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Harnblase – Anatomie, häufige Erkrankungen der Harnblase und wie funktioniert die Harnblase

25.03.2026
Leading Medicine Guide Redaktion
Autor des Fachartikels
Leading Medicine Guide Redaktion

Die Harnblase ist ein zentrales Organ der Harnwege und dient der Speicherung von Urin. Sie liegt im kleinen Becken und steht über die Harnleiter mit der Niere in Verbindung. Die Anatomie der Harnblase zeigt ein dehnbares Hohlorgan, das sich je nach Füllung anpasst.

Über die Harnröhre wird der Urin schließlich ausgeschieden. Die Blase kann ein bestimmtes Fassungsvermögen erreichen, bevor Harndrang entsteht. Häufig treten Erkrankungen der Harnblase wie Entzündungen oder Inkontinenz auf. Auch Faktoren wie Prostata oder Beckenboden spielen dabei eine wichtige Rolle.

Die Harnblase speichert Urin, der aus den Nieren über die Harnleiter kommt. Bei zunehmender Füllung entsteht Harndrang und die Blase wird entleert. Die Muskulatur der Blasenwand ermöglicht die kontrollierte Entleerung. Erkrankungen der Harnblase können die Funktion der Harnwege beeinträchtigen.

Artikelübersicht

Aufbau und Funktionen der Harnblase

Die Harnblase (oft auch einfach nur Blase genannt) befindet sich im unteren Teil der Bauchhöhle. Sie liegt auf dem Beckenboden auf und wird vom Becken gut geschützt. Bei Frauen sitzt sie direkt vor der Gebärmutter, bei Männern grenzt sie ans Rektum (Enddarm) an.

Im hinteren Bereich ist die Blase über die beiden Harnleiter mit den Nieren verbunden. Die Nieren geben ständig Urin ab und füllen so die Blase. Im unteren Bereich schließt die Blase mit der Harnröhre ab, über die sie entleert werden kann.

Die Blase ist stark dehnbar und vergrößert sich je nach Füllung. Wie viel Urin die Blase fassen kann, ist unterschiedlich. Die Blase von Männern ist tendenziell größer, das Fassungsvermögen hängt aber auch von der Körpergröße und anderen Faktoren ab.

In der Blasenwand liegen Dehnungsrezeptoren, die den Füllstand ans Gehirn melden. Wenn die Blase etwa halb gefüllt ist, verspürt man deshalb den Drang, sie zu entleeren. Dieser wird immer stärker, wenn sich die Blase weiter füllt.

Der Schließmuskel der Harnblase

Dank der Schließmuskulatur kann man bis zu einem gewissen Grad bewusst entscheiden, wann man die Blase leeren möchte. Diese setzt sich aus verschiedenen Muskelsträngen zusammen. Ein Muskelstrang aus „glatter“ Muskulatur verläuft ringförmig um den Blasenhals. Ein zweiter Muskelstrang aus „quergestreifter“ Muskulatur befindet sich

  • bei der Frau im unteren Drittel der Harnröhre,
  • beim Mann erstreckt er sich über deren gesamte Länge.

Diese zweite Muskelschicht kann bewusst gelockert werden und ermöglicht so das Entleeren der Blase.

Unterstützt wird die Muskulatur der Blase durch die Beckenbodenmuskulatur. Sie hält die Harnröhre und den Harnblasenhals in Position. Ohne die Harnblase und ihre Schließmuskeln würde man unentwegt Urin verlieren, statt ihn gezielt abzugeben.

Harnblasenanatomie beim Mann
Die Anatomie der Blase beim Mann © bilderzwerg #75130881 | AdobeStock

Häufige Erkrankungen der Harnblase

Blasenentzündung

Eine Blasenentzündung (Cystitis) ist eine von Keimen verursachte Infektion der Harnblase. Die Krankheitserreger gelangen über die Harnröhre in die Blase.

Typische Symptome sind häufiger Harndrang und Brennen oder Schmerzen beim Wasserlassen. Der Urin kann getrübt sein oder Blut enthalten. Eine unbehandelte Blasenentzündung kann zu einer Nierenentzündung oder Nierenbeckenentzündung führen.

Bei schwangeren Frauen ist eine umgehende Behandlung besonders wichtig. So kann es nicht zu Komplikationen wie vorzeitige Wehen kommen.

Leichte Blasenentzündungen können oft gut mit Hausmitteln und mehr Trinken behandelt werden. In vielen Fällen werden aber Antibiotika benötigt. Da die Harnröhre bei Frauen deutlich kürzer ist als bei Männern, kommt eine Blasenentzündung bei Frauen häufiger vor.

Inkontinenz – Blasenschwäche mit vielfältigen Ursachen

Unter Harninkontinenz bzw. Blasenschwäche versteht man ungewollten Harnverlust

  • beim Husten,
  • beim Lachen,
  • bei körperlicher Anstrengung oder

auch ganz ohne Auslöser. Eine Blasenschwäche tritt genau wie die Blasenentzündung häufiger bei Frauen als bei Männern auf.

Die Ursachen können vielfältig sein. Infrage kommen zum Beispiel:

  • ein geschwächter Beckenboden, zum Beispiel durch Schwangerschaften und Geburten oder auch hormonelle Veränderungen in den Wechseljahren
  • Verletzungen oder Operationen im Beckenbereich
  • Nervenverletzungen oder -reizungen
  • neurologische Erkrankungen wie Multiple Sklerose oder Parkinson
  • Blasensteine oder häufig wiederkehrende Blasenentzündungen
  • massive Belastung des Beckenbodens durch chronischen Husten oder chronische Verstopfung
  • Risikofaktoren wie Übergewicht, anstrengende körperliche Belastungen und zu wenig Bewegung
  • Medikamente, die die Neigung zu Inkontinenz begünstigen

Blasentumoren – Krebs in der Harnblase

Wie in den meisten anderen Organen kann auch an oder in der Harnblase Krebs entstehen. Hier sind Männer deutlich häufiger betroffen als Frauen.

