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Morton Neurom: Diagnose, Symptom und Therapie beim Morton Neurom am Fuß

19.01.2026
Leading Medicine Guide Redaktion
Autor des Fachartikels
Leading Medicine Guide Redaktion

Wenn beim Gehen plötzlich stechende Schmerzen im Vorfuß auftreten, die bis in die Zehen ausstrahlen, steckt oft ein Morton Neurom dahinter. Diese auch als Morton Neuralgie oder Morton Neurinom bekannte Erkrankung bezeichnet eine schmerzhafte Verdickung des Nervengewebes zwischen den Mittelfußknochen. In vielen Fällen ist der Nerv zwischen dem dritten und vierten Zeh betroffen, da er dort mechanisch besonders stark belastet wird. Ein Morton Neurom entsteht oft durch chronischen Druck, etwa durch falsches Schuhwerk oder einen Spreizfuß. Die Diagnose Morton Neurom wird meist durch eine klinische Untersuchung und ein MRT gesichert. Während oft eine konservative Therapie mit einer Einlage ausreicht, um die Beschwerde zu lindern, kann bei anhaltenden Schmerzen eine Operation des Morton Neuroms notwendig werden, um den Druck auf den Nerv dauerhaft zu beseitigen.

ICD-Codes für diese Krankheit: G57.6

Kurzübersicht:

Das Morton Neurom ist eine gutartige, aber äußerst schmerzhafte Wucherung der plantaren Fußnerven, die typischerweise im Bereich der Mittelfußköpfchen liegt. Ein Morton Neurom ist eine schmerzhafte Verdickung des Nervs, die meist im Zwischenraum der dritten und vierten Zehe lokalisiert ist. Die Morton Neuralgie beschreibt dabei die symptomatischen Nervenschmerzen. Ursächlich ist oft eine mechanisch bedingte Überlastung des Vorfußes, etwa durch einen Spreizfuß oder zu enges Schuhwerk, was die Entstehung eines Morton Neuroms begünstigen kann. Zu den typischen Symptome des Morton Neuroms gehören brennende Schmerzen beim Gehen, Taubheit in den betroffenen Zehen und ein Fremdkörpergefühl im Vorfuß. Die Diagnose eines Morton Neuroms erfolgt klinisch durch den Mulder-Click-Test und wird oft durch ein MRT bestätigt, um die Größe des Morton Neuroms zu bestimmen. Die Therapie des Morton Neuroms zielt zunächst auf eine konservative Behandlung ab. Eine konservative Therapie umfasst Physiotherapie, Injektion zur Schmerzlinderung und vor allem das Tragen einer speziellen Einlage, um den Vorfuß zu entlasten. Wenn diese Maßnahmen versagen, wird eine operative Behandlung in Betracht gezogen, bei der die Entfernung des Morton Neuroms chirurgisch durchgeführt wird.

Artikelübersicht

Was ist die Morton-Krankheit?

Die Morton-Krankheit (ICD-Code: G57.6) beziehungsweise das Morton-Neurom bezeichnet eine Störung der Nerven der Fußunterseite. Sie gehören zum Nervensystem und bilden ein feines Geflecht mit Ausläufern zur Versorgung der Kleinzehen. 

Dabei geht es nicht um die motorischen Fähigkeiten der Zehen, sondern um deren Sensibilität. Es ist wichtig, dass Zehen Berührungen wie Druck oder Nässe empfinden und darauf reagieren.

Bei der Morton-Krankheit beziehungsweise der Morton-Neuralgie ist diese Sinnesempfindung beeinträchtigt

Die Morton-Krankheit geht mit heftigen Nervenschmerzen und weiteren Missempfindungen einher. Nachdem das Schmerzphänomen einigen Chirurgen schon im 19. Jahrhundert auffiel, erhielt es den Namen von dem Arzt T. G. Morton.

Anatomie Fuß

Zusammenspiel von vielen Knochen: Anatomie der Füße © bilderzwerg / Fotolia

Die Erkrankung beruht auf einer Verdichtung oder Irritation der Nerven zwischen den Zehen. Betroffen ist der Bereich der Zehengrundgelenke beziehungsweise der Köpfchen an den Mittelfußknochen. 

Meistens tritt die Morton-Krankheit zwischen dem dritten und vierten Mittelfußknochen (im dritten Zehenzwischenraum) auf. Gelegentlich auch zwischen dem zweiten und dritten Zehenzwischenraum.

