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Spondylose: Verschleiß der Wirbelsäule und Spondylarthrose (Spondylosis deformans) | Informationen & Spondylose-Spezialisten

13.10.2025
Prof. Dr. med. Susanne Regus
Medizinische Fachautorin

Die Spondylose ist eine degenerative Erkrankung der Wirbelsäule und eine Sammelbezeichnung für verschiedene Verschleißerscheinungen an Wirbelkörpern, Bandscheiben und Facettengelenken. Typisch sind knöcherne Veränderungen (Spondylophyten), die zu Rückenschmerzen, Nackenschmerzen, Bewegungseinschränkungen und neurologischen Symptomen führen können. Häufig sind Nervenwurzeln, Rückenmark oder der Spinalkanal (Spinalkanalstenose) betroffen. Zur Diagnose werden bildgebende Verfahren wie MRT oder CT eingesetzt. Die Behandlung der Spondylose reicht von Physiotherapie und Übungen bis hin zu operativen Eingriffen. Ziel ist es, Beschwerden zu lindern, die Beweglichkeit zu erhalten und einer weiteren Abnutzung vorzubeugen.

Erfahren Sie hier alles Wissenswerte über Spondylose und finden Sie ausgewählte Spondylose-Spezialisten.

ICD-Codes für diese Krankheit: M47

Kurzübersicht:

Die Spondylose bezeichnet degenerative Veränderungen der Wirbelsäule durch Verschleiß von Wirbelkörpern, Bandscheiben und Facettengelenken. Typische Folgen sind Rückenschmerzen, Nackenschmerzen, Bewegungseinschränkungen und teils neurologische Symptome durch Beteiligung von Nerven oder Spinalkanal. Ursachen sind meist altersbedingter Elastizitätsverlust der Bandscheiben und knöcherne Ausziehungen (Spondylophyten). Behandelt wird je nach Schwere konservativ mit Physiotherapie und Schmerztherapie oder operativ bei ausgeprägten Beschwerden.

Artikelübersicht

Was ist Spondylose? 

„Spondyl“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet übersetzt Wirbel, wohingegen die Wortendung „-ose“ für Abnutzungserscheinungen steht. Spondylose ist somit ein Sammelbegriff für mehrere Verschleißerkrankungen des Rückens. Klinische Beschwerden, die bei einer Spondylose sehr oft auftreten, sind Rückenschmerzen

Typisch für die Spondylose ist ein zusätzliches Knochenwachstum an besonders beanspruchten Stellen der Wirbelsäule. Es entstehen hierbei Knochenvorsprünge an den Wirbelkörpern, die auch Spondylophyten genannt werden. Bei der Spondylose kommt es daher zu Verformungen der Wirbelsäule, weshalb auch der medizinische Fachausdruck Spondylosis deformans etabliert ist. Deformans steht hierbei für verformt.

Die Spondylose kann jeden Wirbelsäulenabschnitt betreffen, also die Hals-, Brust- oder auch Lendenwirbelsäule. Am häufigsten ist aufgrund der Belastung des aufrechtgehenden Menschen die Lendenwirbelsäule betroffen.

Rückenschmerzen Wirbelsäule
Bei Rückenschmerzen liegen die Gründe oft direkt an der Wirbelsäule © CLIPAREA.com / Fotolia

Ursachen der Spondylose

Die Wirbelsäule wird im Laufe des Menschenleben stark beansprucht, was insbesondere durch unseren aufrechten Gang verursacht wird. Dies führt zu einer Belastung der Wirbelkörper, auf denen die Hauptlast ruht.

Zudem verlieren die zwischen den Wirbelkörpern liegenden Bandscheiben im Lauf der Zeit zunehmend an Flexibilität und Elastizität, werden immer dünner als auch brüchiger. Normalerweise dienen die zwischen den Wirbelkörpern liegenden Knorpelscheiben als Schutz der Wirbelkörper, sozusagen als Puffer. Im Laufe der Zeit nimmt diese Pufferwirkung allerdings ab und die Belastung der Wirbelkörper nimmt stetig zu. Dadurch können sich übereinanderliegende Wirbel einander annähern und sogar berühren. 

Die sogenannten Facettengelenke der Wirbelsäule sind zuerst betroffen. Dadurch entsteht das Facettensyndrom. Wie diese Verschleißerkrankung entsteht, sehen Sie im Video:

Bitte akzeptiere zusätzliche externe Inhalte, um dieses Video anzusehen.

Durch diesen Verschleiß der Wirbelsäule verliert sie an Stabilität. Zusätzliches Knochenwachstum soll die Wirbelsäule wieder festigen und stabilisieren. Der Körper bildet deswegen die bereits oben erwähnten Spondylophyten, welche ursächlich für Schmerzen im Rücken sind.

Unter Umständen können diese Spondylophyten auch auf

  • Nerven
  • Blutgefäße und 
  • den Rückenmarkskanal

drücken. Zusätzliche Schmerzen und neurologische Missempfindungen sind die Folge.

