Eine Kreuzband-OP ist notwendig, wenn konservative Therapiemaßnahmen bei einem Kreuzbandriss nicht ausgereicht haben.
Hier finden Sie die wichtigsten Informationen sowie qualifizierte Kreuzband-OP-Spezialisten.
Kreuzband-OP Spezialisten
Kurzübersicht:
Ein Kreuzbandriss führt häufig zu Instabilität des Knies und macht eine Kreuzband-OP notwendig, wenn die konservative Therapie nicht ausreicht. Dabei wird das gerissene Band meist durch ein Sehnentransplantat ersetzt und im Knochen verankert. Die minimal-invasive Kreuzbandplastik ermöglicht eine schnellere Heilung und Rehabilitation. Mit Physiotherapie und gezieltem Muskelaufbau kann das Knie seine Stabilität und Beweglichkeit in der Regel nach 6–12 Monaten zurückerlangen.
Artikelübersicht
- Indikationen für eine Kreuzbandoperation: Wann sollte das vordere Kreuzband operiert werden?
- Konservative Therapie einer Kreuzbandruptur ohne Operation
- Wann ist eine Kreuzbandriss-OP notwendig? Ursachen, Riss des vorderen Kreuzbands & typische Symptome
- Operationsverfahren bei einer Kreuzbandplastik: Dauer, Transplantat und Technik
- Komplikationen, postoperative Nachsorge und Reha nach einem operativen Kreuzbandersatz
- Welche Fachärzte und Orthopäden führen Kreuzband-OPs durch?
Kreuzband-OP - Weitere Informationen
An der Innen- und Außenseite des Kniegelenks stützen Seitenbänder zusammen mit der Muskulatur und der Gelenkkapsel das Knie. Sie verhindern ein zu starkes Durchdrücken des Knies. Im Inneren der Gelenkhöhle liegen zwei Kreuzbänder, die das Knie stabilisieren.
Das Kreuzband vorne hindert den Unterschenkel daran, zu weit nach vorn zu gleiten. Beim Beugen des Knies spannt sich das hintere Kreuzband, sodass der Unterschenkel nicht nach hinten rutscht. Gemeinsam stabilisieren sie den Oberschenkelknochen und das Schienbein.
Das Video zeigt den Aufbau des Kniegelenks mit seinen Knochen, Bändern und Knorpeln:
Die Kreuzbänder besitzen eine hohe Reißfestigkeit und sind dennoch elastisch.
Ein Riss kann entstehen durch:
- starke Belastungen oder Begleitverletzungen bei Unfällen,
- eine übermäßige Streckung oder Beugung,
- plötzliche Richtungswechsel in Sportarten wie Tennis oder Fußball.
In diesen Situationen sprechen Ärztinnen und Ärzte von einem Kreuzbandriss bzw. von einer Kreuzbandruptur.
Das betroffene Band kann teilweise anreißen oder vollständig ausreißen. Je nachdem, welches Band verletzt ist, handelt es sich um einen vorderen beschädigten Kreuzband oder um eine Verletzung des hinteren Kreuzbands. In den meisten Fällen ist jedoch das Kreuzband vorne betroffen.
Bei schwerwiegenden Verletzungen können auch beide Kreuzbänder reißen – häufig in Kombination mit Meniskus- oder Knieschäden. Solche komplexen Verletzungen treten typischerweise bei einer Luxation des Kniegelenks nach einem Unfall oder starker Krafteinwirkung auf.

© Henrie / Fotolia
Indikationen für eine Kreuzbandoperation: Wann sollte das vordere Kreuzband operiert werden?
Schmerzt das Knie und schwillt an, kann das auf einen Kreuzbandriss hindeuten. Da die Kreuzbänder das Knie festigen, zeigt sich das Knie nach einer Kreuzbandruptur instabil.
Symptome dafür sind:
- ein unsicherer Gang
- das spontane Wegknicken im Gelenk und/oder
- der Eindruck, dass Ober- und Unterschenkel sich gegeneinander verschieben
Auch kann das Gefühl auftreten, das Knie nicht mehr beugen oder strecken zu können.
