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Erkrankung · Allgemeine Orthopädie

Sehnenscheidenentzündung im Handgelenk – Symptome bei Entzündung der Sehnenscheiden und Tendovaginitis der Hand und Handgelenk

Hier finden Sie ausgesuchte medizinische Experten und Spezialisten in Kliniken und Praxen für die Diagnose, Behandlung, Operation und Rehabilitation im Bereich Sehnenscheidenentzündung (Tendovaginitis de Quervain). Alle gelisteten Ärzte sind Spezialisten auf ihrem Gebiet und wurden nach strengen Richtlinien für Sie handverlesen ausgewählt.

Sabine_Schneider.pngChefredakteurinSabine SchneiderStand: ICD-10: M65, M68

Kurzübersicht — das Wichtigste zuerst

Die Sehnenscheidenentzündung ist eine Tendovaginitis der Sehnenscheide durch Überlastung oder wiederholte Bewegungen. Typische Symptome sind Schmerzen im Handgelenk, Schwellung und eine entzündete Sehne. Besonders häufig betrifft die Erkrankung Hand und Unterarm bei Computerarbeit oder Belastung im Alltag. Die Behandlungsmöglichkeiten reichen von Schonung und entzündungshemmende Medikamente bis zu Operation bei chronischen Beschwerden.

Die Sehnenscheidenentzündung ist eine häufige entzündliche Erkrankung der Sehnenscheide und betrifft oft Hand und Handgelenk. Durch Überlastung, wiederholte Bewegungen oder Arbeiten am Computer kann sich die betroffene Sehne entzünden und anschwellen. Typische Symptom einer Tendovaginitis sind stechende Schmerzen, Schwellung und eingeschränkte Beweglichkeit im Gelenk.

Besonders häufig tritt eine Sehnenscheidenentzündung im Handgelenk oder im Bereich des Daumen auf. Wiederholte Belastung der Sehnenscheiden und Reibung zwischen Sehne und Sehnenscheide fördern die Entzündung. Eine frühzeitige Behandlung kann Beschwerden lindern und chronisch verlaufende Sehnenscheidenentzündungen verhindern.

Häufig helfen entzündungshemmende Medikamente wie Ibuprofen, Ruhigstellung und ergonomisch angepasste Bewegungsabläufe. Wer eine Sehnenscheidenentzündung vorbeugen möchte, sollte auf ergonomisch geformte Maus, Dehnübungen und regelmäßige Pausen achten.

Was ist eine Sehnenscheidenentzündung und wie entsteht sie?

Die offizielle Bezeichnung der Sehnenscheidenentzündung (ICD-Code M65) lautet

  • Synovitis,
  • Tenosynovitis oder auch
  • Tendovaginitis.

Es handelt sich um einen entzündlichen Prozess innerhalb des sogenannten Sehnengleitgewebes.

Die Sehnen verbinden die Knochen mit dem Muskelgewebe. Überall dort, wo die Sehnen besonders stark beansprucht werden, verlaufen sie innerhalb schützender Sehnenscheiden. Diese sind mit Gelenkschmiere ausgekleidet. Eine Sehnenscheidenentzündung bezeichnet eine entzündliche Veränderung dieses Sehnengleitgewebes.

Bei monotonen und/oder übermäßigen Belastungen reiben die Sehnen an der Innenseite ihrer Sehnenscheide. Diese schwillt in der Folge an, sodass der Sehnenkanal immer enger wird. Wird die Sehne jetzt nicht konsequent entlastet, verstärkt sich die Reibung. Eine immer weiter zunehmende Verengung der Sehnenscheide ist dann die Folge.

Die Sehnenscheidenentzündung entsteht in den meisten Fällen durch Überlastung. Sportler sind daher besonders gefährdet – vor allem dann, wenn sie Tennis oder Golf spielen. Auch

  • Bauarbeiter,
  • Umzugshelfer,
  • Masseure,
  • Kassierer und
  • Personen, die am PC arbeiten,

entwickeln überdurchschnittlich häufig eine Sehnenscheidenentzündung. Bei einigen Berufsgruppen ist die Sehnenscheidenentzündung sogar offiziell als Berufskrankheit anerkannt.

