Arthroskopie - Infos zum Eingriff der Gelenk - Spiegelung & Kliniken

Der Begriff Arthroskopie bedeutet Gelenkspiegelung. Das ist ein minimal-invasiv durchgeführter Eingriff, der keinen großen Hautschnitt erfordert. Der Operateur setzt lediglich wenige kleine Schnitte von 5-7mm Länge, durch die er kleine Instrumente, eine winzige Kamera sowie eine Lichtquelle zum Gelenk führt. Die Kamera überträgt das Bild aus dem Innern des Gelenks vergrößert auf einen Monitor.

Wegen der kleinen Schnitte und Zugänge ins Gelenk spricht man auch von Schlüssellochoperation. Die Arthroskopie findet am häufigsten bei Meniskus-, Kreuzband- und Knorpeloperationen am Kniegelenk ihren Einsatz.

Hier finden Sie die wichtigsten Informationen sowie anerkannte Arthroskopie-Kliniken.

Empfohlene Arthroskopie-Kliniken

Kurzübersicht:

Die Arthroskopie ist eine minimalinvasive Gelenkspiegelung, die meist am Knie, an Schulter oder Sprunggelenk durchgeführt wird. Durch kleine Hautschnitte werden Kamera und feine Instrumente ins Gelenk eingeführt, sodass Knorpelschäden, Meniskus- oder Kreuzbandverletzungen präzise behandelt werden können. Sie dient sowohl der Diagnostik (wenn Röntgen oder MRT nicht ausreichen) als auch der Therapie verschiedener Gelenkerkrankungen. Vorteile sind geringe Narben, schnelle Rehabilitation und eine deutlich reduzierte Infektions- oder Komplikationsrate. Dank moderner Technik können selbst kleine Gelenke sicher arthroskopisch behandelt werden.

Artikelübersicht

Arthroskopie - Weitere Informationen

Historischer Hintergrund der Arthroskopie - Operation

Die ersten Versuche einer Arthroskopie wurden bereits Anfang des 20. Jahrhunderts unternommen. Hier verwendete man zunächst Geräte für Blasenspiegelungen. Die Erfolge waren jedoch technisch bedingt nicht nennenswert.

Erst in den 60er Jahren konnten erste arthroskopische (gelenkspiegelnde) Operationen des Kniegelenkes durchgeführt werden. Man setzte sie vor allem bei Meniskusoperationen ein.

Als Routineoperation hat sich die Methode der Kniegelenkarthroskopie erst in den 80er Jahren etabliert. In dieser Zeit begannen Mediziner auch, die Arthroskopie an anderen Gelenken einzusetzen, etwa an

Heute zählen gelenkspiegelnde Operationen zu den häufigsten Eingriffen überhaupt. Der Eingriff ist so gängig und problemlos durchzuführen, dass er zunehmend ambulant stattfindet. Durch die mittlerweile sehr kleinen Instrumente können sogar Handgelenke und Zehen- und Fingergrundgelenke arthroskopiert werden.

Gelenke des Körpers
Die großen Gelenke des menschlichen Körpers © freshidea / Fotolia

In welchen Fällen sind arthroskopische Eingriffe am Gelenk sinnvoll? - Diagnose und Behandlung

Die Arthroskopie wird bei einer Vielzahl von Gelenkerkrankungen eingesetzt - sowohl zur Diagnose als auch zur Behandlung.

Diagnostisch dient die Arthroskopie dazu, unklare Gelenkbeschwerden abzuklären, wenn bildgebende Verfahren wie Röntgen oder MRT keine eindeutigen Ergebnisse liefern. Ärzte können mithilfe der Gelenkspiegelung die Strukturen im Gelenk direkt betrachten und so Erkrankungen wie Knorpelschäden, Bandverletzungen oder Entzündungen sicher feststellen.

Therapeutisch ist die Arthroskopie vor allem bei folgenden Behandlungen etabliert:

  • Meniskus - OPs,
  • Kreuzband-OPs,
  • Knorpeloperationen am Kniegelenk,
  • Behandlungen von Engstellen im Schultergelenk sowie
  • Sehnennähte und Stabilisierung bei Bandverletzungen.

Zunehmend können durch die verbesserte Technik auch kleine Gelenke und komplexe Operationen an großen Gelenken arthroskopisch erfolgen. So werden in Zukunft auch

routinemäßig minimalinvasiv möglich sein.