Wer unter einem oder mehreren dieser Symptome leidet, sollte einen Orthopäden konsultieren. Der Orthopäde kann einen Kreuzbandriss anhand folgender Kriterien diagnostizieren:
- Schilderung des Unfallhergangs
- Tastuntersuchung und
Verschiedener Bewegungstests (Schubladen-Test, Lachmann-Test, Dreh-Rutsch-Test)
Eine absolut sichere Diagnose liefert die Magnetresonanztomographie (MRT), mit deren Hilfe sich ein Kreuzbandriss bildlich nachweisen lässt.
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Von Kreuzbandguru - Eigenes Werk, CC-BY-SA 4.0, Link
Konservative Therapie einer Kreuzbandruptur ohne Operation
Wurde ein Kreuzbandriss diagnostiziert, stellt sich die Frage, ob eine bewährte Therapie ausreicht oder ob eine Operation des Kreuzbandes notwendig ist. Ziel ist es immer, die Stabilisierung des Kniegelenks sicherzustellen und die Belastbarkeit im Alltag und beim Sport wiederherzustellen.
Zu den bewährten Behandlungsmethoden, um das Knie zu festigen, zählen:
- Kälte- und Schmerztherapie zur Reduktion von Schwellungen,
- das zeitweise Tragen einer Beinschiene oder Bandage,
- gezielte Übungen zum Aufbau der Oberschenkelmuskulatur und der kniestabilisierenden Muskulatur.
Ist das hintere Kreuzband gerissen, berichten viele Betroffene über weniger Einschränkungen. In diesen Fällen kann manchmal schon ein strukturiertes Training die notwendige Stabilität bringen. Beim Riss des Kreuzbandes vorne hingegen ist eine Kreuzbandoperation mit moderner Operationstechnik in den meisten Fällen die empfohlene Therapie.
Ob eine Operation notwendig ist, entscheiden die Kniespezialisten individuell – abhängig von Alter, sportlicher Aktivität, Begleitverletzungen und gewünschter Belastbarkeit. Wichtig zu wissen: Eine Kreuzbandruptur heilt nicht von selbst zusammen. Ohne Behandlung drohen Instabilitäten, die langfristig zu Arthrose im Knie führen können.
Der Heilungsverlauf nach einer Kreuzbandoperation erfordert Geduld: Schonung, Physiotherapie und ein angepasstes Belastungsprogramm über mehrere Monate sind entscheidend für ein schmerzfreies und stabiles Knie.
Wann ist eine Kreuzbandriss-OP notwendig? Ursachen, Riss des vorderen Kreuzbands & typische Symptome
Entscheidungskriterien für oder gegen eine Kreuzband-OP sind etwa:
- Alter und Aktivität des Patienten
- Grad der Kniegelenk-Instabilität
- Welches Kreuzband gerissen ist und
- Ob andere Teile des Kniegelenks ebenfalls lädiert sind
Falls mit dem Kreuzbandriss weitere Verletzungen des Kniegelenks einhergehen, ist eine Kreuzbandoperation unvermeidlich.
Weitere Verletzungen können sein:
- Splitter aus dem Knochen
- Gerissene Seitensehnen
- Verletzung des Meniskus
Ohne operativen Eingriff droht das Knie instabil zu bleiben. Zudem kann sich als Spätfolge eine schmerzhafte Arthrose im Knie entwickeln.
Ist das Kreuzband vorne verletzt, profitieren jüngere und sportlich aktive Patienten von einem Eingriff.
In folgenden Fällen ist eine Kreuzbandriss-OP sinnvoll:
- Wenn der Patient in seinem Bewegungsspielraum deutlich eingeschränkt ist und kaum noch belastbar ist
- Wenn der Patient andauernde Schmerzen hat
Operationsverfahren bei einer Kreuzbandplastik: Dauer, Transplantat und Technik
Erfolgt eine konventionelle offene Operation, erfolgt ein längerer Hautschnitt an der Vorderseite des Knies. So kann der Arzt das gesamte Kniegelenk freilegen.
Alternativ können Kreuzbandoperationen durch eine Kniegelenkspiegelung (Arthroskopie) erfolgen. Dafür sind nur zwei oder drei kleine Schnitte erforderlich. Dieser Eingriff ist deutlich schonender.
