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Achillessehnenentzündung (Achillodynie): Symptom, Behandlung und Schmerzen an der Achillessehne

29.01.2026
Leading Medicine Guide Redaktion
Autor des Fachartikels
Leading Medicine Guide Redaktion

Jeder Schritt schmerzt, die Ferse pocht und das Treppensteigen wird zur Qual: Eine Achillessehnenentzündung, medizinisch Achillodynie genannt, ist eine langwierige und schmerzhafte Erkrankung. Sie betrifft oft Sportler, aber auch Menschen mit Fehlstellungen oder falschem Schuhwerk. Die Achillessehne ist die stärkste Sehne im menschlichen Körper und verbindet die Wadenmuskulatur mit dem Fersenbein. Durch dauerhafte Überlastung entstehen mikroskopische Verletzungen im Gewebe, die sich entzünden und verdicken können. Wird eine akute Reizung nicht geschont, droht ein chronischer Verlauf oder sogar ein Riss. Erfahren Sie hier, wie Sie durch Dehnen, Physiotherapie und die richtige Behandlung die Regeneration fördern und wann eine Operation notwendig wird.

ICD-Codes für diese Krankheit: M76.6

Kurzübersicht:

Eine Achillessehnenentzündung bezeichnet eine schmerzhafte Reizung oder Degeneration der Achillessehne, meist am Ansatz zum Fersenbein oder im mittleren Drittel. Da die Achillessehne die kräftigste Sehne im menschlichen Körper ist, muss sie bei jedem Schritt das Vielfache des Körpergewichts aushalten. Ursache für die Erkrankung ist meist eine mechanische Überlastung, etwa durch intensiven Sport, verkürzte Wadenmuskulatur oder Fehlstellungen des Fußes. Typische Symptome einer Achillessehnenentzündung sind ein Anlaufschmerz am Morgen, eine tastbare Verdickung der Sehne und Schmerzen beim Gehen oder Zehenspitzenstand. Die Diagnose erfolgt meist klinisch und mittels Ultraschall. Die Behandlung der Achillessehnenentzündung ist vorwiegend konservativ. Dazu gehören eine Sportpause, das Tragen einer Bandage oder von Einlagen, um die Achillessehne zu entlasten, sowie entzündungshemmende Medikamente. Ein zentraler Baustein der Therapie ist die Physiotherapie mit exzentrischem Training. Bei chronischen Verläufen kann eine Stoßwellentherapie die Heilung anregen. Nur in seltenen Fällen ist eine operative Behandlung notwendig.

Artikelübersicht

Was ist Achillodynie?

Bei der Achillessehnenreizung (ICD-Code M76.6) kommt es zu einer Reizung der Achillessehne. Diese Sehne verläuft zwischen der Wadenmuskulatur und dem Fersenbein. Dabei werden je nach Körpergewicht und Aktivität große Kräfte übertragen. Die Sehne ist stark beansprucht und kann entzünden. Dabei verdickt sich das Gewebe um die Sehne und es kommt zu starken Schmerzen. Eine unbehandelte Achillodynie kann in einer Achillessehnenruptur (Riss der Achillessehne) münden. Daher ist die Diagnose und Behandlung einer Achillodynie sehr wichtig. 

Achillessehnenverletzungen und Haglundferse
Die Achillessehne ist stark beansprucht - eine Achillodynie muss behandelt werden. © bilderzwerg / Fotolia

Symptome: Schmerzen, Sehnenschwellung, eingeschränkte Beweglichkeit

Ein zentrales Merkmal der Achillodynie sind Schmerzen an der Ferse oder in der Wade. Die Schmerzen gehen von der Achillessehne aus. Gleichzeitig tritt eine Sehnenverdickung auf, die unter Umständen von außen fühlbar ist. Aufgrund der Schmerzen haben viele Patienten Probleme beim Gehen. Es ist möglich, dass ein reibendes Geräusch entsteht, sobald der Betroffene den Fuß anzieht. Manche Patienten spüren den Schmerz erst, wenn Sie die Sehne für längere Zeit belasten. Andere sind hingegen stärker beeinträchtigt und beim Gehen auf Hilfsmittel angewiesen. In einigen Fällen äußern sich die Symptome am Morgen stärker. Wenn Sie auf die Sehne drücken, schmerzt sie eventuell ebenfalls.

