Einschränkungen beim Gehen oder Stehen,
  • neurologischen Symptomen wie Taubheitsgefühlen oder Schwäche.

Darauf folgt eine körperliche Untersuchung, bei der geprüft wird:

  • Beweglichkeit der Wirbelsäule
  • Muskelkraft und Reflexe in Armen und Beinen
  • Empfindungsstörungen entlang der Nervenbahnen

Anhand dieser Ergebnisse lässt sich oft schon vermuten, ob eine lumbale Spinalkanalstenose oder eine zervikale Myelopathie (Druck auf das Rückenmark im Bereich der Halswirbelsäule) vorliegt.

Bildgebende Verfahren (MRT, CT, Röntgen)

Zur Sicherung der Diagnose werden bildgebende Verfahren eingesetzt.

  • Magnetresonanztomographie (MRT): Das wichtigste Verfahren zur Darstellung des Rückenmarks, der Nervenwurzeln und der Weichteilstrukturen. Sie zeigt genau, wie stark der Spinalkanal verengt ist und welche Strukturen den Druck verursachen.
  • Computertomographie (CT): Liefert detailreiche Bilder der Knochen und kann besonders bei knöchernen Einengungen des Wirbelkanals hilfreich sein.
  • Röntgenaufnahmen: Zeigen Fehlstellungen, Wirbelgleiten (Spondylolisthesis) oder degenerative Veränderungen der Wirbelsäule.

In manchen Fällen wird ein Myelogramm (Kontrastmitteluntersuchung des Rückenmarks) durchgeführt, um die Flussverhältnisse der Nervenflüssigkeit zu beurteilen.

Neurologische Tests und Funktionsdiagnostik

Zur Beurteilung der Nervenfunktion werden ergänzende Tests eingesetzt:

  • Elektromyografie (EMG): misst die elektrische Aktivität der Muskulatur
  • Nervenleitgeschwindigkeit (NLG): zeigt, wie gut die Nervenreize weitergeleitet werden
  • Geh- und Belastungstests: dienen dazu, die typische Claudicatio spinalis zu objektivieren

Diese Untersuchungen helfen, das Ausmaß der Nervenkompression und die Notwendigkeit einer operativen Therapie besser einzuschätzen.

Differenzialdiagnose

Da Rückenschmerzen und Beinsymptome auch bei anderen Erkrankungen auftreten können, ist eine genaue Abgrenzung wichtig. Häufige Differenzialdiagnosen sind:

Zur Unterscheidung wird unter anderem die Durchblutung der Beine geprüft. Während sich bei der pAVK die Schmerzen bei Belastung der Beine verschlimmern, bessern sie sich bei der Spinalkanalstenose im Sitzen oder bei nach vorn gebeugter Haltung.

Konservative Therapie der Spinalkanalstenose

Bei einer Spinalkanalstenose steht zunächst die konservative Behandlung im Vordergrund. Diese Therapieform ist besonders bei leichten bis mittelgradigen Beschwerden geeignet und zielt darauf ab, Schmerzen zu lindern, die Beweglichkeit zu erhalten und eine Operation möglichst zu vermeiden.

Eine konservative Therapie kann verschiedene Maßnahmen kombinieren – von gezielter Physiotherapie über Medikamente bis hin zu minimalinvasiven Infiltrationen.

Konservative Therapie: Physiotherapie, Medikamente & Infiltration

Physiotherapie und Bewegungstraining

Die Physiotherapie ist ein zentraler Bestandteil der konservativen Behandlung der Spinalkanalstenose. Durch gezielte Übungen werden Haltung, Beweglichkeit und Muskelkraft verbessert, insbesondere die tiefe Rückenmuskulatur (autochtone Muskulatur).

Ziele der physikalischen Therapie:

  • Stabilisierung der Wirbelsäule
  • Verbesserung der Körperhaltung
  • Entlastung des Spinalkanals durch Beugung der Lendenwirbelsäule
  • Schmerzlinderung durch Dehn- und Mobilisationstechniken

Typische Maßnahmen:

  • Manuelle Therapie zur Lösung von Blockaden und Verspannungen
  • Kräftigungsübungen für Bauch- und Rückenmuskulatur
  • Bewegungstherapie mit Schwerpunkt auf rückenfreundlichen Aktivitäten (z. B. Schwimmen, Radfahren)
  • Wärmetherapie zur Muskelentspannung

Regelmäßige Bewegung fördert die Durchblutung und kann degenerativen Prozessen der Wirbelsäule entgegenwirken.

Medikamentöse Therapie

Zur Linderung der Schmerzen kommen verschiedene Medikamente zum Einsatz. Die Auswahl richtet sich nach der Intensität der Beschwerden.