Wirbelsäule Facettengelenk
Die Wirbelkörper berühren sich an den Facettengelenken - bei Spondylose vergrößern sich die knöchernen Auflageflächen © bilderzwerg / Fotolia

In einigen Fällen verbinden sich die Spondylophyten, die an unterschiedlichen Wirbeln wachsen. Dadurch entsteht ein zusammenhängendes knöchernes Gebilde, das die Beweglichkeit der Wirbelsäule weiter einschränkt. 

Neben den Überlastungsreaktionen durch den aufrechten Gang können auch Stoffwechselerkrankungen ursächlich für eine Spondylose sein. Beispielsweise ist eine Diabetes-Erkrankung eine mögliche Ursache der sogenannten Spondylosis hyperostotica. 

Welche Symptome treten bei der Spondylose auf?

Je nachdem, welche Wirbelbereiche von der Spondylose betroffen sind, treten unterschiedlicher Ausprägung auf. Der Verschleiß an der Wirbelsäule äußert sich zu Beginn typischerweise erst mit leichten Symptomen und Schmerzen. Stärkere Beschwerden treten erst nach und nach auf.

Rückenschmerzen sind bei einer Spondylose häufig. Eventuell treten die Schmerzen auch im Nacken auf oder strahlen bis in die Arme und Beine aus.

Der Wirbelverschleiß Spondylose beeinträchtigt teilweise das Rückenmark und die peripheren Nerven, wenn es hier zu einer Kompression kommt. Wenn die Spinalnerven oder das Rückenmark beschädigt sind, treten typischerweise weitere neurologische Ausfallerscheinungen auf:

  • Empfindungsstörungen, zum Beispiel Kribbeln im Arm
  • Kontrollverlust über Blase und Darm (Blasen- oder Darminkontinenz)
  • Taubheitsgefühle
  • unerwartete Schwäche, die nicht durch die Muskeln erklärt wird
  • Bewegungsstörungen, z.B. Gangstörungen, und Lähmungen

Wie wird eine Spondylose diagnostiziert?

Neben den typischen Beschwerden im Sinne von Rückenleiden und der bereits äußerlich sichtbaren Schonhaltung sind in aller Regel weitere Untersuchungen zur Diagnose der Spondylose notwendig. Hierzu gehören unter anderem:

Mit diesen Untersuchungen kann der Zustand der Wirbelsäule und des Rückenmarks dargestellt und u.a. andere degenerativen Veränderungen sowie Erkrankungen ausgeschlossen werden. Die Röntgenaufnahme ist die einfachste Untersuchung, CT und MRT sind genauer und oft bei ausgeprägten Befunden und Spezialbehandlungen indiziert.

Unter Umständen sind weitere Tests erforderlich, um beispielsweise eventuelle Nervenausfälle zu überprüfen und nachzuweisen. Wenn der Verdacht auf eine Entzündung besteht, muss in aller Regel zudem auch eine Blutuntersuchung veranlasst werden.

Wirbelsäule Röntgenuntersuchung
Das Röntgenbild zeigt Veränderungen an der Wirbelsäule © luxpainter / Fotolia

Behandlung der Spondylose

In vielen Fällen genügt eine krankengymnastische Behandlung, zur Linderung der Symptomatik und dem Patienten wieder zu einem nahezu schmerzfreien Alltag zu verhelfen. Auch die Rückenmuskulatur kräftigende Übungen können hilfreich sein, um die Instabilität im Rücken zu behandeln. Manchmal wird, zumindest vorübergehend, die Einnahme von Schmerzmitteln oder die Infiltration der betroffenen Abschnitte der Wirbelsäule mit einem örtlichen Betäubungsmittel notwendig.

Ist die Schmerzursache das Facettensyndrom, erweisen sich Spritzen als effektive Schmerztherapie. Wie eine Facetteninfiltration abläuft, zeigt das Video:

Bitte akzeptiere zusätzliche externe Inhalte, um dieses Video anzusehen.

Die Operation einer Spondylose kann vor allem dann notwendig sein, wenn das Rückenmark zusammengedrückt und dadurch geschädigt wird. In solchen Fällen muss das Rückenmark dringlich entlastet werden, um keine dauerhaften Schäden zu verursachen. Hierbei werden die störenden und das Rückenmark einengenden Spondylophyten abgetragen und der Rückenmarkskanal erweitert.

Teilweise kann auch eine Entfernung des gesamten Wirbelkörpers notwendig werden, der anschließend durch einen künstlichen Ersatz wieder aufgebaut werden muss. Nur so kann das Rückenmark entlastet und die Wirbelsäule stabilisiert werden. Manchmal kann es auch ausreichen, die Position des Wirbels lediglich zu korrigieren.

Über die Operationsmöglichkeiten informieren Sie die Videos:

Bitte akzeptiere zusätzliche externe Inhalte, um dieses Video anzusehen.