Mehrfache Morton-Neurome am selben Fuß sind ebenfalls möglich, allerdings selten. Eine dauerhafte Verdichtung dieser Fußnerven übt Druck aus. 

Die damit verbundenen Schmerzen führen zu einer chronischen Fehlbelastung des Fußes beziehungsweise zu einer Fehlhaltung. An den Aufzweigungen der Nerven kommt es zu knotenartigen Verdickungen und einer Gewebeumbildung: dem Neurom.

Morton Neurom

Verdickte Nerven bei der Morton-Krankheit © ellepigrafica / Fotolia

Symptome der Morton-Krankheit: Schmerz und Taubheitsgefühl

Charakteristisch für die Morton-Krankheit sind Sensibilitätsstörungen im Bereich des Vorfußes oder Mittelfußes

Aus einer zunächst diffusen, unbehaglichen Missempfindung heraus entwickeln sich heftige Schmerzen, die vom Mittelfuß bis in die Zehen ausstrahlen

Da auch die Fußsohle vom Vorderfuß-Nervenschmerz betroffen ist, heißt die Morton-Krankheit auch (Morton-)Metatarsalgie.

Am Morton-Neurom leidende Patienten klagen insbesondere nach längerem Gehen und häufigem “Fußabrollen” über Beschwerden. Hinzu kommt oft ein Taubheitsgefühl der Zehen.

Beides – Schmerzen und Taubheitsgefühle – tritt häufig anfallsartig auf. Nach zunächst bestehender Beschwerdefreiheit schießen plötzlich Schmerzen ein. Ebenso können die Nervenschmerzen auch spontan im Sitzen oder Liegen auftreten, selbst im Schlaf.

Ursachen der Morton-Krankheit: Überlastung

Häufig führt eine überdurchschnittlich starke Belastung des Vorfußes zur Entwicklung des Morton-Neuroms. Vor allem das regelmäßige Tragen von Schuhen mit hohen Absätzen begünstigt die Morton-Krankheit.

Weitere begünstigende Faktoren sind:

  • Hallux valgus (Fußballen)
  • Fußfehlbildungen: Knick-Senk-Fuß (Plattfuß), Spreizfuß, Spitzfuß und Hohlfuß
  • Fußverletzungen
  • Fußoperationen

Hiervon ausgelöste ständige Nervenreize verursachen Nervenentzündungen sowie Vernarbungen oder Verdickungen der Nerven, was die Erkrankung weiter verschlimmert.

Falls Ihre Füße bereits Fehlstellungen haben oder Sie Schmerzen verspüren, ist es sinnvoll, mit einem Orthopäden zu sprechen.

Gesunde Füße

Schmerzfreie Füße - mit Morton-Neurom nicht selbstverständlich. © Valua Vitaly / Fotolia

Diagnose der Morton-Krankheit

Die Art der Symptome und die Schilderungen des Patienten deuten meist klar auf ein Morton-Neurom hin. Der Arzt untersucht den Fuß gründlich. Dazu gibt es Standardtests, die Aufschluss über die Erkrankung geben.

Die typische Druckschmerzhaftigkeit an den Mittelfußköpfchen und die Schmerzen beim Zusammendrücken des Vorfußes (Gaenslen-Handgriff) bestätigen die Morton-Krankheit. 

Weitere Gewissheit verschafft der Hohmann-Handgriff, der bei der Verschiebung der Mittelfußköpfchen Schmerzen auslöst.

Untersuchung Fußschmerzen

Mit sicheren Handgriffen untersucht der Arzt den schmerzenden Fuß. © JPC-PROD / Fotolia

Letzte Bestätigung gibt die Injektion eines lokalen Betäubungsmittels in den betroffenen Zwischenraum des Mittelfußknochen. 

Röntgenaufnahmen bleiben unauffällig. Bildgebende Verfahren wie Sonographie oder Kernspintomographie (MRT) zeigen zwar Gewebewucherungen an, sind für die Diagnose aber nicht notwendig.

Behandlung der Morton-Krankheit: Kortison oder Operation

Um die Morton-Krankheit zu behandeln, gibt es zwei Therapieoptionen:

  • Die konservative Therapie
  • Die Operation

Konservative Therapie

Erster Behandlungsansatz ist die ambulante konservative Therapie. Ärzte behandeln dabei die Entzündung der Fußnerven. Bewährt hat sich hier die Injektion von Kortisonpräparaten

Diese müssen Ärzte wegen der hochempfindlichen, schmerzenden Fußnerven vorher mit einem Lokalanästhetikum verdünnen. Fast immer genügen ein bis zwei Einspritzungen mit jeweils sechs Wochen Abstand. Danach stellt sich meistens Schmerzfreiheit ein.