Schmerzen im Sprunggelenk
Schmerzen im Sprunggelenk? Das kann eine Achillessehnenreizung sein. © cirquedesprit / Fotolia

Eine vorübergehende, akute Achillodynie entwickelt sich in einigen Fällen zu einem anhalten Problem. Eine solche chronifizierte Achillodynie verursacht dauerhaft Beschwerden. Ob eine akute oder eine chronische Form der Krankheit vorliegt, beeinflusst die Behandlungsoptionen. Suchen Sie deshalb sicherheitshalber auch dann einen Arzt auf, wenn die Schmerzen nur morgens oder nach langen Spaziergängen auftreten.

Ursachen: Sportler sind besonders gefährdet

Wenn Sie die Achillessehne stark beanspruchen, verschleißt das Gewebe irgendwann. Diese degenerative Veränderung wird umso wahrscheinlicher, je älter Sie werden.

Sportler sind häufig betroffen, da ihre Achillessehne einer stärkeren Belastung ausgesetzt ist. Die Achillodynie kann die Folge einer Sportverletzung darstellen oder durch kontinuierliche Überlastung entstehen. Menschen, die viel trainieren, gehören deshalb zur Risikogruppe. Das gilt allerdings auch, wenn Sie nur moderat trainieren, aber eine ungünstige Körperhaltung aufweisen.

Übergewichtige besitzen ebenfalls ein erhöhtes Risiko, eine Achillodynie zu entwickeln. Dafür gibt es gleich zwei Gründe: Zum einen sorgt das höhere Gewicht für eine stärkere Belastung von Gelenken, Knochen und Sehnen. Zum anderen begünstigen Übergewicht und Adipositas andere Erkrankungen, darunter verschiedene Stoffwechselstörungen. Diese Stoffwechselserkrankungen wiederum bilden eine mögliche Ursache für die Achillodynie.

Zu den weiteren Risikofaktoren gehören:

  • anatomisch bedingte Fehlstellungen
  • schlechte Durchblutung
  • rheumatische Erkrankungen wie Morbus Bechterew
  • ungünstiger Untergrund, beispielsweise beim Joggen
  • schlecht federnde Schuhe

Diagnose und Aussichten

Ein Arzt kann die Sehnenverdickung an der Ferse oft schon durch äußerliches Abtasten feststellen. Dennoch führt er in er Regel weitere Untersuchungen durch, um den Schaden genau zu betrachten. Ein Ultraschall macht das Gewebe im Fuß sichtbar. Möglicherweise lässt der Arzt auch ein Röntgenbild, eine CT- oder MRT-Aufnahme anfertigen. Das MRT besitzt eine besonders gute Auflösung.

Mithilfe der Bilder schließt der Arzt differentialdiagnostisch andere Ursachen für die Symptome aus. Bildgebende Verfahren machen darüber hinaus sichtbar, ob die Achillodynie bereits weitere Schäden nach sich gezogen hat, zum Beispiel eine Achillessehnenentzündung.

Die Krankheitsdauer ist sehr unterschiedlich. Eine akute Achillodynie hält möglicherweise nur wenige Wochen an, während die chronische Achillodynie mehrere Monate oder Jahre besteht.

Behandlungsmöglichkeiten bei Achillessehnenentzündung: Physiotherapie, Stoßwellentherapie und operative Behandlung, wenn die Achillessehne chronisch entzündet ist

Grundlegende Behandlung: Ruhigstellen

Die erste Maßnahme besteht häufig darin, die Achillessehne mit Tape, einer Bandage oder einem Gipsverband ruhig zu stellen. Der Arzt legt den Verband so an, dass der Fuß in der Spitzfußstellung gehalten wird. Dabei liegt die Fußspitze etwas tiefer als der Fußballen. Einlagen und Spezialschuhe können diese Fußhaltung ebenfalls unterstützen.

Schmerzmittel und Betäubungsmittel, die lokal wirken, lindern die Beschwerden. Je nach Ursache kommen auch entzündungshemmende Medikamente infrage.

Behandlung der chronischen Achillodynie

Weitere Behandlungsmöglichkeiten bilden die Physiotherapie und Übungen, die der Patient nach einer entsprechenden Anweisung selbst durchführt. Dazu gehören vor allem Dehn- und Streckübungen. Als Athlet schonen Sie sich jedoch in ihrer eigentlichen Sportart.

Weitere Verfahren sind:

  • Stoßwellentherapie: Schmerzlinderung mittels Schallwellen
  • Ultraschalltherapie: die Sehne wird mit Ultraschall bestrahlt
  • Elektrotherapie: ein schwacher Strom fließt durch das Gewebe
  • Eigenblutinfiltration (ACP-Therapie mit autologem konditionierten Plasma): die Gabe von Blutplasma, das aus dem eigenen Blut gewonnen wurde, unterstützt die Regeneration

Wenn die Behandlung keine ausreichende Verbesserung bewirkt, zieht der behandelnde Arzt häufig eine Operation in Betracht. Er bespricht diese Möglichkeit mit dem Patienten und klärt über die individuellen Chancen und Risiken dieser Therapie auf. Welche Behandlung sinnvoll ist, hängt stets vom Einzelfall ab.