Häufig eingesetzte Wirkstoffe:

  • Nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Diclofenac zur Schmerzlinderung und Entzündungshemmung
  • Muskelrelaxantien bei ausgeprägten Muskelverspannungen
  • Kortisonhaltige Medikamente (oral oder injiziert) zur Reduktion von Nervenentzündungen
  • Opioide (z. B. Tramadol oder Morphin) bei starken Schmerzen, meist nur kurzfristig

Auch antineuropathische Medikamente wie Pregabalin oder Gabapentin können helfen, brennende Nervenschmerzen zu reduzieren.

Wichtig: Eine medikamentöse Behandlung sollte immer ärztlich überwacht werden, um Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen zu vermeiden.

Infiltrationen und Injektionstherapien

Wenn konservative Maßnahmen allein nicht ausreichen, können invasive, aber minimal belastende Verfahren helfen. Dabei werden Medikamente gezielt in die betroffenen Bereiche der Wirbelsäule gespritzt.

Typische Verfahren:

  • Periradikuläre Therapie (PRT): Injektion eines Kortisonpräparats direkt an die gereizte Nervenwurzel unter CT-Kontrolle
  • Epidurale Infiltration: Medikamentenabgabe in den Epiduralraum, um Schwellungen und Entzündungen zu reduzieren
  • Facetteninfiltration: Injektion an die kleinen Wirbelgelenke bei begleitender Arthrose (Spondylarthrose)

Diese Behandlungen wirken entzündungshemmend, abschwellend und schmerzlindernd.
Oft kann damit eine Operation hinausgezögert oder sogar vermieden werden.

Die Spinalkanalstenose geht oft mit weiteren Wirbelsäulenerkrankungen einher. Daher kann eine Spritzentherapie als interventionelle Schmerztherapie eine kombinierte Behandlungsmethode darstellen. Wie eine Facetteninfiltration abläuft, zeigt das Video:

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Operative Therapie der Spinalkanalstenose

Wenn konservative Maßnahmen keine ausreichende Besserung bringen oder neurologische Ausfälle auftreten, kann eine operative Therapie notwendig sein. Ziel der Operation ist es, die Verengung des Wirbelkanals zu beseitigen und den Druck auf Nerven und Rückenmark zu verringern – man spricht von einer Dekompression.

Die operative Behandlung wird heute meist mikrochirurgisch oder minimalinvasiv durchgeführt, um Gewebe zu schonen und die Rehabilitation zu beschleunigen.

Mikrochirurgische Dekompression (Dekompressions-OP)

Die mikrochirurgische Dekompression gilt als Standardverfahren bei einer ausgeprägten Spinalkanalstenose. Unter einem Operationsmikroskop werden die Strukturen, die den Spinalkanal verengen, gezielt entfernt – etwa verdickte Bandanteile (Ligamentum flavum), knöcherne Wucherungen oder Anteile der Wirbelbögen.

Ablauf der Operation:

  1. Der Eingriff erfolgt in Vollnarkose.

  2. Der Chirurg macht einen kleinen Hautschnitt über dem betroffenen Wirbelsäulenabschnitt.

  3. Mittels spezieller mikrochirurgischer Instrumente wird die Engstelle erweitert.

  4. Das Rückenmark und die Nervenwurzeln werden entlastet.

Nach der Operation lässt der Druck auf die Nerven sofort nach, wodurch die typischen Rückenschmerzen und Beinschmerzen deutlich abnehmen.

Vorteile:

  • hohe Präzision durch mikroskopische Technik
  • geringe Gewebeschädigung
  • kurze Erholungszeit
  • sehr gute Erfolgsrate bei korrekter Indikation

Stabilisation (Spondylodese) bei Instabilität

Wenn die Wirbelsäule durch die Dekompression instabil wird – etwa bei Wirbelgleiten (Spondylolisthesis) oder ausgeprägten degenerativen Veränderungen –, kann zusätzlich eine Versteifung (Spondylodese) erforderlich sein.

Hierbei werden die betroffenen Wirbelkörper mithilfe von Schrauben und Platten fixiert, um die Stabilität zu sichern.
Diese Methode verhindert eine erneute Einengung des Spinalkanals, schränkt jedoch die Beweglichkeit des operierten Segments ein.

Alternativ stehen dynamische Stabilisierungssysteme zur Verfügung, die eine gewisse Beweglichkeit erhalten und die angrenzenden Wirbelsäulenabschnitte entlasten.

Bitte akzeptiere zusätzliche externe Inhalte, um dieses Video anzusehen.

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Minimalinvasive Verfahren

In den letzten Jahren haben sich minimalinvasive Operationstechniken etabliert. Sie ermöglichen eine besonders gewebeschonende Behandlung mit kleineren Hautschnitten und schnellerer Erholung.