Weitere Ursachen für eine Sehnenscheidenentzündung sind:

  • Grunderkrankungen (zum Beispiel Rheuma)
  • Infektionen (zum Beispiel: Borreliose)
  • Verletzungen
  • hormonelle Schwankungen (in der Schwangerschaft, während der Wechseljahre)

Von Σχέδιο: Δρ.Χαράλαμπος Γκούβας - (Originaltext: Σχέδιο: Δρ.Χαράλαμπος Γκούβας)Αρχείο:Τενοντοθηκίτις Αντίχειρος De Quervain, ανατομία.jpg, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=62302589
Sehnenscheidenentzündung am Handgelenk. Quelle: Wikipedia

Wo kann eine Sehnenscheidenentzündung auftreten und was sind die Symptome?

Mittelgroße bis große Gelenke sind am häufigsten von einer Sehnenscheidenentzündung betroffen. Besonders gefährdet sind das Handgelenk und der Daumen. Auch an der Schulter und am Fuß kommt es häufig zu Entzündungen der Sehnenscheiden.

Die Erkrankung geht mit stark ausgeprägten Schmerzen einher, die sich anfangs nur bei Bewegungen bemerkbar machen.

Sind die Sehnenscheiden im Fußgelenk entzündet, fällt jeder Schritt schwer und sportliche Aktivitäten sind nicht mehr möglich. Später treten die Schmerzen auch in Ruhestellung und nachts auf. Dazu können Schwellungen und Rötungen kommen.

Bei einer Sehnenscheidenentzündung im Handgelenk treten beim Bewegen der Hand nach oben, Richtung Unterarm, starke Schmerzen auf. Auch das sogenannte „Schnellballknirschen“ ist typisch für Sehnenscheidenentzündungen, vor allem dann, wenn Unterarm und/oder Ellenbogen betroffen sind.

Golfer leiden überdurchschnittlich häufig unter einer Sehnenscheidenentzündung der Schulter. Die Schmerzen sind hier besonders stark ausgeprägt, wenn der Arm nach oben bewegt wird.

Wann zum Arzt?

Bei rechtzeitiger Schonung klingen die Beschwerden oft nach drei bis fünf Tagen selbstständig ab. Passiert das nicht, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Eine schnelle Behandlung ist bei der Sehnenscheidenentzündung sehr wichtig, damit die Erkrankung nicht chronisch wird. Der Hausarzt kann erster Ansprechpartner sein. Falls erforderlich, wird er Sie an einen Orthopäden oder auch an einen Sportarzt überweisen.

Wie wird die Sehnenscheidenentzündung diagnostiziert?

In der Regel reichen

  • eine ausführliche Anamnese,
  • Bewegungstests und
  • das Abtasten der betroffenen Stelle

aus, um die Diagnose Sehnenscheidenentzündung zu stellen. Im Zweifel kann der Arzt jedoch auch eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie) anordnen.

Eine Röntgenaufnahme ist nicht erforderlich, da die Knochen von der Sehnenscheidenentzündung nicht in Mitleidenschaft gezogen werden. Ein Röntgenbild kann aber aufschlussreich sein, wenn die Therapie nicht anschlägt oder andere Erkrankungen ausgeschlossen werden sollen.

Sollen die entzündlichen Bereiche möglichst exakt dargestellt werden, ist hingegen ein MRT das Mittel der Wahl.

Bei Verdacht auf eine rheumatische Erkrankung als Auslöser der Sehnenscheidenentzündung folgt eine Blutuntersuchung. Damit lassen sich bestimmte Laborwerte überprüfen.

