Morgens nach dem Aufstehen schmerzt jeder Schritt, als würde man in einen Nagel treten: Dies ist das klassische Symptom für einen Fersensporn. Millionen Menschen leiden unter diesen stechenden Fersenschmerzen, die oft durch eine Überlastung der Füße oder falsches Schuhwerk ausgelöst werden. Doch oft ist gar nicht der knöcherne Sporn selbst das Problem, sondern eine Entzündung der Sehnenplatte an der Fußsohle, die sogenannte Plantarfasziitis. Fersensporn und Plantarfasziitis treten häufig gemeinsam auf und können die Lebensqualität massiv einschränken. Die gute Nachricht: In den meisten Fällen lässt sich die Beschwerde durch konservative Behandlung wie Dehnübungen, Einlagen und Stoßwellentherapie erfolgreich lindern, sodass eine Operation nur selten notwendig ist.
Kurzübersicht:
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Im Wesentlichen unterscheiden Ärzte zwei Wachstumsformen dieses sehr unangenehmen Krankheitsbildes:
- Wachstum entlang der Fußsohle in Richtung der Zehen, und
- Wachstum entlang der Achillessehne nach oben.
Am häufigsten sind Menschen zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr betroffen.
Ursachenforschung: Wie entsteht ein Fersensporn?
Warum ein Fersensporn entsteht, ist noch weitgehend unbekannt. Diskutiert werden Druckbelastungen des Fußskeletts, die durch Fehlbelastungen ausgelöst werden können. Diese Belastungen können zu kleinsten Verletzungen an Knochen und Sehnen führen.
Aufgrund der Mikroverletzungen wird das Immunsystem aktiv und es entstehen lokal begrenzte Entzündungen im Fuß. Auf diese Weise entsteht langsam, aber fortschreitend ein Kalkhügel, also der Fersensporn (auch Kalkaneussporn).
In den meisten Fällen ist falsches Schuhwerk eine der Hauptursachen für solche Umbildungsprozesse. Neben dem falschen Schuhwerk kommen aber auch noch weitere Risikofaktoren in Frage, wie zum Beispiel:
- Übergewicht, das den Druck Fußskelett erhöht,
- Berufe, die sehr viel Gehen oder Stehen abverlangen,
- Fußabnormitäten wie Senk-, Spreiz- oder Plattfüße,
- ein höheres Alter sowie
- wiederholt mangelndes Aufwärmen der Muskeln und Bänder vor dem Sport.
Woran ist der Fersensporn zu erkennen?
Im Wesentlichen unterscheiden Ärzte zwei Wachstumsformen dieses sehr unangenehmen Krankheitsbildes. Zum einen kann der Knochen entlang der Fußsohle in Richtung der Zehen wachsen. Zum anderen gibt es noch den an der Achillessehne zu findenden Fersensporn. Am häufigsten sind Menschen zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr betroffen.
In seltenen Fällen ertasten Patienten nur einen Auswuchs im Bereich der Ferse ohne weitere Symptome. Häufiger kommt es jedoch zu starken Schmerzen an der Ferse. Beim Gehen verschlechtert sich der Schmerz durch die Reizung des Fersensporns. Beim Aussruhen oder Hochlegen des Fußes verschwindet auch der Schmerz.
Ansprechpartner für den Fersensporn sind Orthopäden und Fußchirurgen.
Die Diagnose Fersensporn wird meist aufgrund eines Röntgenbildes und der klinischen Untersuchung gestellt. Nicht immer ist die Kalkablagerung gut im Bild zu erkennen. Dann helfen charakteristische Druckschmerzpunkte an der Fußsohle oder der Ferse dem Arzt, eine zielsichere Diagnose zu stellen.
Sind die Schmerzen beim Gehen sehr stark, verändert sich oft auch das Gangbild der Patienten. Viele Patienten laufen dann überwiegend auf den Zehenspitzen, um den Fersensporn nicht weiter zu belasten. Der Arzt erkennt die Feinheiten des Gangbildes im Rahmen einer Ganganalyse.
CC BY-SA 3.0 Fersensporn Anatomie
Behandlungsoptionen bei Fersensporn
Zuallererst gilt es die Schmerzen zu lindern. Dazu muss der betroffene Fuß in aller Regel ruhiggestellt und ausreichend gekühlt werden. Für kurze Zeit können auch Medikamente zur Entzündungshemmung notwendig sein.