Beispiele:

  • Endoskopische Dekompression: Zugang über ein Endoskop mit Kamera; minimaler Blutverlust, kurze OP-Dauer.
  • Interspinöse Spreizer: kleine Implantate, die zwischen die Dornfortsätze gesetzt werden, um den Spinalkanal zu erweitern (meist ambulant).

Diese Verfahren eignen sich vor allem für Patient:innen mit lokal begrenzten Engstellen und ohne ausgeprägte Instabilität.

Risiken und Erfolgsaussichten

Wie bei jeder Operation bestehen auch bei der Dekompression mögliche Risiken, diese sind jedoch selten.
Mögliche Komplikationen:

  • Nachblutung oder Infektion
  • vorübergehende Nervenirritationen (z. B. Taubheitsgefühl oder Kribbeln)
  • selten: Instabilität der Wirbelsäule

Die Erfolgsaussichten sind insgesamt sehr gut:
Rund 80–90 % der Patient:innen berichten über eine deutliche Linderung der Schmerzen und eine verbesserte Gehfähigkeit.
Langfristig kann eine gezielte Physiotherapie helfen, die Stabilität der Wirbelsäule zu sichern und Rückfällen vorzubeugen.

Prognose und Lebensqualität nach Spinalkanalstenose

Die Prognose einer Spinalkanalstenose ist in den meisten Fällen sehr gut.
Mit einer rechtzeitigen Diagnose und der passenden Therapie – konservativ oder operativ – lassen sich Schmerzen deutlich lindern und die Beweglichkeit langfristig erhalten.

Patient:innen, die regelmäßig an ihrer Rückenmuskulatur arbeiten und physiotherapeutische Übungen fortführen, können Rückfälle effektiv vermeiden.
Die Lebensqualität verbessert sich meist schon wenige Wochen nach Beginn der Behandlung deutlich.

FAQ – Häufige Fragen zur Spinalkanalstenose

Was versteht man unter einer Spinalkanalstenose?
Unter einer Spinalkanalstenose versteht man eine Verengung des Rückenmarkskanals innerhalb der Wirbelsäule. Dabei wird der Raum zwischen Wirbeln, Bandscheiben und Gelenken enger, sodass Druck auf die Nerven oder das Rückenmark entsteht. Die Erkrankung betrifft häufig die Lendenwirbelsäule – man spricht dann von einer Stenose im Bereich der Lendenwirbelsäule.

Welche Ursachen führen zu einer Spinalkanalstenose?
Die Spinalkanalstenose handelt es sich in den meisten Fällen um eine degenerative Veränderung der Wirbelsäule, die mit zunehmendem Alter entsteht.
Mögliche Ursachen sind:

  • Abnutzung der Bandscheiben
  • Verdickung der Bänder im Wirbelkanal
  • Arthrose der kleinen Wirbelgelenke
  • Wirbelgleiten oder Fehlhaltungen
    Diese Prozesse führen dazu, dass sich der Wirbelkanal allmählich verengt und Druck auf Nervenwurzeln ausübt.

Welche Symptome verursacht die Verengung des Rückenmarkskanals?
Die Ursache der Beschwerden liegt meist im Druck auf das Rückenmark oder die austretenden Nerven. Typisch sind Rückenschmerzen, Beinschmerzen, Kribbeln oder Taubheitsgefühle.
Charakteristisch ist, dass die Schmerzen beim Gehen zunehmen, sich beim Sitzen oder Vorbeugen jedoch deutlich bessern – ein Hinweis auf eine lumbale Stenose.

Wie erfolgt die Behandlung von Spinalkanalstenose?
Die Behandlung von Spinalkanalstenose richtet sich nach der Schwere der Symptome.
Im Rahmen einer Spinalkanalstenose kommen zunächst konservative Therapien wie Physiotherapie, Wärme- und Bewegungstherapie sowie entzündungshemmende Medikamente zum Einsatz.
Wenn diese Maßnahmen nicht ausreichen, kann eine mikrochirurgische Dekompression oder minimalinvasive Operation die Engstelle beseitigen und den Spinalkanal erweitern.

Führt die Spinalkanalstenose immer zu einer Operation?
Nein, nur wenn konservative Methoden keine Besserung bringen oder neurologische Ausfälle auftreten, ist eine Operation erforderlich.
In den meisten Fällen lassen sich die Beschwerden jedoch durch gezielte Bewegung, Rückentraining und Schmerztherapie kontrollieren.

Wie ist die Prognose nach einer Behandlung der Spinalkanalstenose?
Die meisten Patient:innen profitieren langfristig von der Therapie. Durch konsequente Nachbehandlung, Stärkung der Rückenmuskulatur und Vermeidung von Fehlhaltungen lässt sich die Beweglichkeit erhalten und das Risiko eines Rückfalls deutlich senken.

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