Arthrose im Ellenbogen (Cubitalarthrose): Symptome, Ursachen und Behandlung

Die Ellenbogenarthrose (Cubitalarthrose) ist seltener als Arthrose in Knie oder Hüfte, kann aber starke Schmerzen und Bewegungseinschränkungen verursachen. Typische Symptome sind Belastungsschmerzen, ein Knirschen im Gelenk, Schwellungen und eine zunehmende Steifigkeit, besonders bei Dreh- und Streckbewegungen.

Ursachen sind meist altersbedingter Knorpelverschleiß, frühere Verletzungen (z. B. Knochenbrüche oder Bandverletzungen), Überlastungen durch Sport oder Arbeit sowie entzündliche Gelenkerkrankungen.

Die Behandlung richtet sich nach dem Stadium der Arthrose: konservativ mit Physiotherapie, Schmerzmitteln und Injektionen um Beschwerden zu lindern – oder operativ, z. B. durch eine arthroskopische Gelenkspiegelung, bei der freie Gelenkkörper entfernt und die Beweglichkeit verbessert werden. In fortgeschrittenen Fällen kann auch ein Gelenkersatz notwendig sein.

Ablauf einer diagnostischen Arthroskopie und therapeutischen Arthroskopie

Die Arthroskopie kann je nach Gelenk in

  • Teilnarkose,
  • sog. Regionalanästhesie (z.B. „Rückennarkose“) oder
  • komplette Narkose

durchgeführt werden. Häufig sind spezielle Lagerungen des Beins oder Arms in Haltesystemen, wie etwa einem sogenannten Beinhalter, für die Operation erforderlich.

Zusätzlich wird bei chirurgischen OP's an Knie, Sprunggelenk, Ellenbogen- und Handgelenk eine Blutsperremanschette angelegt. Sie ähnelt einer Manschette beim Blutdruckmessen und dient zur Vermeidung von Blutungen während der OP. Das verbessert die Sicht im Gelenk während der Operation.

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Das Arthroskop selbst besteht aus mehreren Teilen:

  • einem Hohlrohr (Schleuse oder Trokarhülse) mit innenliegendem Stab (Trokar),
  • verschiedenen Anschlüssen für Spülflüssigkeit und
  • dem optischen System.

Die Optik enthält ein Linsensystem, einen Anschluss für das Kaltlichtkabel und den Kameraanschluss. Damit können die Bilder aus dem Gelenk direkt auf einen Monitor übertragen werden. Moderne Kamerasysteme bieten Möglichkeiten der digitalen Video- und Bilddokumentation und deren Bearbeitung und Ausdruck. 

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So läuft die Arthroskopie schrittweise ab:

  • Viele Chirurgen spritzen an der Stelle des geplanten Hautschnittes ein örtliches Betäubungsmittel. Dadurch lässt sich mit Hilfe der Spritzennadel der Gelenkspalt besser überprüfen und nach der OP eine Schmerzlinderung erzielen.
  • Dann wird über einen 5 bis 7mm Hautschnitt das Hohlrohr (Schleuse mit Trokar) und das Kamerasystem in das Gelenk eingeführt.
  • Der Operateur kann über einen großen Monitor die Gelenkfläche in vielen Bereichen mit starker Vergrößerung betrachten.
  • Um die Sicht zu verbessern, Material auszuspülen und den schmalen Gelenkspalt zu erweitern, wird die Gelenkkapsel über das Arthroskop ständig mit Flüssigkeit gespült.
  • Nach erster Sichtung des Gelenkraumes und Darstellung der möglichen Erkrankung wird ein zweiter Schnitt in der Haut als Arbeitszugang angelegt. Über diesen wird ein kleiner Tasthaken eingeführt. Damit kann der Operateur Gelenkteile abtasten und auf Oberfläche und Stabilität prüfen.
  • Nach Feststellung krankhafter Veränderungen können nun eine Vielzahl von Arbeitsinstrumenten unter Sicht eingebracht werden. Mit diesen operiert der Arzt etwa den Innen- oder Außenmeniskus, den Knorpel und viele andere Strukturen.
  • Nach Ende der OP wird die Kamera entfernt, bei Bedarf eine Drainage eingelegt und die kleinen Hautschnitte genäht. Ein steriler Verband wird mit leichter Kompression angelegt.

