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Erkrankung · Neurologie

Parkinson bzw. Morbus Parkinson: Symptome wie Zittern, Therapie und Neurologie der Parkinson-Krankheit

Sabine_Schneider.pngChefredakteurinSabine SchneiderStand: ICD-10: G20, G21, G22*

Kurzübersicht — das Wichtigste zuerst

Parkinson ist eine Erkrankung des Nervensystems, bei der insbesondere dopaminproduzierende Nervenzellen im Gehirn geschädigt werden. Typische Symptome der Parkinson-Erkrankung sind Bradykinese beziehungsweise Bewegungsarmut, Rigor und Tremor. Die Therapie umfasst Medikamente wie Levodopa sowie Physiotherapie, Ergotherapie und bei ausgewählten Parkinson-Patienten die tiefe Hirnstimulation. Obwohl die Erkrankung fortschreitend und Parkinson nicht heilbar ist, können moderne Behandlungsmöglichkeiten Beschwerden häufig über lange Zeit lindern und die Selbstständigkeit erhalten.

Parkinson, auch Morbus Parkinson genannt, ist eine fortschreitende neurologische Erkrankung, die vor allem die Bewegungssteuerung beeinträchtigt. Bei der Parkinson-Krankheit werden Nervenzellen im Gehirn geschädigt, die den Botenstoff Dopamin produzieren. Der entstehende Dopaminmangel kann typische motorische Symptome wie verlangsamte Bewegungen, Rigor und Zittern beziehungsweise Tremor verursachen.

Daneben können nicht-motorische Symptome wie Verstopfung, Schlafprobleme, depressive Beschwerden oder kognitive Veränderungen auftreten. Die häufigste Form ist das idiopathische Parkinson-Syndrom, dessen genaue Ursache bislang nicht vollständig geklärt ist. Eine frühzeitige neurologische Diagnostik ist wichtig, da andere Erkrankungen und bestimmte Medikamente ebenfalls ein Parkinson-Syndrom verursachen können.

Parkinson ist derzeit nicht heilbar, durch eine individuell angepasste Therapie lassen sich viele Parkinson-Symptome jedoch über lange Zeit wirksam lindern. 

Symptome von Parkinson

Morbus Parkinson wurde zuerst 1817 von James Parkinson beschrieben. Seitdem ist bekannt, dass es unterschiedliche Verläufe von Parkinson mit unterschiedlichen Symptomen geben kann. Unterschieden wird zwischen

  • dem familiären Parkinson-Syndrom sowie
  • der idiopathischen und
  • symptomatischen Form.

Meistens sind ältere Menschen von Parkinson betroffen. Etwa zwei Prozent der über 65-Jährigen leiden an dieser Erkrankung. Parkinson kann aber auch bei unter 50-Jährigen oder jüngeren auftreten.

Ein berühmtes Beispiel dafür ist der Schauspieler Michael J. Fox, der im Alter von 30 Jahren an Parkinson erkrankte. Auch Cassius Clay alias Muhammad Ali litt an Morbus Parkinson und war einer der bekanntesten Betroffenen. Durch prominente Persönlichkeiten wurde die Krankheit Parkinson einer breiten Öffentlichkeit bekannt.

Parkinson kann 

  • verschiedene Erscheinungsformen haben,
  • in verschiedenen Schweregraden vorkommen und
  • in unterschiedlichen Stadien verlaufen.

Dennoch gibt es Leitsymptome, die der Krankheit zugeordnet werden können. Die sogenannte Parkinson-Trias beschreibt die Symptome

  • Akinese/Bradykinese: Bewegungslosigkeit bzw. willkürlich auftretende Bewegungen
  • Rigor: Gesteigerte Grundspannung
  • Tremor: Unwillkürliches Zittern

Zu diesen Leitsymptomen können weitere Bewegungsbeeinträchtigungen kommen, etwa

  • eine Störung der Körperhaltung,
  • Standunsicherheit und
  • Beeinträchtigungen der Mimik, die zu dem sogenannten und für Parkinson typischen "Maskengesicht" führen.

Zu den Einschränkungen der Bewegungsabläufe kommen auch degenerative Veränderungen der Psyche. Viele Betroffene haben Konzentrationsstörungen oder Demenz. Außerdem können Parkinson-Patienten

  • depressiv sein,
  • unter Schluckstörungen oder
  • schmerzhaften Missempfindungen bei Berührung

leiden.

