ACP-Therapie mit Eigenplasma an Schulter und Ellenbogen

In den letzten Jahren ist sehr viel Aufmerksamkeit auf die Entwicklung von biologischen Verfahren zur Behandlung von Sehnenerkrankungen an Schulter und Ellenbogen gerichtet worden. Eines davon ist die genannten Eigenblut- oder Eigenplasmatherapie, auch unter ACP (autologous conditioned plasma) oder PRP (platelet rich plasma) bekannt.

Diese Therapie zielt darauf ab, verlangsamte und zum Halten gekommene Heilungsprozesse gezielt zu stimulieren. Dazu werden jene Zellen und Botenstoffe, die für Wundheilung und Geweberegeneration zuständig sind, aus dem Blut des Patienten isoliert, konzentriert und dann an geschädigte Sehnenstrukturen gespritzt.

Wie das Verfahren genau funktioniert und wirkt, erfahren Sie hier!

Empfohlene Spezialisten

Artikelübersicht

ACP-Therapie mit Eigenplasma an Schulter und Ellenbogen - Weitere Informationen

Das Wirkungsprinzip der biologischen Eigenbluttherapie

Die Wirkungsweise der ACP- und Eigenbluttherapie beruht auf natürlichen Wachstums- und Heilfaktoren, die bei jedem Menschen im Blut vorhanden sind. So kommt es bei der Verletzung von Gewebe im natürlichen Heilungsprozess zur Ansammlung und Aktivierung von Blutplättchen, im Fachbegriff Thrombozyten, welche für die relevanten Wachstumsfaktoren und Proteine für Blutgerinnung, Zellteilung und Narbenbildung freigeben. Diese natürliche Steuerung der Heilungsprozesse kann gezielt genutzt werden.

Bei der Eigenbluttherapie werden die Blutplättchen aus dem eigenen Blut isoliert und angereichert, während die anderen Blutbestandteile, die für Immunantwort und Sauerstofftransport dienen, abgefiltert werden. Dieses Blutplättchen-reiche Plasma, engl. platelet-rich plasma (PRP), kann dann in ein defektes oder ein geschädigtes Gewebe appliziert werden. Das ACP oder autologous-conditioned plasma, funktioniert identisch, außer dass die Blutplättchen auch entfernt werden und ihre Botenstoffe direkt genutzt werden.

Der Körper ist dann selbst in der Lage, die Reparatur der geschädigten Gewebe im Rahmen der natürlichen, aber stimulierten, Heilungsprozesse durchzuführen. Wie bei der Heilung eines Knochenbruchs können so die verletzten Sehnenstrukturen wieder zusammenwachsen.

Vorteile des biologischen Behandlungsverfahrens ist, dass es nahezu keine Nebenwirkungen hat, da es sich ausschließlich um körpereigenes Material handelt. Auf Zusätze wie Kortison kann verzichtet werden. Das Verfahren kann eine Operation überflüssig machen oder die Heilung nach einer Operation weiter stimulieren.

Blutplasma in Reagenzgläsern
© romaset / Fotolia

Vorgehensweise der Behandlung mit aufbereitetem Plasma

Die Vorgehensweise ist denkbar einfach. Eigenes Blut wird durch die Entnahme von ca. 10 Millilitern Eigenblut aus der Armvene des Patienten gewonnen und anschließend zentrifugiert. Da die Blutzellen verschieden groß und schwer sind, kann eine mechanische Trennung erfolgen und es braucht keine weitere chemikalische Verarbeitung. Das entstandene Konzentrat wird dann in die unmittelbare Nachbarschaft der erkrankten Sehnen eingespritzt. Je nach biologischer Aktivität des Zielgewebes kann das Prozedere auch wiederholt werden, um das Maximum an biologischer Antwort zu erhalten.

Einsatzmöglichkeiten der ACP-Therapie

Besonders gut geeignet sind das teilweise stark beanspruchte Sehnengewebe des Schultergelenks und des Ellenbogen.

Schmerzen in der Schulter
© yodiyim / Fotolia

Schulter

Bei unvollständigen (Teil)rissen in der Rotatorenmanschette (Rotatorenmanschettenruptur) kann das Plasma die Selbstheilung der Sehne unterstützen und die örtliche schmerzhafte Entzündung zum Abklingen bringen. Bei vollständigen Rissen wird das ACP verwendet, um nach einer arthroskopischen Naht die Heilung und Regeneration der operierten Sehne zu unterstützen. Die Wirksamkeit dieser Therapie ist durch mehrere Studien nachgewiesen.

Kanüle mit Blut
© pixelstore / Fotolia

Ellenbogen

In der Anwendung der Plasmatherapie ist der Ellenbogen einer der größten Gewinner, speziell bei Tennisarm und Verletzungen der Strecksehnen. Die Injektion von ACP ist den in der Praxis am meisten eingesetzten Verfahren, der Injektion von Kortison oder Schmerzmitteln, deutlich überlegen und zeigt deutlich weniger Rückfälle. So können in vielen Fällen chirurgische Eingriffe vermieden werden.

Dieser Text wurde durch PD Dr. med. univ. Patrick Vavken fachlektoriert.

Whatsapp Twitter Facebook VKontakte YouTube E-Mail Print