Achillessehnenentzündung und Achillodynie: Symptome einer Achillessehnenentzündung durch Überlastung und Reizung der Sehne

Achillodynie vorbeugen

Die Achillessehnenreizung bei der Achillodynie ist nicht nur schmerzhaft. Sie birgt auch das Risiko, dass die Achillessehne irreversibel verschließt und für Risse anfällig wird. Bei der Prävention geht es vor allem darum, die Risikofaktoren zu verringern, die eine Entstehung der Achillodynie fördern.

Wenn Sie übergewichtig oder adipös sind, tun Sie Ihrem Körper mit einer Gewichtsreduktion etwas Gutes. Ein normales Körpergewicht hilft nicht nur bei der Vorbeugung der Achillodynie, sondern hat zahlreiche positive Effekte auf Ihre Gesundheit.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert Normalgewicht als einen Body-Mass-Index (BMI) zwischen 18,5 und 25. Als gesundes Gewicht empfehlen viele Mediziner jedoch einen BMI von 21 bis 23.

Wie sieht es mit Sport aus?

Obwohl intensiver Sport das Risiko für eine Achillodynie steigert, ist Sport keineswegs verboten, solange Sie gesund sind und keine Anzeichen für eine Krankheit vorliegen. Im Gegenteil: Ausreichend Bewegung ist für einen gesunden Lebensstil unverzichtbar. Achten Sie beim Sport jedoch auf die richtige Körperhaltung und vermeiden Sie Überlastungen.

Lassen Sie sich im Zweifelsfall von einem erfahrenen Trainer korrigieren, bis Sie die Bewegungsabläufe sicher beherrschen. Als Anfänger beginnen Sie langsam, um Ihrem Körper die Chance zu geben, sich an die neue Belastung zu gewöhnen.

Wärmen Sie sich gut auf, bevor Sie mit dem Training beginnen, und integrieren Sie Dehnübungen in Ihr Sportprogramm. Eine Cool-down-Phase nach der Belastung gehört ebenfalls zu jeder Trainingseinheit. Nutzen Sie außerdem angemessenes Equipment, zum Beispiel gute Laufschuhe beim Jogging.

Frau bindet sich ihre Laufschuhe
© Dmytro Panchenko / Fotolia

Sobald anhaltende, starke oder wiederkehrende Beschwerden auftreten, suchen Sie am besten einen Arzt auf. Wenn ein Arzt, ein Physiotherapeut oder eine andere qualifizierte Person Ihnen vom Sport abrät, beherzigen Sie diese Empfehlung.

Fazit: Im wahrsten Sinne des Wortes eine Achillesferse

Die Sehne, die an der Ferse ansetzt, wurde dem mythologischen Helden Achilles nicht ohne Grund zum Verhängnis. Das unscheinbare Gewebe ist für zahlreiche Verletzungen anfällig. Viele Krankheiten der Achillesferse begünstigen sich gegenseitig. Kleine Sehnenrisse rufen langfristig eine Achillodynie hervor – und umgekehrt erhöht die Achillodynie die Wahrscheinlichkeit für …

  • Entzündungen
  • Sehnenriss
  • Achillessehnenreizung
  • Nervenschäden
  • Verschleiß (Degeneration) der Sehne

Vor allem Sportler sind deshalb gut beraten, die Vorsorge ernst zu nehmen. Eine akute Achillodynie lässt sich in den meisten Fällen gut behandeln. Die wichtigste Maßnahme besteht darin, den Fuß ruhigzustellen.

Währenddessen verringern Schmerzmittel gegebenenfalls den Leidensdruck. Nutzen Sie Schmerzmittel nicht, um den Fuß trotz Beschwerden weiter zu belasten! Dadurch erhöhen Sie die Wahrscheinlichkeit für Komplikationen.

FAQ: Die 8 wichtigsten Fragen zur Achillessehnenentzündung

Was sind typische Anzeichen einer Achillessehnenentzündung?