Diese Symptome können, müssen aber nicht alle zusammen in Erscheinung treten. Ein Neurologe beurteilt die Symptome anhand der UPDRS, der Unified Parkinson's Disease Rating Scale. Mit diesem Schema kann der Experte

  • den Schweregrad,
  • den Verlauf und
  • das Stadium der Parkinson-Krankheit

richtig einschätzen. Nur mit korrekter und sorgfältiger Diagnose kann die Erkrankung richtig und effektiv behandelt werden.

Zitternde Hände beim Essen
Ohne korrekte Behandlung haben Parkinson-Betroffene Schwierigkeiten beim Bewältigen des Alltags © weyo | AdobeStock

Neben der Parkinson-Trias ist die eintretende Demenz im Verlauf der Parkinson-Erkrankung eines der gefürchtetsten Symptome. Für den Patienten ist das Wissen darüber, was ihn erwartet, sehr belastend. Der Verlust des geistigen Vermögens und die Einschränkung der Mobilität macht vielen Patienten sehr viel Angst. Beides bedeutet für ihn, dass er kein selbstbestimmtes leben mehr führen kann.

Aber auch die Angehörigen lernen, mit geistigen und körperlichen Veränderungen beim Betroffenen umzugehen.

Ursachen von Parkinson

Oftmals kann eine pathologische Ursache für Parkinson im Gehirn nach dem Tod des betroffenen Menschen nachgewiesen werden. Die Forschung konnte allerdings immer noch nicht klären, wodurch diese Veränderungen tatsächlich ausgelöst werden.

Die Ursache für Parkinson könnten die sogenannten Lewy-Körper sein. Das sind Ablagerungen in Zellen des Gehirns, die für die Dopamin-Produktion zuständig sind. Aufgrund dieser Ablagerungen gehen die Nervenzellen langsam zu Grunde und es kann kein Dopamin mehr hergestellt werden. Dieser Dopaminmangel führt dazu, dass die aktivierende Wirkung der Basalganglien auf die Großhirnrinde nachlässt.

Die Ablagerungen entstehen aufgrund fehlgefalteter Proteine, die nicht korrekt aus dem Zellinneren transportiert werden können.

Parkinson-Symptome und Krankheitsverlauf: Diagnostik, medikamentöse Therapie, Physiotherapie und tiefe Hirnstimulation bei Morbus Parkinson

Behandlung von Parkinson

Insbesondere die Beeinträchtigung der Bewegungsabläufe kann durch Medikamente gut behandelt werden. Hierfür verschreibt der Neurologe dem Patienten Medikamente, die das nicht mehr oder zu wenig erzeugte Dopamin ersetzen. Dadurch kann die Störung des Bewegungsablaufs weitgehend behoben werden.

Diese Medikamente müssen regelmäßig und zu bestimmten Tageszeiten eingenommen werden. Nur so kann der erwünschte Effekt erzielt werden.

Bei Patienten mit der Parkinson-Trias, die an

  • starkem Zittern,
  • langsamem und unsicherem Gang sowie
  • einer nach vorn geneigten Körperhaltung leiden,

kann eine richtig eingestellte Medikation eine fast vollständige Aufhebung der Symptomatik bewirken. Außerdem kann zum Beispiel eine Physiotherapie oder Krankengymnastik die eingeschränkten Bewegungsabläufe verbessern. Auf jeden Fall ist es wichtig, dass jede Behandlung von einem erfahrenen Neurologen begleitet wird. Dieser beobachtet den Verlauf der Erkrankung und greift ein, wenn es notwendig wird.

Parkinson ist nach wie vor unheilbar und das Fortschreiten der Erkrankung im Alter immer noch nicht aufzuhalten. Doch mit der richtigen Medikation und einer begleitenden Therapie kann der Verlauf durchaus positiv beeinflusst werden. Der Patient kann dann gut mit der Krankheit leben.

Welche Fachärzte behandeln Morbus Parkinson?