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Grundsätzlich wird bei der Operation so viel wie nötig, aber so wenig wie möglich von körpereigenem Gewebe korrigiert und ersetzt, um den Eingriff möglichst kurz und das Operationsrisiko so gering als möglich zu halten.

Manchmal geht die Spondylose auch auf Diabetes oder eine andere Stoffwechselstörung zurück. Dann spielt die Therapie der Grunderkrankung eine wichtige Rolle.

Wie ist die Prognose der Erkrankung der Wirbelsäule?

Bei vielen Erwachsenen zeigen sich bereits früh die ersten Verschleißerscheinungen an der Wirbelsäule und den Bandscheiben. Mit zunehmendem Alter schreiten sie fort.

Die überwältigende Mehrheit der Menschen über 65 Jahre weist an den Wirbelkörpern Knochensporne auf. Oft bleibt die Spondylose unerkannt und symptomlos, nur ein Teil der Betroffenen leidet unter Symptomen wie

  • Rückenschmerzen 
  • Bewegungseinschränkungen oder
  • Gefühlsstörungen

Die Spondylose zieht teilweise weitere Probleme nach sich. Spondylosen mit Radikulopathie oder Myelopathie belasten den Patienten mit neurologischen Symptomen und Nervenschmerzen. Im Krankheitsverlauf sind außerdem Muskelverspannungen möglich, die Schmerzen hervorrufen.

Die Muskelverspannung entsteht oft wegen einer Schonhaltung, die Betroffene wegen der Spondylose einnehmen.

Wie können Risiken und Verschleiß der Wirbelsäule verringert und einer Spondylose vorgebeugt werden?

Der beste Zeitpunkt für vorbeugende (= präventive) Maßnahmen ist, wenn Sie noch nicht unter einer Spondylose leiden. Typische Alterserscheinungen, wie die Ermüdung der Bandscheiben, lassen sich nicht vollständig verhindern. Dennoch lässt sich etwas für die Rückengesundheit tun. 

So können Sie das Risiko für eine Spondylose verringern:

  • Stärken Sie Ihre Muskulatur durch gezieltes Krafttraining
  • Achten Sie auf eine gesunde Körperhaltung - im Sitzen oder Stehen, aber auch beim Tragen von schweren Gegenständen.
  • Ein ergonomisch eingerichteter Schreibtisch trägt ebenfalls dazu bei, die Rückengesundheit länger aufrechtzuerhalten.
  • Ein gesundes Körpergewicht bedeutet eine Entlastung für die Wirbelsäule und Gelenke.

Wenn Sie die Rückenschmerzen über drei bis sechs Wochen nicht besser werden, ziehen Sie einen Arzt zurate.

Physiotherapie Rückenschmerz
Physiotherapie hilft oft bei fortschreitender Spondylose © drubig-photo / Fotolia

In vielen Fällen unterstützt ein Krankengymnast Patienten dabei, die Rückengesundheit zu verbessern. Aber nicht jede Sportart ist geeignet, um die Rückenmuskulatur bei einer Spondylose zu trainieren. Ruckartige Bewegungen gelten bei Rückenproblemen beispielsweise im Allgemeinen als problematisch.

Häufige Fragen von Betroffenen

1. Was ist Spondylose?
Die Spondylose ist eine degenerative Erkrankung der Wirbelsäule. Sie entsteht durch den Verschleiß von Wirbeln, Bandscheiben und Facettengelenken. Typische Folgen sind Rückenschmerzen, Nackenschmerzen, Bewegungseinschränkungen und manchmal neurologische Symptome wie Kribbeln oder Taubheitsgefühle.

2. Ist Spondylose heilbar?
Eine Spondylose ist nicht heilbar, da es sich um alters- und verschleißbedingte Veränderungen der Wirbelsäule handelt. Mit Physiotherapie, gezielten Übungen, Schmerztherapie oder – in schweren Fällen – operativen Eingriffen lassen sich jedoch Beschwerden lindern und die Beweglichkeit verbessern.

3. Was kann man präventiv gegen Spondylose tun?
Völlig verhindern lässt sich die Spondylose nicht. Sie können aber vorbeugen: regelmäßige Bewegung, Stärkung der Rückenmuskulatur, gesunde Körperhaltung und normales Körpergewicht schützen die Bandscheiben und helfen, verschleißbedingte Veränderungen der Wirbelsäule zu verlangsamen.

4. Wann sollte man mit Spondylose zum Arzt?
Ein Arztbesuch ist sinnvoll, wenn anhaltende Rückenschmerzen, Nackenschmerzen oder neurologische Symptome wie Taubheitsgefühle, Kribbeln oder Kraftverlust auftreten. Auch wenn die Beweglichkeit der Wirbelsäule stark eingeschränkt ist oder Schmerzen in Arme und Beine ausstrahlen, sollte eine Diagnose durch Röntgen, CT oder MRT erfolgen.

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