Danach folgt die eigentliche Behandlung des Fersensporns. Neben der Physiotherapie erfreuen sich vor allem die Stoßwellen- oder Strahlentherapie großer Beliebtheit. In jedem Fall sollte der Fuß für die Dauer der Therapie entlastet werden.
Meist helfen bereits
- spezielle Schuheinlagen,
- besser geeignetes Schuhwerk oder
- ausreichende Dehnungsübungen vor dem Sport,
um den Fersensporn zu beruhigen oder einer weiteren Verschlechterung entgegenzuwirken. Lässt sich auf diese Weise keine Linderung verschaffen, gibt es noch andere Behandlungsoptionen. Meistens ist kein operativer Eingriff nötig.
Fersensporn-Einlagen
Spezielle Fersensporn-freundliche Schuhe gibt es nicht. Doch lassen sich mittels spezieller Einlagen viele Schuhe umfunktionieren.
Beim unteren Fersensporn – also unter der Fußsohle gelegen – können z. B.
- Locheinlagen,
- viskoelastische Geleinlagen und
- verbreiterte Pufferabsätze
eingesetzt werden.
Beim Fersensporn der Achillessehne bieten sich hingegen Polsterkissen sowie eingeklebte Filzkeile an.
Neben der Linderung aktueller Beschwerden tragen diese Maßnahmen dazu bei, eine Vergrößerung des Fersensporns zu verhindern.
Stoßwellentherapie
Stoßwellen sind Druckwellen, die bei der Stoßwellentherapie von einem Gerät auf den Fuß übertragen werden. Unter dem Einfluss der Stoßwellen wird der Blutfluss angeregt, sodass sich Schmerzen und Entzündungen bessern sollen.
Der therapeutische Erfolg des Verfahrens ist jedoch umstritten.
Strahlentherapie
Die eingesetzte Strahlendosis ist bei der Fersensporn-Therapie sehr viel geringer als beispielsweise beim Röntgen. Innerhalb von etwa fünf bis sechs Sitzungen, die jeweils nur wenige Minuten dauern, erreichen viele der Patienten die gewünschte Schmerzfreiheit.
Fersensporn-OP
In weniger als 10 % der Fälle bleiben die Beschwerden trotz der vorgenannten Therapieoptionen bestehen.
Eine Operation ist dann die letzte Behandlungsoption. Der Fuß ist anatomisch sehr komplex. Daher sollten Sie für eine operative Therapie des Fesensporns einen Spezialisten aufsuchen.

Fersensporn im Röntgenbild an der Unterseite der Ferse © Anton | AdobeStock
Dem Fersensporn vorbeugen
Dehnen Sie vor jeder sportlichen Betätigung auch die Beine und Füße. Damit helfen Sie, kleine Verletzungen durch die Belastungen beim Sport zu vermeiden. Besonders der Bereich der Achillessehne ist sehr anfällig.
Wer zudem im Alltag sehr viel gehen oder stehen muss, profitiert von den folgenden krankengymnastischen Übungen:
- Barfußlaufen auf unebenen, sandigen oder profilreichen Böden. Das stärkt die Fußmuskulatur.
- Aufheben und Zerreißen von Papier mit den Zehen. Das trainiert die Koordination, stärkt das Muskel- und Sehnennetz des Fußes und eignet sich zudem noch als lustiges Spiel mit Familie und Freunden.
- Eine gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung. Damit beugen sie Übergewicht vor und schließen einen Fersensporn-Risikofaktor aus.
Prognose bei Fersensporn
Der Kalkaneussporn bildet sich nicht von allein zurück. Dennoch ist eine operative Entfernung des Auswuchses im Fersenbereich nur sehr selten nötig. Da die Kalkablagerungen in der Regel keine Beschwerden verursachen, reicht es, die Entzündungen im Fuß zu kontrollieren.
Physiotherapie und geeignete entzündungshemmende Medikamente helfen dabei.
FAQ: Die 8 wichtigsten Fragen zu Fersensporn und Plantarfasziitis
Was ist der Unterschied zwischen Fersensporn und Plantarfasziitis?