Bei der konservativen Therapie mit Kortisonspritzen kann es zu Nachblutungen oder Infektionen kommen. Nach Infektionen treten gelegentlich Blutergüsse auf, die nach ein bis drei Tagen abklingen. 

Selten ist ein Dünnerwerden oder eine Verfärbung der Haut. Einige Patienten reagieren überempfindlich oder allergisch auf das Kortison oder Betäubungsmittel.

Operative Therapie

Weist das Nervengewebe Vernarbungen oder Verdickungen auf oder bleiben die Kortisonspritzen erfolglos, ist eine Operation der nächste Behandlungsschritt

Dafür ist ein stationärer Aufenthalt im Krankenhaus notwendig. Der operierende Arzt behandelt die Nervenentzündung und -verdickung chirurgisch mit dem Ziel der Neurolyse (Nerventfernung) und Dekompression (Druckentlastung)

Hierbei entfernt der Chirurg das Morton-Neurom. Die Mehrheit der Patienten erlangt dadurch Beschwerdefreiheit oder eine zufriedenstellende Besserung der Symptome.

Wie bei jeder anderen Operation kann es auch beim Morton-Neurom Nebenwirkungen geben.

So sind folgende Komplikationen möglich:

  • Nachblutungen
  • Wundheilungsstörungen und
  • Infektionen

Schmerzen am Nervenstumpf oder Narbenbeschwerden sind weitere denkbare unerwünschte Operationsfolgen. 

Hinzu kommen übliche Operationsrisiken wie Embolien, Thrombosen oder durch Vorerkrankungen verursachte Komplikationen. 

Vor der Operation erhalten Sie eine Informationsbroschüre über den geplanten Eingriff. Im Aufklärungsgespräch mit Ihrem Arzt können Sie außerdem noch offene Fragen klären.

Nach der OP: Nachbehandlung und Prognose

In den ersten Tagen nach der Operation wechselt der Arzt täglich den Verband. Später können Sie das selbst übernehmen. 

Im Laufe des Heilungsprozesses genügt eine Binde oder ein Pflaster. Erfolgt der Schnitt unter der Fußsohle, erhalten Sie für circa drei Wochen einen Entlastungschuh oder Verbandsschuh. Ist die Wunde verheilt, zieht Ihr Arzt die Fäden.

Direkt nach der Operation können trotz Entfernung des schmerzenden Nervengewebes nochmals Schmerzen auftreten (Phantomschmerzen). Diese enden fast immer nach wenigen Wochen, bis sich das behandelte Gewebe sich regeneriert hat. Auch die Narbe kann anfangs noch weh tun. Insgesamt verlaufen die meisten Behandlungen der Morton-Erkrankung erfolgreich.

Um eine möglichst zügige Abschwellung und Wundheilung zu erzielen, sollten Sie wenig stehen und gehen. Legen Sie den Fuß beim Sitzen hoch. Hochlegen schont den Fuß und beugt einer Thrombose vor, indem es die Blutzirkulation verbessert. Kühlende Packungen fördern das Abschwellen und lindern operationsbedingte Schmerzen.

Wie können Sie vorbeugen?

Vorbeugend sollten Sie statt Schuhen mit hohen Absätzen flache Schuhe bevorzugen. Weiche oder bei Bedarf orthopädische, individuell angepasste Schuheinlagen erhöhen die Belastungsfähigkeit des Vorfußes beim Stehen und Gehen.

Spezielle Fußgymnastik, die das Fußgewölbe stärken und die Füße kräftigen, sind eine gute Vorbeugung, solange Sie schmerzfrei sind. Bei bestehenden Beschwerden sollten Sie zunächst mit einem Arzt oder Physiotherapeuten sprechen.

FAQ: Die 8 wichtigsten Fragen zum Morton Neurom

Was sind die typischen Symptome des Morton Neuroms?

Das Leitsymptom beim Morton Neurom sind plötzlich einschießende, stechende oder brennende Schmerzen im Vorfuß, die oft bis in die Zehen ausstrahlen. Betroffene berichten häufig von einem Fremdkörpergefühl im Schuh, als ob eine Falte in der Socke wäre. Zudem können Taubheit oder Kribbeln im Bereich des dritten und vierten Zeh auftreten. Die Beschwerde verstärkt sich typischerweise beim Gehen in engen Schuhen und lässt nach, wenn man die Schuhe auszieht und den Fuß massiert.