Abhängig vom Verletzungsgrad gibt es unterschiedliche Methoden, die Funktion eines gerissenen Kreuzbandes wiederherzustellen.
Liegt ein knöcherner Kreuzbandriss vor, bei dem ein Stück Knochen ausgerissen ist, befestigen Ärzte diesen an seinem Ursprungsort. Dort kann er wieder einheilen.
So ein knöcherner Kreuzbandriss kann beispielsweise im Oberschenkelknochen oder am Schienbein vorliegen. Diese Befestigung heißt auch Refixation.
Ist das Kreuzband nicht vollständig gerissen (weniger als die Hälfte des Banddurchmessers), können Ärzte es anheften oder annähen (Rekonstruktion).
Müssen Ärzte das gerissene Kreuzband ersetzen, erfolgt eine Transplantation.
Als transplantiertes Gewebe eignet sich eine körpereigene Sehne, die Ärzte durch ein Bohrloch im Ober- und Unterschenkelknochen führen.
Dort verankern sie es beispielsweise mit:
- Interferenzschrauben
- Speziellen Knöpfen
- Titanplättchen oder
- Stiften
Bei der Double-Bundle-Technik (Zwei-Bündel) befestigen Ärzte die Sehne in jeweils zwei Bohrkanälen. Ein „Bone-Tendon-Bone-Transplantat“ (Knochen-Sehne-Knochen-Gewebe) setzt sich aus einem Knochenstück, einem Sehnenteil und einem weiteren Knochenstück zusammen.
Den Ablauf dieser minimal-invasiven Operation zeigt das Video:
Ein eingesetztes Kunststoffband kann das gerissene Kreuzband nur in Ausnahmefällen ersetzen. Beispielsweise nach mehrfach fehlgeschlagenen Operationen oder bei älteren Patienten, deren Sehnen nicht mehr elastisch sind. Vielmehr soll das Kunststoffband das verletzte Kreuzband solange stabilisieren, bis es geheilt ist.
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Offene Knieoperation - Von Uwe Gille - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link
Komplikationen, postoperative Nachsorge und Reha nach einem operativen Kreuzbandersatz
Komplikationen im Verlauf von Kreuzbandriss-OPs sind selten. Wird minimal-invasiv operiert, ist mit weniger „Nachwehen“ und einer kürzeren Zeitspanne bis zur völligen Genesung zu rechnen.
Postoperative Schmerzen können Sie mithilfe von Schmerzmitteln erfolgreich behandeln.
Die prophylaktische Gabe von blutverdünnenden Medikamenten in den ersten Tagen nach dem Eingriff beugt einer Thrombose vor. Gewisse Operationsrisiken und Komplikationen sind auch bei einer Kreuzband-OP nicht völlig auszuschließen.
Nach einer Kreuzband-OP darf der Patient das Knie nicht sofort voll belasten. Daher greifen Patienten in den ersten zwei bis drei Wochen auf Gehstöcke zurück, um das betroffene Bein zu entlasten.
Für sechs bis 12 Wochen nach der Operation empfiehlt sich das Tragen einer Bewegungsschiene (Knieorthese). Damit das Knie schnell wieder belastbar ist und den vollen Bewegungsumfang wiedererlangt, sollten Patienten Physiotherapie und Krankengymnastik nutzen. Den Therapieplan stimmen Ärzte auf den individuellen Heilungsverlauf ab.

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Verläuft die Rehabilitation optimal, ist das Kniegelenk nach etwa 6-9 Monaten wieder stabil und beweglich. Abgesehen von Leistungssportlern sollten Patienten Risikosportarten, die das Knie stark belasten, im ersten Jahr nach der Operation nicht ausüben.
Die Prognose ist günstig: Acht von zehn Patienten erreichen nach einer Kreuzbandruptur denselben Leistungsstand, den sie vor ihrer Verletzung hatten.
Welche Fachärzte und Orthopäden führen Kreuzband-OPs durch?
Behandlungen am Knochen- und Bewegungsapparat des Menschen führen Fachärzte für Unfallchirurgie und Orthopädie durch. Häufig spezialisieren sie sich weiter, etwa ausschließlich auf die Kniechirurgie oder Sportchirurgie.



































