Ein Tennisarm ist eine häufige Erkrankung des Ellenbogens, die durch Überlastung der Sehne und Muskulatur im Unterarm entsteht. Typisch für einen Tennisarm sind Schmerzen an der Außenseite des Ellenbogens sowie Beschwerden beim Greifen oder Heben. Der Tennisellenbogen, medizinisch auch Epicondylitis oder Epicondylitis humeri radialis genannt, betrifft häufig Menschen mit einseitig belastender Tätigkeit.
Die Schmerzen im Ellenbogen können bis in den Unterarm, das Handgelenk oder die Unterarmmuskulatur ausstrahlen. Neben Tennis kann auch eine dauerhafte Belastung im Alltag oder Beruf einen Tennisarm verursachen. Die Behandlung des Tennisarms umfasst Therapie, Physiotherapie, manuelle Therapie sowie Bandage und Dehnübungen. Ziel der Behandlung ist es, Schmerzen zu lindern, die Beweglichkeit zu verbessern und chronische Beschwerden zu vermeiden.
Definition, Ursachen und Risikofaktoren des Tennisarms
Unter einem Tennisarm versteht man eine Entzündungsreaktion des Muskels des Ellenbogens bzw. Unterarm. Betroffen ist der Ansatz des Musculus extensor carpi radialis brevis (Unterarmmuskel) am Epicondylus lateralis humeri (äußerer Obergelenkknochen des Oberarms).
Beim Tennisarm treten Schmerzen im Bereich der Außenseite des Ellenbogens auf, die bis in den Ober- und Unterarm ziehen können. Ursache für einen Tennisarm sind wiederholte Verletzungen oder Überlastungen.

Die bei einem Tennisarm betroffene Muskelregion © Andrea Danti | AdobeStock
Wie häufig tritt ein Tennisarm auf?
Der Tennisarm zählt zu den häufigsten Erkrankungen im Bereich des äußeren Ellenbogens. Schätzungen zufolge entwickelt rund jede*r zehnte Erwachsene im Laufe des Lebens Beschwerden im Zusammenhang mit dieser Überlastungserkrankung. Besonders betroffen sind Personen zwischen 35 und 55 Jahren, wobei Männer etwas häufiger erkranken als Frauen.
Die Beschwerden beim Tennisarm treten nicht nur bei Sportlerinnen und Sportlern bei Sportarten wie Tennis auf, sondern ebenso häufig bei handwerklichen Tätigkeiten oder bei Menschen, die im Alltag einer starken Belastung von Ober- und Unterarm ausgesetzt sind – etwa durch wiederholtes Heben, Schrauben oder Arbeiten am Computer.
Einige Patientinnen und Patienten berichten, dass die Beschwerden über Monate bestehen bleiben können, wenn keine gezielte Behandlung erfolgt. Ein Tennisarm sollte frühzeitig erkannt und behandelt werden, um eine chronische Verlaufsform zu verhindern.
Typische Symptome beim Tennisarm
Tennisarm-Symptome zeigen sich durch typische Schmerzen an der Außenseite oder Innenseite des Ellenbogens, die sich vor allem bei Belastung verstärken und in den ganzen Arm ausstrahlen können. Schon einfache Tätigkeiten wie das Halten einer Tasse können starke Beschwerden auslösen.
Oft fällt es Betroffenen schwer, die Beweglichkeit des Arms vollständig auszunutzen. Besonders beim festen Zugreifen oder beim Drehen des Handgelenks treten Schmerzen auf, die bis in die Unterarmmuskulatur ausstrahlen können.
Bei einer körperlichen Untersuchung prüft die Ärztinnen und Ärzte, welche Bewegungen die Schmerzen verschlimmern. Auch manuelle Tests kommen hier zum Einsatz.
Unbehandelt kann das Leiden im Ellenbogen chronisch werden. Neben klassischen Therapien kommen in einzelnen Fällen auch spezielle Verfahren wie Botox Einspritzungen zum Einsatz, wenn bewährten Maßnahmen nicht ausreichen.
Diagnose eines Tennisarms: Methoden und Untersuchungen
Eine Röntgenuntersuchung bzw. MRT Untersuchung ist auch zum Ausschluss anderer Erkrankungen zu empfehlen. Ähnliche Beschwerden verursachen auch auch
- eine Synovitis des Ellenbogengelenkes,
- eine Blockierung des Radiusköpfchens,
- ein freier Gelenkkörper,
- eine Plica synovialis,
- das Supinator-Syndrom oder
- das Ulnaris-Syndrom.
Diese müssen durch die Diagnose ausgeschlossen werden. Es könnten weiterhin Veränderungen der Halswirbelsäule mit Degenerationen des 5. und 6. Halswirbels vorliegen. Die untersuchende Ärztin oder der Arzt sollte auch dies bedenken.