Wie wird ein Morton Neurom diagnostiziert?

Der Verdacht auf ein Morton Neurom ergibt sich oft schon aus der Schilderung der Symptome. Bei der klinischen Untersuchung drückt der Arzt den Vorfuß seitlich zusammen, was beim Morton Neurom einen typischen Schmerz oder ein Klicken auslösen kann. Um andere Ursachen auszuschließen und die genaue Lage und Größe des Morton Neuroms zu bestimmen, ist eine bildgebende Diagnostik mittels MRT (Magnetresonanztomographie) oder Ultraschall sinnvoll. Ein MRT hilft zudem, das Neurom von anderen Raumforderungen abzugrenzen.

Welche Ursachen begünstigen ein Morton Neurom?

Ein Morton Neurom entsteht meist durch eine chronische mechanische Reizung des Nervs. Ein wesentlicher Risikofaktor ist das Tragen von hochhackigem oder zu engem Schuhwerk, das die Mittelfußknochen zusammendrückt. Auch Fußfehlstellungen wie der Spreizfuß oder ein Hallux valgus können die Entstehung des Morton Neuroms begünstigen, da sie das Fußgewölbe absenken und den Druck auf den Nerv zwischen den Mittelfußköpfchen erhöhen.

Wie sieht die konservative Therapie beim Morton Neurom aus?

In vielen Fällen ist zunächst eine konservative Therapie ausreichend. Der wichtigste Baustein ist die Anpassung der Schuhe und die Versorgung mit einer speziellen Einlage, die den Vorfuß weichbettet und das Quergewölbe stützt. Physiotherapie kann helfen, die Fußmuskulatur zu stärken. Zur akuten Behandlung der Schmerzen können entzündungshemmende Medikamente oder eine Injektion mit Kortison und einem Lokalanästhetikum direkt an den Nerv verabreicht werden, um die Schwellung zu lindern.

Wann ist eine Operation des Morton Neuroms notwendig?

Eine operative Behandlung des Morton Neuroms wird dann empfohlen, wenn alle konservativen Maßnahmen über mehrere Monate keine Besserung gebracht haben und der Leidensdruck hoch ist. Ziel der Operation ist es, den dauerhaften Druck auf den Nerv zu beseitigen. Dies geschieht entweder durch eine Dekompression, also die Schaffung von mehr Platz, oder durch die komplette Entfernung des Morton Neuroms, was jedoch zu einer dauerhaften Taubheit im Zehenzwischenraum führt.

Wie verläuft die Nachbehandlung nach der OP?

Nach der operativen Behandlung des Morton Neuroms ist eine Schonung des Fußes wichtig, um die Wundheilung nicht zu gefährden. Patienten mit Morton Neurom erhalten meist einen Vorfußentlastungsschuh, den sie für etwa zwei bis vier Wochen nach der OP tragen müssen. Sobald die Fäden gezogen sind, kann langsam wieder auf normales, weites Schuhwerk umgestiegen werden. Bis die volle Belastbarkeit beim Sport wiederhergestellt ist, dauert es beim Morton Neurom meist sechs bis acht Wochen.

Kann sich ein Morton Neurom zurückbilden?

Ein echtes Morton Neurom ist eine strukturelle Verdickung des Nervengewebes (Fibrosierung), die sich von allein meist nicht vollständig zurückbildet. Jedoch kann eine konsequente konservative Behandlung, die den Druck vom Nerv nimmt, dazu führen, dass die Schwellung um das Neurom zurückgeht und die Symptome verschwinden. Eine echte Rückbildung des Morton Neuroms im Sinne eines Verschwindens des Knotens ist ohne operative Entfernung jedoch selten.

Gibt es Spezialisten für das Morton Neurom?

Ja, die Diagnose und Behandlung gehört in die Hände von Fachärzten für Orthopädie und Unfallchirurgie, die auf Fußchirurgie spezialisiert sind. In der internationalen Fachliteratur, etwa im Journal of Bone and Joint Surgery oder im Bereich Foot and Ankle Surgery, wird das Krankheitsbild intensiv diskutiert. Ein auf das Morton Neurom spezialisiert Arzt kann am besten beurteilen, ob bei Morton Neuromen eine konservative Therapie ausreicht oder ein operativer Eingriff die beste Option darstellt.

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