Neurologen sind die richtigen Ansprechpartner bei Verdacht auf Parkinson. Fachärzte für Neurologie haben eine fünfjährige Ausbildung absolviert. Das macht sie zu Spezialisten für die Diagnose und Behandlung von neurologischen Erkrankungen, zu denen auch Morbus Parkinson gehört. In der Regel überweist der Hausarzt den Patienten in die neurologische Praxis.

Obwohl die Erkrankung sehr gut therapierbar ist, begibt sich nur etwa die Hälfte der Betroffenen in Behandlung. Grund dafür ist eine späte und oft falsche Diagnose. Gerade in der Anfangszeit ist es eine Herausforderung, die Symptome richtig zuzuordnen.

FAQ

Was sind die typischen Symptome bei Parkinson?

Zu den charakteristischen motorischen Symptomen der Parkinson-Krankheit gehören verlangsamte Bewegungen beziehungsweise Bradykinese, Muskelsteife durch Rigor und Zittern in Ruhe, der sogenannte Tremor. Häufig beginnen die Parkinson-Symptome auf einer Körperseite. Weitere Symptome können eine veränderte Haltung, Probleme beim Gehen und Einschränkungen der Bewegungsabläufe sein. Nicht-motorische Symptome wie Verstopfung, Schlafstörungen, Depressionen oder Konzentrationsprobleme können ebenfalls auftreten. Im späteren Verlauf kann sich bei einigen Menschen mit Parkinson zudem eine Parkinson-Demenz entwickeln.

Was ist die Ursache für Parkinson?

Beim häufigen idiopathischen Parkinson-Syndrom ist die genaue Ursache der Erkrankung bislang nicht bekannt. Charakteristisch ist, dass Nervenzellen im Gehirn geschädigt werden, die Dopamin produzieren. Besonders bedeutsam sind Nervenzellen in der Substantia nigra. Durch ihren fortschreitenden Verlust entsteht ein Dopaminmangel, wodurch die motorische Steuerung beeinträchtigt wird. Genetische Faktoren können bei einem Teil der Betroffenen ebenfalls eine Rolle für das Risiko, an Parkinson zu erkranken, spielen.

Wie wird die Diagnose Parkinson gestellt?

Bei Verdacht auf Parkinson erfolgt eine ausführliche neurologische Untersuchung durch einen Neurologen. Entscheidend sind die vorhandenen Symptome, der Krankheitsverlauf und die körperliche Untersuchung. Ergänzend können bildgebende Untersuchungen eingesetzt werden, um andere Ursachen der Beschwerden auszuschließen. Auch das Ansprechen auf L-Dopa beziehungsweise Levodopa kann diagnostische Hinweise liefern. Die Diagnostik dient zudem dazu, Morbus Parkinson von anderen Parkinson-Syndromen und Bewegungsstörungen abzugrenzen.

Welche Therapie gibt es bei Morbus Parkinson?

Die Therapie von Morbus Parkinson wird individuell an Symptome und Stadium der Erkrankung angepasst. Bei der medikamentösen Therapie spielt Levodopa beziehungsweise L-Dopa eine wichtige Rolle, daneben stehen weitere Medikamente zur Beeinflussung des Dopaminsystems zur Verfügung. Ergänzend können Physiotherapie und Ergotherapie helfen, Beweglichkeit, Muskelkraft und Selbstständigkeit möglichst lange zu erhalten. Reicht die medikamentöse Behandlung bei geeigneten Patienten nicht mehr aus, kann eine tiefe Hirnstimulation infrage kommen. Die Behandlung kann die Beschwerden deutlich lindern, das Fortschreiten der Erkrankung bislang jedoch nicht stoppen.

Wie hoch ist die Lebenserwartung bei Parkinson?

Die Lebenserwartung bei Parkinson lässt sich nicht für alle Betroffenen einheitlich angeben, da Alter, Begleiterkrankungen, Krankheitsverlauf und mögliche Komplikationen eine wichtige Rolle spielen. Die Parkinson-Krankheit schreitet meist langsam fort und viele Betroffene können nach der Diagnose noch lange weitgehend selbstständig leben.  Moderne medikamentöse Therapie, Bewegung, Physiotherapie und eine kontinuierliche neurologische Betreuung können dazu beitragen, Beschwerden zu kontrollieren und die Lebensqualität möglichst lange zu erhalten.

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Über den Fachautor

Sabine Schneider

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