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

Eine Sehnenscheidenentzündung wird in erster Linie durch konsequente Schonung und Ruhigstellung des betroffenen Bereichs therapiert. Diese Ruhigstellung kann durch

  • Verbände,
  • Schienen oder
  • Bandagen

unterstützt werden. Außerdem ist es sinnvoll, die schmerzende Stelle zu kühlen – vor allem dann, wenn sie gerötet, warm und/oder geschwollen ist.

Bei sehr starken Beschwerden können schmerzlindernde Salben oder Tabletten zum Einsatz kommen. Auch das Einspritzen von Kortison und lokal wirkenden Schmerzmitteln ist möglich. Diese Medikamente kommen aber nur dann zum Einsatz, wenn die Schmerzen extrem ausgeprägt sind und den Patienten stark belasten.

Salbe bei Sehnenscheidenentzündung
Kühlende Salbe hilft gegen Schmerzen bei einer Sehnenscheidenentzündung © motorolka / Fotolia

Liegt eine chronische Sehnenscheidenentzündung vor, ist ein operativer Eingriff oftmals der letzte Ausweg. Dabei wird entweder der entzündete Teil der Sehnenscheide vollständig entfernt oder die verengte Stelle aufgespalten, um für Entlastung zu sorgen.

Ist eine andere Erkrankung die Ursache für eine Sehnenscheidenentzündung, z.B. Rheuma, muss diese ebenfalls therapiert werden. 

Welche Hausmittel können bei einer Sehnenscheidenentzündung helfen?

Einige Hausmittel haben sich bei der Behandlung von Sehnenscheidenentzündungen durchaus bewährt und können daher therapiebegleitend zum Einsatz kommen, so etwa:

  • Pferdesalbe
  • Moorpackungen
  • Arnikasalbe
  • Heilerde
  • Kümmelöl
  • kalte Quarkauflagen
Diese Mittel können entzündungshemmend, kühlend und schmerzlindernd wirken. 

Krankheitsverlauf und Heilungsdauer

Sofern der Patient den betroffenen Bereich schont, heilt eine Sehnenscheidenentzündung innerhalb von wenigen Tagen komplikationsfrei ab.

Eine chronische Sehnenscheidenentzündung dauert hingegen mehrere Wochen oder gar Monate. Sie tritt immer wieder auf.

Einer Sehnenscheidenentzündung effektiv vorbeugen

Es gibt viele einfache Möglichkeiten, einer Sehnenscheidenentzündung effektiv vorzubeugen.

Führen Sie bereits bei minimalen Beschwerden während der Arbeit oder des Sports Dehnungsübungen durch. Das lockert die Muskeln und macht Bänder und Sehnen geschmeidig.

Legen Sie außerdem regelmäßige Pausen ein – insbesondere bei sehr monotonen Arbeiten.

Wenn Sie tagtäglich mehrere Stunden an der Tastatur arbeiten, ist es ratsam, eine möglichst flache Tastatur und ein spezielles Tastaturpolster zu verwenden. Gewöhnen Sie sich aber dennoch an, die Handgelenke zwischendurch immer wieder zu dehnen und zu bewegen. Ebenfalls empfehlenswert ist eine ergonomisch geformte Maus. Um Ihren „Mausfinger“ zu entlasten, sollten Sie zudem hin und wieder Tastenkombinationen statt der Maus benutzen.

Tennis- und Golfspieler aber auch Kletterer tragen während des Sports am besten Stützbandagen. Für Handwerker gibt es ergonomisch geformte Werkzeuge, die das Risiko für die Entstehung einer Sehnenscheidenentzündung deutlich reduzieren.

Fazit

Eine Sehnenscheidenentzündung entsteht meist durch wiederholte bewegungen, Überlastung oder Arbeiten am Computer und betrifft häufig Hand und Handgelenk. Zu den häufigsten Ursachen einer Sehnenscheidenentzündung zählen Fehlbelastungen der Sehne und Sehnenscheide, wodurch sich die Sehnenscheide entzündet, entzünden und anschwellen kann und stechende Schmerzen verursacht. Besonders die Beugesehnen der Finger, der Ellenbogen oder die Sehnenscheidenentzündung im Handgelenk sind häufig betroffen. Eine Form der Sehnenscheidenentzündung ist die Tendovaginitis de Quervain oder der sogenannte Trigger Finger beziehungsweise schnellender Finger.