Risikofaktoren sind

  • Rauchen,
  • der regelmäßige Umgang mit bestimmten Farbstoffen und
  • eine übermäßige Verwendung bestimmter Schmerzmedikamente.

In den meisten Fällen handelt es sich um sogenannte „Blumenkohltumoren“ oder auch Papillome. Sie wachsen eher oberflächlich auf der Zellschicht an der Innenseite der Blase wachsen. Diese Form lässt sich häufig im Rahmen einer Blasenspiegelung gut behandeln. Es kommen aber auch Tumoren vor, die tiefere Schichten befallen.

Mögliche Symptome für Blasenkrebs sind:

  • Blut im Urin
  • Schmerzen in der Flankengegend
  • starker Harndrang
  • unvollständige Entleerung der Blase
  • Brennen beim Wasserlassen

Derartige Symptome sollten deshalb stets ärztlich abgeklärt werden.

Weitere Erkrankungen der Harnblase

Neben den genannten Krankheiten der Blase kommen noch weitere vor, zum Beispiel:

Blasensteine oder Blasengrieß treten beim Menschen eher selten auf. Sie können aber starke Unterleibsschmerzen verursachen und die Blasenwand oder die Harnröhre verletzen. Wenn sie zu groß sind, um von alleine abzugehen, werden sie meist in einer Blasenspiegelung zerkleinert und dann entfernt.

Bei einer Blasensenkung verlagert sich die Harnblase nach hinten und unten. Diese Erkrankung tritt durch die Lage der Blase bedingt fast nur bei Frauen auf. Sie kann eine Ursache für Inkontinenz sein.

Unter Miktionsstörungen versteht man allgemeine Beschwerden beim Wasserlassen. Dazu gehören zum Beispiel

  • unvollständige Entleerung,
  • häufiger Harndrang oder
  • übermäßiger nächtlicher Harndrang.

Auch eine erhöhte oder verringerte Urinmenge kommt vor. Die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten für Miktionsstörungen sind vielfältig. Bei einer Blasenruptur reißt die Schleimhaut der Harnblase ein und Urin kann in die Bauchhöhle austreten. Eine Ruptur verursacht starke Schmerzen und kann zu einer Bauchfellentzündung führen, die im schlimmsten Fall lebensbedrohlich ist.

Fazit

Die Harnblase ist ein komplexes Organ, dessen Funktion der Harnblase eng mit der Speicherung des Urins und dem Transport des Urins verbunden ist. Sie liegt im kleinen Becken, wobei die Harnleiter in die Harnblase münden und der Urin über die Harnröhre ausgeschieden wird. Die Füllung der Harnblase erfolgt schrittweise, bis eine zunehmende Füllung den Harndrang auslöst.

Der Detrusor vesicae als glatte Muskulatur sorgt gemeinsam mit den Schließmuskeln für die kontrollierte Miktion. Die Innervation der Harnblase erfolgt über ein komplexes Plexus-System, das eine willentliche Steuerung ermöglicht. Dabei spielt auch das Urothel sowie der Blasengrund eine wichtige Rolle für die Funktion. Die Harnblase dient der Speicherung des Urins und passt sich durch ihr maximales Fassungsvermögen flexibel an. Anatomisch liegt die Harnblase kranial im kleinen Becken und ist teilweise vom Peritoneum bedeckt. Die Topografie der Harnblase zeigt enge Beziehungen zur Bauchhöhle und umliegendem Bindegewebe.

Erkrankungen der Harnblase gibt es viele, darunter Blasenentzündung, Harninkontinenz oder Belastungsinkontinenz. Auch Blut im Urin kann ein Hinweis auf eine Erkrankung sein. In schweren Fällen kann eine Entfernung der Harnblase notwendig werden. Insgesamt zeigt sich, dass die Harnblase ein zentraler Bestandteil des Harntrakts ist, dessen Aufbau der Harnblase und Funktion entscheidend für den gesamten Körper sind.

FAQ

Was ist die Funktion der Harnblase?

Die Funktion der Harnblase besteht in der Speicherung des Urins und der kontrollierten Blasenentleerung. Sie ermöglicht die Ausscheidung über die Harnröhre.

Wie funktioniert die Harnblase?

Die Harnblase füllt sich kontinuierlich mit Urin. Bei ausreichender Füllung wird durch die Miktion die Blasenentleerung ausgelöst, gesteuert durch die Innervation der Harnblase und die Schließmuskeln.

Wo liegt die Harnblase im Körper?

Die Harnblase befindet sich im kleinen Becken. Sie liegt unterhalb der Bauchhöhle und verändert ihre Lage je nach Füllungszustand der Harnblase.

Welche Erkrankungen der Harnblase gibt es?

Zu den häufigsten Erkrankungen der Harnblase gibt es Blasenentzündung, Reizblase und Harninkontinenz. Auch Tumoren oder Blut im Urin können auftreten.

Wie groß ist das Fassungsvermögen der Harnblase?

Das maximale Fassungsvermögen liegt bei mehreren hundert Millilitern. Eine gefüllte Harnblase kann sich deutlich ausdehnen, bevor die Entleerung notwendig wird.