Das Leitsymptom sind Schmerzen an der Achillessehne, die sich besonders morgens als Anlaufschmerz bemerkbar machen und sich nach einigen Schritten bessern. Bei Belastung der Achillessehne, etwa beim Joggen, kehren die Schmerzen zurück. Oft ist eine spindelförmige Verdickung der Sehne tastbar, die auf Druck schmerzhaft reagiert. In fortgeschrittenen Stadien treten die Schmerzen auch in Ruhe auf, und die Haut über der entzündeten Stelle kann gerötet und warm sein. Weitere Symptome sind eine eingeschränkte Beweglichkeit des Fußes und ein knirschendes Geräusch bei Bewegung.

Wie entsteht eine Achillessehnenentzündung?

Eine Entzündung der Achillessehne entsteht meist durch ein Missverhältnis zwischen Belastung und Belastbarkeit. Häufige Auslöser sind eine plötzliche Steigerung der Trainingsintensität, Laufen auf hartem Untergrund oder ungeeignetes Schuhwerk, das die Ferse drückt. Auch biomechanische Faktoren wie ein Knick-Senk-Fuß oder eine verkürzte Wadenmuskulatur erhöhen die Zugspannung auf die Sehne. Diese chronische Reizung führt zu Mikrorissen im Gewebe, wodurch die Sehne verschleißt und sich entzündet.

Wie wird eine Achillodynie behandelt?

Erfolgt die Behandlung frühzeitig, stehen die Chancen auf Heilung gut. Die Basis ist die PECH-Regel (Pause, Eis, Compression, Hochlagern) und eine Entlastung der Sehne. Eine konservative Therapie umfasst Physiotherapie, bei der gezielte Übungen die Sehne dehnen und kräftigen. Medikamente können helfen, die akute Entzündung zu lindern. Bei chronischen Beschwerden hat sich die Stoßwellentherapie bewährt, um die Durchblutung zu fördern und den Stoffwechsel im Sehnengewebe anzuregen.

Helfen Einlagen bei Achillessehnenentzündung?

Ja, orthopädische Einlagen sind ein wichtiges Hilfsmittel. Sie können Fehlstellungen korrigieren und durch eine leichte Fersenerhöhung die Spannung aus der Wadenmuskulatur nehmen. Dies hilft, die Achillessehne zu entlasten und den Zug auf den Ansatz am Fersenbein zu verringern. Auch eine spezielle Bandage mit Silikonpolstern kann den Druck gleichmäßig verteilen, die Schwellung reduzieren und die Schmerzen an der Achillessehne lindern.

Was ist exzentrisches Training?

Exzentrisches Training gilt als Goldstandard in der Physiotherapie bei Achillodynie. Dabei wird die Wadenmuskulatur unter Dehnung belastet. Man stellt sich beispielsweise mit den Vorfüßen auf eine Treppenstufe, hebt sich mit dem gesunden Bein nach oben und senkt die Ferse des betroffenen Beins langsam und kontrolliert unter das Stufenniveau ab. Diese Dehn- und Kräftigungsübungen regen die Regeneration der Kollagenfasern an und stärken die Sehne langfristig.

Wann wird eine Operation notwendig?

Eine operative Behandlung wird meist erst dann in Betracht gezogen, wenn eine konsequente konservative Therapie über sechs Monate keine Besserung bringt oder wenn die Sehne stark geschädigt ist. Auch bei einem Achillessehnenriss ist oft eine Operation nötig, um die Sehnenenden wieder zu vernähen. Bei chronischen Entzündungen kann operativ entzündetes Gewebe entfernt oder knöcherne Anbauten am Fersenbein (Haglund-Ferse) abgetragen werden.

Wie lange dauert eine Achillessehnenentzündung?

Der Verlauf einer Achillessehnenentzündung variiert stark. Eine akute Reizung kann bei sofortiger Schonung innerhalb weniger Wochen abklingen. Eine chronische Achillessehnenentzündung hingegen ist oft langwierig und kann Monate bis über ein Jahr andauern. Wichtig ist, die Belastung nur langsam zu steigern und die Übungen auch nach Abklingen der Schmerzen fortzuführen, um einen Rückfall zu vermeiden.

Kann man einer Entzündung der Achillessehne vorbeugen?

Um einer Achillessehnenentzündung vorzubeugen, ist gutes Schuhwerk mit Dämpfung essenziell. Sportler sollten ihr Trainingspensum langsam steigern und auf ausreichende Regenerationsphasen achten. Regelmäßiges Dehnen der Wadenmuskulatur hält die Sehne geschmeidig. Zudem sollten Fehlstellungen des Fußes frühzeitig orthopädisch durch Einlagen versorgt werden, um eine Überlastung der Sehne im menschlichen Körper zu verhindern.

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