Hüftgelenk Arthroskopie
Aufbau einer Arthroskopie - Gelenk, Intrumente zur Diagnose und Therapie, Monitor zur Kontrolle © bilderzwerg / Fotolia

Medikamente nach einer Gelenkarthroskopie - Operation

Nach Arthroskopien sind im Normalfall meist nur Medikamente zur Thromboseprophylaxe (z.B. Heparinspritzen) im Einsatz. Eine spezielle medikamentöse Routinetherapie ist nicht erforderlich.

Bei Schmerzen erhält der Patient natürlich Schmerzmittel.

Mögliche Komplikationen und Risiken bei arthroskopischen Eingriffen

Gelenkspiegelnde Chirurgie sind zumeist risikoarm. Schwere Komplikationen treten je nach Studie in 1:10.000 bis 1:25.000 Fällen auf.

Entscheidend sind neben den Vorerkrankungen der Patientinnen und Patienten vor allem die Größe und Schwere der Operation.

Bei der einfachen Meniskus-OP können vor allem

  • Schwellungen,
  • Schmerzen,
  • Gelenkergüsse,
  • Banddehnungen und
  • seltener Thrombosen

auftreten. Größere OP's (Kreuzbandverletzungen, Sehnenrisse u. ä.) sind mit höheren Komplikationsraten behaftet.

Allgemein sind die Hauptrisiken

  • die Verletzung von Knorpel, Hautnerven oder kleineren Blutgefäßen,
  • die Thrombose und
  • die Infektion.

Seltener kommt es im Rahmen komplexerer längerer Eingriffe auch zu

Unverträglichkeiten von Implantaten und Nahtmaterial treten in letzter Zeit vermehrt im Rahmen zunehmender Allergien auf.

In Einzelfällen können

  • Verbrennungen der Haut durch Elektromesser,
  • Bruch von Operationsgeräten,
  • Lagerungsschäden durch übermäßigen Druck oder
  • Schäden durch Bohrgeräte

auftreten. Über die individuellen Risiken wird der Patient im Einzelnen vor der OP informiert.

Nachbehandlung und Rehabilitation nach der Gelenk - Arthroskopie

Ein generelles, allgemein gültiges Nachbehandlungskonzept für eine Arthroskopie gibt es nicht. Die Nachbehandlung hängt vom Einzelfall ab.

Bei einfachen Meniskus- oder Knorpeloperationen lässt sich der Gelenkknorpel bereits wenige Tage nach der OP frei bewegen und es treten weniger Schmerzen auf. Auch eine Belastung kann schnell wieder erfolgen. Man spricht hier auch von frühfunktioneller Behandlung.

Gelegentlich sind bei Schwellungen oder Bewegungsstörungen manuelle Lymphdrainagen oder Krankengymnastik erforderlich.

Bei fast allen Operationen an den unteren Extremitäten wird bis zum Erreichen der Belastungsfähigkeit die Thromboseprophylaxe mit niedermolekularem Heparin empfohlen. Für die ersten Tage nach der OP sind

  • Kühlung,
  • Schonung und
  • Hochlagerung

zu empfehlen. Diese Maßnahmen beugen einer übermäßigen Schwellneigung vor.

Bei

sind oft mehr als 4 Wochen Teilbelastung erforderlich. Hier gibt es keine einheitlichen Regelungen.

Fazit: Vorteile und Grenzen der Arthroskopie als minimalinvasiver Eingriff

Die Arthroskopie gehört heute zu den häufigsten OP's am Menschen. Sie ist oftmals ambulant möglich. Durch verbesserte Technik und große Erfahrung können immer komplexere Operationen mithilfe der Arthroskopie durchgeführt werden.

Miniinstrumente ermöglichen mittlerweile sogar die Beurteilung und Operation kleiner Gelenkflächen wie Zehengelenke. Eingriffe in arthroskopischer Technik

  • erlauben eine schnellere Rehabilitation,
  • haben meist geringere Risiken als offene Operationen in herkömmlicher Technik und
  • ermöglichen damit eine schnelle Rückkehr in den Alltag.

Die kleinen Zugänge in Gelenkknorpel

  • schonen das Gewebe,
  • vermindern Infektionen und Wundheilungsstörungen und
  • sind auch kosmetisch günstiger.

Insgesamt bietet diese Technik für Patienten viele Vorteile. Sie stellt aber an den Chirurgen immer höhere Ansprüche, so dass sich auch hier mehr Spezialisierung entwickelt.