Um eine Sehnenscheidenentzündung zu erkennen und eine erneuten Sehnenscheidenentzündung zu vermeiden, sind eine körperliche Untersuchung und eine frühzeitige Diagnostik wichtig. Bei Verdacht auf eine Sehnenscheidenentzündung können verschiedene Behandlungsmöglichkeiten helfen, etwa Schonung, entzündungshemmende Medikamente oder Physiotherapie. In seltenen Fällen liegt eine infektiöse Sehnenscheidenentzündung vor, die gezielt behandelt werden muss. Häufig kann eine Sehnenscheidenentzündung behandeln werden, ohne operativen Eingriff, und die Sehnenscheidenentzündung heilt bei konsequenter Entlastung gut aus.

Wichtig ist außerdem, einer Sehnenscheidenentzündung vorbeugen zu können. Dazu gehören ergonomische Maßnahmen wie eine ergonomisch geformte Maus, regelmäßige Pausen und Übungen für das bessere Gleiten der Sehne. Gerade bei Beschwerden in Hand und am Handgelenk sollte früh reagiert werden, um chronische Verläufe zu verhindern. Die Prognose einer Sehnenscheidenentzündung ist in den meisten Fällen gut, wenn die Erkrankung rechtzeitig erkannt und behandelt wird. Besonders eine Sehnenscheidenentzündung an der Hand oder eine Sehnenscheidenentzündung in der Hand lässt sich durch angepasste Belastung und gezielte Therapie meist erfolgreich lindern.

FAQ

Was ist eine Sehnenscheidenentzündung?

Eine Sehnenscheidenentzündung ist eine Entzündung der Sehnenscheiden, bei der sich die Sehnenscheide entzündet und anschwellen kann. Die Tendovaginitis entsteht häufig durch Überlastung, wiederholte Bewegungen oder Reizung von Sehne und Gelenk. Besonders betroffen sind Hand und Handgelenk.

Welche Symptome treten bei einer Sehnenscheidenentzündung auf?

Typische Symptom sind stechende Schmerzen, Schwellung, eingeschränkte Beweglichkeit und Beschwerden bei Belastung. Oft entzünden sich die betroffene Sehne und die umliegenden Sehnenscheiden im Bereich von Daumen oder Unterarm. Bei einer Tendovaginitis de Quervain treten Schmerzen besonders am Daumen auf.

Wie wird eine Sehnenscheidenentzündung behandelt?

Die Behandlungsmöglichkeiten umfassen Schonung, entzündungshemmende Medikamente wie Ibuprofen, Ruhigstellung und Physiotherapie. In schweren oder chronisch verlaufenden Fällen kann ein Eingriff oder eine Operation notwendig werden. Ziel ist es, die Entzündung zu lindern und die Beweglichkeit wiederherzustellen.

Wie kann man einer Sehnenscheidenentzündung vorbeugen?

Eine Sehnenscheidenentzündung vorbeugen gelingt durch ergonomisch gestaltete Arbeitsplätze, regelmäßige Pausen und Dehnübungen. Besonders bei Arbeiten am Computer hilft eine ergonomisch geformte Maus dabei, Überlastung und Reibung der Sehne zu reduzieren. Auch wiederholte Bewegungen sollten möglichst vermieden werden.

Wann sollte man mit Verdacht auf eine Sehnenscheidenentzündung zum Arzt gehen?

Bei starken Schmerzen, Schwellung oder wenn die Sehnenscheidenentzündung im Handgelenk nicht abklingen will, sollte ärztlich untersucht werden. Eine körperliche Untersuchung hilft dabei, eine infektiöse Sehnenscheidenentzündung oder andere Erkrankung wie Schnappfinger beziehungsweise Tendovaginitis stenosans festzustellen.

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Über den Fachautor

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