Therapien bei Tennisarm – konservativ und operativ
Die Behandlung des Tennisarmes teilt sich in eine konservative und chirurgische Behandlung auf. Zu Beginn der Beschwerden steht die traditionelle Therapie. Ziel ist dabei, die Entzündungsreaktion am Sehnenansatz des betreffenden Muskels zu reduzieren und Schmerzen zu lindern. Dazu werden in Kombination miteinander folgende Verfahren empfohlen:
- Ruhe
- Dehnung der Extensoren
- Ultraschall
- Iontophorese und Elektrotherapie
- Querfriktion des Sehnenansatzes
- Kompression durch Bandagen (Epicondylitisbandagen)
- Lokale Injektionen, z.B. mit Cortison
- Allgemeine Maßnahmen wie Modifikation des Tennisschlägers
Eine chirurgische Therapie ist nötig, wenn nach der traditionellen Therapie weiterhin Beschwerden bestehen. Die gängigste OP-Methode stellt dabei die Technik nach Hohmann dar. Dabei wird eine Sehneneinkerbung der Sehne des Musculus extensor carpi radialis brevis mit einer Denervierung nach Wilhelm durchgeführt.
Nachsorge und Rehabilitation nach einer Tennisarm-OP
Die Nachsorge nach einer operativen Behandlung des Tennisarms (Epicondylitis humeri radialis) umfasst mehr als nur die regelmäßige Wundkontrolle. Direkt nach der Operation erfolgen ärztliche Nachuntersuchungen und eine körperliche Untersuchung, um Heilungsverlauf und Beweglichkeit zu überprüfen.
Ein wichtiger Bestandteil der Rehabilitation ist die gezielte Physiotherapie, die darauf abzielt, die Unterarmmuskulatur und das Handgelenk zu stärken sowie Überlastungen, die Schmerzen auslösen, in Zukunft zu vermeiden. Ergänzend können Bandagen oder Orthesen zur Entlastung eingesetzt werden.
Zusätzlich kommen in der Reha oft traditionelle Maßnahmen wie Elektrotherapie, Injektionen zur Schmerzlinderung oder manuelle Therapie zum Einsatz. Ziel ist es, die Beweglichkeit des Ellenbogens wiederherzustellen, Schmerzen zu reduzieren und eine Überlastung beim Arbeiten oder Tennisspielen langfristig zu verhindern.
Je nach Schweregrad der Leiden und Art des Eingriffs kann die Rehabilitationsphase mehrere Monate dauern. In manchen Fällen erstreckt sich die vollständige Wiederherstellung der Belastbarkeit über ein halbes Jahr.
Heilungsaussichten und Prognose
Die traditionelle Behandlung zeigt Erfolgsquoten im 90-Prozent-Bereich und ist somit Therapie der Wahl. Demzufolge ist eine chirurgische Versorgung nur in seltenen Fällen indiziert.
FAQ
Was ist ein Tennisarm?
Ein Tennisarm oder Tennisellenbogen ist eine Epicondylitis humeri radialis an der Außenseite des Ellenbogens. Die Erkrankung entsteht meist durch Überlastungen der Sehne, Muskulatur und des Gewebe im Unterarm. Typisch für einen Tennisarm sind Schmerzen im äußeren Bereich des Ellenbogens.
Welche Symptome treten bei einem Tennisarm auf?
Zu den typischen Symptomen eines Tennisarms gehören Schmerzen im Ellenbogen, Beschwerden bei Belastung und eingeschränkte Beweglichkeit. Die Tennisarm Schmerzen können bis in das Handgelenk oder den Unterarm ausstrahlen. Schmerzen am Ellenbogen treten häufig beim Greifen oder Heben auf.
Wie erfolgt die Diagnose bei Tennisarm?
Die Diagnose Tennisarm erfolgt meist durch eine körperliche Untersuchung des Ellenbogens. Ärztinnen und Ärzte prüfen dabei Schmerzen im Bereich des Ellenbogens, Belastbarkeit und Beweglichkeit. In manchen Fällen wird zusätzlich ein MRT eingesetzt, um andere Erkrankungen auszuschließen.
Wie sieht die Behandlung eines Tennisarms aus?
Die Behandlung eines Tennisarms umfasst Physiotherapie, manuelle Therapie, Bandage sowie Dehnübungen bei einem Tennisarm. Ziel der Therapie ist es, Schmerzen zu lindern und die Belastung der Muskulatur zu reduzieren. Bei chronisch verlaufendem Tennisarm kann eine weiterführende Behandlung notwendig werden.
Wie kann man einem Tennisarm vorbeugen?
Um einem Tennisarm vorzubeugen, sollten einseitig belastende Bewegungen vermieden und regelmäßige Pausen eingelegt werden. Dehnen, Kräftigung der Unterarmmuskulatur und ergonomische Bewegungsabläufe helfen, typische Symptome zu verhindern. Besonders wichtig ist es, Überlastung frühzeitig zu erkennen und Belastung zu reduzieren.
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Über den Fachautor
Prof. Dr. med. Thomas Schneider
Chefarzt · Köln
Prof. Dr. med. Thomas Schneider – Fachautor: Entdecken Sie medizinische Expertenbeiträge im Leading Medicine Guide.
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