Oft werden die Begriffe synonym verwendet, doch medizinisch gibt es einen Unterschied. Der Fersensporn ist die im Röntgenbild sichtbare knöcherne Veränderung am Fersenbein. Die Plantarfasziitis (Plantar fasciitis) ist die schmerzhafte Entzündung der Plantarfaszie, also der Sehnenplatte der Fußsohle. Meist verursacht die Entzündung der Sehnenplatte die Schmerzen, nicht der Sporn selbst. Fersensporn und Plantarfasziitis treten jedoch sehr häufig gemeinsam auf, da der dauerhafte Zug an der Faszie die Verkalkung fördert.
Wie entsteht ein Fersensporn?
Ein Fersensporn entsteht durch eine chronische Überlastung und Mikroverletzungen am Ansatz der Sehnen. Wenn die Plantarfaszie oder die Achillessehne dauerhaft unter zu hoher Spannung stehen, lagert der Körper Kalk an den betroffenen Stellen ab, um die Stabilität zu erhöhen. Diese Kalkablagerungen bilden mit der Zeit den knöchernen Sporn. Häufige Ursachen sind Übergewicht, langes Stehen, Fußfehlstellungen wie ein Senkfuß oder ungeeignetes Schuhwerk.
Welche Symptome sind typisch?
Das Leitsymptom sind stechende Schmerzen an der Ferse, die besonders morgens nach dem Aufstehen oder nach längeren Ruhepausen als Anlaufschmerz auftreten. Im Tagesverlauf können sich die Schmerzen etwas bessern, kehren aber bei Belastung zurück. Beim plantaren Fersensporn liegt der Schmerzpunkt meist mittig unter der Ferse, beim oberen Fersensporn eher am Ansatz der Achillessehne hinten am Schuh.
Wie kann man die Schmerzen lindern?
Um akute Schmerzen zu lindern, hilft oft Kühlung der betroffenen Stelle und eine Schonung des Fußes. Entzündungshemmende Medikamente wie Diclofenac oder Ibuprofen können kurzzeitig eingenommen werden. Langfristig ist es wichtig, den Fuß zu entlasten, etwa durch weiche Fersenkissen oder orthopädische Einlagen, die das Fußgewölbe stützen und den Druck auf die Ferse verringern.
Welche Rolle spielt die Stoßwellentherapie?
Die extrakorporale Stoßwellentherapie hat sich als effektive Methode erwiesen, besonders bei chronischen Fersenschmerzen. Dabei werden energiereiche Schallwellen (Stoßwellen) von außen auf das entzündete Gewebe gerichtet. Dies fördert die Durchblutung, regt den Stoffwechsel an und kann helfen, die Entzündung der Plantarfaszie schneller abklingen zu lassen, damit der Patient wieder schmerzfrei wird.
Helfen Dehnübungen beim Fersensporn?
Ja, Dehnübungen sind ein zentraler Baustein der Therapie. Da eine verkürzte Wadenmuskulatur den Zug auf die Achillessehne und die Plantarfaszie erhöht, ist regelmäßiges Dehnen essenziell. Übungen, bei denen die Zehen und die Fußsohle gedehnt werden, sowie das Rollen des Fußes über einen Igelball, können die Spannung in der Sehnenplatte verringern und so die Beschwerden lindern.
Wann ist eine Operation notwendig?
Eine Operation wird nur in sehr seltenen Fällen in Betracht gezogen, wenn alle konservativen Behandlungsmöglichkeiten über einen längeren Zeitraum (meist mehr als 6-12 Monate) keine Besserung gebracht haben. Operativ kann die Sehnenplatte teilweise eingekerbt werden, um die Spannung zu nehmen, oder der Sporn wird abgetragen. Die Risiken einer OP sind jedoch abzuwägen.
Kann man einem Fersensporn vorbeugen?
Um vorzubeugen, dass ein Fersensporn entsteht, ist gutes Schuhwerk mit Dämpfung wichtig, besonders bei Berufen, die viel Gehen und Stehen erfordern. Übergewicht sollte reduziert werden, um die Belastung der Füße zu minimieren. Regelmäßiges Barfußlaufen auf weichem Untergrund stärkt die Fußmuskulatur. Bei bekannten Fehlstellungen sollten frühzeitig Einlagen getragen werden, um eine Überlastung der Sehnen zu vermeiden.

















