- ballaststoffarme Ernährung
- zu geringe Flüssigkeitsaufnahme
- zu wenig Bewegung
- seelische Belastungen, Hektik, Stress
- Ernährungsumstellung während oder nach einer Reise
- Missbrauch von Abführmitteln
- Nebenwirkungen von Medikamenten
- Schwangerschaft (hormonelle Umstellung)
- bestimmte Erkrankungen, z.B. Diabetes mellitus
Ursachen akuter (plötzlich auftretender) Verstopfungen können auch
- Darmtumoren,
- Störungen der Darmbewegung (Peristaltik) nach Operationen und
- Unterdrückung der Stuhlentleerung aufgrund von Schmerzen bei Erkrankungen der Analregion
sein.

Bei Verstopfung arbeitet der Darm nicht mehr richtig © michaelheim | AdobeStock
Bei chronischer Verstopfung sollten Sie ihre Lebensgewohnheiten überprüfen und ggf. ändern. Im Wesentlichen geht es dabei darum,
- mehr Ballaststoffe zu sich zu nehmen,
- mehr zu trinken und
- sich mehr zu bewegen.
Stellen Sie Ihre Ernährung auf eine ballaststoffreiche Kost mit mind. 30 g Ballaststoffen pro Tag um. Damit sich der Darm an die Umstellung gewöhnen kann, sollte sie langsam, über mehrere Tage bzw. Wochen, erfolgen. Die möglicherweise zu Beginn auftretenden Blähungen und Missempfindungen verschwinden in der Regel nach ca. ein bis zwei Wochen.
Ersetzen Sie Weißmehl durch Vollkornmehl, z.B.
- Vollkornbrot,
- ungeschälter Reis,
- Vollkornnudeln.
Außerdem empfiehlt es sich, mehr Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte in die Ernährung einzubauen. Zwischendurch können Sie eingeweichtes Backobst essen. Sie können die Nahrung auch mit Weizenkleien, Haferkleien und Leinsamenschrot anreichern.
Ballaststoffe können ihre Funktion nur ausüben, wenn ausreichend Flüssigkeit vorhanden ist. Daher sollten Sie gleichzeitig mindestens 1,5 Liter Flüssigkeit trinken.
Erst wenn diese Maßnahmen nicht greifen, sollten Sie ein Abführmittel nutzen. Eine längerfristige Einnahme von Abführmitteln kann aber schwere gesundheitliche Schäden verursachen. Die Darmtätigkeit kann sich dann noch weiter verringern und es kann zu chronischen Darmerkrankungen kommen. Mit dem erneuten Griff zu Abführmitteln entsteht ein regelrechter Teufelskreis. Sie können davon auch abhängig werden.
Besprechen Sie die Einnahme von Abführmitteln daher grundsätzlich mit ihrem Arzt.
Wenn neben der Verstopfung
- andere Beschwerden auftreten,
- starke Schmerzen oder
- Blut im Stuhl
vorliegen, sollten Sie ebenfalls einen Arzt aufsuchen.
- Tägliche Aufnahme von Lebensmitteln mit abführender Wirkung, z.B. Sauermilchprodukte (Joghurt, Quark, Dickmilch) und Sauerkraut
- Einschränken des Verzehrs ballaststoffarmer Lebensmittel wie Feinmehlbackwaren und -teigwaren, Zucker, Schokolade usw.
- Ausreichendes Frühstück oder ein Glas kalter Fruchtsaft
- Regelmäßiges Bewegen wie Radfahren oder Spazieren gehen. Bewegungsreize stimulieren die Darmpassage der Nahrung und damit auch den Stuhlgang.
- Yoga und andere Entspannungstechniken wie autogenes Training
- Ansteigende und wechselwarme Fußbäder sowie kalte Wasserreize zur Anregung der Darmtätigkeit
- Fastenwoche. Fasten regt den Stoffwechsel an und reguliert die Darmtätigkeit oft auch langfristig
Was sind die häufigsten Ursachen für Verstopfung?
Ursachen für Verstopfung sind häufig ballaststoffarme Kost, geringe Flüssigkeitszufuhr und mangelnde Bewegung. Auch bestimmte Medikament wie Opioide, Antidepressiva oder andere Arzneimittel können eine Obstipation auslösen. Organische Ursachen wie Tumor, Darmverschluss oder andere Erkrankung des Dickdarm müssen ärztlich ausgeschlossen werden.
Wann spricht man von chronischer Obstipation?
Von chronischer Obstipation spricht man, wenn die Beschwerden seit mindestens drei Monaten bestehen und die Darmentleerung dauerhaft gestört ist. Die chronische Obstipation wird laut S2k-Leitlinie chronische Obstipation der Deutschen Gesellschaft für Neurogastroenterologie und Motilität beschrieben. Dabei werden verschiedene Formen und Ursachen unterschieden, darunter funktionelle Obstipation und sekundäre Obstipation.
Welche Diagnostik ist bei Obstipation sinnvoll?
Zur Diagnostik gehören Anamnese, körperliche Untersuchung und gegebenenfalls weiterführende Verfahren wie anorektale Manometrie zur Beurteilung der Motilität und Funktion im Enddarm. Bei Warnzeichen wie Blut im Stuhl oder akuter Verstopfung sollte eine weiterführende Abklärung erfolgen. Die Diagnostik und Therapie orientieren sich an den Empfehlungen der Gesellschaft für Gastroenterologie und der Deutschen Gesellschaft für Neurogastroenterologie und Motilität.
Wie kann man Verstopfung lösen?
Um Verstopfung zu lösen, empfiehlt sich zunächst eine ballaststoffreiche Ernährung mit Quellstoffe sowie mindestens zwei Liter Flüssigkeit täglich. Regelmäßige Bewegung unterstützt die Verdauung und verbessert die Darmpassage. Bei Bedarf können Abführmittel wie Lactulose, Bisacodyl oder Natriumpicosulfat eingesetzt werden, jedoch möglichst nur kurzfristig.
Wer ist besonders betroffen?
Frauen und ältere Menschen leiden besonders häufig an chronischer Verstopfung. Auch Menschen mit Reizdarmsyndrom oder neurologischer Erkrankung zeigen vermehrt eine Neigung zur Verstopfung. Die Unterdrückung des Stuhldrangs sowie Nebenwirkungen von Medikamenten gegen Epilepsie oder andere Erkrankungen können die Obstipation zusätzlich verstärken.